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|t e»tcti»nlbr*d unb Verlag der Buchdrucker« de» meix. ct, Waifrshaufe» m H«um.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die Ko/zespalitne Petüzeile oder deren Aasn SO, « Aeklamenteil die Zeil« 35 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: G. Tchrecke» » Hauss.

Nk. 76 Fernsprechanschltttz Nr. 605.

Dicnstaa dcil 2. April

^ernsprechattschluf; Nr. 605. 1907

A,»tlich-S.

I Stadtkreis F)anau.

Nachdem durch das Gesetz betr. die Erweiterung des Stadtkreises Hanau vom 27. v. M. (veröffentlicht in der am 30. v. M. ausgegebenen Nr. 10 der Preußischen Gesetz­sammlung) die Landgemeinde Kesselstadt mit der Stadt Hanau vereinigt worden ist, habe ich die Polizeiverwaltung in dem Stadtteil Kesselstadt übernommen. Die Zuständigkeit des Unterzeichneten umfaßt alle Zweige der Polizeiverwaltung mit Ausnahme der durch das Regulativ vom 7. Januar 1895 dem Herrn Oberbürgermeister übertragenen Zweige, nämlich der Marktpolizei, der Gesindepolizei, der Schulpolizei, der Baupolizei und der Feldpolizei, sowie des Melde­wesens.

Die bisherigen Polizeierökutivbeamten der Gemeinde KeffelstaLt (Polizeidiener und Nachtwächter) bleiben vorläufig als Hilssbeamte der Königlichen Polizeidirektion in ihrer Tätigkeit; sie führen neben den bisherigen Dienstabzeichen

eine schriftliche Legitimation mit der Unterschrift des Unter- jeichncteu bei sich.

Der bisherige Bürgermeister, Hr. Geibel, ist bisauf weiteres bereit, Anträge polizeilicher Art von Einwohnern

des Ortsteils Kesselstadt entgegenzunehmen und Anfragen }it beantworten.

Hanau den 2, April 1907.

Der Königliche komm. Polizeidirektor,

v. Beckerath,

Königlicher Landrat.

Eandkreis F)anau.

Bekllmitmchmüei! des Königliche« Lmdrntönmtd.

Der Kreisausschuß des Landkreises Hanau hat auf Grund des § 2, 4 der Landgemeinde-Ordnung vom 4. August 1897 mit Zustimmung der beteiligten Grundbesitzer die Um- hemeinduug der folgenden Grundstücksparzellen beschlossen:

1. Karte 17 Nr. 25/1 = 4,20 ar Holzung an der Hoch­städterstraße, wird vom Gemeindebezirk Kesselstadt ab­getrennt undmit dem Gutsbezirk Wilhelmsbad ver­einigt,

Feuilleton

III. BMkirchMnzttt des MmeokirchenW

Es ist erfreulich, daß die hiesigen Kirchenchöre bestrebt f find, den weniger Bemittelten Gelegenheit zu geben, gute Kirchenmusik für einen äußerst geringen Betrag zu hören. Derartige Konzerte j i n b ein vorzügliches B i l du n g s m i t 1 e l des Geschmacks und geben dazu manchem, der jahrelang nicht von Gottes Wort berührt wurde, Gelegenheit, dasselbe wenigstens in musikalischem Gewände auf sich wirken zu lassen.

Die altehrwürdige Marienkirche war am Karfreitagabend gut besucht. Der Kirchenchor und die Mitwirkenden setzten ihr ganzes Können ein, und so gestaltete sich dies Kirchen­konzert zu einem der Bedeutung des Tages würdigen Gottes­dienst. Der Marienkirchenchor betätigte sich dabei durch sieben ('horsätze, die ausnahmslos zu wohlgelungenem Vortrag kamen. Die Reihe derselben eröffnete der dreistimmige Frauen­chorSieh', das i st Go t t es Lamm", von H. Boenicke. Die gute Deklamation, die schöne Tonbildung und das vollendete Zusammenklingen der einzelnen Stimmen legten Zeugnis davon ab, daß einer so vollendeten Wiedergabe ein eingehendes Studium vorausgegangen war. Noch mehr ließ j dies der ChoralO Welt sieh' hier dein Leben" snach der Melodie:Innsbruck, ich muß dich lassen") von H. Isaak erkennen. Die Komposition stammt aus der Zeit der Blüte des Kontrapunktes und erfuhr trotz ihrer Schwierig­keit eine mustergültigeWiedergabe. Die schwierigste (Vorleistung des Abends war wohl I. S. Bachs Bearbeitung * des ChoralsG i b dich zufrieden und sei st i l l e." Der Reichtum der Harmonieen, verbunden mit blühender Figuration, zahlreichen Verzierungen und charakteristischen Stimmführungen gelangte zu wirkungsvoller Wiedergabe.

2. Karte 17 Nr. 27/8 = 4,20 ar Acker, die Plantagen­äcker, wird vom Gutsbezirk Wilhelmbad abgetrennt und mit dem Gemeindebezirk Kesselstadt vereinigt.

Hanau den 28. März 1907.

Der Kreisausschuß:

J A 91r. 1448 v. Beckerath.

An der evangelischen Volksschnle in Langenselbold ist alsbald eine Lehrersielle zu besetzen.

Das Grundgehalt der Sielle beträgt 1200 Mk., der Einheitssatz der Alterszulagen 180 Mk. und die Mietsmt- schädigung 300 Mk.

Bewerber wollen ihre Gesuche und Zeugnisse innerhalb 8 Tagen an den Königlichen Orts- und Kreisschulinspektor, Herrn Pfarrer Hufnagel in Langenselbold, einreichen.

Hanau den 26. März 1907.

Der Königliche Schulvorstand.

V 2197 v. Beckerath.

Der Gemeinderechner Jakob Traudt in Rückingen ist zum Bürgermeister gewählt und bestätigt worden. Hanau den 30. März 1907.

Der Königliche Landrat.

A 1475 v. Beckerath.

Stadtkreis Ranau.

Sitzung der Stadtverordneten- Bersammlnnn

am Freitag den 5. April 1907,

, nachmittags 5 Uhr.

Tagesordnung:

1. Verpflichtung des Beigeordneten Hild.

2. Wahl des Bürgermeisters Geibel zum Bezirks« orsteber unb des Gemeindcrechners Benz zum Stellvertreter für den Gemeindebezirk Hanau-Kesselstadt.

3. Wahl eines Mitgliedes des Finanzausschusses an Stelle des ausgeschiedenen Stadtverordneten Negierungsrat Dr. Wenke.

Hanau den 2. April 1907.

Der Stadtvcrordncten-Vorsteher.

I. V.: Schroeter. 7052

Oberrealschule zu Hanau.

I. Aufnahmeprüfung: Montag den 8. April, vor­mittags 8 Uhr.

Hierauf machte der Chor die andächtig lauschende Ge­meinde mit einer hier noch niemals gehörten Komposition MergnersS e i m i r t a u s e n d m a l ge grüßet", be­kannt. Diese zart duftende Blüte der Mergner'schen Muse zeigte sich als wohlgelungene Vertonung des P. Gerhardt- schen Textes und würbe vom Chor stimmungsvoll wieder­gegeben. Don mächtiger Wirkung war der ChoralC h r i st ist erstanden". Die Enistehungszeit dieser in dem Dorischen Kirchenton stehenden Melodie fällt in das 12. Jahrhundert. Wenn auch unser modernes Ohr nicht mehr an die herben Klänge der alten Kirchentöne geivöhnt ist, so machte doch diese alte Melodie mit ihrer unverwüstlichen Kraft einen tiefgehenden Eindruck. Der ChoralW e n n ich einmal soll scheide n" in Bach's unübertrefflicher Bearbeitung undLiebe, die für mich gestorbe n" (nach dem Ave verum Corpus) von Mozart kamen bei schö­nem Vortrag voll zur Geltung.

Ueberblicken wir nochmals kurz die Leistungen des Chores, so muß denselben uneingeschränktes Lob zner- ka uu t werden. Man sieht, daß ein tüchtiger Leiter mit reichem Können, innerer Begeisterun g und rastloser Arbeit die Aufführung vorbereitet hat.

Als Solisten waren tätig Frl. Schlichter aus Wies­baden (Alt), Frau E. Wohlfahrt (Sopran) und Herr Organist P a u I st i ch von hier. Frl. Schlichter sang die ArieEr ward verschmähet" von Händel und drei Lieder:DerMarrer hin sich Christus g a b" von Borchers,Jesu Wunden" von A. Becker undMit Christus" von A. Winterberger. Die Dame verfügt über eine schöne Altstimme, die namentlich in den tieferen Lagen eine bedeutende Fülle besitzt. Sie entledigte sich ihrer Auf­gabe mit Geschick, doch hätten wir ihren Vorträgen hin und wieder etwas mehr Wärme gewünscht.

Frau E. Wohlfahrt, unsere geschätzte einheimische Sängerin, erfreute die dankbaren Zuhörer durch drei Arien: Sei stille dem Herrn" von Mendelssohn,Ich

II. Aufnahme der für Vorschulklasse 3 angemeldeten Schüler: Montag dell 8. April, vorm. 10 Uhr, in dem Schulhause Gärtnerstraße Nr. 67.

III. Beginn des Unterrichts: Dienstag den 9. April, Vorm 8 Uhr

Hanau den 30. März 1907.

Der Direktor der Oberrealschule.

Dr. Schmidt. 6984

Bekanntmachung.

Einstellung von Dreijährig-Freiwilligen für das III, Teebataillon in Tsingtau (China)

Einstellung: Oktober 1907, Ausreise nach Tsingtau : Januar 1908, Heimreise: Frühjahr 1910. Bedingungen: Mindestens 1,65 Meter groß, kräftig, vor dem 1. Oktober 1888 geboren (jüngere Leute nur bei besonders guter körper­licher Entwickelung). Dauhandwerker (Maurer, Zimmer­leute, Dachdecker, Tischler, Glaser, Töpfer, Maler, Klempner u. s. w.) und andere Handwerker (Schuster, Schneider, Gärtner usw.) bevorzugt.

In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täg­lich 0,50 Mark Teuerungszulage gewährt.

Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beifügung eines Meldescheins zum freiwilligen Diensteintritt zu richten an Kommando des III. Stammseebataillons, Wilhelmshaven.

Hus Ban au Stadt und Eand.

Hanau, 2. April.

* Ostern« Das Osterfest, das Fest der Freude, der Auferstehung, liegt hinter uns. Frühlingssonnenschein war uns beichieden, der nach Genügen der kirchlichen Pflichten den Bewohnern Anlaß gab, hinauszuwandern in die herr­liche Gotteswelt, sich zu freuen über das erhabene Geheimnis, die schöpferische Kraft der aufs neue erwachenden Natur, über die Auferstehung der Erde.

* Eingemeindung. Vom Ministerium des Innern wird heute das Gesetz betr. Erweiterung des Stadtkreises Hanau (Eingemeindung Kesselstadts) amtlich publiziert.

* Kontvollveefammlung. Mittwoch den 3. April, vormittags 9 Uhr in Enkheim (Hof der neuen Schule): Sämtliche Mannschaften von Gronau, Gronauerhof, Nieder­dorfelden und Dottenfelderhof; vormittags 11 Uhr: die Ersatz- Reservisten von Bergen-Enkheim der Jahresklassen 1894 bis 1906; nachmittags U/s Uhr: die Reservisten aller Waffen von Bergen-Enkheim der Jahresklassen 1899 bis 1906; nach- mittags 3 Uhr: die Wehrleute I aller Waffen von Bergew Enkheim der Jahresklassen 1894 bis 1898.

weiß, daß mein Erlöser lebet" undEr weidest seine Herde" von Händel. Bei der vortreff lichen Schulung der schönen, in allen Lagen ausgeglichenen Stimme und bei dem vollständigen Aufgehen im Inhalt des Textes gelangen auch alle Darbietungen so vollkommen, daß darnber nur eine Stimme des Lobes laut wurde. Hoffent­lich haben wir noch oft Gelegenheit, die geschätzte Sängerin zu hören.

Die Begleitung der Gesänge ruhte in den Rauben deß Herrn Organisten P a u l st i ch , welcher diese in meisten hafter Weise, wohldurchdacht und technisch sicher ausführte. Die Ausübung seiner Kunst im Dienst- der Volksbildung und sein treues Mitarbeiten an der Hebung des Kircheugesangvereins gereicht dem bescheidenen Meister zur hohen Ehre. Ueber seine besonderen kunstvollen Vor­träge, welche wie immer aufs gewissenhafteste ausgesucht waren und von denen der 1. den Zuhörer in die" rechte Stimmung versetzen |oUte, der 2. gedankenvermittelnd einge- fügt war, und der 3. am Schluffe des Konzerts zum Lobe und Dank des erhabenen Schöpfers und liebenden Vaters ausklang, sei zur Einführung in das Verständnis derselbe'' folgende Aufklärung gegeben:

I. E in L ä m ml èin geht (Mel.: An Wasserstüssen Babylons), die zweite Bearbeitung dieses Chorals von I. Dach. Ler Cantus firmus im Tenor, bringt nach und nad) alle Choralzeilen. Als Begleitung dienen die zwei ersten Choralzeilen, die im Sopran und Alt mannig­fach verziert immer wiederkehren und als Motiv aufzufassen slno. Ler Daß bewegt sich in charakteristischen Tonschritten um. bringt zuweilen Anklänge an den Choral. Ein sehr kunstvoll geschriebenes und daher nur dem Musikkenner voll verftändliches Meisterwerk fomrapmiftijdjer Schreibweise «J. o. Dachs. Es stammt aus der Zeit der höchsten Künste lerschaft des Meisters.

H- ^. h Hr a l v o r sp i el zu Ch rist ist erstanden non I. G. Herzog. Nach einer kurzen Einleitung folni bi«