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ct, Taiieuhauie» In Hemau.
General-Anzeiger
Organ fnr Stadt- und Landkreis Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der sonn- und Feiertage. mit belletristischer Beilage.
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Die Nafgefpalteae P-ützeile oder das Sai» W Wt, tat Kella mental di« Zeil« 36 Pfs«
Vaartimertt. Redakteur: G. Schrecke» ta H««,
Mk. 60 Fernsprechanschlach Nr. 605.
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Amtliches.
I Eandkreis Ranau.
BektmitiiillchWeil des Kichlichen Lmdntsiimts.
In Kilianstädten ist die Schweineseuche festgestellt worden.
Die Gehöftssperre ist angeordnet.
Hanau den 11. März 1907.
Der Königliche Land rat.
V 1652 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
In O b e r r o d e n b a ch ist die Rotlaufseuche sestge- stellt worden.
Die Gehöftssperre ist angeordnet.
Hanau den 11. März 1907.
Der Königliche Landrat.
V 1740 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
In Somborn und Leisenwald, Kreis Gelnhausen ist die Schweineseuche festgesteyt worden.
An der evangelischen Volksschule in H o ch st a d t ist zum 1. n. Mts. eine Lehrerstelle zu besetzen.
Das Grundgehalt der Stelle beträgt 1200 Mk. und der Einheitssatz der Atterszulagen 150 Mk. Außerdem wird freie Wohnung gewährt, ohne daß dem Inhaber der Stelle ein Anrecht hierauf zusteht.
Bewerber wollen ihre Meldungen nebst Zeugnissen binnen 8 Tagen an den Königlichen Ortsschulinspektor, Herrn Metropolitan Reich in Hochstadt, einreichen.
Hanau den 10. März 1907.
Der Königliche Schulvorstand.
J V 1731 v. Deckerath,
Königlicher Landrat.
Bekanntmachung.
Einstellung von Drerjähria-ivreiwittigen für Vas LH. Seebataitton in Tsingtau (China).
Einstellung: ©stöber 1907, Ausreise nach Tsingtau: Januar 1908, Heimreise: Frühjahr 1910. Bedingungen: Mindestens 1,65 Meter groß, kräftig, vor dem 1. Okiober 1888 geboren (jüngere Leute nur bei besonders guter körperlicher Entwickelung). Bauhandwerker iMaurer, Zimmerleute, Dachdecker, Tischler, Glaser, Töpfer, Maler, Klempner u.J. io.) und andere Handwerker (Schuster, Schneider, Gärtner usw.) bevorzugt.
In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0,50 Mark Teuerungszulage gewährt.
Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beifügung eines Meldescheins zum freiwilligen Diensteintritt zu richten an
Kommando des Hl. Stammseebataillons, Wilhelmshaven.
Wird veröffentlicht.
Hanau den 8. März 1907.
Der Königliche Landrat.
M 1070 I. D.: Siemon, Reg.-Assessor.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Der von den städtischen Körperschaften durch Beschlüsse vom 1. März 1904, 2. Oktober 1906 26. Febr. 1907 24. März 1904, 7. Februar 1907 11110 U0m28. Febr. 1907 genehmigte „Baufluchtlinienplan für das Gelände zwischen Jahnstraße und Kinzig" wird gemäß § 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 vom 12. d. M. an 4 Wochen lang im Raihaus, Zimmer Nr. 21, während der Geschansstunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.
Einwendungen gegen den Plan sind während dieses Zeitraumes schriftlich oder mündlich bei uns anzubringen.
Hanau den 9. März 1907.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 5410
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 breite gelbe Glieder-Uhrkette (als Anhänger kleines Pferd und Hufeisen), 1 Portemonnaie mit etwas Inhalt, 1 kleines goldenes Bleistift, 1 kleines Portemonnaie mit etwas über 4 Mk.
Dienstag den 12. März
Verloren: 1 goldenes Medaillon mit 2 Photographien, 1 kleines evang. Gesangbuch, 2^2 Meter schwarz-weiß-rotes Band, 1 Portemonnaie mit 2,05 Mk. und 1 Photographie, 1 silberne Damenuhr.
Entlaufen: 1 schwarzer Dobermannpinscher.
Hanau den 12. März 1907.
Hus fianau Stadt und fand.
Hanau, 12. März.
Ucvcrmillionäre in Hanan.
Das Ergänzungssteuergesetz vom 14. Juli 1893, welches am 1. April 1895 in Kraft trat und dessen Ertrag im Rahmen der damaligen preußischen Steuerreform einen Teil der Schadloshaltung der Staatskasse für die Uebertragung der Grund-, der Gebäude- und der Gewerbesteuer an die Gemeinden zu bilden bestimmt war, hat bis jetzt in ben Veranlagungen für die beiden Einzeljahre 1895 und 1896, für die zweijährige Periode 1897/98 und für die drei je dreijährigen Perioden 1899/1901, 1902/04 und 1905/07 praktische Anwendung gefunden. Die Ergebnisse der Veranlagung für 1905/07 bieten also auf dem Gebiete der Er- gänzungssteuerveranlagung das neueste Material.
Interessant ist aus dem letzteren namentlich auch ein Blick in die Art und Weise der Verteilung der vorhandenen Ergänzungssteuerzensiten auf die neun großen Gruppen, in welche die Statistik die Gesamtzahl der Zensiten nach ihrem Vermögen eingeteilt hat. Für unsere Stadt beispielsweise
ergibt sich für die Veranlagungsperiode, in der wir zur Zeit
stehen, folgende i Verteilung der
vorhandenen
1761
Er-
gänzungsstcuerzensilcn, und zwar:
Mit mehr als
6 000— 20 000 M. Vermögen
636
oder
36,12 Proz.
20 000— 32 000
32 000— 52 ÖO0 „
274
234
n
15,56
13,29
ff
ff
52 000—100 000
258
14,65
ff
100 000—200 000 „
180
10,22
If
200 000—500 000 „
133
ff
7,55
ff
500 000—1 Million „
30
1,70
0,74
ff
1 Mill. —2 Mill. „
13
r
2 Mill, ff ff
3
ff
0,17
1!
Zusammen 1761 oder 100,00 Proz.
Wir haben in unseren Mauern hiernach also 16 Personen mit einem Vermögen von über 1 Million M., oder 0,91 Proz. der Geiamtzahl der Ergänzungssteuerzensiten. Es ist wohl nicht uninteressant, uns in dieser Hinsicht mit den übrigen Stadtkreisen unserer Provinz vergleichend zu- sammenzustellen. Das Ergebnis geht dabin, daß die einzelnen Stadtkreise Personen mit mehr als 1 Million M. enthielten:
Frankfurt a. M. 584 oder 2,95 Proz.
Cassel. . . . 53 „ 0,86 „
Wiesbaden . . 208 „ 2,47 „
Hanau . . 16 „ 0,91 „
Prozentualiter die meisten iolcher „llebermillionäre" finden sich also in Frankfurt a. M. (2,95) und sodann in Wiesbaden (2,47 Proz.) Unsere Swdt nimmt mit 0,91 Proz. solcher „Obersten der oberen Zehntausend" unter den vier Stadtkreisen unserer Provinz die dritte Stelle ein, und überragt damit unsre weit bevölkertere Provinzialhauptstadi, wenn auch nur um ein Geringes.
Zieht man nun lediglich die oberste Gruppe, also die Ergänzungssteuerzensiten mit einem Vermögen von mehr als 2 Millionen M., und die Steuerbeträge in Betracht, welche dieselben in absoluten Ziffern sowie in Prozenten des Er- gänzungssteuer-GesamtsollS ausbringen, so kommt man zu folgendem Ergebnisse:
Steuer Proz. Frankfurt a. M. 247 mit 788 557,40 M. oder 40,35 Cassel . . . . 10 „ 38 787,00 „ „ 12,90 Wiesbaden . . 60 „ 138 422,00 „ „ 19,93
Hanau . . 3 „ 4029,20 „ „ 5,12
Hier steht unsere Stadt mit ihrem protentualeu Ertrage also an letzter Stelle. Dabei ist aber noch hervorzuheben, daß von den 72 Preußischen Stadtkreffen, die uns an Einwohnerzahl überragen. 13 überhaupt keine Besitzer eines Vermögens von über 2 Millionen M. in ihren Mauern au' zuweisen haben. Hanau nimmt mithin auch in dieser Beziehung noch immer eine recht günstige Stellung ein.
* Paul Gerhardt-Feier. Heute, als am Geburtstage Paul Gerhardt'«, findet, wie wir schon öfters milteilten, um 8 Uhr im „Deutschen Haus" ein Familienabeud statt, bei welchem in Deklamationen sowie in den Solo- unb ge-
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1907
meinsamen Gesängen fast ausschließlich Paul Gerhardt'sche Lieder zum Vortrag kommen. Es wird sicherlich vielen Freunden eine Freude sein, durch Teilnahme an dieser Gerhardts-Feier auch ihrem Dank gegen den großen gottbegnadeten Sänger Ausdruck geben zu können.
* Verseht. Der Postinspektor Lütt ke von hier ist vom 1. April ab an die Oberpostdirektion nach Kiel versetzt.
* Stadttheater. Morgen Mittwoch wird Felix Philippi's erfolgreiches Schauspiel: „Das Erbe" nochmals zur Aufführung gelangen. Als eines der besten Werke des bekannten Autors, dürfte es auch morgen wieder ein besonderes Interesse erwecken. Die interessante Handlung, die sich bekanntlich an Vorgänge in der höheren Gesellschaft anlehnt, die packenden dramatischen Szenen und die hervorragend gezeichneten Charaktere werden dem Werke wieder den Erfolg sichern, zumal die Besetzung der Hauptrollen eine ganz vortreffliche ist.
* Ausschuß für Volksvorlesungen. Heute abend punkt 8'/s Uhr findet der zweite Vortrag des Herrn Prediger Voigt statt, über die Geschichte des Menschen vom Urbeginn bis zur Neuzeit. Eintrittskarten sind unentgeltlich im Theater zu haben. Der Besuch von Damen ist erwünscht und willkommen.
s Jubiläum. Aus Cassel wird uns geschrieben: Am 5. März d. Js. waren 25 Jahre verflossen, daß der Verbandsanwalt der ländlichen Genoffenschaften unseres Regierungsbezirks, Herr Oekonomierat R e x e r o d t - Cassel in das ländliche Genossenschaftswesen eintrat. Staatliche Behörden nicht minder wie die Genossenschaften des Jn- unb Auslandes waren bemüht, den Tag für den hochverdienten Mann zu einem schönen Feste zu machen. Vormittags 11 Uhr füllte sich der Sitzungssaal im Bureau des Verbandes mit den Glückwünschenden. Se. Exzellenz, der Herr Oberpräsident von W i n d h e i m , der Herr Ober- konsistorialpräsident von A l t e n b o ck u m , Herr General- superintendent Möller, Herr Landeskredttkassenpräsident von Sachs begrüßten den Jubilar namens der staatlichen, kirchlichen und kommunalen Verwaltungen. Die Landwirtschaftskammer überbrachte ihre Glückwünsche durch Herrn Rittergutsbesitzer Märtens mit einer kunstvollen Adresse. Der Generalanwalt des R e i ch s v e r - bandes landwirtschaftlicher Genossenschaften feierte in einem von dem Generalsekretär Dr. G r a b e i n überbrachten Brief die Verdienste des Jubilars um das große deutsche Genossenschaftswesen. Der Präsident des Aufsichtsrais und der Generaldirektor der Landw. Zentral- darlehnskasse für Deutschland, die Herren Kaulen und Caspers übermittelten die Grüße der Raiffeisenorgaui- salion, zugleich ein reiches Geschenk in Silber dein Jubilar von seinen Kollegen im Vorstaitd überbringend. Besondere Grüße brachte der Thür. Bruderverband durch Herrn Pfarrer- Sell. Genossenschaften und Genossenschafter des hessischen Verbands ließen durch ihr ältestes Beiratsmitglied, Herrn Sekretär Pfleging eine Ehrengabe von 8000 Mk. überreichen mit der Zweckbestimmung, daß sie von dem Jubilar als „Rexerodt-Stiftung" dem von ihm gegründeten Raiffeisendank überwiesen werde. Die Beamten der Filiale Cassel überreichten ein Album in Silber. Eine große Reihe von Unterverbandâ- und Vereinsvertretern schlossen sich an, alle in beredten Worten die Verdienste des Jubilars feiernd. Besonders sei der poetische Gruß erwähnt, den ihm 'ein vor 25 Jahren von ihm gegründeter Verein Röhrda durch seinen Rechner, Herrn Kantor A ch I e r brachte. Um 3 Uhr fand dann das Festessen statt. Die Beteiligung aus allen Teilen und allen Ständen des Landes war so stark, daß sich der zuerst dafür vorgesehene Saal des Lesemuseums als zu klein erwies und der des Central- Hotels genommen werden mußte. An 200 Personen, Herren und Damen, nahmen an dem Essen teil. Das Kaiserhoch brachte Herr Regierungspräsident Graf Bernstorff aus. Das Beiratsmitglied Pfarrer M e y e n s ch e i n toastete auf den Jubilar, ihn als verdienstvollen Genossenschafter und als liebenswürdigen Menschen feiernd. In bewegten Worten dankte der Jubilar. Unterverbandsdirektor Pfarrer S ch ü l er feierte die Gattin und die hochbetagte Mutter des Jubilars, denen er soviel verdanke. Zugleich überreichte er Frau Oekonomierat Rexerodt als ein Zeichen der Verehrung, welche ihr der Raiffeisenverband zollte, eine in Gold gefaßte Narffeisenbrosche. Wieder in poetischer Form schilderte Herr Kantor Achte r die Gründung des Röhrdaer Vereins. Allerliebst waren die lebenden Bilder, in welchen die Töchter von bewährten Ra ffeisenleuten unter Führung von Frl. Aline Rexerodt die Schöpfungen Rexerodts mit Versen des hessischen Dichters Valentin Traudt darstellten..^Der