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und Knötchen können in sämtlichen Teilen der Lunge zugegen | fein. Sie sind zuerst grau, durchscheinend, werden später i in der Mitte und schließlich vollkommen gelb und trübe; in den verkästen Herden können sich Kalksalze ablagern. Die | gleichen Knötchen und Knoten werden in den Bronchiak- drüsen angetroffen. In den veränderten Sden find Tuberkelbazillen nachzuweisen. Die Lungentuberkulose ist mithin > durch das Auftreten von Knötchen und Knoten im Langen- gewebe und in den Bronchial drüsen sowie durch den Befund । Son Tuberkelbazillen von der Schweinsseuche zu unterscheiden, ।
Lungenentzündung infolge Aufsaugung f v o n Fremdkörpern.
Infolge Aufsaugung von Fremdkörpern entstandene i Lumzenentziindunqen sind in der Regel einseitig und fuhren 5 zum brandigen Zerfall der entzündeten Teile. In den ent- J »üudeten Herden sind zahlreiche Bakterien der verschiedensten f Art. insbesondere Streptokokken. Staphylokokken und Kali- bakterien nachzuweisen. =
Die durch Aufnahme von Fremdköl-pern verursachte Lungenentzündung ist durch das meist einseitige Auftreten. ! durch die Neigung zum brandigen Zerfall und dadurch von der Schioeineseuche unterscheidbar, daß sie nicht ansteckend ist. sondern nur gelegentlich bei einem Tier eines Bestandes । austritt.
d) Lungenentzündungen im Anschluß an Wundinfektionen.
Im Anschluß an Wundinfektionen, insbesondere nach Kastrations- und Bißwunden, können sich durch Verschleppung ; der Infektionserreger auf dem Wege zur Blutbahn (metasta- ? tisch) Lungenentzünditngen und Brustfellentzündungen entwickeln. Hierbei treten im Lungengewebe kugeliche oder keilförmige Herde auf, die sich fest anfühlen, zuerst rot sind, dann grau oder graugelb werden. Die Herde können erweichen und von einer bindegewebigen Kapsel umgeben werden. Die über den veränderten Teilen gelegenen Brustfell- abschnitte können die Merkmale der fibrinösen Entzündung zeigen. Außerdem wird im Anschluß an Wundinfektionen âuch eine diffuse fibrinöse Entzündung des Brustfells be- ■ obachtet.
Bei der bakteriologischen Untersuchung findet man in den durch Metastasen entstandenen Lungen- und Brustfellentzündungen gewöhnlich Streptokokken oder Staphylokokken | oder den Bacillus pyogenes, ausnahmsweise auch das Bac- l terium coli commune. Diese Bakterien sind in den durch Metastasen hervorgerufenen Entzündungsherden in großer Zahl, häufig wie in Reinkultur, anzntreffen.
Die metastatischen Lungenentzündungen find, wie schon erwähnt, nicht von einem Tier auf das andere übertragbar. Sie treten gewöhnlich vereinzelt in einem Bestand auf und werden nur gelegentlich gehäuft beobachtet, wenn durch eine Operation, wie die Kastration, bei einer größeren Zahl von Tieren eine Eingangspforte für die Wundinsektionserreger geschaffen wird.
Die metastatischen Lungen- und Brustfellentzündungen des Schweines sind mithin durch die Form und Verteilung der Entzündungsherde, durch den bakteriologischen Befund and durch den nicht ansteckenden Charakter festzustellen.
e) Atelektatische Herde.
Gelegentlich haben auch luftleere Stellen (atelektatische Herde) in den Lungen gefallener oder geschlachteter Schweine zur Verwechslung mit Schweinsseuche geführt. Die atelek- ! tatischen Herde sind auch fest ähnlich'wie entzündete Teile der Lunge, aber blaurot oder braunrot und eingesimken. Die zu den atelaktischen Herden führenden Huftröhrenäfte Hub mit Absonderungsprodukten der Schleimhaut verstopft. Ferner sind bei dem Vorhandensein ateleklatischer Stellen in der Lunge die Bronchialdrüsen nicht angsschwollen. Bei genauem Untersuchung ist mithin die Lungenalelektase unschwer als solche zu erkennen, hierzu sammt, daß bei der Lungsnatelek- trrse erhebliche allgemeine Veränderungen fehlen.
Die Schioeineseuche unterscheidet sich von sämtlichen gelaunten Lungenkrankheiten an den lebenden Tieren durch ihre Ansteckungsiähigkeit, an getöteten oder gefallenen durch die Art und den Sitz der anatomischen Veränderungen den Lungen, ferner durch den bakteriologischen Befund
Anlage 2.
Gememfustlfche Bekshkung fibev den Rstkrms Ser Schweine.
Wesen.
Der Wotfauf der Schweine ist eine ansteckende, mit erheblicher Störung des Allgemeinbefindens verlausende, durch den Notlaufbazillus verursachte Erkrankung der Schweine.
Der Ansteckuugsstvff wird von den Tieren mit dem Futter (Getränk) oder auch gelegentlich beim Wühlen in Schmutz und Unrat ausgenommen. Der Ansteckungsstoff wird von den kranken Tieren hauptsächlich mit, bem Kote ausgeschieden und gelangt so in die Ställe, Dungstäiten und Höfe. An feuchten Stellen, z. B. im feuchten Erdboden, in Jauch a innen und Pfützen kann sich der Ansteckuugsstoff lange Zeit erhalten und weiterentwickeln. Durch Kälte wird er nicht unschädlich gemacht. Durch Wärme w rd sein Gedeihen befördert. Deshalb tritt die Notlaufseuche besonders in der warmen Jahreszeit aus.
Merkmale an den lebenden Tieren.
Die Aufnahme des Ansteckungsstoffes deS Rotlaufs hat nicht die sofortige Erkrankung der Tiere zur Folge. Es ver- geht vielmehr eine bestimmte Zeit (Inkubationszeit), bevor offenfichtliche Krantheitserscheinungen hervortreten. Die Irr- kubationszeit ist verschieden, beträgt aber meist zwei bis drei Tage. Nach dieser Zeit zeigen die Tiere hohes Fieber mit erhöhter Temperatur der Haut, Verlust der Munterkeit und des Appelits; sie liegen viel, verkriechen sich in der Streu und zeigen nach dem Austreiben einen schwankenden Gang.
Nach kurzer Zeit treten in der Haut, besonders an der inneren Fläche der Hinterschenkel, an den Geschlechtsteilen, unter dem Bauche, der Brust und bem Halse, zuweilen auch auf dem Nacken, dem Würfen und an den Ohren, rote Flecke ans. Die Wotmrbung der Haut breitet sich schnell aus und nimmt an Stärke zu, so daß die Tiere bei vorgeschrittener Krankheit an der unteren Fläche des Körpers hip'errot bis blaurot erscheinen. Die Krankheit endet bei den meisten Tieren in kurzer Zeit mit dem Tode.
Gutartig ist der Krankheitsverlauf bei einer Abart des Notlaufs, den Backsteinblattern (Neffelftsber, Fleckrotlauf, Masern, Knotenrose). Hierbei äußert sich die Erkrankung in rundlichen ober eckigen, beetartig über die gesunde Haut er« ha denen, roten bis blauroten Flecken in der Haut. Störungen des Allgemeinbefindens, wie sonst beim Rotlau', pflegen bei den Backstsinblatlern nur im Anfang der Erkrankung zugegen zu sein.
Bei den Tieren, d-e den Rotlauf überstanden haben, entwickelt sich zuweilen als Rach'rankheit eine mit fortschreitender Abmagerung und Anschwellung der Gelenke verbundene Steilheit; in anderen Fällen zeigen sich bei ihnen durch Herzfehler bedingte Erkrankungen.
Merkmale a n den toten Tieren.
Bei gestorbenen, getöteten oder geschlachteten rotlanf- kranken Schweinen findet man neben der Verfärbung der Haut eine mehr ober weniger hochgradige Entzündung der Magen-Darmfch'eimhaut, Schwellung und blaurote Färbung der Milz, Schwellung und Rötung der Gekröslymphdrüsen, Schwellung der Leber und eine meist mit Blutung verbundene Entzündung der Nieren.
Bei den Backsteinblattern sind die Weränberungen in der Regel auf die erkrankten Haupipartien beschränkt.
A n z e i g e p f l i ch t.
Wenn ein Schwein unter den angegebenen Erscheinungen erkrankt, so liegt der Verdacht des Rotlaufs vor. Von dem Rotlaufverdacht ist der Ortspolizeibehörde Anzeige zu erstatten, worauf amtlich festgestellt wird, ob der Verdacht be» gründet ist oder nicht.
V e r h ü t u n g d e § R o t l a u f s.
pur Verhütung des Rotlaufs ist eine saubere, möglichst trockene Haltung der Schweine in Ställen mit festem Fuß» hoben erforderlich. Auch empfiehlt es sich, von Zeit zu Zeit, ^ne gründliche Reinigung der Ställe unter Anwendung von DssunertiouZmitteln vorzunehmen.
Einen fast sicheren Schutz gegen den Rotlauf gewährt ditz Schutzimpfung.
In häufig von dem Rotlauf betroffenen Orten empfiehlt es ach, regelmäßig alle Schweine der Schutzimpfung zu unterwerfen. Wo der Rotlauf selten ist, kann von einer regelmäßigen Imvfung aller Schweine abgesehen luei'beât.