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gehen. Am auffälligsten ist dies in Schleswig-Holstein und Ostpreußen, in welch letzterer Provinz diese privaten Ein­nahmequellen sogar auf 3 Mark sanken. Günstiger steht es hier im Westen der Monarchie, wo daß Rheinland allein 14813 Mark für die ländlichen Fortbildungsschulen ans- brachte. Zum guten Teil Dürfte dies allerdings wohl darauf zurückzuführen sein, daß d-e wirtscha'tliche Leistungsfähigkeit im Westen eine größere ist a'8 im Osten.

Landwirtschaftliche Winterschulen bestanden 128 mit 5011 Schülern, die von 9iö Lehrern unterrichtet wurden. Da der Besuch dieser Schulen aber nicht unentgeltlich ist. kommen sie dem unbemittelten Landwirte weniger zugute, während die ländliche Fortbildungsschule auch dem Aermsten die Gelegenheit zur Erweiterung seiner Kenntnisse bietet. Das letztere gilt auch von den Wanderkursen über Boden­kunde, Dünger, Viehzucht und Fütterung, sowie Buchführung, an denen 967 Landwirte teil nahmen; der Unterricht wurde von 28 Wanderlehrern erteilt.

Auch der Fortbildung der ländlichen weiblichen Jugend widmet der Staat seine Aufmerksamkeit. Er hat im Jahre 1902 zu diesem Zwecke 73 700 Mark zur Verfügung gestellt, so daß 64 Kurse eingerichtet werden konnten, in denen 3278 Schülerinnen von 263 Lehrkräften unterrichtet wurden. Recht segensreich in dieser Beziehung könnten auch die Frauen unserer Großgrundbesitzer wirken, wenn auch sie sich an der Fortbildung der Töchter ihrer ländlichen Arbeiter beteiligten. Dies könnte geschehen durch regelmäßige Abend­kurse, in denen die Heranwachsenden schulpflichtigen Mädchen von der Wirtschafterin oder sonst geeigneten Personen im Kochen, Nähen und Flicken unterrichtet werden. Auf einigen größeren Gütern besteht diese Einrichtung bereits, und sie verdient entschieden Nachahmung.

Zum Todt Ernst von Bergmanns liegt folgende authentische Mitteilung vor: Exzellenz von Bergmann war ca. 14 Tage erkrankt, als auf seinen speziellen Wunsch Professor Schlange vom Krankenhaus 1 in Hannover am Freitag abend zwecks Operation nach Wiesbaden ge- rufen wurde. Nach dem gleich zuerst erhobenen Befunde konnte es sich nur darum handeln, die fast unerträglichen Beschwerden des Patienten zu mildern, während wegen der überaus großen Schwäche an ein radikales Operieren nicht gedacht werden durfte. Der sofort am Samstagmorgen von Professor Schlange vorgenommene Eingriff brachte unmittel­bar dem Patienten große Erleichterung. Am Sonntag nach­mittag wurde wegen wieder zunehmender Beschwerden auf Wunsch des Kranken der Eingriff auf der anderen Seite des Leibes wiederholt, und zwar abermals vom Professor Schlange (Professor Borchardt war bei beiden Operationen nicht anwesend), mit dem Erfolg, daß die Beschwerden voll­ständig verschwanden und die letzten Stunden ruhig und schmerzfrei verliefen, was von dem Kranken selbst wieder­holt und ausdrücklich anerkannt wurde. Unter zunehmen­dem Verfall der Kräfte ist er am Montag mittag ein­geschlafen.

Ueber die letzten Lebenswochen Professor v. Bergmanns lesen wir in derVoss. Ztg.": Ernst v. Bergmann, den Deutschland betrauert, war sich seit langer Zeit bewußt, daß seine Tage gezählt seien. Doch dies Bewußtsein drückte seine Arbeitskraft und Arbeitslust nicht nieder, den ganzen Winter erschien er kurz nach halb 8 Uhr in der Ziegelstraße, hielt zwei Stunden vor seinen Schülern Klinik ab, operierte weiter bis gegen Mittag, erledigte die Direktor-algeschäste, las die Prüfungsarbeiten der Examinanden durch, examinierte, saß am Mikroskop, begab sich dann in seine Privarklinik und operierte weiter. Seit fast zwei Jahren machten sich Symp- tome bei ihm bemerkbar, die auf das Vorhandensein eines Mastdarmkrebses schließen ließen, niemand beobachtete diese Symptome schärfer und nüchterner als er selbst. Ja, er ging in der kritischen Betrachtung der Krankheitszeichen so weit, daß er auf Grund der Erscheinungen an seinem eigenen Körper den Studenten den Gang einer Wahrscheinlichkeit klar machte. Lange Zeit vermochte die schleichende Krank­heit die zähe Kraft und den unbeugsamen Sinn des Ge­lehrten nicht zu brechen. Kurz nach Neufahr machten sich die Zeichen seiner Krankheit bei Bergmann in gesteigertem Maße bemerkbar. Das hinderte ihn nicht in der Ausübung seiner Pflichten, täglich erschien er zur pünktlichen Zeit in der Klinik, stundenlang operierte er mit unverminderter Kunst und Sicherheit. Doch fiel es ihm schwer, gleichzeitig dabei vorzutragen und den Gang der Operation in allen Einzelheiten zu erläutern. Da erlahmte das Interesse der Zuhörer und das Jahrzehnte ang bis auf den letzten Platz gefüllte Amphitheater begann Lücken zu zeigen. Bergmann zögerte keinen Augenblick, hieraus die Schlußfolgerung zu ziehen; befriedigt sein Vortrag den Schüler nicht mehr, so sagte er zu seiner Umgebung, dann ist eS Zeit, vom Lehramt zurückzutreten, Und er reichte sein Abschiedsgesuch ein. Am Tage nach Schluß des Semesters reiste er mit seiner Gattin nach Wiesbaden. Dort fand dann die Ope­ration statt. 'S. oben.) Bergmann wußte, daß nicht nur feine Tage, daß seine Stunden gezählt seien. So schied er vom Leben, bis zum letzten Augenblick der Große, der er stets gewesen.

Bandel, Gewerbe und Verkehr.

Zur Lage des rheinisch-westfälischen Cisenmarktes meldet die Kölnische Zeitung: Die Unsicherheit bezüglich der Verlängerung der Verbände sowie der teure Geldstand haben ?u einer starken Zurückhaltung des Handels geführt, ander- eits aber ist bis zur Jahresmitte alles ziemlich verschlossen Und Arbeit überall reichlich vorhanden. Die Beschäftigung der Eisenindustrie bleibt auch in Amerika sehr stark, in manchen Sorten Walzware ist sie sogar außerordentlich groß. Ein Ausgleich des Mangels in der Roheisen-Erzeugung ist noch nicht eingetreten, der Verbrauch benutzt fortwährend eingeführteS Material als Ersatz. Auch Die stark gewichenen Börsenpreise für Roheisen in England sind nicht voll maß­gebend, auf laufende Abschlüsse mit dort kann man Eisen nicht so schnell, wie gewünscht, erhalten, man muß auch mehr anlegen, denn die Erzeuger selbst haben drüben erst für wesentlich spätere Lieferung etwas frei. Für den Weltver­brauch wird der außerordentlich starke Bedarf der Eisen­bahnen in sämtlichen Ländern, vielleicht mit Ausnahme von England, noch auf geraume Zeit eine Rolle spielen. Im übrigen ist in Deutschland zweifellos ein Tei! des sonstigen FrühjahrsbedarfS zurückgehalten worden. Auch der Fabri-

DormerKtag

kationsverbrauch bestellt nicht mehr als er muß. D-e Weiter­entwicklung wird aanz von dem Ergebnis der Verbands­verhandlungen abhängen.

Kunst und Leben.

Das Reichs-Bienenzucht-Museum in Weimar soll nach dem Pi ane des bekannten Bienenzüchters Pfarrers (Sentung in Oßmannstedt drei Abteilungen umfassen: Ge­schichtliche Entwicklung der Bienenzucht iw ganzen Welt; eine ständige Ausstellung aller neuen Erscheinungen auf dem Gebiete der zeitgemäßen Bienenzucht und eine Lehrmittel­sammlung zur Benutzung für. die Lehrgänge der Reichs­und Landesvereine. Pfarrer Gerstung bittet die Einsender von Gegenständen, möglichst auf Entschädigung verzichten zu wollen. Man hofft, das Reichs-Bienenzucht-Museum noch in diesem Jahre eröffnen zu können. Untergebracht werden die Gegenstände im Naturgeschichtlichen Museum zu Weimar.

Ein Aussätzigenheim Im Schutzgebiet Togo ist leider unter den Eingeborenen der Aussatz stark verbreitet. Die dortige Verwaltung will daher versuchen, durch möglichst strenge Isolierung der Erkrankten der Seuche entgegenzu­treten. Zunächst wird, wie das Togoer Amtsblatt mitteilt, am 25. Dezember 1906 in Bagida ein Aussätzigenheim er­richtet. Die mit dieser Anstalt zu machenden Erfahrungen sollen dann später bei r -wm Gouvernement beabsichtigten Gründung weiterer Anstalten verwertet werden. Das für die erste Anstalt in Anspruch genommene Grundstück besitzt einen Flächeninhalt von 31,55 Hektar, das zunächst der von den Aussätzigen zu betreibenden Landwirtschaft dienen soll. Die Wohnungsabteilung des Anstaltsgrundstücks zerfällt in die Kranlenabteilung, ausreichend zur Aufnahme von 200 Kranken, die Beobachtungsabteilung für die des Aussatzes Verdächtigen, die Abteilung für Nicht kranke, die das gleich­zeitig als Untersuchungsraum zu benutzende Laboratorium und die Wohnungen für die Heilgehülfen und Wärter ent­hält. Das Amtsblatt erklärt es für wünschenswert, die Eingeborenen durch zweckentsprechende Belehrung zu der Einsicht zu bringen, daß die Seuche nur durch strenge Jso- lientng der Kranken allmählich ausgerüstet werden kann und es daher im eigensten Interesse der Eingeborenen liegt, Aus­sätzige und Ausfatzverdächtige freiwillig der Anstalt zuzu­führen.

Hus aller Welt.

Dom Sur nen. Die neue Ererziervorschrift für die Infanterie schreibt Augengewöhnung, Uebungen im Ziel­erkennen und Deolachten vor. Durch diese Anordnung ist einem Wunsch entsprochen, dem dasMilitär-Wochenblatt" in verschiedenen Auf'ätzen Ausdruck gegeben hat. Das Deutsche Armee-Blatt" fügt den Wunsch hinzu, daß die Schtilung des Auges auf weite Entfernungen auch in das Programm des Schulunterrichts ausgenommen werde", und zwar mit Ausdehnung auf das weibliche Geschlecht, da die Kurzsichtigkeit erblich ist und vorbeugende Uebungen deshalb hier gleichfalls am Platze seien.In höheren Knabenschulen würde das Interesse hierfür gesteigert, wenn bei der Ver­setzung von Unter- nach Obersekunda (Einjâhrig-Frciwilligen- Zeugnis) die Turnzensur im allgemeinen und die Fertigkeit des Entfernungsschätzens im besonderen berücksichtigt würden. Diese außergewöhnliche Maßnahme erscheint wegen der großen Verbreitung dieses Uebfls gerechtfertigt und würde zur Ge­sundung der Jugend wesentlich beitrage:," Der allge-, meinen Wertschätzung des Schulturnens können derartige | Betrachtungen militärischer Fachblâner nur förderlich sein. In Frankreich wird bereits die Zeugnisuore im Turnen bei der Versetzung ebenso berücksichtigt, wie die Noten der wissen­schaftlichen Fächer.

Die Haushaltungen im Deutschen Reich. In dem Viertelfahrsbericht zur Statfftrk des Deutschen Reichs 1907 I sind als weitere Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 Nachweise über die Zahi und Art der Haushaltungen veröffentlicht. Es finb ermittelt: 965 759 Haushaltungen Einzellebender. 12 247 691 Familienhaus Haltungen mit 57 811 495 Personen, 61 081 Anstalten mit 1 864 024 Personen. Unter den Anstalten ist die Gesamt­heit solcher Personen zu verstehen, die freiwillig ober ge- zwangen unter besonderer Oberleitung in Kost und Wohnung sind. Die Famiti-nhaushaltungen nehmen mit 92,3 v. H. sämtlicher Haushaltungen die erste Stelle ein, ebenso auch hinsichtlich ihrer Personenzahl mit 95,3 v. H. der Bevölke­rung. Auf je eine Familie Haushaltung kamen 4,7 Per­sonen, auf je eine Anstalt 30,5 Personen. Die Zahl der Anstalten ist gegen 1900 erheblich zurückgegangen, doch be­ruht dies zum nicht geringen Teil auf veränderter Erhebungs­weise. Die Mitglieder der Familienhaushaltungen setzen sich zusammen aus 50 654 994 Familienangehörigen, 1 305 915 Dienstboten und 5 850 586 anderen Personen, wie After- mieter, Pensionäre usw. In den 41 Großstädten wurden zusammen 200198 Einzelbausballungen, 2 491 174 Familien- Haushaltungen mit 10 858 333 Personen und 9409 Anstalten mit 450 473 Personen gezählt. Auf je eine Familienüaus- haUung entfallen in den Großstädten 4,4 Personen, im ; Reich dagegen 4,7 Personen und auf je eine Anstalt in ' den Großstädten 47,9 Personen, im Reich dagegen 30,5 Personen. _ 5

Stiftung. Der in Wiesbaden kürzlich verstorbene - Kreisgerichlsral a. D. Louis Rorb hat die Städte Glogau, i wo er geboren war, und Liegnitz, wo er lange amtierte, zu Erben seines 700 000 Mark betragenden Vermögens ringe- j setzt. Die Zinsen einer hiervon zu errichtenden Stiftung sollen inwirksamen" Beträgen an hilfsbedürftige Hand­werker und Arbeiter, an Witwen und Waffen, an Krame und Rekonvaleszenten sowie an andere unverschuldet in ihrer > Existenz bedrohte Personen ohne Unterschied der Konfession verteilt werden.

Durch ^unLenauèMurf aus einer Lokomotive geriet ein großes Gut in Prakst in Brand und wurde vollständig emgeäschert wobei 17 Stück Rindvieh verbrannten.

Der Dauerredner der belgischen Abgeord­neten ist der Sozialdemokrat Hektor Deins. Stcuiftnch

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irm^-ii/. Witta. I Kj uiiij w"v soeben netbgemiefen, daß er nicht weniger als zwanzig volle Sitzungen der Kammer für feine Redelecktungen in Anspruch nahm. Jede Swung des Abgeordnetenhauses ist im Budget auf 1000 Frcs. veranschlagt, der wackere Denis. hat also für seine Person den Etat mit 20 000 Frcs. be« lastet. Die Drucksachen für die Reden und Anträge bietet Abgeordneten belaufen sich schätzungsweise auf weitere 20000 ^'cs., so daß Denis mit den Diäten von 4000 Fics. jähr­lich 44 000 Frcs. kostet.

Der Kinderverkaref steht in Persien in hoher Blüte, doch gebt man jetzt energisch den gewissenlosen Eltern zu Veibe. Aus dem letzten Parlamentsberichte geht hervor, daß m Ashabad 450 Kinder auf diese Weise ihreBesitzer" wechselten; 160 Mädchen überführte man nach Tiflis in Hotels, doch sollen noch weitere Kinderkarawanen auf dem Marsche sein. Die Legierung hat den Kinderverkauf strengstens verboten und den Gouverneur der Provinz Ko- rassan, der das Treiben der Kinderhändler begünstigte, seines Postens enthoben.

Weltausstellung in Berlin. Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller und der Zentral-AuSsckuß kauf­männischer, gewerblicher und industrieller Vereine nahm über­einstimmend zu dem Plane einer Berliner Weltausstellung eine Resolution an, in der der Gedanke einer solchen Aut- stellung auf daS lebhafteste begrüßt und der Entschluß aus­gesprochen wird, diesen Plan mit allen Mitteln zu fördern. Zunächst soll durch eine Enquete die Stimmung der Regie» , rung sowie der übrigen gesetzgebenden und wirtschaftliche» Körperschaften festgestellt werden.

Genickstarre. Im Eppendorfer Krankenhause zu Ham­burg sind mehrere Fälle von Genickstarre vorgekommen.

Schonung Oer Wanderfalken. Auf Anregung btt Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege beschloß der Dan- ziger Jagd- und Wildschutzverein in seiner kürzlich abg«» haltenen Hauptversammlung, den Wanderfalken (Falco peregrinuS) fortan zu schonen, weil dieser schöne Bogel ört­lich immer seltener wird. Die bisher bafür gewährte Schuß- prämie wurde aufgehoben. Es wäre bantenSroert, wenn auch andere Vereine die Bestrebungen zur Erhaltung der einheimischen Vogelwelt in dieser oder ähnlicher Weise unte»» stützen möchten.

Lohnbewegung.

Hamburg, 26. März. Der Hafenarbeiteroerem erfUrt die Meldung der sozialdemokratische Presse, daß gestern die auf den Schiffen im Kuhwärderhafen beschäftigten englischen Arbeiter die Arbeit verweigert und die Arbeit deshalb auf sämtlichen dort liegenden Schiffen geruht habe, für unwahr. Da jetzt 5000 Arbeiter vorhanden find, war es heute mög­lich, alle Betriebe voll zu besetzen. Trotzdem soll die Zahl der Arbeiter auf 6000 verstärkt werden. Es wird beab­sichtigt, die englischen Arbeiter mit Ablauf ihre- Kontrakts zurückzuschicken und durch deutsche Arbeiter zu ersetzen, die man hier seßhaft machen will. Die Hamburg-Amerika-Linie richtet an den Senat Anträge, nach denen auf Waltershof in großem Umfange Wohnungen für Hafenarbeiter angelegt werden sollen. Trotzdem mit der Ausgabe der neuen A-Heils- nrbming erst heute früh begonnen wurde, sind bereits 150 Personen aus der Stadt vorgemerkt, während aus dem Ivc» lande Hunderte von Anfragen eintreffen.

Wien, 26. März. Heute nachmittag wurden hier V er* Handlungen abgehalten zwischen den beiden Lobn- komites der Damenschneider. Es kam zu einer Annäherung, da die Arbeitgeber sich zu Zugrflândniffeil herbeiließen. Die Vorschläge werden morgen einer Vollver­sammlung der streikenden Damenschneiderinnen vorgelegt; i« Falle ihrer Annahme dürfte am Donnerstag mit der Arbeit begonnen werden.

London, 27. März.Daily Chronicle" meldet aus Chicago: Die Leiter der westlichen Eisenbahnen scheinen ebenso entschlossen gegen die Bewilligung eines l2prozentigen Lohnzuschlages zu fein, wie die Angestellten ihn fordern. Da das Ultimatum der Streikenden nur noch wenige Tage für die Entscheidung Zeit läßt, befürchtet man, daß der ganze W e st e n binnen kurzem sich inmitten eines riesenhaften Eisenbahnaus st andes be­finden wird. Die Leiter der Bahn sandten Depeschen an Pierpont Morgan, Harriman und Hill, in welchen sie dieselben aufforbern, ihren Einfluß aufzubiete», um den Streik abzuwenden.

Ein rttfstfcher Untertan getötet.

London, 27. März.Daily Mail" meldet aus Teheran, daß in Sahzeoar ein russischer Untertan von der Bevölkerung getötet worben sei.

Snrfrcitdfl.

Auf dem Haupt die Dornenkrone, Leidet er des Kreuzes Pein; Denn ein König auf dem Throne Will er auch im Tode sein; Und er hängt dort, in dem Herzen Liebe, die um Liebe wirbt, Sckant ihn an in seinen Schmerzen, Sehet, wie ein König stirbt!

Denn er selbst hat nichts verschuldet, Was den Tod verdienet hat: Alle Qualen, die er duldet. Duldet er an unsrer Statt;

In den Tod gibt sich der Ein«, Ey' das ganze Volk verdirbt, Für unS alle er alleine. Sehet, wie ein König stirbt I

Ja, ein König, streckt er bethe Arme aus in TodeSmüh'n, Eine Welt mit ihrem Leide An sein heilig Herz zu zieh'n; Und was er an Heil und Frieden In dem heißen Kampf erwirbt, Seinem Volk hat er's beschieden. Sehet, wie ein König stirbt 1 E. Fische»