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lRertiSlâhcllch 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für am« »ästig« Ädouncnten mit dem betretenden Postaufjchtaz, Die éRjeb« Summer kostet 10 Pfg.

st IbtetiealbtMd uab Verlag der Buchdruckers de» »acht, n. Baifai^mifei m Haâ

General-Anzeiger

Amtliches Vrgsu für Stadt- und FMms jjmn

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Einrückuugsgebüyr,

Dit fita[ gehaltene tiercheU« »der been Raa» M Mz, im RektamealeU die ^eUe 36 Hz,

CecaatmartL Redakteur: S. Schrecke» « H««,

' Mk. 72 Fernsprechanschttch Nr. 605»

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Handelsregister des Amtsgerichts Langenselbold.

Es ist eingetragen:

In Abt. B unter Nr. 1: Firma J. Brüning und SolM, Akliensellge'chaft zu Langendiebach. Durch Beschluß der Generalversammlung vom 2. Februar 1907 ist das Grundkapital um den Be­trag von 250 000 Mark erhöht worden.

Langenselbold, am 5. März 1907.

Königliches Amtsgericht. 6561

Aus Hanau Stadt und Eand.

Hana«. 26. März.

Mülienktvchenchov. Nm Karfreitag, abends è 8 Uhr, 3. Volkskirchenkonzert in der Marien­kirche. Bei demselben werden mitwirken Frau Elisabeth ! - Wohlfahrt von hier, Fräulein L. Schlichter aus Wiesbaden und Herr Organist P a u l st i ch von hier. Die r zum Vortrag kommenden Musikstücke sind der Bedeutung des Tages entsprechend ausgewählt. Programm mit Text I sind für 10 Pfg. im Vorverkauf bei Herrn L. Speit el, ! Altstädter Markt 5, von morgen an zu haben. Um das Gedränge am Karfreitag vor den Kirchtüren zu vermeiden, wird gebeten, die Programme möglichst an der bezeichneten Verkaufsstelle zu erstehen.

* Tierschutz. Die neuliche Aufforderung eines Tier­freundes, die Nistkästchen in den Gärten und Höfen auf Befestigung usw. zu prüfen, hat, wie sich hier und da er- kennen läßt, wenig gefruchtet. Einsender kennt mehrere Gärten, in denen die Nisikästchen heute noch gerade so schlecht aufgehängt und jedenfalls noch gerade so schlecht ) befestigt sind, als sie es vor jener Zeitungsnotiz waren. Es scheint daher Pflicht des Tierschutzvereins, und für diesen ein ebenso großes al» dankbares Arbeitsfeld zu sein, wenn er die Prüfung der Nistkästchen auf eigene Kosten veranlaßt. Jedenfalls darf der Tierschutzverein sich des Dankes aller Tierfreunde und auch der Besitzer der betr. Gärten versichert halten, dem: es ist nicht Jedermanns Sache, auf einer hohen, schwanken Leiter stehend, Handarbeiten zu verrichten. Den meisten Gartenbesitzern wird es auch an den notwendigen Handwerksgerälen fehlen. Wie notwendig aber die Prüfung der Nistkästchen ist, mag aus der Tatsache erhellen, daß in einem größeren ©arten die meisten Nisikästchen bis 311m Flugloch mit Nestern ausgefüttert waren die Nester waren jahrgangsweise aufeinander gebaut so daß diese Nistkästchen im kommenden Sommer ihren Zweck vollständig verfehlt hätten.

Feuilleton.

Die Kinderhcilinistalt in Bad Orb

I hat soeben ihren letzten Jahresbericht über 1906 auSgegeben, auf dessen Spezialinhalt wir demnächst noch zurückkommen werdend Die nachfolgenden Mitteilungen des Berichtes, die auch weitere Kreise 'interessieren dürften, seien einstweilen hier wiedergegeben:

Einen schweren und herben Verlust für unsere Anstalt haben wir zu unserem tiefsten Bedauern im Berichtsjahre zu beklagen gehabt. Am 1. Juli 1906 ist unser langjähriges Vorstandsmitglied Herr Bürgermeister Georg Schösser in Gelnhausen uns durch den Tod entrissen worden.

I Wie in den weitesten Kreisen der Heimgang dieses braven Mannes aufs schmerzlichste empfunden worden ist, so darf auch unsere Anstalt über sein Scheiden mit treuem Gedächtnis klagen:Sie haben einen guten Mann begraben, doch uns war er mehr."

(Bürgermeister Schöffer gehörte mit zu den Begründern der Anstalt, deren Reihe immer lichter wird. AIs eifriges und arbeitsames Vorstandsmitglied blieb er ihr treu his an sein Lebensende. AIs Ende 1883 und anfangs 1884 der

I Gedanke, der schwachen und krankn Kinderwelt unserer engeren Heimat die Gottesgaben der Heilquellen und der herrlichen Berglust in Bad Örb dienstbar zu machen, angeregt wurde, da war er einer der Ersten, welcher ihn mit Eifer und liebevollem Interesse in sich aufnahm, mit der ganzen Kraft seiner edlen Persönlichkeit vertrat und den vorge­schlagenen Weg zu seiner Durchführung mit Begeisterung und tatkräftig unterstützte. Vom ersten Tage ihrer Be­gründung an hat Schosser der Entwickelung unserer Anstalt seine volle, reiche Liebe, seine hingehende Mitarbeit und Fürsorge mit viel persönlicher Aufopferung gewidmet. Kaum daß er bei einer der im Laufe der Zeit gar viel gewordenen Vorstandssitzungen resp. Generalversammlungen gefehlt hätte! Unschätzbare Dienste mit klugeni Rat und energischer Tat hat er der Förderung des anfangs doch aus schwachen finanziellen

Dienstag den 26. März

* Der Landesansschtttz, der gestern vormittag im Ständehaus zu Cassel zusammentrat, wird sich u. a. mit folgenden fünften beschäftigen: Beratung des dem Landtag demnächst vorzulegenden Hauptetats, Bauliche Veränderungen, Neu- und Erweiterungsbauten, Ersatzbau für die niederge­brannten Gebäude der Landesheilanstalt Marburg.

* Stadttheater. Auf das heute Dienstag (statt Mutwoch) als 10. Vorstellung der 5. Abonu.-Serie in Szene gehende erfolgreiche Werk Halbe's:Jugend" sei nochmals besonders aufmerksam gemacht. Am Donnerstag wird bei aufgehobenem Abonnement das vor Jahren hier so überaus beliebte Schauspiel Raupach's:Die Schule des Lebens" neu einstudiert zur Aufführung kommen. Der Reinertrag dieser Vorstellung ist für den Kassierer Herrn Kempf-Bamberger, sowie als Gratifikation für den seit 34 Jahren der hiesigen Bühne angehörenden Theater­diener, Herrn Heinrich Hollmann bestimmt. Durch die Wahl des obigen Stückes glauben die Betreffenden den Wünschen eines großen Teils der Theaterbesucher entsprochen zu haben.

* Ge ellenprüfuttg. Alle Lehrlinge im V^ckerhand- werk, welche in nähster Zen die gesetzlich vorgeschriebene Lehrzeit beendigt haben, wollen sich behufs Abnahme der Ge­sellenprüfung bis zum 15. April d. I. bei dem Vorsitzenden der Prüfungskommission P. Jünger, Marktstraße 21, melden.

* Unfall. Durch das Umfallen einer Leiter in der Franz. Allee, die zum Fenstcrputzen benutzt wurde, scheuten gestern abend die Pferde eines Gespannes der Firma Gebr. Hirschmann und rasten die Kirchstraße entlang. Beim Hause des Herrn Sattlermeisters Ziegler bogen die Pferde auf das Trottoir und rannten mit der Deichsel geaen das Haus, wobei dieselbe zertrümmert wurde. Das rechte Stangen­pferd kam hierbei zu Fall und durchschlug mit dem Kopf die Glasscheibe der Ladentür und zog sich gefährliche Verletzungen zu. Der Blutverlust war ein enormer. Das Tier wurde sofort tierärztlich oerbunben und nach Hattie in die Stallung geführt. Man hofft, das wertvolle Tier am Leben zu erhalten.

* Verunglückt. Am Ostbahnhof verunglückte gestern morgen der Arbeiter G 0 b e l von Jossa beim Rangieren dadurch, daß ihm ein Arm zwischen die Puffer geriet. Der Verletzte wurde in das St. Viuzenzkrankenhans gebracht, wo ihm der Arm abgenommen werden mußte. Er war erst 14 Tage im Eisenbahndienste beschäftigt.

0 Lartgerrdrebach, 25. März. (Vortrag.) Der Ausschuß für Volksvorlesungen veranstaltet am Dienstag den 26. ds. Mls., abends 9 Uhr im Gasthaus zum Schwanen, seinen letzten Vortrag Herr Lehrer Seitz wird über Obst-

Füßen stehenden Unternehmens geleistet. Sein lauterer Charakter, sein praktisches Geschick und Urteil und seine reichen geschäftlichen Erfahrungen haben uns bei Entscheidung so mancher schwierigen Frage über Fortgang und gedeihliche Entwickelung der Anstalt hinausgeholfen und so die glänzen­den Resultate, welche der Anstalt während ihres 23jährigen Bestehens und Wirkens beschieden gewesen sind, mit erzielen helfen.

Wir widmen dieses Wort des Nachrufes bent lieben und verehrten Heimgegangenen als ein Wort tiefgefühltesten Dankes für seine treue Mitarbeit und seinen allezeit liebe­vollen, unverdrossenen Be stand zur Gesundung der armen, kranken und notleidenden Kinderwelt in der engeren und weiteren Heimat und sind gewiß, daß auch ihm, dem treuen Helfer, in der Ewigkeit das Nichterwort des Heilandes zum ewigen Segen gereichen wird:Was ihr getan habt einem der geringsten unter meinen Brüdern, das habt ihr mir getan!"

Einen weiteren nicht unerheblichen Verlust hat unser Vor­stand in dem Berichtsjahre recht herzlich zu beklagen gehabt durch den Weggang unseres langjährigen Mitgliedes und ständigen Schriftführers, des Herrn Pfarrers Schlosser in Aufenau, der im Laufe des Sonuners in ein anderes Pfarr­amt, nach Gronau im Großherzogtum Hessen, berufen worden ist. Herr Pfarrer Schlosser gehörte dem Vorstande seit 1. Oktober 1894 an. Ihm fiel' als Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Aufenau und Bad Orb die Seelsorge in der Anstalt und die Fürsorge für das geistliche Wohl der uns anvertrauten Kinder als seine persönliche Aufgabe zu. Mit inniger Liebe und hingebender Treue hat der verehrte Herr Pfarrer in dieser Richtung unserer lieben, fast zahllosen Kinderschar, den zahlreichen erwachsenen Kranken, die durch unsere Anstalten gingen und den lieben Schwestern und Pflegerinnen gedient. Als Schriftführer des Vorstandes hat er eine nicht geringe Arbeitslast zu bewältigen gehabt, als Seelsorger hat er keine Mühe, keinen Gang über schwierigen Bergweg von Aufenau hierher gescheut, trotz Wind und Wetter, Regen und Sonnenhitze unter uns seines Amtes zu walten. Wir sprechen hem heben Herrn Pfarrer Schlosser auch an dieser Stelle nochmals unseren herzlichsten

Ferusprechanschlufr Nr. 605» 1907

bau sprechen. Es ist das ein Thema, das den größten Teil der Einwohnerschaft interessieren dürfte. Jedem Gartenbesitzer ist der Betttch des Vortrages dringend zu empfehlen.

)( Fechenheim, 24. März. In ihrer letzten Sitzung beriet die hiesige Gemeidevertretung zunächst über den wei­teren Ankauf von Gelände zur Vervollständigung des bereits in größerem Umgang zur Anlage von Straßen und Erschlie­ßung von Baugelände zwecks Anschluß an das künftige Jn- dustriehafengebiel Frankfurts angekaufte Gelände, sodaß dieses damit 18 Hektar im Werte von eineinhalb Millionen Mark umfaßt. Eine weitere sehr umfassende Beratung, be­reits die dritte, betraf den Ankauf der Lehr'schen Fahrrad­fabrik. Zur Erschließung des künftigen Industriegebietes Fechenheim, in welchem die Firma Mayfarth u. Cie. in Frankfurt vor Jahren bereits 20 Morgen erworben hat, er­gab sich die Notwendigkeit der Anlage einer Verkehrsstraße dorthin. Um diese nun längs der Bahnlinie anlegen zu können, war der Ankauf des Lehr'schen Grundstücks nötig. Da aus diesem Grunde und zur eventl. späteren Erweiterung ihres Besitzes die Firma Mayfarth gleichfalls ein Interesse an dem Ankauf hatte, machte ihr die hiesige Gemeindever­waltung das Anerbieten eines gemeinsamen Ankaufs, dem diese prinzipiell zustimmte. So kam denn auch jener zum Preise von 185 000 Mk. (33 Mk. pro Quadratmeter) mit dem derzeitigen Inhaber, Herrn Rosenthal in Berlin, zu­stande. Nachträglich aber trat die Firma Mayfarth, da sie dem in besonderer Kommissionsberatung ausgearbeiteten Kaufvertrag nicht zustimmte, von dem gemeinschaftlichen Kauf zurück, auf ben sie sich auch nach weiteren mündlichen Ver­handlungen zur Beseitigung der Beanstandungen, nun umso weniger einließ, da ihr seitens der Bahnoerwaltung inzwischen der Anschluß an das Jndustriegelände Frankfurt angeboten worden ist. Nun willigte auch die hiesige Gemeindevertretung nicht in den Kauf und beschloß, mit der Firma Mayfarth zwecks Austausch von Grundstücken in Unterhandlungen zu treten, um so zur Anlage der Verkehrsstraße zu gelangen. Beraten wurde ferner über den Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben des Rechnungsjahres 1907. Danach be­tragen die Einnahmen A. Ordentliche in Abteilung 1 aus dem Grundbesitz (Gebäude, Ländereien, Waldungen wider­rufliche Gestattungen aus gewerblichen Anlagen) 32 975 Mk. (29 913); aus Kapitalvermögen (Zinsen und Stiftungen) 1230 Mk. (2085); aus Gerechtsame 3000 Mk. (3040). In Abteilung 2 aus Gemeindeanstalten und Einrichtungen (Wasserleitung und Elektrizitätswerk) 94 815 Mk. (88400); aus sonstigen Anstalten und Einrichtungen 1750 9Jif. (1550). In Abteilung 3 aus der Allgemeinen Verwaltung 3750 Mk. In Abteilung 4 aus der Polizeiverwaltung 1510 Mk. (1310). In Abteilung 6 aus Armenpflege usw. 200 Mk. In Abtei­lung 8 aus Schule (Staatsbeiträge für Lehrergehälter, Frem- depschulgeld, Alterszulagen, Staatszuschuß für die gewerbl. Fortbildungsschule 28010 Mk. (24350). In Abteilung 9 aus sonstigen Einnahmen 46799 Alk. (881). In Abteilung 10 aus indirekte Steuern 3000 Mk. In Abteilung 11 aus

tnrahaaREMgjaawrapgaswsMw^asi^^ 111 hmmiMimm und innigsten Dank aus und bitten, diesen, als aus treuem, aufrichtigen Freundesherzen kommend gi tigst entgegennehmen zu wollen. Möge Gott der Herr ihm alle seine hier be­wiesene Liebe und Treue in seinem neuen Wirkungskreise reichlich lohnen und ihn in seinem neuen Pfarramts gnädig segnen!

Zu unserer großen Freude sind wir diesmal in der sehr angenehmen Lage über ganz be'onders freundliche Erweisungen liebevollen Gedenkens unserer Anstalt und dankbaren Aner- femumg ihrer mühevollen, umfangreichen Arbeiten berichten zu können, welche uns in Darreichung von nicht unbeträcht­lichen Geldgeschenken für Verwendung zu Zwecken der Pflege und Einrichtungen in den verschiedenen Häusern freundlichst übergeben morden sind.

Herr H. Kautz in Aufenau hat im Jahre 1905 bet Anstalt 1000 Mk. und Herr Dr. Arthur Weinberg in Frankfurt a. M., Mitinhaber der Firma Cassella & Cie. in Fechenheim, im Jahre 1906 den Betrag von 10000 M. ohne jede Bedingung zu Gegenleistungen freund­lichst geschenkt. Wir sind ja in den 23 Jahren des Be­stehens unserer Anstalt und ihrer zwar mittellosen, aber doch reich gestalteten Liebestätigkeit innerhalb dieser langen Reihe von Jahren nicht nur durch finanzielle Zuwendungen irgend welcher Art von Geschenken verwohnt, viel mehr recht oft mit Undank und unzutreffender Beurteilung unserer Tätigkeit bezw. der Leistungen unserer christlichen Liebestätig­keit belohnt worden. Umsomehr hebt uns die Freude cur diesen beiden gänzlich unerwartet erfolgten Darreichungen so ansehnlicher Geschenke über so manche erfahrene Unbill hinaus und wird uns ein Sporn sein, um so hingebungsvoller und so sorgfältiger unsere uneigennützige Arbeit der christlichen Liebe und Barmherzigkeit auszurichten und damit allein daS große Vertrauen zu rechtfertigen, das weite Kreise edler und verständiger Mitmenschen uns entgegengebracht haben und noch entgegenbringen werden. Den beiden, bis jetzt einzigen Herrn Geschenkgebern aber, die unserer Anstalt und ihrer Bedürfnisse so freundlich gedacht haben, sprechen wir hier öffentlich unseren ausrichtigsten und tiefgefühltesten Dank von ganzem Herzen aus."

Pfarrer Hufnagel in Kesselstadt.