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1,80 M., monaüich 60 Pfg., für au*
völlige toaunentet mit bem betreffenden Pvftaufschl«* Sie c»njdne Nummer testet 10 Pf*
. General-Anzeiger
Atallichrs Organ für Stadt- and Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 146 FernsprechanschUts; Nr. 605.
Mittwoch den 26. Juni
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1907
Stadtkreis Fyanau. Bekanntmachung.
Städtisches Wannen- ob Brausebad.
Bangertstraße 2 (Eingang: Große Dechaneistraße).
Geöffnet für Männer:
Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag von 2—8 Uhr
nachmittags,
Sonntag von 8—12 Uhr vormittags.
Geöffnet für Frauen:
Dienstag und Freitag von 2—8 Uhr nachmittags.
Preise der Bäder:
Brausebad mit Wäsche 10 Pfg.,
Wannenbad mit Wäsche 25 Pfg., Wannenbad ohne Wäsche 20 Pfg.
Hanau dm 22. Mai 1907.
Der Magistrat.
Bode.
11447
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 silbernes Armband, 1 Paar weiße durchbrochene Damenhandschuhe, 2 Eisenbohrer, 1 Päckchen mit 4 kleinen Drahtzangen, 1 Rasiermesser, 1 Schraubenzieher, 2 Federhalter.
V erkoren: 1 weißer Damengürtel mit silberner Schnalle, 1 braunes Portemonnaie mit 5—6 Mark Inhalt und 1 Rechnung von Heinziger.
Entlaufen: 1 gelber Kriegshund, m. Geschl.
Zugelaufen: 1 rotbrauner Hund mit weißem Hals und weißer Brust, buschige Rute, m. Geschl.
Hanau den 26. Juni 1907.
Hus Banau Stadt und Cand.
Hanau, 26. Juni.
Schulärztliche Tätigkeit.
Der Bericht über die Tätigkeit des Schularztes Herrn Dr. Eichenberg bei den städtischen Schulen der Stadt Hanau im Jahre 1906/07 lautet:
Die schulärztliche Tätigkeit erfuhr im Berichtsjahre 1906/07 insofern eine Erweiterung, als sie sich auf die jüngsten drei Jahrgänge aller Schulen erstreckte, während sie im Jahre 1905/06 nur die zwei jüngsten Jahrgänge umfaßte. Bestimmungsgemäß fand eine genaue Untersuchung allerdings nur bei den Ostern 1906 eingetretenen Kindern statt.
Die Untersuchung wurde in Gegenwart der Herren Rektoren und Lehrer bezw. Lehrerinnen in den Schulzimmern vorgenommen, wobei ein Zimmer als Warteraum, eins als Untersuchungsraum diente. Die Angehörigen der Kinder waren durch gedruckte Zettel aufgefordert, mit den Kindern zur Untersuchung zu erscheinen und dieser Aufforderung sehr zahlreich, in einzelnen Klassen fast ausnahmslos gefolgt. Alle zeigten für die Untersuchung ein lebhaftes Interesse und erwiesen sich manchmal überrascht, daß ihnen manche Fehler und Gebrechen ihrer Kinder noch nicht ausgefallen waren. Nur sehr wenige Mütter taten beleidigt, wenn man sie auf krankhafte Zustände ihrer Kinder aufmerksam machte. Wieder erwies es sich als durchaus notwendig, daß die Angehörigen bei der Untersuchung zugegen sind, um Aufschluß über vorangegangene Krankheiten und Zustände geben zu können; die Untersuchung wurde dadurch nicht nur wesentlich beschleunigt, sondern das Resultat auch ein bedeutend besseres.
" Die Untersuchung fand nach Entblößung der oberen Körperhälfte statt, und wurden die einzelnen Körperorgane in derselben Reihenfolge wie 1906 untersucht, da diese Metbode sich hier wie auch anderwärts als sehr praktisch bewährt hat. Zunächst wurde durch Fragen das Hör- und Sprachvermogen geprüft, dann besonderes Augenmerk auf das Sehvermögen gerichtet. Wo sich Mängel dieser Organe herausstellten, wurde eine genauere Untersuchung vorgenommen und sogleich die anwesenden Klassenlehrer resp. Lehrerinnen hierauf aufmerksam gemacht, die in einzelnen Fällen den betr. Kindern bereits Plätze auf den vorderen Bänken angewiesen hatten. Meist hatten die Lehrer noch nicht von den Mängeln des Seh- und Hörvermögens Kenntnis erhalten.
Sodann wurde mit der Untersuchung des Mundes und Rachens fortgefahren und besondere Aufmerksamkeit den Zähnen zugewendet. Dem schloß sich die Besichtigung des Körpers im allgemeinen bezüglich des Ernährungszustandes, der Beschaffenheit des Halses, der Wirbelsäule und der Brust an, eine spezielle Untersuchung auf das Vorhandensein eines Bruches bei Knaben wurde nur dann vorgenommen, wenn die Anae-
(hörigen hierauf aufmerksam gemacht hatten, dasselbe war bezüglich der Organe der Brust nach voraufgegangenen Krank- - heilen der Fall. Die Größe der Kinder war wie voriges / Jahr bereits vor der Untersuchung mittelst der von der Stadt beschafften Meßapparate, ebenso das Gewicht mit der neu beschafften Wage, welche sich außerordentlich bewährt hat, festgestellt. Die Wägungen konnten in relutiv kurzer Zeit bewerkstelligt werden und trotzdem war das Resultat ein recht genaues. Die Messung und Wägung wurde bei allen drei Jahrgängen vorgenommen.
Die Untersuchung der in die Hilfsschule überwiesenen Kinder fand im Monat Mai (anfangs) in Gegenwart des Herrn Stadtschulinspektors und des Lehrpersonals statt, auch waren die Angehörigen der Kinder zur Untersuchung und Prüfung geladen, um über die Kinder die erforderliche Auskunft zu geben. Die vorgeschlagenen Kinder wurden ausnahmslos in die Hilfsschule ausgenommen.
Das Resultat der Untersuchung, der Messung und Wägung, sowie der Angaben der Angehörigen wurden sofort in die vorbereiteten Schulbogen eingetragen.
Im Etatsjahr 1906/07 wurden untersucht in den 3 Bezirksschulen 363 Kinder, 183 Knaben und 178 Mädchen, in der Eberhardschule 242 Kinder, 137 Knaben und 105 Mädchen, in der Oberrealschule 31 Knaben, in der höheren Mädchenschule 28 Mädchen, also zusammen 663 Kinder. Von dem 2. und 3. Jahrgange (zweite und drittletzte Klasse) wurden gemessen und gewogen
240 210
115
279
190
62
der I. Bezirksschule
auS
ff ff
ff
II. in. Eberhardschule
Oberrealschule
Kinder,
ff ff
Knaben und Mädchen Knaben,
höh. Mädchenschule 77 Mädchen, also zusammen 1273 Kinder.
Wenn man nun an der Hand der Schulbogen, welche ja für alle Kinder angelegt sind, die einzelnen Rubriken durchgeht, so findet sich bezüglich der einzelnen Störungen folgendes zu bemerken:
1. Sehstörungen. Nicht nur die Sehstörungen, deren Anzahl beim Eintritt in die Schule eine sehr geringe ist, sondern auch die Störungen des Bewegungsapparates des Augapfels (Schielen) wurden in diese Rubrik eingetragen. Sehstörungen werden meistens erst im Laufe des ersten Schuljahres oder noch später von den Lehrern bemerkt, wenn die Kinder das Geschriebene an der Tafel nicht lesen können. Zerstörungen fanden sich in dem Bezirksschulen 10, in der Eberhardschule 6, in der Oberrealschule 0, in der höheren Mädchenschule 1. Bei den meisten Kindern war ein Augenarzt bereits in Anspruch genommen worden bei größeren Sehstörungen.
2. Hörstörungen wurden in der Eberhardschule 8, in den Bezirksschulen 6, in der höheren Mädchenschule 2 gefunden. Die Zahl der Schwerhörigen ist aber nach allgemeinen Erfahrungen eine weit größere. Genauere Untersuchungen wurden nicht vorgenommen bei Feststellung des Hörvermögens, da sie außerordentlich schwer anzustellen sind und unsichere Resultate ergeben. Die Hörstörungen sind fast ausnahmslos auf frühere Mittelohrkatarrhe meist auf skrophulöser Basis zurückzuführen. Seitdem man weiß, daß alle Ohrerkrankungen ernst zu nehmen sind, ist die Zahl der chronischen Ohrleiden eine weit geringere geworden. In allen Fällen von Ohrerkrankungen wurde den Angehörigen geraten, die Kinder ärztlich behandeln zu lassen.
3. Sprech st örungen waren bei den eingetretenen Kindern wieder recht häufig und zwar handelte es sich meist um mangelhafte Ausbildung des Sprachvermögens, vorzüglich bei solchen Kindern, deren Eltern wenig Zeit haben, sich mit ihren Kleinen zu beschäftigen. In der Schale bessern sich derartige Zustände meist sehr schnell, wogegen das Stottern mit Erfolg nur in einer Anstalt oder in einem Kursus bei einem Sprachlehrer beseitigt werden kann, in welchem Sinne auch den Eltern geraten wurde. Sprechstörungen fanden sich in den Bezirksschulen 36, in der Eberhardschule 10, in der Oberrealschule 7, in der höheren Mädchenschule 0.
4. Leiden des Rasen-Rachen raum es und der Mundhöhle sind bei den eingetretenen Kindern recht häufig und zwar fanden sich in den Bezirksschulen 35, in der Eberhardschule 25, in der Oberrealschule 2, in der höheren Mädchenschule 4 Kinder damit behaftet. In den meisten Fällen handelte es sich um chronisch entzündliche Zustände der Gaumenmandeln, die ja bei Kindern zu häufigen Erkrankungen Veranlassung geben und deshalb in der ganzen Schulzeit eine Rolle spielen. In zahlreichen Fällen kann man den Kindern schon ohne weiteres ansehen und anbören,
daß sie vergrößerte Mandeln haben, indem die Atmung dadurch erschwert wird und dann die Sprache beeinträchtigt wird. Die meisten Kinder werden dadurch in ihrem Allgemeinbefinden beeinträchtigt, sie sind blutarm und in der Entwicklung zurückgeblieben. Es wurde deshalb den Eltern dringend angeraten, die Kinder operieren zu lassen. Noch mehr ist dies bei der sog. Rachenmandel notwendig, die bei einzelnen Kindern vorkam, da dadurch das Atmen noch mehr erschwert ist und die Kinder zwingt, mit offenem Munde zu atmen.
Auf die Beschaffenheit der Zahne wurde auch in diesem Jahre ganz besonders geachtet. Die Zahl der mit cariösen (hohlen) Zähnen behafteten Kinder betrug in der I. Bezirksschule 51 von 99, in der II. 32 von 100, in der III. 64 von 137, in der Eberhardschule 42 von 96, in der Oberrealschule 10 von 31, in der höheren Mädchenschule 15 von 28, also 40 bis 60 Prozent. Den Eltern wurde geraten, alsbald sich an einen Zahnarzt zu wenden. Wie schon im vorjährigen Bericht betont ist, müssen die Kinder frühzeitig auf die Pflege der Zähne hingewiesen werden, welche im ganzen Leben eine so große Rolle spielen. Es empfiehlt sich, den Kindern beim Eintritt in die Schule gedruckte Anweisungen über die Pflege der Zähne mitzugeben.
5. Verkrümmungen der Wirbelsäule wur» den in den Bezirksschulen 2, in der Mädchen-Mittelschule 4, in der Oberrealschule 1 beobachtet. Meistens treten dieselben erst in den späteren Schuljahren zu Tage und machen das Tragen von Gradhaltern notwendig. Das Leiden ist meist auf Rhachitis zurückzuführen.
6. Bruchleiden wurden dreimal in den Bezirks» schulen beobachtet, in allen Fällen wurden Bruchbänder getragen.
7. Nervenleiden als solche wurden nur selten beobachtet, dagegen fand sich allgemeine Nervosität nicht selten, meist auf Blutarmut beruhend oder vererbt. In den Bezirksschulen wurden 18, in der Eberhardschule 16, in der Oberrealschule 2, in der höheren Mädchenschule 3 Fälle beobachtet.
8. Allgemeinleiden. Das häufigste Allgemein» leiden ist Blutarmut, die in diesem Jahre sich ganz außerordentlich häufig bemerkbar machte, während die Scrophulose mehr in den Hintergrund trat. Von letzterer wurden auch einzelne schwere Fälle beobachtet. Die genannten Krankheiten zeigten sich in der I. Bezirksschule 47, in der II. 78, in der III. Bezirksschule 43, in der Eberhardschule 69, in der Oberrealschule und in der höheren Mädchenschule je 6 mal. Die Mädchen waren bedeutend mehr als die Knaben daran beteiligt.
9. Schwere Krankheiten vor der Schulzeit waren am häufigsten die ansteckenden Krankheiten Masern und Keuchhusten, seltener Scharlach und Diphterie, von anderen Krankheiten Lungenentzündung und deren Nebenerscheinungen. Von diesen Krankheiten üben den schädlichen Einfluß auf das spätere Befinden der Kinder Scharlach und Diphterie in ihren schweren Formen aus, deren Folgen oft noch nach Jahren bei den Schulkindern nachweisbar sind, indem die Kinder sich nicht recht entwickeln und blaß und elend aussehen. In der I. Bezirksschule hatten 52, in der IL 60, in der III. 91, in der Eberhardschule 70, in der höheren Mädchenschule 14, in der Oberrealschule 21 Kinder ernste Krankheiten durchgemacht.
10. Längere Krankheiten während der Schulzeit sind nur vereinzelt vorgekommen.
11. Besondere geistige Schwächen waren gar nicht selten, am häufigsten in mangelhafter geistiger Entwicklung und Begabung bestehend, dann aber sehr häufig in leichter geistiger Ermüdung bei auch körperlich wenig entwickelten Kindern, meist im Laufe des ersten Schuljahres schwindend.
12. Größe und Gewicht der Kinder. Die Feststellung der Größe und des Gewichts der Kinder fand im Monat Mai statt und erstreckte sich, wie bereits oben erwähnt, auf die drei letzten Jahrgänge. Es differierte bei den Kindern ganz außerordentlich, wie nicht anders zu erwarten war.
Bei der I. Bezirksschule, Knaben, betrug bei dem jüngsten Jahrgang, Klasse 8, die Durchschnittsgröße 108,5 cm., das Durchschnittsgewicht 19,3 Kilo,
bei bei
dem vorletzten Jahrgang, Kl. 7, 116 cm., resp. 22,5 Kilo, dem drittletzten Jahrgang, Kl. 6, 126 cm., resp. 23,7 Kilo. In der II. Bezirksschule, Mädchen, betrug
die Durchschnittsgröße in Klasse 8 108,2 cm.
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