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1,80 IRL, monatüch 60 Pfg., fik m»

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General-Anzeiger

Amtliches Organ für §tM- na) Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Ml. 133 F«*nsprech»nschlutz Nr. 605

Montag den 10. Juni

Fevnsprechanschlutz Nr. 605. 1907

ZK

Amtliches.

Stadt- und Landkreis Hanau.

Am Mittwoch den 12. Juni findet eine Touren­fahrt für Motorräder und leichte Kraftwagen der deutschen Motorradfahrer-Vereinigung statt. Die Fahrt geht über Langenselbold, Rückingen, Hanau, Dörnigheim, Mainkur nach Frankfurt a. M. Die ersten Fahrzeuge werden voraussicht­lich gegen mittag den hiesigen Kreis erreichen. In der Stadt werden die Leipzigerstraße, Nürnbergerstraße, Römerstraße, Franksurterstraße, Vorstadt und Frankfurterlandstraße berührt. Eine Sperrung der Straßen und eine Beschränkung des Fähr­verkehrs auf denselben ist auch für diese Fahrt nicht be­absichtigt. Die Polizeibehörden und Gendarmen werden be­auftragt, innerhalb ihrer Bezirke die erforderliche Aufsicht auszuüben.

Hanau den 10. Juni 1907.

Der Königliche Landrat und Polizeidirektor.

v. Beckerath.

Stadtkreis Hanau.

Zwecks Umpflasterung wird die Nitssallee zwischen Hospitalstraße und Fischerhüttenweg vom 17. - M- ab für den öffentlichen Fährverkehr gcjpctti.

Hanau den 8. Juni 1907.

Königlicke Polizei-Direktion.

P 4848 J. V.: Siemon, Reg.-Assessor.

Gras-Verkauf.

Am Freitag den 14. Juni -. Js., von nach­mittags 5 Uhr ab, soll die diesjährige Grasnuhung auf den Wiesen in den Jagen 81 a und 91 a des Schutz­bezirks Neuwirtshaus auf 7,40 ha Fläche in 42 Losen und in den Weidenheegern der Jagen 122 c und 129 a des Schutzbezirks Lamboybrück auf 0,6 ha Fläche an Ort UN- Stelle öffentlich meistbietend verkauft werden.

Zusammenkunft nachm. 5 Uhr, im Jagen 91a.

12301 Königliche Oberförsterei Wolfgang

Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft.

81. Wan-er-Ausstellung Düsseldorf.

6.-11. Juni 1907.

Düsseldorf, .7. Juni 1907.

Von der Tier-Ausstellung. Wiederum hat sich das Beste vom Besten, dieCreme" der deutschen Zuchten auf der Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Ge­sellschaft ein Stelldichein gegeben, und in ihrer Gesamtheit zeigen diese Produkte deutscher Züchterarbeit und deutschen Züchterfleißes wiederum ein geradezu glänzendes Bild von dem heutigen Entwickelungsstande der Viehzucht in Deutsch­land. Die seltene Ausgeglichenheit und Formvollendung als hervorstechendstes Merkmal der Tiere in allen Abteilungen verfehlt nicht, selbst denOutsider", den städtischen Besucher zu fesseln, dessen Blick mit unverhohlener Bewunderung auf den herrlichen Tiergestalten ruht. Wohl die wenigsten der Außenstehenden machen sich eine Vorstellung von dem großen Aufwand an geistiger Arbeit und Ueberlegung, die die Schaffung solch hochwertiger edler Zuchttiere von idealer Schönheit erfordert. Es ist eine von hoher Intelligenz und froher Schaffenslust getragene unermüdliche Arbeit, die tag­aus, tagein in der stillen aber rührigen Werkstatt der deut­schen Züchter auf deutscher Erde verrichtet wird. Zahlreich und häufig sind die Rückschläge und Enttäuschungen, durch die der Züchter gehen muß, ehe sein scharfer Kennerblick schließlich wohlbefriedigt auf dem fertigen gelungenen Zucht­produkt ruht. Nicht zuletzt auch haben die eiserne Beharr­lichkeit und zielbewußte zähe Energie der deutschen Land­wirte dem heutigen unbestrittenen 'Hochstand der deutschen Viehzucht mitbegründet und unser deutsches Vaterland aus diesem volkswirtschaftlich so bedeutsamem Gebiete der Land­wirtschaft auf den drückenden Fesseln der früheren Tribut- pflichtigkeit zum Ausland befreit. Die Epoche dieser züch­terischen Kinderkrankheiten ist heute so gründlich überwunden, daß die deutsche Landwirtschaft schon daran gehen kann, das Banner ihrer Viehzucht in ausländischen Zuchtgebiete aufzu­pflanzen. Kein Kenner der Verhältnisse wird heute mehr daran zweifeln, daß die deutsche Viehzucht zur Befriedigung der Bedürfnisse des deutschen Volkes an tierischen Produkten in der Lage sein wird, und wem möchten beim Anblick der herrlichen Zucht-Eliten deutscher Herkunft wohl Zweifel an dieser Gewißheit kommen. Die deutsche Landwirtschaft, die derartiges auf der heimischen Scholle hervorzubringen ver­mag, darf für diesen neuen glänzenden technischen Be­fähigungsnachweis der Anerkennung weitester Kreise sicher sein.

GesamtausschuMtzung der Deutschen Lanvwlrt- schafts Gesellschaft in Düssel-orf. Der Gesamtausschuß verlieh in seiner Sitzung vom 6. Juni zunächst eine Reihe von Auszeichnungen an Richter und Ordner und krönte da­mit deren 12jährige Tätigkeit im Dienste der Allgemeinheit. Als Präsident des nächsten Jahres wird Seine Königl. Ho­heit Herzog Albrecht von Württemberg vorgeschlagen. Aus dem Geschäftsberichte erhellt, daß der Mitgliederstand zurzeit 16000 überschritten hat. Der Abschuß des Jahres 1906 brachte einen Ueberschuß von nahezu 230 000 Mk., ein Erfolg, der nicht zum mindesten auf den Ausfall der Berliner Aus­stellung zurilckzusühren ist. Für die Ausstellung des nächsten Jahres wird die Stadt Stuttgart endgültig vorgeschlagen. Die bisher entgegenstehenden Hindernisse sind beseitigt. Die für 1909 in Hamburg in Aussicht genommene Ausstellung wird aus äußeren Gründen in das Jahr 1910 verlegt und statt dessen die Ausstellung des Gaues Königreich Sachsen in das Jahr 1909 und die Einladung der Stadt Leipzig für dieses Jahr angenommen.

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Düsselvorf, 9. Juni. Der Deutschen Landwirtschafts- gesellschaft ging heute auf ihr Huldigungstelegramm folgende Depesche des Kaisers zu:An Fürst zu Salm-Horstmar, Düsseldorf. Ich ersuche Sie, den zur 57. Hauptversammlung dort vereinten Mitgliedern der deutschen Landwirtschasts- gesellschaft meinen wärmsten Dank für den freundlichen Gruß auszusprechen. Es gereicht mir zugleich zur Freude, meinen schon durch meinen Sohn übermittelten Wünschen für einen guten Verlauf und segensreichen Erfolg der Ausstellung er­neuten Ausdruck geben zu können. Wilhelm.

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hanau, 10. Juni.

* Automobil-Tourenfahrt. Morgen, Dienstag den 11. d. Mts., findet die Tourenfahrt von Automobilen um den Herkomerpreis statt. Es werden etwa 150 Automobile an derselben teilnehmen, die am Morgen von Augsburg kommend über AschaffenburgHanau DörnigheimMainkur nach Frankfurt fahren. Die ersten Wagen können gegen 12 Uhr in Hanau ein­treffen. In der Stadt werden die Leipzigerstraße, Nürn­bergerstraße, Römerstraße, Frankfurierstraße, Vorstadt und Frankfurter Landstraße berührt. Wir weisen noch auf die amtliche Bekanntmachung in der heutigen Nummer hin.

* Anstellung von Kütterungsversuchen von mit Diastasolin verzuckerter Stärke. Der Herr Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten hat unter Hinweis auf ein für die Aufzucht von Kälbern und Ferkeln empfohlenes neues Futtermittel zur Anstellung weiterer Ver­suche aufgefordert. Es handelt sich um die Verzuckerung von Stärke durch Diastasolin, welches bei Verabreichung mit Magermilch einen vollwertigen Ersatz für Vollmilch bieten soll, wie Versuche von Professor Hansen-Bonn u. a. ergeben haben. Es dürften daher weitere Versuche in der Praxis wünschenswert sein. Zu diesem Zwecke überläßt die Diamalt- gesellschaft zu München das zur Anstellung von Versuchen nötige Diastasolin kostenlos an Versnchsansteller. Landwirte, welche zur Anstellung von derartigen Fütterungsversuchen be­reit sind, wollen sich unter Angabe der Anzahl der Versuchs­tiere bei der Landwirtschaftskammer Cassel melden, worauf ihnen das erforderliche Quantum des Diastasolin-Futter- mittels zur Verfügung gestellt wird.

* Der Hanauer Bezirksverein -er Gustav A-olfstistttttg feiert nächsten Sonntag den 16. ds. Mts. von nachmittags 3 Uhr ab in der Kirche zu Fechenheim sein Jahresfest mit anschließender Generalversammlung, wozu alle Mitgieder dieses großen evang. Vereins freundlickst eingeladen werden. Festprediger ist Herr Pfarrer H a 1 t e n d o r f aus Fulda. Um 5 Uhr findet eine freie N a ch v e r s a m m l u n g statt, in der Ansprachen mit Vorträgen des Fechenheimer Kirchen- gesangvereins und Posaunenchores abwechselnd die Festfeier erhöhen werden.

-r. Historische Kommission für Hessen un- Wal-eck. Marburg, 9. Juni. Im Senatssaale der Universität fand gestern die 10. Jahresversammlung der Histo­rischen Kommission für Hessen und Waldeck statt, der eine Sitzung des Vorstandes am gleichen Tage vorauf ging. Neben den in Marburg ansässigen Patronen und Mitgliedern waren von auswärts eingetroffen die Herren Obervorsteher und Ober-Regierungsrat v. Baumbach-Cassel; Museums- Direktor Dr. Bohlau-Cassel; Pfarrer D. Dr. Dichl-Hirsch- Horn a. N.; General Eisentraut-Cassel; Baron F. von und zu Gilsa-Gilsa; Geh. Hofrat Prof. Dr. Haupt-Gießen ; Geh. Justizrat Prof. Dr. Schmidt-Gießen ; Bürgermeister Baurat Stahl-Friedberg; Generalsuperintendent D. Werner - Cassel ; Akademielehrer Zimmermann-Hanau. Der Vorsitzende,

Prof. Frhr. von der Ropp, begrüßte die Anwesenden und gedachte zunächst der im verflossenen Berichtsjahre verstorbe­nen Patrone und Mitglieder, der Herren Dr. Adalbert Endert, Bischof von Fulda; Wirkl. Geh. Rat Frhr. von Wintzingerode, Arolsen, und Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Justi in Marburg. Herrn Prof. Justi insbesondere hat die Kom­mission ihre erste Veröffentlichung, das hessische Trachtenbuch, zu verdanken, welches sein Andenken in seiner Heimat, der er zeitlebens eine warme Liebe und treue Anhänglichkeit be­wahrte, nicht erlöschen lassen wird. Zu Ehren der Hinge­gangenen erhob sich die Versammlung von ihren Sitzen. Herr Prof. D. Wiegand ist zufolge einer Berufung nach Greifswald aus dem Vorstande ausgeschieden; an seine Stelle wählte die Versammlung Herrn Prof. Dr. Heymann zum Vorstandsmitglied, sowie ferner die Herren Generalleutnant z. D. Beß in Marburg, Dr. Armbrust in Göttingen und Privatdozent Dr. Vogt in Gießen zu Mitgliedern der Kom­mission. Die Rechnung des Schatzmeisters, Geh. Archivrat Dr. Könnecke, dem die Versammlung die Entlastung für seine Rechnungsführung erteilte, ergab eine Einnahme von 12 194 Mark gegenüber einer Ausgabe von 4591 Mk. Mit freudi­gem Danke begrüßte die Versammlung den Beschluß der Stadtverordneten von Friedberg, der Kommission einen Jahreszuschuß von 1000 Mark für die Fortführung des Friedberger Urkundenbuchs zu bewilligen. Sie hofft, daß dieses vorbildliche Beispiel auch bei anderen Städten und Körper­schaften ihres Arbeitsgebietes Nachahmung finden wird, zumal verschiedene von den im Gange befindlichen Unternehmungen sich dem Abschluß nähern und den verbliebenen Kassenbestand auf­zehren werden. Nähere Auskunft hierüber und über geplante neue Publikationen wird der in Bälde erscheinende Jahres­bericht erteilen. Zum Schluß wies Herr Prof. Haupt da­rauf hin, daß die Kommission das erste Jahrzehnt ihres Bestehens vollendet habe und auf erfreuliche Resultate hin­weisen könne, wiewohl manche gleich zu Beginn in Angriff genommene Arbeiten noch nicht vollendet seien.

$3 Statistik. Im Monat Mai 1907 wurden in Hanau lebend geboren 70 Kinder, 42 Knaben und 28 Mädchen. Gestorben sind mit Ausschluß von 1 Tot­geborenen 49 Personen, 25 männlichen und 24 weiblichen

Geschlechts, darunter 10 Ortsfremde. Für unsere Stadt

selbst bleibe:

n 39 und es

kommen auf 1000

Einwohner und

aufs Jahr berechnet 14,4 Todesfälle.

Gestorben sind:

10

Kinder im

Alter von 01

Jahr

7

ff

ff ff 1 5

Jahren

4

ff ff

ff 5-10

ff

4

Personen

10-20

ff

5

ff ff

ff 20-30

ff

3

ff ff

ff 30-40

ff

3

ff ff

ff 40-50

ff

7

ff ff

50-60

ff

1

Person

ff 60-70

ff

4

Personen

ff f, 70-80

ff

1

Person

ff ff 80-90

ff

6 Kinder, i

iUe unter 2 Jahre alt, starben

an Masern und

zwar je eins aus dem

Fasanerieweg, v.

d. Kinzigbrücke,

Sternstraße, Langstraße, Glockenstraße und Mühlstraße, und 2 Kinder an Krämpfen. An Tuberkulosis starben 14 Perso­nen, darunter 4 hiesige und 5 ortsfremde Personen an Lungenschwindsucht, 3 Kinder an tuberkulöser Hirnhautent­zündung, ein Kind an tuberkulöser Wirbelentzündung und eine Person an akuter Miliartuberkulose. In 9 Fällen war der Tod nicht tuberkulöse Erkrankung der Atmungsorgane, in je 2 Fällen Krebsleiden, Schlaganfall und Herzerkrankung und in je 1 Fall akuter Magen-Darmkatarrh, Darmgeschwür, Darmverschluß, eingeklemmter Bruch, Nierenleiden, septische Nabelentzündung und Eitervergiftung. Nicht durch Krank­heit war der Tod in 5 Fällen bedingt: eine Person starb an Altersschwäche, 2 kleine Kinder an Lebensschwäche und 2 Personen beendeten ihr Leben durch Selbstmord.

Sanitätsrat Dr. Zeh.

* Freiftes^nochen. Am 29. Juni v. Js. erhielt der Kellner eines hiesigen Restaurateurs von derWirtin einKottelet als Abendbrot vorgesetzt, das verdorben gewesen sein soll und von deni Kellner deshalb zurückgewiesen wurde. Das Dienst­mädchen warf das Fleischstück in den Spüleimer, von wo es später der erwähnte Kellner herausfischte und am nächsten Morgen zur Polizei brächte. Anscheinend spielte hier auch ein Racheakt mit. Das Schöffengericht hielt s. Z. ein fahr­lässiges Inverkehrbringen verdorbener Nahrungsmittel für vorliegend und erkannte auf 100 Mk. Geldstrafe. Die Strafkammer sah die Fahrlässigkeit nicht in dem Vorsetzen des Kottelets an sich, da die Wirtin an jenem Abend selbst Kottelets, die von demselben Fleischstück stammten, also