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Mrtäiährkch 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für anL> »artige PLonnentru mit dem betteyendea Postaufschlaz, Die einje!« Nummer kostet 10 Pfz.

W»tatl»vrdruck und Verlag der Buchdrucker«! der eeeei«. e». Sailenhause» ia Harrsu.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Kanâreis Hansa.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Ssnn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Du-sLÜPân« Petitzeite oder derer RM« Ä W§. i» Reklaiuentv! di« Zeil« K Pfg.

BeranheertL Redakteur: T. Schrecker m Ha»«,

Ms. 65 Fernsprechanschltts; Nr. 605.

Montag den 18. März

Aernsprechanschlittz Nr. 605. 1907

"Wil'» »M«'« WimWlWIWIIIin Will II MUBMIIMMMMwmMMWMt

Gefundene und üerTnrene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 weiße Tischdecke (gez. 3 )f 1 weißes Taschentuch ohne Zeichen, 1 Posteinliefernngsbuch, 1 Dienst­buch für Lina Peters.

Verloren: 1. große Korallenkette, 1 Portemonnaie mit ca. 6 Mk. und 2 Zetteln (im Hofe des Waisenhauses), 1 Zwanzigmarkstück, 1 Portemonnaie mit 67 Mk., 1 desgl. mit 6,48 Mk.

Entlaufen: 1 junger Dobermannpinscher. Hanau den 18. März 1907.

Zugelaufen ein grauer Pinscher, männlichen Geschlechts.

Bischofsheim den 16. März 1907.

Die Drtspolizeibehörde. 5894

Aus fianau Stadt und Eand.

Hanau, 18. März.

* Religiöse Versammlung. Heute abend 81/a Uhr spricht Herr Pfarrer Michaelis in der Marienkirche - über das Thema:Um ein Linsengericht".

* Marienkirchenchor. Die Mitglieder werden hier- mit zu der heute abend stattfindendcn Probe freundlichst ein­geladen.

* Motten-VereinS-Fahrt an die Wasserkante.

Der Nassauische Provinz-Verband des Deutschen Flotten- Vereins hat seinen Mitgliedern einie angenehme Ueberraschung dadurch bereitet, daß er für Ende Mai dieses Jahres mit einem Programm zu einem sehr hübschen und lehrreichen Ausflug zur Wasserkante an die Oeffentlichkeit tritt. Für den äußerst billigen Preis von 148 Mk. werden die Mit­glieder unb deren Damen Gelegenheit haben, Hamburg, Helgoland, Kiel und Berlin zu besuchen und in der kurzen Zeit von 8 Tagen überaus viel Interessantes zu sehen. Wir behalten uns weitere Mitteilungen über diese Fahrt vor. Interessenten können Näheres erfahren durch die Ortsgruppen des Deutschen Flotten-Vereins und die Reiseleitung, Wies­baden, Wilhelmstraße 10.

* Gefettenprüfirng für GolS- und Silber- schmèede. Alle Prüflinge des Gold- unb Silberschmiede­handwerks, welche ihre Prüfung demnächst ablegen wollen, haben sich in der Zeit vom 18. März bis 1. April 1907 unter Beifügung eines selbstgeschriebenen Lebenslaufes, des Lehrvertrages sowie des Lehrzeugnisses bei dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses Herrn L. Beschor, Hanau, Leipziger­straße 57, zu melden.

Feuilleton.

Stadttheater in Hanau.

Hanau, 18. März.

Wenn auch Siegfried Konrad Staack, der Autor des gestern an unserer Bühne nach jahrelanger Pause wieber einmal zur Aufführung gelangten Volksstückes aus dem SchwarzivaldDie Else vom Erlenhof" neben einem ziemlich bescheidenen Humor wenig psychologische Vertiefung darin an den Tag legte, und seine handelnden Figuren einesteils an etwas übertriebener, unnatürlicher Sentimentalität sowie Naivetät kranken, dann wieder mit allzu phantastischer und romantischer Charakteristik auSgeftattet erscheinen, wodurch diese Dichtung für den heutigen Geschmack denn doch gar zu harmlos und vielfach wenig glaubhaft anmutet, so figuriert dieses Genrebild deshalb immer noch als' Repertoirstück mancher Provinzbühnen, da der Vertreterin der Titelrolle bei guter Darstellung Gelegenheit geboten ist, über die Schwächen des Werkes momentan etwas hinwegzutäuschen und sich vor allem in glänzendem Lichte dem Publikum gegen­über präsentieren zu können. So hatte denn unsere Direktion Fräulein Marie Lautermann von Darmstadt für ein Gastspiel in der Partie derElse" verpflichtet, das im großen und ganzen von einem günstigen Erfolg begleitet war. Die Künstlerin gab der aufopfernden liebevollen Mädchengesialt die ganze weibliche Anmut ihres Wesens, sprach klug und ausdrucksvoll und brachte ein angepaßtes Auftreten zur Schau. Sie ist keine von den Darstellerinnen, die mit starken Farben und krassen Effekten zu wirken suchen. , Das einzige, was an dieser Leistung noch zu wünschen übrig läßt, ist eine zu einförmige Mimik. Das Gebärdenspiel mußte weniger geziert unb mußte auch differenzierter sein. Gerade weil der Dichter .emlicl) scharf und deutlich in die Geheimnisse dieser aut-

* Ditktter'-JitbilältM. Heute sind 25 Jahre ver­flossen, seitdem das Mitglied Herr Georg Fink ununter­brochen dem 1860 gegründeten Turnverein Hanau angehört. Aus diesem Anlaß findet am 23. März abends im Vereins­lokal die Jubiläumsfeier statt.

* Derbandsschietzert. Vom 10. bis 17. März fand zu Frankfurt a. M. im Saale des Hotel Diehl das 13. V e r b a n d s s ch i e ß e n des Z i m m erschützenve r- b a n d e sM a i n g a ii" statt. Die Beteiligung seitens der dem Verbände augehörcnden Vereine war eine sehr rege. Die gestern abend erfolgte Preisverteilung ergab u. a. fol­gende Resultate:

Meisterscheibe.

3. Preis ö. Pfersdorf, Hanau mit 30 Ringen,

7. H. Söhnlein, 29

13. W. Wörner, 29

21. Fr. Zahn, 28

22. J. M. Schmidt, 28

31. H. Elsässer, Kesselstadt 27

34. W. Zahn, 27

40. H. Siebenlist, 27

Tabelle auf Meisterscheibe.

0. Preis I. M. Schmidt, Hanau mit 132 Idingen, 8. H. Söhnlein, 132

9. W. Zahn, Kesselstadt 131 Freischeibe G l ii ck.

5. Preis H. Söhnlein, Hanau mit 29 Ringen,

10. I. M. Schmidt, 28

12. W. Wörner, 28

Tabelle auf Glück.

7. Preis I. M. Schmidt, Hanau mit 128 Ringen,

9. H. Söhnlein, 125

10. Fr. Zahn, 123

Ehrcnscheibe Frankfurt.

5. Preis L. Wobito, Hanau 1071 Teiler,

11. H. Elsässer, Kesselstadt 2999 Ehre n scheibe Hana u.

1. Preis I. M. Schmidt, Hanan 219 Teiler,

8. , H. Elsässer, Kesselstadt 2039

F e st s ch e i b e.

4. Preis

11.

A. Söhnlein, Hanau

H. Andres, Großauheim

1255 ' 2713

Leiter,

14. _

H. Siebenlist, Kesselstadt 3176

24.

W. Zahn,

4385

25.

H. Elsässer

-1444

26.

Fr. Zahn, Hanau

4471

ff

36.

I. M. Schmidt,

4837

ff

38.

L. Wobito,

4855

41.

A. Schulz,

5727

ff

46.

H. Söhnlein,

5920

ff

62.

E. Schlingloff,

6622

ff

59.

W. Wörner,

7517

ff

Den Wanderpreis, s. Zt. gestiftet vom früheren Polizei­präsidenten Frhrn. v. Müffling in Frankfurt, schoß Herr s***«*®*****^^

herzigen Menschengestalt hineinleuchtet, mußte sich and) die Darstellerin oft eines bestimmteren, unverschleierten StileS befleißigen. Das Sinnen, Lächeln, momentane Schweigen und derlei Ausdrucksmittel mußten des öfteren äußerlich stärker wirken und blitzartiger seelische Abgründe erleuchten. Den biederen, grundehrlichen ErlenbosbauerSebastian Rauninger" gab Herr Kemp f. Seine äußerst wohldurch­dachte Leistung interessierte durch feine Einzelzüge, sie ließ in jeder Weise alle Stimmungen dieses von einer oft auf- lodernden Leidenschaft getriebenen ungenierten ehrlichen Charakters zu ihrem Rechte kommen. Fräulein Berger als das urwüchsige NaturkindGertrud" widmete sich nach Herzenslust mit sprudelnder Laune und Munterkeit ihrer dankbaren Rolle, Herr H opkirk als der jähzornige, hinter­listige VerleumderBertel" wirkte burd) seine verständnis­volle, eindringliche und vor allem kraftvolle Darstellungs­weise sehr natürlich und lebenswahr. Während Herr Hauser den edlenDr. jur. Erich von Altringen" nach Gebühr einfach-vornehm und wirksam auf die Bühne stellte, konnte man an der charakteristischen vortrefflichen Wiedergabe der interessanten Rolle der geschwätzigen, versöhnlichenHanna" (Frau Reinhardt) seine Freude haben. Mit dem über­glücklich verliebten ForstgehilfenFranz" erzielte Herr N y g r i n einen recht glücklichen Erfolg, indem er daS un­bedingt notwendige, behende Auftreten, sowie die nötige Dosis Humor treffend auf jenen Lustspielcharakter zu übertragen wußte. Auch die übrigen kleinen Rollen dargestellt durch die Herren Steger, O. H. M ü l l e r, Gehr m a n u und Matter waren gut vertreten. Die Regie dieses vor einem nahezu ausverkauften Hause in Scene gegangenen Volksstückes führte Herr Ober-Regisseur Steger mit glück­licher Hand.

G. Grosch-Bornheim. Der bisherige Schützenkönig Kül- mann-Frankfurt, welcher auf 7 Verbandsschießen die je­weilige höchste Ringzahl erreichte, mußte diesen Titel an Herrn K. Theobald-Frankfurt abtreten, der für das laufende Jahr zum Schützenkönig (140 Ringe) proklamiert wurde.

* Gesangverein Germania. Es ist eine schöne Sitte unserer Gesangvereine, daß sie die Mitglieder ehren, die ihre Kräfte eine gewisse Reihe von Jahren ununterbrochen in den Dienst ihres Vereins gestellt haben. Zu diesem Zwecke veranstaltete auch die Germania am vergangenen Samstag abend in ihrem Vereinslokale einen Kommers. Vierzehn Mitgliedern sollte die für zehnjährige, treue Mitglied­schaft gestiftete silberne Busennadel überreicht werden. Der Vorsitzende, Herr S t ü b i n g, eröffnete die sehr gut be­suchte Feier mit einem Hinweis auf ihre Bedeutung, Herr Gastwirt Reis beleuchtete in gebundener Rede die Aufgabe des Vereins im allgemeinen und die verdienstvolle Tätigkeit der Jubilare im besonderen, überreichte die Ehrengabe und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Em- pfänger derselben. Nachdem diese ihren Dank und ihrer Hin­gabe an den Verein durch Herrn Schnuth Ausdruck ver­liehen und Herr Murawsky in markanter Weise ein mit Enthusiasmus begleitetes Hoch auf den Dirigenten, Herrn Wagner, ausgebracht hatte, war die akademische Feier beendet, und der gemütliche Teil konnte seinen Anfang nehmen. In urfideler Stimmung wechselten jetzt Kommerslieder, Toaste, Männerchöre, hum. Gesäuge, Soli und Duette mit ein­ander, umrahmt von den erheiternden Weisen einer kleinen Musikkapelle. Der Stoff zur leiblichen Stärkung war von zwei Ehrenmitgliedern, welche diese Gelegenheit benutzen und eine Dankesschuld abtragen wollten, zur Verfügung gefiel? worden. Es war wirklich ein schöner Abend, der den Bc teiligten noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben wird, der aber auch Zeugnis ablegte von dem geselligen Leben in dem Vereine, dem strebsamen Geiste seiner Mitglieder und der treuen Anhänglichkeit an ihren Dirigenten. Möge der Gesangverein Germania auch fernerhin wachsen, blühen und gedeihen, um eine Pflcgcstättc des deutschen Liedes sein und bleiben zu können.

r * Die Origittal-Tegerttseer haben ihren Einzug gehalten und ihr kurzes, auf zwei Tage berechnetes Gastspiel gestern Abend im Saale des deutschen Hauses eröffnet. Mit dem Erfolge des ersten Auftretens in Hanau können die Gäste zufrieden sein, denn cs war ihnen vergönnt, auf ein vollständig ausverkatlftes Haus blicken zu können, weiterhin auch, Beiiallsspenden in reichem Maße entgegeuzunehmeu. Zur Aufführung gelangte das oberbayerische Original-Volks­stück mit Gesang und TanzDer Lehrer von Seespitz" von Georg Fischl. Wir nehmen Abstand, näher auf dieHand­lung" einzugehen, da dies hier zu weit führen würde. Die Darstellung war eine vorzügliche. Wir haben ja nicht Be­rufskünstler vor uns, fonbern echte und rechte Naturmenschen, die uns ihr eigenes Denken und Fühlen auf den Brettern, die die Welt bedeuten, vermitteln, uns vertraut machen mit ihren Sitten und Gebräuchen. Die in den Vornotizen ent­haltene Anmerkung, daß sich unter den Darstellerinnen und' Darstellern ganz hervorragende Kräfte befinden, tonnen wir vollinhaltlich bestätigen. Toni Röckl, der zugleich die Regie führt, gab den Lehrer Völkl in ausgezeichneter Weise. Eine besonders schätzenswerte Kraft ist Mapl S ch u l t e s , der gestern denSchwarzhofbauern" gelungen auf die Bühne ftcUtcjmb jedenfalls heute in der Rolle desKräutechans" sein Talent noch besonders entfalten wird. Von den Dar­stellerinnen ragen besonders hervor: Friedl Schmid, Mirzl Herbst u. a., kurz, wir haben es mit einem Ensemble zu tun, das unwillkürlich Erfolg an sein Auftreten zu heften vermag. Der unvermeidliche Schrchplattler findet stets seine Freunde und Anhänger, namentlich, wenn er in einer so vorzüglichen Weise wie gestern Abend zum Besten gegeben wirb. Die einleitend und in ben Zwischenpausen gebotenen Zithervorträge fanden gleichfalls mit Recht ein dankbares Publikum. Heute Abend findet das zweite und letzte Gastspiel statt, in dem das Volksstück's Lenerl von Ammer- gatt^ geboten wird, worauf wir empfehlend hinweisen.

'&djttccfdltnclijc. Wie aus dem Vogelsgebirge ge­meldet wird, hat dtlrch eingetretenes Regenwetter die Schnee- schmelze begonnen,, wodurch das Wasser der Kinzig gestiegen

Jedenfalls wird Hochwasser auch bei anderen Flüssen und Bachen eintrcten.

5 IMDCilFtiiff. Im Monat Februar 1907 be- trug in Hanau der Drirchschnittspreis für 1 kg Mehl . zur Spelfeberettung aus Weizen 36 Pf., Roggen 28 Pf., Gersten- Graupc 4^ Pf., .Grütze 38 Pf., Hafergrütze 46 Pf., Hirse 33 Pf., Rets, Java (mittlerer) 48 Pf., Kaffee, Java-, Mk. 30 Pf., gelber (in gebrannten Bohnen ) 2 Mk, 90 Pf., Speisesalz 20 Pf., Schweineschmalz 1.80Mk.