Bezugspreis?
WsrieijLhrlèch 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für au»« rätige Abonnenten mit dem betrefsmden Postaufscht«-.
Vi« einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
MotstionLdruck unb Verlag der Buchdrucker«! 5x8 «reis, ca. Waisenhauses tu Hanau.
Nl. 111 K««nsprecha»schl»N Nr. 605
Amtliches.
Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.
Städtisches Wannen- nnd Brausebad.
Bangertstratze 2 (Eingang: Große Dechaneistraße).
Eröffnung am 21. Mai 1907.
Geöffnet für Männer: Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag von 2—8 Uhr nachmittags,
Sonntag von 8—12 Uhr vormittags.
Geöffnet für Frauen:
Dienstag und Freitag von 2—8 Uhr nachmittags.
' Preise der Bäder:
Brausebad mit Wäsche 10
Wannenbad mit Wäsche 25 Wannenbad ohne Wäsche 20 Hanau den 11. Mai 1907.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus.
Wr
ff
ff
10411
Bekanntmachung
Im 2. Obergeschoß des Hauses Brückenstraße
2/4 ist
eine 2-Zimmerwohnung mit Zubehör vom 1. Juli d. Js. ab zu vermieten.
Mietgesuche sind beim Stadtsekretariat anzubringen.
Hanau den 8. Mai 1907.
Der Magistrat.
10409
Hus Ranau Stadt und Eand.
Hanan, 14. Mai.
* Postansweistkarten. Für den inneren deutschen Verkehr besteht die Einrichtung der Postausiveiskarten, die dazu bestimmt ist, beim Empfange von Postsendungen Weiterungen zu vermeiden, und auf die wir bei Beginn der Reisezeit besonders aufmerksam machen möchten. Die Karten dienen als vollgültiger Ausweis an den Postschaltern wie auch gegenüber dem Postbestellpersonal. Bei der Abtragung von Postanweisungen sowie von Wert- und Einschreibsendungen an einen dem bestellenden Boten unbekannten Empfänger, der sich durch Vorlegung einer Postausweiskarte ausweisen kann, bedarf es daher der sonst vorgeschriebenen Bürgschaftsleistung durch den Gastwirt oder eine andere bekannte Person nicht. Die Postausweiskarten haben eine Photographie, eine kurze Personalbeschreibung und die eigenhändige Unterschrift des Inhabers zu enthalten. Für ihre Ausstellung ist eine Schreibgebühr von 50 Pfg. zu entrichten. Anträge auf Ausstellung sind an diejenige Postanstalt, welcher die Wohnung des Antragsstellers zugeteilt ist, persönlich unter Vorlegung einer unaufgezogenen, nicht zu dunklen Photographie in Visitformat zu richten. Der Post- anstalt unbekannte Personen haben sich durch eine andere Person oder in sonst zuverlässiger Art auszuweisen. Postausweiskarten sind ein Jahr, oom Tage der Ausstellung ab gerechnet, gültig. Postausweiskarten, während deren Gültigkeitsdauer im Aussehen des Inhabers solche Aenderungen eintreten, daß die Photographie oder die Personalbeschreibung nicht mehr zutreffen, müssen schon vor Ablauf der Frist erneuert werden.
* Verliehen. Dem Hilfsbahnsteigschaffner Karl Leise gang in Fechenheim wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.
Eisenbahn - Personalien. Versetzt wurde Gütervorsteher Kirchner von Hanau nach Leipzig. — Die Prüfung hat bestanden . zum Eisenbahnassistenten: Weichensteller Salzbrunn in Heldenbcrgen-Windecken; zum Lokomotivführer: die Lokomotivheizer Schößler und Hartmann in Hanau.
* Bibelstnnde. Heute abend 8^2 Uhr findet Bibel- stande im evangel. Vereinshause statt, gehalten von Herrn Pfarrer Fuchs.
* Hauskranken- und Armenpflege. Die von dem hiesigen D i a k 0 n i s s e n h e i m vor bald Jahresfrist in der Langstraße 66 eingerichtete Station für H a u s k r a n k e n- u n d Armenpflege bei den Gemeindegliedern der hiesigen evangelischen Gemeinden (Allstadt und Neustadt) erfreut sich immermehr allgemeiner Inanspruchnahme, Teilnahme und Förderung. Bekanntlich ist diese Diakonissenstation — zur Zeit mit 3 Schwestern besetzt —
General-Asztiger
AMilhts Orgss für Stadt- und Landkreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Ssnn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Dienstag den 14. Mai
eingerichtet worden, weil erfahrungsmäßig den in erster Linie mit der Pflege der Kranken im Heim beschäftigten Schwestern nicht genügend Zeit blieb, um sich den Hauskranken und deren Pflege so anzunehmen, wie es notwendig war. Als ein erfreuliches Zeichen der Würdigung und Anerkennung dieser im Interesse der Hauskranken getroffenen neuen Einrichtung des Diakonissenheims darf wohl die Tatsache angesehen werden, daß allmählig immer weitere Kreise unserer Bevölkerung beginnen, gerade für diesen Zweig der Arbeit besondere Zuwendungen der Station selbst wie auch den Gemeindeschwestern für ihre Kranken und Armen zu machen. So ist es auch dankbarst begrüßt worden, daß der hiesige Frauen verein dieser Station für Gemeindepflege in der Langstraße in diesen Tagen eine Zuwendung im Betrage von 200 Mk. gemacht hat, und knüpft man hieran die Hoffnung und Erwartung, daß immer weitere Kreise diesem schönen Beispiele folgen und so die Station in der Langstraße sich allmälig selbst erhält und keine allzu großen Ansprüche mehr an die Kasse des Diakonissenheims machen muß. Hier in der Langstraße 66 haben auch der Jungfrauenverein, ein Flickabend, und ein neu begründeter Mütterverein (ca. 60 Mitglieder) unter der Leitung der Schwestern ihr Heim gefunden.
* Empfang der siebente» Großmacht in Mannheim. Während dreier Tage sind den Männern der Presse, die von nah und fern einer Einladung Mannheims gefolgt waren, in der Ausstellungsstadt zahlreiche Ehrungen zuteil geworden. Die Bürgermeister Mannheims hießen die Gäste herzlich willkommen und zollten ihrer anstrengenden und verantwortungsreichen Tätigkeit warme Worte, die den Schriftstellern im Dienste der Tagespresse außerordentlich wohl taten. Herr Oberbürgermeister Beck gab in seinen Bc- grüßungsworten und auch später zu verstehen, daß der Erfolg der Ausstellung von dem Maße der Sympathien abhängt, die ihr von den Redaktionen entgegengebracht wird. Herr Bürgermeister Ritter, der mit eiserner Energie und unermüdlicher Tatkraft die ganze ungeheure Arbeit leitet, die die Ausstellung erfordert, stellte fest, daß es ohne die Presse nicht gegangen wäre, und daß es auch in Zukunft ohne sie nicht gehen wird, um die fortschreitende Entwicklung des Gemeinwesens zu sichern. Den Begrüßungsansprachen reihten sich viele andere an, auswärtige Kollegen erwiderten, und bei dem reichen Mahle flossen die Stunden im gemütlichen Beisammensein schnell dahin. Herr Bürgermeister Ritter, der während des ganzen Tages für das Behagen seiner Gäste und Mitarbeiter umsichtig besorgt war, rief ihnen am Schluffe ein fröhliches „Auf Wiedersehen!" zu, und die Vertreter der siebenten Großmacht nahmen Abschied von Mannheim mit der Gewißheit, daß es der Stadtverwaltung nicht gleichgültig ist, sich die Sympathien der Journalisten erworben zu haben.
* Techniker-Verein. Da der hiesige Techniker-Verein in jüngster Zeit einen ansehnlichen Zuwachs an Mitgliedern erfahren hat, welche in den Nachbarorten ihren Wohnsitz haben, so wurde in der letzten Hauptversammlung beschlossen, diesem Umstande Rechnung zu tragen und die Nebenver- sammlungen in den Sommermonaten dieses Jahres in Groß- Auheim abzuhalten. Die nächste derartige, hauptsächlich der Geselligkeit dienende Versammlung findet am Mittwoch den 15. Mai, im „Löwen" in Gr.-Auheim statt. Derselben wird ein Besuch des v. Arnim'schen Eisenwerk „Marienhütte" vorangehen und somit das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden werden. Bei beiden Veranstaltungen sind Freunde des Vereins, sowie Techniker, welche dem Verein bisher noch fernstehen, gern gesehene Gäste. — Die geschäftlichen Hauptversammlungen finden wie immer am ersten Donnerstag eines jeden Monats int Vereinslokal „Restaurant Ratskeller" statt.
W. Ein Bombenattentat in Offenbach. Gestern nacht um 10 Uhr 20 Minuten platzte auf der Polizeiwache im Hofe des Stadthauses zu Offenbach eine aus dem Ende einer starken Eisenröhre gefertigte Bombe. Das dicke Sand- steingcsimse ist an der Explosionsstelle völlig zersprengt, der Fußboden ist total zerstört, der Verputz der Mauer ist stark beschädigt. Zahlreiche Sprengstncke flogen in die Wachtstube, die Trümmer auf den Hof, weitere Fensterscheiben zerschmetternd und das dicke Drahtgeflecht durchlöchernd. In der Decke sind tiefe Löcher. Auch sonst sind zahlreiche Spuren der umhergeflogenen Sprengstückc bemerkbar. Von den Beamten, von denen glücklicherweise im Augenblick der Explosion keiner nahe am Fenster war, wurde niemand verletzt. Ueber den Täter fehlt bis jetzt noch jede Spur.
* ViehMarkt. Morgen Mittwoch den 15. Mai findet dahier Zucht- und Fettvieh-Markt statt.
EiurückuugSgeSLge ,
Cie füafgekpalteue Petttzeil« oder deren ÄM» 90 tj^, im StellamoUeil die Zeile SS Pfz.
Geravt»—rü. Redakteur: S. Schrecket ra H««.
Fernsprechanschlntz Nr. 605. 190 <
Jg. Gewitter und Blitzschlag. Ein sich gestern abend im Maintale entladendes Gewitter hat besonders in unserem Nachbarorte Groß-Auheim verheerend gewirkt und
schweren Schaden angerichtet. Etwa gegen 10 Uhr schlug ein Blitzstrahl in den Lagerraum der Zigarrenfabrik Aug. Philips u. Söhne und im Nu stand das große Gebäude in Flammen. In den dort lagernden leicht brennbaren Gegenständen, wie Zigarrenkistchen, Packkisten, fertigen Zigarren rc. fanden die Flammen reiche Nahrung, wodurch sich das Feuer auch rasch auf die große Bereif- und Packstube übertrug. Auch die unteren Räume, in denen sich ein großes Bureau befindet, hatte das gefräßige Element bald erreicht. Die Räume brannten bis auf die Umfassungsmauern aus. Die freiwillige Feuerwehr Großauheims war schnell zur Stelle und arbeitete mit Energie und Geschick, um das Feuer auf seinen Herd zu beschränken, sodaß es gelang, die Gefahr der Weiterausdehnung des Feuers auf die Nachbarhäuser zu verhindern. Eine Abteilung des Hanauer Steigerkorps erschien ebenfalls an der Brandstätte, ebenso war Herr Landrat von Beckerath aus Hanau anwesend. Der Schaden - ist selbstverständlich ein beträchtlicher, da die großen Lagervorräte verbrannt sind.
* Feueralarm. In der vergangenen Nacht nach 12 Uhr ertönte Feueralarm, jedoch machte sich ein Eingreifen der Feuerwehr nicht erforderlich. Der in der Wolfsgasfe 12 wohnende Taglöhner G. war kurz vorher nach Hause gekommen und hatte die Lampe auf den Ofen gestellt, wobei einige Kleidungsstücke in Brand gerieten. Die Frau des G., die das Zimmer nicht betreten wollte, teilte auf der Straße ihre Befürchtungen über die drohende Feuersgefahr mit, woraus der Alarm erfolgte.
* Die drei Eisheiligen. Die „drei gestrengen Herren" Mamertus, Pankratius und Servatius, die Tage vom 11., 12. und 13. Mai, machten es diesmal gnädig. Sie taten gerade das Gegenteil von dem, was man sonst von ihnen befürchtet, denn anstatt einen Kälterückschlag, brachten sie nur sommerliche Hitze und Gewitter.
* Atpenvereètt. Von den festlichen Veranstaltmrgen des hiesigen Alpenvereins wird das letzte Winterfest bei den Teilnehmern desselben noch in guter Erinnerung sein und jetzt, wo nach langem Warten es endlich Frühling geworden ist, plant dieser Verein einen Familienausflug am Sonntag den 26. d. M. nach Büdingen, dessen reizende Lage ihm den Namen des oberhesstchen Nizza verdankt. Der Rückweg erfolgt zu Fuß durch den herrlichen Büdinger Wald über Breitenborn nach Gelnhausen, wo in dem Saale der „Hoffnung" nach einem gemeinschaftlichen Essen noch der tanzlustigen Jugend Rechnung getragen wird. Da vormittags nur nach 9 Uhr ein Zug von Gelnhausen nach Büdingen geht, so ist cs nötig, schon um 7.34 von hier abzufahren; wem das nicht möglich ist, kann den Zug 11.37 benutzen und unter Weglaffen von Büdingen mit den früher aufgebrochenen Teilnehmern im Get-tenbacher Tal an der großen Buche oder aber weiter in Breitenborn zusammentreffen. Hoffentlich findet der Vorschlag des Vergnügungs-Ausschusses allgemeinen Beifall und ist die Liste zur Teilnahme bereits im Umlauf. Freunde, durch Mitglieder eingeführt, sind wilD kommen.
Tin tierisches. Wie alljährlich im Monat Mai hat die Turngemeinde ihren Turnbetrieb ins Freie verlegt und beginnen die Uebungen der Jugendabteilung 1 Stunde früher, während für die Männer-, Frauen- und Kinderabteilungen die gleichen Turnzeiten beibehalten werden. Durch Miete eines Spielplatzes in Größe von 7000 Ouadrater kann nunmehr auch das Turnspiel in erhöhterem Maße gepflegt werden wie seither. Derselbe befindet sich am Ende der ' Jahnstraße beim Uebergang der Friedberger Bahn.
Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet zu Wilhelmsbad großes Militär-Konzert der Kapelle des Inf.-Negts. Heffen-Hombnrg Nr. 166 statt.
* Mainwafferwärme gestern abend 14 Grad.
* Kellerfest ans der schönen Aussicht. Wie aus dem Annoncenteil ersichtlich findet heute Dienstag von 8 Uhr- abends an großes Kellerfest auf der schönen Aussicht mit Einweihung des neuen Musiktrmpels statt, worauf wir hiermit nochmals Hinweisen.
* Der ^èeichsverband gegen die Sozialdemokratie hielt am Sonntag, den 12. Mai, im Museum zu M a r b u r g eine zahlreich besuchte Versammlung seiner Mitglieder aus der Provinz Hessen-Nassau und dem Fürstentum Waldeck ab.