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BezugSprettt

«trttiiShrüch 1,80 DL, monatlich 60 Pfg., für ai* »artig« Wormenten mit dem betreffenden PostaufschloA» Die einzelne Nummer kostet 10 Pf«.

MotatiouLdrnck und Verlag der Buchdrucker« d» oerrm.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanau.

Die füufzespLÜene Pentzeile oder deren Statt* Ä Pf^ im Nrflamenteil die Zelle Ä PkL»

es, Waisorhauft» in Hmu».

Erscheint täglich mit Ausnahme der Saun- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Sercordaor«. RüraUeur: V. Schrecker » Han«,

Nr. 127 F-ri>kprech<mschlub Nr. 605.

Amtliches.

Stadtkreis Fjanau. Bekanntmachung.

Die Weèdennuhitnst auf der in der Gemarkung KeffelftadL in der Nähe der Orangerie Philippsruhe ge­legenen, rund 2 Morgen großen Korbweidenanlage soll. am

Freitag den 7. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, im Geschäftszimmer der Stadthauptkasse, Rathaus Zimmer Nr. 4, auf die Dauer von 3 Jahren öffentlich verpachtet werden.

Hanau den 1. Juni 1907.

Stadhauptkaffe. 11819

Aus Ran au Stadt und Eand.

Hanau, 3. Juni.

* Prüfung der Quittungskarten. Sicherem Ver­nehmen nach findet in den nächsten Tagen in hiesiger Stadt eine außerordentliche Prüfung der Quittungskarten statt, welche von Bureaubeamten der Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau ausgeführt werden wird. Für Arbeitgeber, welche mit der Verwendung der fälligen Beitragsmarken noch im Rückstände sind, empfiehlt es sich daher, zur Vermeidung von Strafen und Weiterungen alsbald das Versäumte nach­zuholen. Auch empfehlen wir, die Quittungskarten in der nächsten Zeit bereit zu halten, damit dieselben auch bei etwaiger Abwesenheit des Arbeitgebers ober Versicherten von den Angehörigen und Beauftragten dem Kontrollbeamten als­bald vorgelegt und dadurch öftere Störungen und Zeitverluste für beide Teile vermieden werden können.

* Zum Scheidemünzveikshr. Vom Präsidium der Reichsbank wurden die Reichsbankanstalten aufgefordert, sich darüber zu äußern, ob im Scheidemünzverkehr ein Bedürfnis nach einer Zwischenstufe zwischen dem Zehnpfennig- und Fünfzigpfennig-Stück bestehe und ob insbesondere ein Fünf- Undzwanzigpfennig-Stück wünschenswert erscheine.

Sch. Aerbaudstag der ärztlichen Vereine. Im Konferenzzimmer der neuen Klinik zu Fulda tagten gestern die Vertreter des Verbandes der ärztlichen Vereine des Re­gierungsbezirks Cassel. In der Sitzung von 112 Uhr hielt der Landkrankenhaus-Direktor Herr Dr. Gunkel-Fulda einen wissenschaftlichen Vortrag über Hämorrhoiden und der Oberarzt im Fuldaer Landkrankenhause Herr Dr. Lingner einen solchen über Operationen, die am Schädel mit Erfolg vorgenommen wurden, und über Blutungen am Gehirn. Um 2 Uhr vereinigte ein Festmahl imKurfürsten" die Mediziner mit ihren Damen, und um 5 Uhr fuhr derKongreß" nach Bad Salzschlirf, um einer Einladung der dortigen Bade­verwaltung zu folgen. Einzelne Teilnehmer machen heute Noch einen Ausflug in die Rhön.

* Der Verein für hessische Geschichte und Landeskunde wird seine diesjährige Hauptversammlung Ende Juli oder Anfang August in Eschwege abhalten. In der Festordnung werden Ausflüge vorgesehen nach dem auf dem benachbarten Eichsielde gelegenen, geschichtlich denk­würdigen Wallfahrtsort Kloster Hilfensberg, sowie nach Schloß Wolfsbrunn, der neu erbauten prächtigen Besitzung des Kammerherrn von Keudell.

* Sparkassenverband. Der Vorstand des Spar­kassenverbandes für die Provinz Hessen-Nassau und das Fürstentum Waldeck hat den Sparkassen mitgeteilt, daß die diesjährige Hauptversammlung des Verbandes Mitte Sep­tember d. J. in Gersfeld stattfinden werde. Zur Auswahl und zur Vorbereitung der Gegenstände, welche auf die Tages­ordnung der Hauptversammlung zu setzen sind, wird Ende Juni d. I. eine Vorstandssitzuug einberufen werden. Mit der Hauptversammlung soll eine zwanglose Vorversammlung der Sparkassen-Beamten verbunden werden, der auch der Vorstand des Sparkassenverbandes beiwohnen wird, und in der insbesondere praktische Sparkassenfragen beraten werden sollen.

* Landeskreditkassen - Schuldverschreibungen. Wir machen auf die heutige Bekanntmachung der Landes­kreditkasse zu Cassel, betreffend die Ausgabe von 4prozentigen Schuldverschreibungen, bis 1914 unkündbar, zum Kurs von 100 pCt. besonders aufmerksam. Als sichere Kapitalanlage sind diese Papiere sehr zu empfehlen.

* Das große Los der preußischen Klassenlotterie, das, wie mitgeteilt, auf Nummer 200 355 gefallen ist, haben kleine Leute in Remscheid und Lennep gewonnen, denen dieser Goldregen wohl zu gönnen ist.

Montag den 3. Juni

* Verein der Gastwirte und Restaurateure von Stadt und Landkreis Hanau. Wie aus dem Inseratenteil unserer heutigen Kummer ersichtlich, findet morgen nachmittag in denDrei Rindern" eine Monats­versammlung mit wichtiger Tagesordnung statt.

* Eine Polizeihund-Prüfung veranstaltete gestern imKaiserhof" der hiesige Zweigverein des Vereins für deutsche Schäferhunde. Das eigenartige Unternehmen hatte eine immerhin beträchtlich zu nennende Zuschauerzahl an den Ori der Prüfung geführt. Herr Landrat und Polizeidircktor v. Beckerath wohnte der Veranstaltung ebenfalls bei, weiter waren dem Vernehmen nach zwei Polizeibeamte aus Paris anwesend, die sich von den auf fraglichem Gebiete erzielten Fortschritten überzeugen wollten. Zur Prüfung waren 15 Hunde gemeldet, darunter die bekanntesten Frank­furter Diensthunde, wie auch einige in Liebhaberhand be­findliche Hunde. Die Prüfung hatte sich nach dem Pro­gramm auf folgende Punkte zu erstrecken: a) Hereinkommen, Setzen, Legen, Leiuenführigkeit, freies Folgen am Fuß, Lautgeben auf Befehl, Schußfestigkeit, b) Ablegen frei, Ablegen bei einem dem Führer gehörenden Gegenstand 311m Bewachen, Springen über eine 1,20 Meter hohe Verplaukung und Neberwinden einer solchen in Höhe von 2 bis 2,50 Meter, Apportieren auch in Verbindung mit Springen, c. Verlorensuchen und Revieren in einer bestimmten Rich­tung, Verfolgen und Stellen eines markierten Verbrechers, Standlautgeben, d. Verteidigung des Führers, Fassen und Ablassen auf Befehl, e. Aufnehmen der frischen Spur eines Verdächtigen" oder Folgen auf der Blutspur, Verweisen, Verbellen oder Apportieren verdächtiger oder vergrabener Gegenstände, Ueberbringen von Meldungen, Reiten des Strohmannes aus dem Wasser. Zweifellos bot die Prüfung sowohl für den Kenner wie für den Laien interessante Punkte, denn es muß berücksichtigt werden, daß die Tiere in eine neue Umgebung gelangten und in dieser über ihre Fertigkeiten Zeugnis ablegen mußten. Der Angriff auf denVerbrecher" gelang in allen Fällen, von einem Hunde je nach dem Stande der Ausbildung in besserer oder geringerer Form als von den anderen. Für die Zuschauer am lohnendsten war die Wasserprobe in der Kinzig, bei der es sich um das Retten des Strohmannes aus dem Wasser handelte. Als Preisrichter fungierte Herr Ritt­meister a. D. von Stephanitz - Grafrath (Oberbayern).

* Vogelschutz. Ein Leser schreibt demHöchster Kreisblatt" : Unter vorstehender Spitzmarke klagt ein Land­wirt: Die Abnahme der Singvogel wird noch manchmal tief empfunden werden. Das stimmt, leider! Aber wer­trägt die Schuld? Nur die Landwirte selbst, resp, deren sog. Haus- und Hofkatzen, welche gerade jetzt, den jungen Sing­vögelchen nachstellen und solche in Menge morden. Man denke nur, daß ein Paar Meisen im Jahre ca. P/2 Zentner Insekten fressen. Was nützen aber die schönsten Nistkästen, wenn die Katzen stets im Garten und Felde herumschleichen? Die meisten Katzen fangen Mäuse nur zum Zeitvertreib, und obendrein recht wenig, manche auch überhaupt keine. Aber alle Katzen, welche die Vogelkost einmal genossen haben, sind für den Mausfang ganz untauglich geworden und keinen Schuß Pulver wert. Eine Dotzheimer automatische Falle ist jedenfalls besser, als zehn Katzen; aber leider sind die Leute zu bequem, diese famosen Fallen anzuschaffen oder danach zu sehen. Das zweite Uebel sind die Spatzen, welche überall die Singvögel verdrängen. Also Katzen und Spatzen unschädlich gemacht, und die Ernten werden schon anders werden. Eine kräftige Katzensteuer wäre gar nicht übel, jedenfalls schöner als die Fahrkartensteuer.

* Der Alkohol. Am Heumarkt wurde heute früh ein Mann blutüberströmt am Boden liegend vorgefunden. Er hatte sich in trunkenem Zustande das Gesicht anfgeschlagen.

* Ertrstttken. Freitag abend unternahmen vier Mit­glieder des RudervereinsHellas" in Offenbach eine Spazier­fahrt nach der Mainkur. Dort kehrten sie in einem Gast­hause ein und blieben längere Zeit. Auf dein Heimwege wurden sie von einem Gewitter überrascht. Das Boot ken­terte und die Insassen stürzten ins Wasser. Drei konnten sich durch Schwimmen retten, der vierte, der 38jährige Spenglermeister Karl Scheich, der nicht schwimmen konnte, ertrank. Scheich ist Vater von sieben Kindern. Die Leiche des Ertrunkenen wurde gestern früh geländet und bis zur- behördlichen Freigabe auf den Fechenheimer Friedhofe ver­bracht.

3 Jahre Zuchthaus. Der 1871 geborene Schreiner Johann Stärker erhielt vor einiger Zeit in Hanau wegen Diebstahls 1 Jahr 3 Monate Gefängnis. Am Samstag hatte er sich vor der Frankfurter Strafkammer zu verant­worten wegen Zechprellereien, die er sich im Dezember bei

Ferusprechauschluß Nr. 605. 190/

verschiedenen Wirten in Langen hat zu schulden kommen lassen, wegen einiger Fahrraddiebstähle und wegen Betrugs zum Nachteil eines Frankfurter Droschkenkutschers, von den: er sich spazieren fahren ließ, um dann ohne Bezahlung zu verduften. Einschließlich der ihm hier zudiktierten Strafe wurde auf insgesamt 3 Jahre Zuchthaus erkannt.

* Strafkammer. Vor der hiesigen Strafkamnier findet heute die erneute Verhandlung gegen den Lehrer S. hier statt, der sich sittliche Verfehlungen an Schulmädchen soll haben zu schulden kommen lassen, und zwar in seiner Eigenschaft als Lehrer. Es werden ihm 7 selbständige Hand­lungen zur Last gelegt. Die frühere Verhandlung endete bekanntlich mit der Ueberweisung des Angeklagten gemäß Antrag des Verteidigers an die Landesheilanstalt Marburg behufs sechswöchiger Untersuchung auf seinen Geisteszustand. Seit mehreren Wochen befindet sich S. wieder im Untersuchungs­gefängnis in Hanau. Zu der heutigen Verhandlung, die wahrscheinlich erst am Nachinittag zu Ende gehen dürfte, sind 47 Zeugen und 2 Sachverständige geladen.

* *

h. Fechenheim, 2. Juni. (Ertrunken. Fah» neu weihe.) Abermals ist ein Unglücksfall zu berichten, der diesmal die 6 Jahre alte H. Liesendahl von hier betraf, welche vom Ufer aus einen dort haltenden Kahn besteigen wollte. Der Kahn kippte um und die Kleine verschwand so­fort in den Fluten des Mains. Sie wurde zwar bald ge­landet, aber doch blieben alle Belebungsversuche ergebnislos. Die Fahnenweihe des hiesigen GesangvereinsEintracht" stand unter dem Zeichen des Regenschirms. 9hir wenige Vereine hatten sich zur Teilnahme eingefunden, sodaß der Festzug, der sich zum Teil auf dem Trottoir bewegte, einen wenig günstigen Verlauf nahm. Der einleitende Kommers, sowie die Hauptfeier nahmen in dem Festsaale immerhin einen recht hübschen Verlauf.

)!( Wittdeckeu, 2. Juni. (B e t r i e b s e r ö s f n u n g.) Die ge]tem erfolgte Inbetriebsetzung der Bahnstrecke Helden bergen Vilbel bildet ein bedeutendes Er­eignis, hat doch die Erbauung dieser Strecke einen seit Jahr­zehnten gehegten Wunsch der Bevölkerung von Wetterau und Vogelsberg zur endlichen Erfüllung gebracht. Die Bahn ist das letzte Bindeglied des schon in den 70er Jahren zwischen Vogelsberg, Wetterau und Frankfurt entlang dem Niddertal geplanten Schienengeleises, das jetzt von Lauterbach über Herbstein, Grebenhain, Gedern, Stockheim, Heldenbergen- Windecken, Büdesheim, Vilbel nach Frankfurt führt. Seit 35 Jahren beschäftigte man sich mit dem Projekt Vilbel- Stockheim und vor fast 2 Jahren konnte der Teil Stockheim- Heldenbergen eingeweiht werden, während der letzte Teil Vilbel-Heldenbergen-Wiudecken unter mancherlei Schwierig- keiten zu leiden hatte, sodaß fast S1^ Jahre an der nur 16,5 Kilometer langen Strecke gearbeitet werden mußte. Die Gelättdeschwierigkeiten waren allerdings durch die Höhenzüge des Vogelsbergs und die Windungen der Nidder nicht ge­ringe, mußten doch allein bei Windecken vier größere Brücken erbaut und bei Büdesheim sogar ein Tunnel gegraben wer­den. Stationen erhalten Heldenbergen, Windecken, Büdes­heim, Kilianstädten, Dorfelden, Gronau und Vilbel. Be- merkenswert ist, daß bei dem Bahnbau drei Baufirmen in Konkurs gerieten. Viel bemängelt wird von der Bevölkerung der Fahrplan, der nur je vier Züge vorsieht und schlechten Anschluß an die Strecken Hanau-Friedberg, Heldenbergen- Gedern und Maiumeserbahn vorsieht. Die Gemeinden wollen sich deshalb beschwerdeführend an die zuständige Behörde wenden, um einen besseren Fahrplan und je fünf Züge täg­lich zu erwirken. Die Bahn ist für die zahlreiche Arbeiter­bevölkerung uub für die Landwirtschaft von gleich großer Bedeutung.

() Hochstadt, 2. Juni. (Goldene Hochzeit.) Heute feierte der hiesige Ortsbürger und Ackermann Peter Seipel und seine Ehefrau Anna Maria, geb. Fischer, das seltene Fest bef goldenen Hochzeit. Jni Nachmittagsgottes­dienste gedachte bereits die Gemeinde des Jubelpaares in herzlicher Fürbitte. Nach demselben begab sich unser Seel­sorger mit dem Presbyterium in die Wohnung des Jubel­paares, um dort eine Feier im Kreise der Familie abzu­halten und ein Geschenk des Kircheuvorstandes zu überreichen. Die Eheleute, von denen der Ehemann 75 und die Ehefrau 70 Jahre alt ist, sind noch ziemlich rüstige Leute, die ihres Berufes noch eifrig warten.

>t Wachenbucheu, 3. Juni. (Radfahrerfest.) Unser RadfahrerklubGermania" beging gestern das Fest der Bannerweihe. Zur Teilnahme an demselben und dem damit verbundenen Preiskorsofahren waren eine größere Anzahl non Vereinen geladen, von denen trotz der Ungunst der Witterung der größere Teil erschienen war, so daß sich ein, recht leb-