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GMfiaaldnlck unb Verlag der Vuchdruckerei tat Mata, a, Waisenhäuser in H«um-

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Saun- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Oie füufgespaveu« Petüzell« »der der« Rau» 80 P^ fae 3tefla »enteil die Zal« Ä Pfg.

6etattt®»rtL Redakteur: 6. Schrecker » H««^

Ne. 126 Ferusprechaufchluß Nr. 605»

Samstag den 1. Juni

Aerusprechauschlus; Nr. 605» 190/

Die heMNomer MM auner li.llnterhMnBstN

16 Seiten.

Hierzu

Amtliche Beilage Nr. 11."

sutitiws.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung

Am Mittwoch den 12. Juni dS. Js findet im Deutschen Reiche auf Grund des Reichsgesetzes vom 25. März ds. Js. eine Berufs- und Betriebs­zählung statt.

Zur Ausführung derselben sind 200 Zähler er forderlich

Da das Amt eines Zählers ein Ehrenamt ist und weder aus Reichs- noch Staatskaffen Mittel für die Zählung zur Verfügung stehen, werden alle diejenigen, welche bereit sind, dies Ehrenamt zu übernehmen, gebeten, dies beim städtischen Melde­amte persönlich oder schriftlich anzuzeigen.

Hanau den 31. Mai 1907.

Der Magistrat

Hild 11751

Bekanntmachung.

Die diesjährige Heu- und Grummeternte auf den der Stadt tzcmau gehörenden in der Gemarkung Dörnigheim beim Wasserturm liegenden Wiesenflächen soll Dienstag den 4. Jmti, nachm. iP/a Uhr, au Ort unb Stelle meistbietend versteigert werden. Die Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben.

Hanau, den 1. Juni 1907.

Wasserwerks-Direktion.

J. V.: Heppenheimer. 11759

Bekanntmachung.

Der am 3. April 1879 geborene stud. ehern. Otto Korff von Hanau ist durch Beschluß des unterzeichneten Gerichts vom 22. Mai 1907 wegen Verschwendung e n t- m ü n d i g t worden.

Hanau den 23. Mai 1907.

__ Königliches Amtsgericht 2. 11671

Wiesen-Verpachtlmg.

Mittwoch den 5. Juni v. Js., morgens ^ Uhr, soll die Grasnuhttttg auf der ca. 6 ha großen Wiesen­fläche des Distrikts 16Große Horst" in 18 Parzellen von je 22 bis 43 ar Größe (und zwar Sommer- und Herbst-Ernte) an die Meistbietenden an Ort und Stelle versteigert werden.

Auf Wunsch werden auch je 2 Parzellen zusammen aus- geboten.

Forsthaus Neuhof den 31. Mai 1907. 11737

Kgl Oberförsterei Hanau.

Gefundene und verlorene Geaenstönde re.

G e f u'u den: 1 unechtes Perlen-Kinderarmband, 1 Kneifer mit Nickeleinfassung, 2 Paar Kinderschuhe, 1 grünes Lederhandtäschchen mit etwas Inhalt und verschiedenen be» schriebenen Zetteln, 1 blauer Arbeitskittel, 1 unechtes Ketten­armband mit 2 Anhängern.

Verloren: 1 schwarzes Portemonnaie mit 4 Mk., 1 Zwanzigmarkstück, 1 kleine Brillantnadel, 1 Zehnmarkstück. Hanau den 1. Juni 1907.

Hus Ban au Stadt und Cand.

Hanau, 1. Juni.

* Die Aufnahme einer Anleihe von 300 000 Mk. Sei der Frhr. v. Stummschen Vermögensverwaltung hat nach derHau.Ztg." die Stadtverordnetenversammlungen nicht­öffentlicher Sitzung beschlossen. Die Anleihe wird mit 4,08 Proz. verzinst und mit P/a Proz. amortisiert.

* Die Teuerungszulage für die Unterbeamten. Dem Abgeordnetenhause ist nun der Nachtragsetat mit der Teurungszulage von 100 Mk. für die Unterbeamten für das laufende Jahr zugegaugew Dafür werden 11 Millionen

Mark erforderlich. Da drei Millionen bereits im Etat als Verstärkung des Unterstützungsfonds bewilligt sind, bleiben noch acht Millionen zu genehmigen. In der Erläuterung heißt es: Für 1908 ist in Aussicht genommen, neben einer Neuregelung der Bestimmungen über die Gewährung des Wohnungsgeldzuschusses die Gehälter der Beamten, insbe­sondere der mittleren und unteren Beamten, zusammenfassend anderweit zu ordnen. Bei der großen Mannigfaltigkeit der in Betracht kommenden Kategorien von mittleren Beamten erfordert eine solche organische und für längere Zeit befrie­digende Regelung umfangreiche Vorarbeiten. Dagegen ist bei den Unterbeamten einerseits die Vielfältigkeit der historisch gewordenen Klassen nicht so groß wie bei den mittleren Be­amten, anderseits ist bei ihnen das Bedürfnis einer möglichst baldigen Aufbesserung der Bezüge besonders dringlich. Es erscheint deshalb geboten, den Unterbeamten alsbald schon für 1907 eine antizipierte Gehaltsaufbesserung durch Gewährung einer einmaligen Beihülfe von je 100 Mk. zuteil werden zu lassen. Mit letzterer sollen alle Unterbeamten bedacht werden, die sich am 1. Juni d. I. im Staatsdienste befunden haben. Dabei würde denjenigen Unterbeamten, die bereits durch den Etat für 1907 eine Besoldungsaufbesserung erfahren haben, diese auf die jetzt beabsichtigte Beihülfe von 100 Mk. in An­rechnung zu bringen sein. Den Unterbeamten bei der könig­lichen Seehandlung (preußischen Staatsbank), der preußischen Zentralgenossenschaftskasse und den Kanalbaudirektionen ist ebenfalls die Beihülfe von 100 Mk. zu gewähren.

* Der Haupttreffer der Preußischen Klaffen- Loiterie im Betrage von 500 000 Mk. fiel in der gestrigen Nachmittags-Ziehung auf Nr. 200 355.

* Die Feuerwehr gegen die Raupen. Am Mitt­woch früh um G Uhr rückte in Frankfurt die Feuerwache der Burgstraße mit der Dampfspritze nach dem Biegwald aus, der von der Raupenplage heimaesucht ist. Die Wehr setzte an Hydranten zwei Stahlrohre an und ging an die Säube­rung der Bäume von den Raupen mit dem Abspritzen bis zum Abend energisch vor.

§ Vollendetes Niesenprojekt für Oberheffen. Vor 21/? Jahren wurde in dem idyllischen Lauterbachtal nahe dem Dorfe Lauter bei Grünberg seitens des Staates mit der Erbauung eines staatlichen Wasserwerks für Bad-Nauheim begonnen. Die Messungen und Bohrungen ergaben eine solche Wassermenge, daß der Staat beschloß, ein großes Gruppenwasserwerk für die Orte der oberen und mittleren Wetterau bis Friedberg und Assenbcim herzustellen. Nach Berechnungen wurde sestgestellt, daß das Quellgebiet für 29 Orte ausreiche. Bis jetzt haben sich nur 1820 ange­schlossen, darunter Friedberg, Bad-Nauheim, Lauter, Münster, Ober-Bessingen, Nonnenroth, Röthges, Villingen, Treisher- loff, Dorheim, Wölfersheim, Schwalheim, Berstadt, Mel­bach, Södel, Assenheim, Reichelsheim, Ossenheim, Bauern- Heim und Florstadt. Mit anderen Orten schweben noch Ver­handlungen. Die gefundene Wassermenge, die anfänglich nur 5500 Kubikmeter pro Tag betrug, stieg jetzt auf nahe­zu 8000 Kubikmeter. Da die Regierung den Leitungsbetrieb äußerst billig Herstellen konnte geschieht doch die Wasser­zufuhr ohne jeglichen Dampfbetrieb und ohne Maschinen allein durch natürliches Gefäll so war das Angebot für die Orte äußerst günstig. Der Kubikmeter (ca. 100 Eimer) kostet je nach Lage rund 8 Pfennig, womit die Forderung des Staates zugleich verzinst und amortisiert wird. Der An­kauf der Quellen kostete ca. 70 000 Mk., die Quellen an der Bingmühle ca. 52 000 Mk., an der Tröllermühle ca. 15 000 Mk., wozu noch einige kleinere Käufe kommen. Es sind drei große Sammelbrunnen und eine Brunnenkammer angelegt worden. Um die Quellen gegen Tägwasser bei Gewitter rc. zu schützen, wirb gegenwärtig noch ein 300 Meter langer Flutgraben angelegt, der betoniert, gepflastert und asphaltiert ist. Die durchs Tal führende Sickerrohr­leitung ist 800 Meter lang. Die Rohrlegung von Lauter bis Bad-Nauheim erfolgt größtenteils entlang der Kreisstraße; die Straße ist 37 Kilometer lang; die Arbeiten wurden in neun Losen ausgeführt. In 14 Tagen ist der Rohrstrang, an dem jetzt noch bei Hungen gearbeitet wird, vollendet, so­daß dann die Spülung und Reinigung des Nohrstrangs er­folgen kann. Hierzu sind ca. 20 Abzweigungen auf der ganzen Strecke vorgesehen. Die Spülung wird ca. 14 Tage in Anspruch nehmen und dann erfolgt etwa am 1. Juli d i e Inbetriebsetzung des ganzen Werkes. Von dein Hauptrohrstrang ist bei Berstadt eine Abzweigung nach den Orten Echzell, Reichelsheim usw. vorgesehen. Für den staat­lichen Betrieb in Bad-Nauheim ist auf dem Goldstein ein 1800 Kubikmeter fassender Hochbehälter erbaut wor­den, der 35 000 Mk. kostet. Die Gesamtanlage des staat­lichen Wasserwerks einschließlich Eeländeerwcrb unb Entschä­

digung der Mühlen- und Triebwerkbesitzer wird rund 2 Millionen betragen.

* Polizeihunde - Prüfung. Auf die morgen im Kaiserhof" stattsindende Polizeihünde-Prüfung seien hiermit nochmals alle Polizeibeamten und Hundeliebhaber aufmerksam gemacht. Eine stattliche Anzahl deutscher Schäferhunde, meh­rere Airedale-Terriers und ein Wolfsbastard (Kreuzung au4 deutschem Schäferhund und Wölfin) werden im Wettbewerb unter einander ihre Brauchbarkeit und Zuverlässigkeit als Gehilfen und Verteidiger ihrer Führer zeigen. Da bei schlechtem Wetter die beiden Hallen des Kaiserhofes genügend Raum für Zuschauer bieten, kann die Veranstaltung bei jeder Witterung stattfinden. In den Zigarrenhandlungen Coll- manu, Hammerstraße, Fritz, Vorstadt, Salzmann, Krämerstraße und imKaiserhof", sind bis Sonntag vor­mittag Karten zu Vorverkaufspreisen zu haben.

* Bon den Apotheken ist morgen nachmittag von 29 Uhr die Engel-Apotheke geöffnet.

* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab, findet zu Wilhelmsbad großes Militär-Konzert der Kapelle des Inf.-Regts. Heffsn-Homburg Nr. 166 statt.

* Eine Ansammlung von Paffanten entstand gestern vor einem Hotel, hervorgerufen durch Zwistigkeiten zwischen bem Hotelbesitzer und seinem Oberkellner. Der Oberkellner hatte feine Entlassung erhalten, sich jedoch ge­weigert, vor dem Verlassen des Hotels abzurechnen, so daß der Hotelbesitzer polizeiliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.

* Groben Unfug verübte gestern auf dem Meßplatze ein Mann, der sich dann auch noch der Polizei widersetzte und daraufhin festgenommen werden mußte.

* Sehenswürdigkeiten.Museum der Wetteraui- scheu Gesellschaft" (Alisrädrer Schloß, eine Stiege hoch)7 Ge­öffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis */sl Uhr. Kindern ohne Begleitung. Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet.Museum des Hanauer Geschichtsvereins" (Ältstädter Rathaus, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Festtagen vormittags von 1112l/s Uhr. Kinder unter 12 Jahren haben keinen Zutritt.

Das Hahnenkammhaus ist täglich geöffnet.

* Marnwafferwärme gestern abend 16 Grad.

* Der Kinematograph auf dem Meßplaye (Direkwr H. Hirdt) übt weiter seine Zugkraft aus, fast jede Vorstel­lung ist ausverkauft, ein sicherer Beweis dafür, daß man von der Vorzüglichkeit des Gebotenen in weiten Kreisen voll überzeugt ist. Somit kommen beide Teile, Unternehmer wie Publikum, auf ihre Rechnung, was immerhin recht er­freulich ist.

Hanau 93 Hanan Victoria. Traditionell hat das Zusammentreffen unserer zwei besten Hanauer Mann­schaften stets das größte Interesse hervorgerufen. Die Tüch­tigkeit der 93er ist bekannt, ebenso die glanzenden Resultate der Victoria über auswärtige Klubs. Wenn auch die bis­herigen regelmäßigen Siege der 93er auf eine Ueberlegenheit hindeuten, so stellte Victoria doch jedesnial einen tapferen Gegner, der einen spannenden Kampf lieferte. Es steht dem- nach lammenden Sonntag auf dem Sportplatzzur schönen Aussicht" ein interessanter Fußballwettkampf zwischen ge­nannten Mannschaften bevor. Das Spiel der 3. Maiiii- schaften beginnt um halb 3 Uhr, das der 1. um 4V« Uhr nachmittags.

* Auch ein Jubiläum. Am 1. Juni sind es 25 Jahre, daß der Bote H o f nach Frankfurt fährt unb die Aufträge seiner Kundschaft zur größten Zufriedenheit besorgt.

* Eine reizende Wachsfigureugruppe wirb gegen-' «artig im Schaufenster des bekannten Vertreters der Pfaff- Nähmaschinen W. Schnack Söhne, Nürnbergerstraße 22, ausgestellt. In lebensgroßen Gestalten sieht man dort ein liebliches Mädchen in der kleidsamen Gutacher Tracht an einer Pfaff-Nähmaschine beschäftigt, während eine junge Frau in der malerischen Tracht des Kinzigtales ihr aufmerffam zuschant. Offenbar ist es die Tante' aus Haslach, die zu Besuch nach Gutach gekommen ist und die gelungene Näh­arbeit der blop^bezopftett Nichte in freudiger Bewunderung betrachtet. Die Kleine selbst, die in ihren weißen Puffärmeln allerliebst aussieht, blickt lächelnd nieder, zufrieden, eine so praktische neue Nähmaschine 31t besitzen, und stolz, nun so hübsche Sachen darauf berftellen zu können. Wer das schöne Psaff'sche Gutach-Plakat von Kunstmaler Fritz Reiß kennt, hat den Eindruck, als seien die oont Künstler geschaffenen Gestalten plötzlich zu warmem Leben erwacht und vom Pla­kate herabgestiegen, um sich unter die Menschen zu mischen. Unwillkürlich glaubt der Beschauer, die beiden Schwarzwäl­derinnen müßten im nächsten Augenblick ben Mund zum Sprechen öffnen, so täuschend ist die künstlerisch vollendete Nachbildung. Die Kostüme, welche besonders unsere Bauten interessieren dürften, sind durchaus echt. Der schwere Kopf­putz und das bimtfeibene Brusttuch, die grüne Schürze und der rote altmobifcbe Schirm der Frau, der weite schwarze