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Lerugs-rerS:

Nrrt^sährluH 1,80 Mk., monatlich GO ^V HU euS» »artige Nbonnrmen mit dem betreuenden 'ßostLullchiag, Die einzeln« Nummer lostet 10 Pfg.

Votatlonldruck imd Verlag der Buchdrucker« de» vereka. ex WaijevhauseS in Hassu.

Amtliches Organ für Stadt- «O Landkreis Sana».

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

ElueüikuugSgeSähr;

Dir läMrj-allenc Petüzeile oder der« Raa* M Mg. im Arklamenteil die Aelle AL Pfz.

Berantioortl. SteaKeut: T. Schrecker tu Hiwt».

Nr. 59 Fernsprecharrschlntz Nr. 605.

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Montag den 11. März ??«»>»,prechanschiutz Nr. ««5. 1907

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LMMWilher Kreisverei« Ham.

Nächste Versammlung Samstag den 16, d. M., nachmittags 2^- tthr, im Gasthauszum goldnen Löwen" hier.

Tagesordnung :

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Besprechung über gemeinschaftlichen Bezug von Saat-

3.

4.

6.

kartoffcln.

Vortrag des Herrn Direktor Wagner aus Gelnhausen überFrühjahrsbestellung und Düngung." Berichterstattung der Delegierten über die Ausschuß­sitzung der Landwirtschaftskammer.

Erteilung der Decharge zur Vereinsrechnung für 1906.

Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekannt­machung des landwirtschafilichcn Kreisvereins in den Ge­meinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen. Hanau, den 11. März 1907.

Der Königliche Landrat.

v. Beckerath. ^M»W»I.MIJ^Hl,^,rWM,m»^.^w,,,,»<w,wv,^.;wlEtj^)Mig.J«|ag!l

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hanan 11. März.

Eine Paul Gerhardt-Gedächtnisfeier zur 300jährigen Wiederkehr des Geburtstages des Kirchenlieder­dichters Paul Gerhardt findet Dienstag den 12, März, abends 8 Uhr, imDeutschen Haus" statt, veranstaltet von der Marienkirche zu Hanau.

Äs Statèstr?. Im Monat Februar 1907 winden in Hanau lebend geboren 61 Kinder, 27 Knaben und 34 Mädchen.Gestorben sind mit Ausschluß vön einem Tot-

und 29 weiblichen

geborenen 51 Personen, 22

Geschlechts,

darunter

7

Ortsfremde. Für

unsere Stadt

selbst bleiben 44 und

es

kommen auf 1000

Einwohner und

aufs Jahr berechnet nur Gestorben sind:

18,0 Todesfälle.

8

Kinder

im

Alter von 01

Jahr

8

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ff ff 1 $

Jahren

2

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ff 5 10

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1

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40-50

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9

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5

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ff 70-80

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5

* ff

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ff 80-90

st

An Diphtheritis starb 1 Kind auZ der Siernstraße und 3 Kinder, je 1 aus der großen Deckaneisiraße, Salzstraße und Hospitalstraße, an Maseru. An nicht tuberkulöser Erkrankung der Atmungsorgaue starben 8 Personen, darnwer 3 an In­fluenza, und an Tuberkulose 7 Personen, davon 3 hiesige und 2 ortsfremde Vertonen an Lungenschwindsucht, ein Kind an allgemeiner Tuberkulose und eins an Darmtuberkulose. Zn je 5 Fallen war die Todesursache Aderverkalkung und Herzleiden, in je 2 Schlaganfall und Zuckerruhr und in je einem Fall Krämpfe, Sarkom, Altersbrand, Gehirnerkrankung, Darmblutung, Tarmverschluß, Krebsleiden, Leukaemic, Rücken- markserkrankung, Bauchfellentzündung, Nierenleiden unb un­bekannte Todesursache. Nicht durch Krankheit war der Tod in 6 Fällen bedingt: 2 Personen starben an Alters­schwäche, 3 kleine Kinder an Lcbensschwäche und eine Person in Folge von Verunglückung. Sanitätsrat Dr. Zeh.

* SiaSitheatcr. (W 0 chenspielvla n.) Mitt­woch: V. Serie Nr. 6 (statt 7):D a s Erbe , Schau­spiel von F. Philippi; Freitag : Benefiz für Herrn Regisseur Hauser: Gesangsszenen von Frau H a u s e r - G u a st a l a. Neu einstudicrt:D e r D e i l ch e n f r e s s e r", Lustspiel in 4 Akten von G. v. Moser; Sonntag: nackmittags halb 4 Uhr, bei halben Preisen :H u s ar e n fi e b e r" ; abends 7 Ubr, neu einstudiert:Die Else vom Erlen Hof", Dolksstück aus dem Schwarzwald von Siegsr. Cour. Staack. Else: 3rl. Marie Lautermann als Gast.

* Benefiz Harter. Ani Freitag wird der Ehren- abend für Herrn Felix Hauser stattfinden. Das ge­schätzte Mitglied unserer Bühne hat sich durch seine hervor­ragenden Leistungen die Gunst des Publikums in so hohem Maße erworben, daß man dem Ehrenabend des beliebten Künstlers ein besoirderes Interesse entgegenbringen wird. Zur Aufführung gelangt Mosers reizendes Lustspiel:Der P e i l ch en fre fser". Vor und nach dem Stück wird Frau H a u s e r - G u a st a l a in einigen ihrer glänzendsten Öpernszenen gastieren und dürfte schon dieser Umstand ge­nügen, die grüßte Zugkraft auszuüben. Wir wünschen dem Benefizianten auch von Herzen viele Ehrungen und ein aus- verkauftes Haus. Bestellungen auf Billetts nimmt Herr Kempf-Bamberger schon von heute ab entgegen.

* Marine-Verein für Hanan und Umwogend. Dem Rufe, einen Verein ehemaliger Marine-Angehöriger zu gründen, waren gestern nachmittag eine große Anzahl Kame­raden gefolgt, sodaß der neue Verein wohl bald mit einer stattlichen Anzahl von Mitgliedern an die Oeffentlichkeit treten kann. Herr Lokomotivführer Rößler eröffnete die Ver­sammlung mit einer begeisternden Rede und gedachte hierbei auch der schönen Schiffe, die den Kampf mit den Elementen oder mit dem Feinde zu bestehen hatten und wobei die

blauen Jungen" stets den größten Heldenmut bewiesen und noch im letzten Ringen mit dem Tode ihres Vaterlandes ge­dachten. Der Redner betonte, daß gerade ein Marine-Verein eine ganz besondere Berechtigung habe, als Einzelverein 311 bestehen. Seine Worte klangen aus in ein kräftigesHipp hipp Hurra." Mögen diese Worte auf fruchtbaren Boden fallen und alle ehemaligen Kameraden veranlassen, dem Marine-Verein beizutreten. Anmeldurrgen nimmt jederzeit Kamerad Adolf Ernstzum Kaiser Friedrich", woselbst sich auch das Vereinslokal befindet, entgegen. K. L.

* Kinderfest. Die Knaben- und Mädchenabteilung der T u r n g e m e i n d e veranstaltete gestern in der Turn­halle eine festliche Veranstaltung, die in Bezug auf Abwechse­lung, Schönheit der Darbietungen und angenehmste Unter- Haltung den Veranstaltungen Erwachsener um nichts nachgab. Der Besuch war ein dermaßen starker, daß sich viele mit einem Stehplätze begnügen mußten. Das hübsche Programm wurde nach einer Begrüßung durch eine Schülerin eingeleitet durch ein liebreizendes Elfenspiel von Martha Deiloff, be­titeltIn der Johannisnacht". Es stellte den abenteuerlichen Traum dreier junger Mädchen dar, die an einem milden Johannisabend unter blühenden Fliedersträuchern einge­schlummert waren. Durch das poesieumwobene neckische Spiel der duftigen, leichtfüßigen Elfenschar zog sich gleich einer bunten Blumenkette eine Serie entzückender, graziöser Reigen der zarten Geschöpfe aus dem Zauberreich der Phantasie. Die nächste Nummer war eine Vorführung der Knabenab­teilung in Jockeykostümen. Waren die Pferde auch bewegungs­los, so bot das Ganze doch ein Bild flottester Bewegung, munterster Lebhaftigkeit. Die kleinen Jockeys verbanden, schneidige Eleganz mit völliger Exaktheit und machten ihre Sache wirklich vorzüglich. Auch die späterhin von der Kna- benabteilung Vorgefühlen Pyramiden zeugten davon, was Lust und Liebe zur Sache bei guter Schulung vermögen. Von Erwachsenen hätte diese Pyramidenstellung sicherlich auch nicht besser ausgeführt werden können. Im weiteren verzeichnete das Programm neben einer Anzahl recht hübscher Spiellieder mit Musik noch einen eleganten Stabreigen und einen graziö­sen Tanzreigen der Mädchenabteilung. Gesellige Vereinigung und Tanz für Kinder schloß die in allen Teilen wohlge- lungeue, bei allen Besuchern den besten Eindruck hinterlassend stimmungsvolle Veranstaltung.

* GrftmordaMre. Im März v. I. starb in Breiten­born die Frau des Jagdaufsehers Schar. Der Tod er­folgte plötzlich nach dem Mittagessen, angeblich infolge eines Schlaganfalles. Die geschäftige Fama kolportierte aber bald nach der Beerdigung mancherlei Gerüchte, denen zufolge die Frau keines natürlichen Todes gestorben sein und der Gatte in gewisser Beziehung zu dem plötzlichen Todesfall stehen

KWSW

Feuilleton.

Aedershtâ te WMrmsToMiithe".

Hanau, 10. März.

Am gestrigen Abend gab der GesangvereinTonblüthe" (Dirigent: Herr Heinrich AppuNn) im Centralhallensaale einen Liederabend. Wir haben dem Auftreten dieses Männer­chores, der ja numerisch der größte in unserer Stadt zu sein scheint, stets mit Interesse entgegengesehen, der gute Besuch der Veranstaltung zeigte, daß dieses Interesse auch in weiteren Kreisen unserer kunstliebenden Bevölkerung vorhanden ist. Der gestrige Liederabend wurde eingeleitet durch den Vortrag des mächtig wirkenden ChoresDem Rhein mein Lied" von J. Schwartz, dem weiter folgtenWaldlied" aus der Rose Pilgerfahrt (mit Hörnerbegleitung) von Rob. Schumann, Die stille Wasserrose" von Fr. Leu,Am Rhein" von H. A p p u n n (dem Dirigenten des Vereins),Die Heimat" von C. Altenhofer,Lindenlaub", ebenfalls von C. Alten­hofer,Nachtigall" von K. Hirsch,Und wenn am schönsten die Role blüht" von Brambach,Abschied" (schwäb. Volks­lied), Bearbeitung von Fr. Silcher. In Bezug auf Klang- fütle und Gleichmaß des Tonkörpers und Sicherheit in der Beherrschung der Materie stand der Verein auf der Höhe feiner Aufgabe. Der ihm nach jeder Vortragsnummer ge­spendete reiche Beifall war ein wohlverdienter. Nicht zu unterschätzen ist, daß der Dirigent mit Geschick und Fein­gefühl den Chor sicher zu steuern weiß. Umrahmt von den vorstehend verzeichneten Männerchö'en wurden außerdem künstlerisch gut zu bewertende Solovorträge geboten. Herr A p p u n u wartete mit zwei CellovorträgenLargo" von Hch. Becker und einer eigenen KompositionRomanze" auf, die mit Orchesterbegleitung vorzüglich zur Wiedergabe ge­langten und stürmischen Beifall ernteten. Ein junger Konzert­

sänger Herr H. Möller aus Marburg (Tenor) erfreute mit drei Scbubertschen LiedernDer Doppelgänger", Frühlingsglaube" und dieDost". Später folgte noch der Vortrag von Rezitativ und Arie aus der OverDer Frei­schütz"Nein länger trag' ich nicht die Dualen", worin das Talent des jungen Künstlers besonders günstig zu Tage trat. Auch ihm blieb der verdiente Beifall nicht vorenthalten. Herr Rezitator Jean Bock wußte, wie schon so oft, auch diesmal wieder durch vortreffliche Wiedergabe gut gewählter Dichtungen zu fesseln und sich die Anerkennung der Besucher zu sichern. An dem Gelingen des Abends >var in besonderem Maße auch die Jnfauteriekapelle (Leiter: Herr Musikdirigent Schmidt) beteiligt. Am Klavier betätigte sich als fein­fühliger Begleiter Herr G. Altvater.

Stadtthcatcr in Hanan.

Hanasr, 10. März.

Adolf Wronge kann sich in dieser Spielzeit als ganz besonderer Günstling unserer Theaterdircktion schätzen, indem nebenHasemanns Töchteril" unbMein Leopold" gestern noch ein drittes HauptwerkDr. Klaus" (ursprünglich be­titeltGoldschmieds Töchterlein) wieder einmal zur Auf­führung gelangte, wodurch ein Zyklus allgemein beliebter Dolksstücke in einer für den Autor hochzuschätzenden Weise eine würdige Beachtung fand. Mit glücklichem Dühncngefchick zeichnet uns der Dichter in der populär gewordenen Figur des Dr. Klauß einen welterfahreuen, umsichtigen Menschen, dessen höchstes Ziel in dem Ernste seines Berufes gipfelt und der es sich am Schluffe zum Triumphe anrechnen kann, aus seinem Neffen, einem von Natur aus etwas lockeren Zeisig, einen rechtschaffenen, strebsamen Vater seiner Familie erzogen zu habeu. Neben dieser Grundidee wußte der erfolg­reiche Autor zwischen einem gewissen Referendar Gerstel unb der Tochter des Dr. Klaus noch ganz entzückeude Licbesszenen

anzufügen, welche durch ein geradezu kostbares, urwüchsiges Faktotum zu einer Skala drastischer Vorgänge heranreifen. Die Verkörperung des versöhnlichen, großmütigen Dr. Klaus lag in den Händen von Herrn Kempf. Der geschätzte Dar­steller legte eine derart verständnisvolle' Auffassung an den Tag, unterstützt durch angemessenes Auftreten sowie treff­liche Manieren, daß diese Partie unseres vollsten Beifalls gewiß war. Recht anmutig in der Erscheinung und vor­züglich in der Darstellung wußte Frl. Berger den dem Handschuh- und Pantoffeldcspotismus ihres Vaters unterworfenen BackfischEmma" reizend wiederzugeben. Wenn auch die aufopfernde, fürsorgliche ,,Julie" von Frl. Macdonald im großen unb ganzen in ihrer Art einheit­lich durchgeführt erschien, hätten wir diese Partie in der Nuancierung etwas mehr ausgearbeitet dargestellt gewünscht. Frei von jeder Uebertreibung und burdibrungen von einer wahrhaft unwüchsigen Komik verkörperte Herr Gehrmauir den selbstbewußten, eingebildeten Kutscher,,Lukowsky". Die von ihm abgehaltene Sprechstunde des 4. Aktes mit beut toten Bauern", der durch Herrn Heidemann einen recht geeigneten Vertreter fand, versetzte das Publikum in großes Entzücken, wenn man diesogenannte Probebw" und Ex­plikationen über eigenartigeHallun kin ati o n en" in sogenannte" Berücksichtigung zieht. Aus dein gutherzigen^ jovialen JuwelierLeopold Griesinger" bildete Herr O. H. Müller eine Figur, der an Charakterisierung nicht das mindeste mangelte, wie auch Herr Nygrin den zahmen, liebewerbendenGeigenkünstler" ReferendarGerstel" sehr wirksam auf die Bretter stellte. Der etwas leicht angelegte, flatterhafteMax von Boden", dem Lebensfreude zum Lebens­bedürfnis geworden ist, gab Herr Harrs er mit bestem Klingen, indem er neben einem behaglichen Humor ein frisches, glaubwürdiges Spiel eutwickelte. Während Frau Reinhardt als die brummigeklatschbascnde Marianne" denn doch etwas zu viel an Charakteristik aufivand, mutete die gutherzigeMarie" (Frau Anders) recht sympathisch