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General-Anzeiger

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Amtliches

für Stadt- und Landkreis Sanas

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Nr. 89 Fernsprechattschlnff Nr. 605

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Amtliches.

Landkreis Banau.

Bekmtmgchmgeil des Sänisli^n 8ani)rat8amti.

Der Metzgermeister Julius Goldschmidt in Langenselbold beabsichtigt auf seinem Grundstück Karten­blatt 67 Nr. 119/61 Brandversicherungsnummer 15 a am Steinborn ein Schlachthaus zu errichten.

Einwendungen gegen die geplante Anlage, zu welcher Beschreibungen und Zeichnungen im Bureau des Kreisaus­schusses hier offen liegen, sind innerhalb 2 Wochen mündlich oder schriftlich in zweifacher Ausfertigung beim Unterzeichneten anzubringen, später eingehende Einsprüche werden nicht berücksichtigt.

Zur Erörterung der rechtzeitig eingegangenen Einsprüche wird Termin auf

Samstag den 4. Mai 1907, vormittags 10 Nhr, in das Bureau des Kreisausschusses (Kreishaus) anbe­raumt. Zu diesem Termin werden die Interessenten mit dem Bemerken geladen, daß im Falle ihres Nichterscheinens gleich­wohl mit der Erörterung der etwa erhobenen Einsprüche vor­gegangen werden wird.

Hanau den 15. April 1907.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses. A1773 v. Beckerath.

8462

Stadtkreis Banau. Bekanntmachung.

Der von den städtischen Körperschaften durch Beschlüsse

September 1906 ^m,Hl£ Bauftuchtl.nien- Plan für die Nnßallee Strecke Frankfurtertor bis Evangelisches Vereinshaus wird gemäß § 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 vom 18. d. Mts. an 4 Wochen lang im Rathause Zimmer Nr. 21 während der Geschäfts­stunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.

Einwendungen gegen den Plan sind während dieses Zeit­raumes schriftlich oder mündlich bei uns anzubringen.

Hanau den 12. April 1907.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus.

8442

Hus Ban au Stadt und Tand.

Hanau, 17. April.

* Passiert. In zwei Sonderzügen passierten heute morgen Se. Maj. der Kaiser und Ihre Maj. die Kaiserin auf der Fahrt nach Homburg v. d. H. die hiesige Station.

* Musterung. Donnerstag den 18. April: Musterung der Militärpflichtigen der Stadt Hanau, welche im Jahre 1886 geboren sind und deren Familiennamen mit den Buch­staben A bis einschl. Z. beginnen.

* Personalien. Zum Oberstleutnant befördert wurde Major Schraub beim Stabe des Jnf.-Regts. Nr. 135 (bisher in Hanau). Lt. Schellenberg von der Unter­offizier-Vorschule in Jülich wurde in das Jnf.-Regt. Hessen- Homburg Nr. 166 versetzt.

* Ueber die Kanalisierung des Mains von Offenbach bis Aschaffenburg ist zwischen der preußischen, bayerischen, badischen und hessischen Regierung ein Ueberein­kommen getroffen worden. Der bereits bekannte Wortlaut dieses Vertrags, der 14 Artikel umfaßt, wird im großherzog- sich hessischen Regierungsblatt bekannt gegeben.

* Wer hat die BraWeuer zn bezahlen? Der Gastwirt Roßbach in Bockenheim hatte mit der Brauerei Jung einen Bierlieferungsvertag abgeschlossen, wonach sich die Brauerei verpflichtete, dem Wirt das Bier zu 18 Mark das Hektoliter oder zu dem jeweils üblichen Preis zu liefern. Als der Bierkrieg ausbrach und das Bier teurer wurde, be­rechnete auch die Brauerei Jung dem Wirt ein Mehr, das 80 Pfennige für das Hektoliter betrug. Da der Wirt augen­blicklich ohne Bier gewesen wäre, bezahlte er den geforderten Mehrbetrag, verklagte aber nachmals die Brauerei, weil er sein Geld zurückhaben wollte, denn er glaubte nach dem Ver­trag nicht verpflichtet zu sein, mehr, als vereinbart, bezahlen zu müssen. Durch den Prozeß sollte festgestellt werden, ob er, der Wirt, verpflichtet sei, die Brausteuer Don 80 Pfennig für hundert Liter zu zahlen. Als Sachverständiger wurde der Direktor der Germania-Brauerei in Wiesbaden ver­nommen. Er führte unter anderem aus: Die Brausteuer beträgt nach meiner Berechnung ungefähr 80 Pfennige pro

Mittwoch den 17. April

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Hektoliter. Diese Last ist eine ständige und Schwankungen | November v. I. wegen Wilddieberei und Widerstande« von nicht unterworfen. Es kommt dann ferner in Betracht, daß ^" K''-N"" föti-nt-F^, b«a m>^<-» lN.l^ni« new

seit 1. April 1906 erhöhte Einfuhrzölle auf die Rohprodukte Hopfen, Gerste, Malz in Kraft getreten sind. Diese Belastungen sind je nach dem Ausfall und der Güte der in­ländischen Ernte schwankend. Immerhin kann diese Be­lastung mit in die Kalkulaiion des Preises gezogen werden, weil sie nie ganz verschwindet. Seit der Zeit des Abschlusses des vorliegenden Vertrages (31. März 1898) bis 1. August 1906 sind bei den Arbeitslöhnen erhebliche Erhöhungen er­folgt. Ich möchte auf diese Erhöhung und Mehrbelastung des Braugewerbes weniger Gewicht legen, da auf der anderen Seite durch Verbesserungen der Technik auch vielfache Er- sparniffc eingetreten sind, die diese Erhöhungen wieder wett­zumachen geeignet sind. Meine Ansicht ist die, daß die von dem Beklagten im vorliegenden Fall geforderte Bierpreis­erhöhung von 80 Pfennigen pro Hektoliter nicht als un­billig zu bezeichnen ist, vielmehr den oben angeführten Ver­hältnissen in maßvoller Weise Rechnung trägt. Auf Befragen des Vertreters des Klägers, wie er sich erkläre, daß dienen entstandene Genossenschaftsbrauerei ihr Bier für 16 Mark pro Hektoliter abgeben könne unter Rückvergütung von einer Mark im ersten und von zwei Mark im zweiten Jahr, er­klärte der Sachverständige, daß er darüber nur sein Erstaunen aus'prechen könne.Einen derartigen Preis bei den jetzt bestehenden Verhältnissen vermag ich mir nicht zu erklären." Auf Grund dieses Gutachtens wies die Zivilkammer des Frankfurter Landgerichts die Klage ab. In der Begründung heißt es, daß im Gesetz sein Wort davon stehe, daß die Brauereien die Brausteuer nicht auf die Konsumenten ab­wälzen können. (Jnt.-Bl)

* Die Dchweinefferschpreise. Die Korrespondenz der Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen meldet:Während noch vor kurzer Zeit die Händler und Metzger in allen Zeitungen lebhaft über den Mangel an Schweinen klagten, kommen nunmehr aus allen Teilen des Landes immer größere Klagen der Landwirte über die Un­verkäuflichkeit der Schweine. Erwiesenermaßen finden zur Zeit fette Schweine vielfach keine Abnehmer. Durch das starke Angebot von schlachtreifen Tieren sanken die Preise sehr stark, sodaß sie meist um 30 Prozent niediger als vor Weih­nachten waren". In Berliner Blättern lesen wir: Auf den niedrigsten Stand seit Jahren waren Samstag auf dem städtischen Viehhof die Preise für Schweinefleisch gelangt. Es wurde die beste Ware mit 49 Pf. und die weniger gute. Qualität mit 43 Pfg. das Pfund notiert. Der Auf­trieb ist jetzt außergewöhnlich groß und betrug etwa 30.000 Stück.

V Der Traum in der Sylvefternacht und der Mord am AschaffenburgerBüchelberg". Diese seltsame Konstellation steht neuerdings im linksmainischen Bezirke im Vordergründe des Tagesgesprächs. Um die Neu­jahrszeit schlich sich nämlich in die süßen Träume des Bäckers A. W. in unserer Nachbargemeinde KleiwAuheim das Schreckensbild von der grausigen Ermordung der Telephonistin Josephine Haas amBüchelberge" bei Aschaffenburg und laut bekannte sich der Träumer als der schon seit etwa 4 Jahren vergeblich gesuchte Mörder. Der merkwürdige Traum wurde belauscht, mit den nötigen Details ausgeschmückt und sehr rasch von der geschäftigen Fama zuungunsten des Träumers ausgenützt. Anonyme Denunziationen bei den Staatsanwalt- schaften in Darmstadt und Aschaffenburg führten zu polizei­lichen Recherchierungen und zu Untersuchungen gegen den durchaus unbescholtenen Träumer, der dadurch hart an die Schwelle des Untersuchungsgefängnisses gebracht wurde. Die Vernehmung von etwa zwei Dutzend Zeugen in Aschaffen­burg re. ergab indessen absolut keine Belastungsmomente gegen den schwer gekränkten Mann; vielmehr wurde dessen voll­ständige Unschuld an dem Morde klipp und klar erwiesen. Dagegen wurde als Traumdeuterin die Ehefrau des Arbeiters Z. in Klein-Auheim ermittelt, gegen welche seitens des Bäckers A. W. dann alsbald eine Beleidigungsklage angestrengt wurde. Das Seligenstädter Schöffengericht verurteilte die­selbe kürzlich in eine erhebliche Geldstrafe, nebst Urteilspubli- kationsbefugnis unb zu den insgesamt auf annähernd 700 Mark taxierten Kosten des Verfahrens. Beide Parteien waren durch Rechtsanwälte aus Seligenstadt und Dieburg vertreten. ; W. will sich übrigens das laute Träumen allmählich abge- wöhnkn.

L- Reichsgericht. Die gegen das freisprecheude Er­kenntnis des letzten Schwurgerichts in Sachen der Meineids- antlage gegen den Landwirt Joseph Hahner in Elters eingelegte Revision wurde gestern vom Reichsgericht v e r - w o rj e n. Gleichfalls verworfen wurde die Revision des Auszügers Georg Schüßler in Altengronau, der am 19. I

^ernsprechanschlust Nr. 605. 1907

«

der hiesigen Strafkammer zu sechs Monaten Gefängnis ver­urteilt wurde. Er wurde vom Förster M. auf dem Anstand betroffen und weigerte sich dann hartnäckig, den Rucksack, in dem der Beamte Jagdbeute vermutete, diesem einzuhändigen.

* Hanauer Kriegerverein. Im Anschluß an die heute abend statlfindende Monatsversammlung wird Herr Oberleutnant Schwartz einen Vortrag über seine Reise-Erleb­nisse in Deutsch-Südwest- und Ost-Afrika halten. Außerdem Bücher-Umtausch.

* Wolzogen-Konzert. Wir verweisen unsere Leser nochmals auf die aparte und eigenartige Veranstaltung der Frau von Wolzogen, die morgen Donnerstag abend statt­finden wird. Die Künstlerin wirkt durch ihre Persönlichkeit und ihre Kunst so anziehend, daß es sich um ihretwillen allein schon lohnt, das in Frage stehende Konzert zu be­suchen. Ob sie alte deutsche Lieder singt, ob sie französische Chansons, Bergerettes und Pastourelles vorträgt, ob Heiteres aus Heimat und Fremde den Inhalt ihres Gesanges auS- macht, immer schöpft sie mit ihrer ganzen künstlerischen Persönlichkeit aus der Seele des Liedes. So ist denn auch gewöhnlich das Publikum am Ende des Konzertes in heller I Begeisterung und verlangt Zuxabe über Zugabe. Eintritts­billetts sind noch zu haben.

* Hanptversammtnng des Tnrn- n» Fecht- ?lnb. Am 9. April hielt der Turn- u. Fechtklub seine diesjährige Hauptversammlung ab, welche von den Mit­gliedern zahlreich besucht war. Die Tagesordnung umfaßte | folgende Punkte: 1. Jahresbericht, 2. Kaffenbericht, 3. Be­richt der Kassenprüfer und Entlastung des Vorstandes, 4. Haushaltungsplan für 1907/08, 5. Neuwahl des Vorsitzenden und des Vorstandes, 6. Wahl der Kassenprüfer, 7. Mehr­forderung der Turngemeinde, 8. Stellungnahme zu dem An­trag des Turnvereins Kesselstadt auf dem Maingauturntag, 9. Mitteilungen und Verschiedenes. Den Jahresbericht er­stattete der Vorsitzende in gewohnter Weise und entnehmen wir demselben kurz folgendes: Der Turn- und Fechtklub, gegründet 1869, blickt auf eine 37jährige Tätigkeit zurück. Atts kleinen Anfängen heraus, mit manchen Schwierigkeiten kämpfend, hat sich der Verein im Laufe der Zeit eine achtung­gebietende Stellung erworben. Das abgelaufene Vereinsjahr war, entgegen den früheren, reich an Arbeit und Mühen. Dafür hatte man aber auch die Genugtuung, daß beide reichlich belohnt wurden. Wir lassen die einzelnen Begeben­heiten, die erwähnenswert erscheinen, in der Reihenfolge, wie sie sich zugetragen haben, hier folgen: Am Karfreitag 1906 wurde eine Turnfahrt nach dem Otzberg und Breuberg unternommen, die vom schönen Wetter begünstigt war und an der sich 43 Turner beteiligten. Am 1. Osterfeiertage 1906 fand das 25jährige Vereinsjubiläum der hiesigen Turngesellschaft statt. Derselben wurde als Geschenk 25 Paar Keulen überreicht. Das Lamboyfest wurde in der seitherigen Weise begangen. Das Maingauturnfest wurde am 1. und 2. Juli in Klein-Steinheim abgehalten. An dem Wett- : turnen beteiligten sich mit Rücksicht auf die Vorbereitungen zum Kreisturnfest nur 3 Turner, von denen einer als Sieger hervorging. Im Mittelpunkt des vergangenen Vereinsjahres stand das 28. Mittelrheinische Kreisturnfest, das vom 9. bis 15. Juli in unseren Mauern abgehalten wurde. An den Vorbereitungen zu demselben hat der Turn- und Fechtklub in hervorragender Weise mitgewirkt ; denn seine Mitglieder waren in dem Hauptausschuß sowie in den Einzelausschüssen zum Teil in leitender Stellung vertreten. In turnerischer Beziehung hat der Verein schöne Erfolge zu verzeichnen. Seine Vereinsriege sowie seine Musterriege im Fechten er­rangen an 7. Stelle eine Auszeichnung 1. Klasse, während beim Wettfechten 6 Turner als Sieger hervorgingen. Die Darbietungen der Frauenabteilung, bestehend in Kugelstab­übungen und Fahnenschwing n, sowie die Vorführungen der Turner, Pyramiden an Leitern und Pferden, fanden den ungeteilten Beifall der hiesigen und auswärtigen Festbesucher. Am 25. Juli veranstalteten einige ältere Mitglieder zu Ehren der Sieger einen Kommers. Das Stiftungsfest wurde am 30. September durch einen Familienabend auf derSchönen Aussicht" begangen, dem am Freitag abend ein Wetturnen der jüngeren Turner an drei Geräten und in drei volks­tümlichen Uebungen vorausging. Am 10. November fand in derCentralhalle" die Abendunterhaltung statt, der am 23. Februar im gleichen Lokal ein Maskenball folgte. Beide Festlichkeiten erfreuten sich eines zahlreichen Besuches und nahmen den besten Verlauf. Die diesjährige Karfreitags- turnfahrt, welche von Dettingen über Hörstein, Hahnen­kamm, Johannesberg nach Aschaffenburg führte, war nur schwach besucht. Der Turnbetrieb hat auch in diesem Jahre einen erfreulichen Aufschwung genommen und zeigt bei der Jugendabteilung 1000 Besuche mehr gegen das Vor­jahr. Die geschäftlichen Angelegenheiten des Vereins wurden