Erstes Mâ
anauer K Anzeiger
LezagSprelSr
Äed«Tjâ^tG4 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für ai* sättigt Abonnenten mit dem betreffenden Postsufschlag, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
General-Anzeiger
DNaürstdruck unb Verlag b« Buchdruckerei bei verein, et, kSaijschmrseL in Hanau.
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Ssnn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EiarSckusgSgkbLhr;
Die lULfzesprüeue P-titzerle oder deren Kas» M M^ im Neklamenteil die Zeile 35 Pfg.
öeraithwettl. Rüaktrur: S. Schrecker Ä H««.
Nl. 57 Fernsprechanschlntz Nr. 605
Freitag den 8. Miirz
ffernsprechanschliitz Nr. 605. 1907
Jie keiitigeNiiimiier timtet um d.llnterWtiWWt 14 Seite».
Arutr.ches.
Stadtkreis Hanau Bekanntmachung
Die Lieferung des für die gesamte Verwaltung erforderlichen Schreibpapieres sowie der Briefumschläge soll im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden.
tm
Es werden jährlich ungefähr gebraucht: 35000 Bogen Normal-Kanzlei 4 a, 20 000 r
1000
4000
Bogen Normal-Kanzlei 4 a liniiert,
zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Schuhmachermeisters Adolf Heinrich Helm junior (Adolf Heinrichs Sohn) zu Hanau eingetragene Grundstück:
Krtbl. G Nr. 57 = 1 ar 18 qm, in der kleinen Fahrgasse Nr. 4,
a) Wohnhaus mit Hofraum, Seitenbau rechts (A), abgesondertem Abtritt (B) und Schweinestall (C) nebst Hofraum, — Gebäudestenernutzungswert — 675 Mk. — in der Grundsteuermutterrolle unter Artikel 1047, in der Gebäudesteuerrolle unter Nr. 1462 eingetragen
am 8 Mai 1907, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — Marktplatz 18 — Zimmer Nr. 14 — versteigert werden.
1500
1000
1000
1000
1000
40000
3 000
3 000
Bogen Dokumentenpapier, kleine Bogen Normal-Kanzlei 4 a mit
Druck
Hanau den 5. März 1907.
Königliches Slmtsgericht 2
5120
„Der Magistrat", kleine Bogen Normal-Kanzlei 4 a mit Druck „Städtische Polizeiverwaltung," kleine Bogen Normal-Kanzlei 4a mit Druck „Der Vorsitzende der Einkommensteuer- Veranlagungs-Kommission," große Bogen Normal-Kanzlei 4 a mit Druck „Der Magistrat,"
große Bogen Normal-Kanzlei 4 a mit Druck „Städtische Polizeiverwaltung,"
große Bogen Normal-Kanzlei 4 a mit Druck „DerVorsitzende der Einkommensteuer- Veranlagungs-Kommission," gelbe Briefumschläge,
davon 20000 mit Firmendruck, Aktentaschen ohne Firmendruck, desgl. mit Firmendruck.
Bekanntmachung.
Das Proviantamt setzt den freihändigen Ankauf von Nogaen, âSafer, Wiesentzeu »nd Roggensiroh diesjähriger Ernte zu den gangbaren Tagespreisen fort. Es werben selbst die kleinsten Mengen angenommen.
Die Einlieferung der Naturalien kann ohne vorherige Anmeldung und an jedem Wochentage von 8—12 Nhr vormittags sowie von 2—4 Uhr nachmittags erfolgen.
Hanau den 2. März 1907.
Königliches Proviant-Amt. V 1602
Angebote unter Beifügung von Proben, sowie Angabe des Gewichts für 1000 Bogen der betreffenden Papierart sind bis zum 15. März d. I., verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, in Zimmer 7 des Rathauses abzugeben. Daselbst ist etwa sonst gewünschte Auskunft zu erhalten.
Hanau den 6. März 1907.
Der Magistrat. Dr. Gebeschus.
5099
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hanau belegene, im Grundbuchs von Hanau Band 6 Artikel 355
Hus fianau Stadt und Eand.
Hanau. 8. März.
• Dir landwirtschaftliche» Arbeiter-Verhältnisse. Die Landwirtschaftskammer für den RegierungsBezirk Cassel erstattete einen Bericht über die Entwicklung der Landwirtschaft in den letzten 5 Jahren und äußerte sich in demselben über die landwirtschaftlichen Arbeiter-Verhältnisse wie folgt: Die Arbeiterverhältnisse sind im ganzen Regierungsbezirk sehr schlecht und verschlechtern sich von Jahr zu Jahr immer mehr. Sobald ein Knabe oder Mädchen au§ der Schule kommt, geht es in die benachbarte Stadt oder Fabrik,. aus den Kreisen Fulda und Gersfeld auch in die Wetterau zu Sommerarbeiten; die ermäßigten Eisenbahnfahrpreise im Lokalverkehr und die besonderen Arbeiterzüge auf den Eisenbahnen unterstützen diese Landflucht auf das Aeußerste. In Folge davon sind einheimische Knechte und Mâgde noch nur gegen sehr hohen Lohn und auch dann kaum zu haben; so erhält z. B. im Kreise Fulda ein ver-
heirateter Kitecht 650 Mk. Lohn, freie Wohnung, V4 Hektar Kartoffelland, sowie freies Futter für eine Ziege und ein Schwein, ein unverheirateter Knecht 3—400 Mk. bar Geld, eine Magd 200 bis 250 Mk. bar Geld und beide freie Station. In anderen Gegenden sind die Löhne eher höher als niedriger, der Pächter eines größeren Guts in Bürgeln, Kreis Marburg, muß sogar seinem Kuh'chweizer mehr Lohn zahlen, als die Pacht für das Gut beträgt. Die landwirtschaftlichen Arbeiten wären daher garnicht mehr zu leisten, wenn nicht fremde Arbeiter, meist russische Polen, im Frühjahr einträfen und im Herbst nach vollendeter Feldarbeit wieder in die Heimat zurückgingen, wobei sie natürlich ein schönes Stück deutsches Geld mitnehmen. Um diese fremden Arbeiter anzuwerben, hat die LandwirlschaftSkammer eine eigene .Arbeitsnachweisstelle errichtet, welche in den 5 Berichtsjahren augeworben hat: 4 Familien, 113 Knechte; als Sommerarbeiter 1525 Männer, 2309 Frauen und Mädchen, 717 Burschen. Diese Zahlen erschöpfen jedoch keineswegs das Bild des Zuzuges fremder Arbeiter, da eine ganze Reihe größerer und mittlerer Güter au ihren alten Bezugsquellen, die ihnen privatim Arbeiter vermitteln, festhält. Aber auch diese Arbeiter fangen mit der Zeit an größere Ansprüche gegen geringere Leistungen zu machen und namentlich nimmt der Kontraktbruch, d. h. das Verlassen der Arbeitsstelle, an welcher sie kontraktmäßig gebunden sind, zu. Nicht nur die größeren, sondern auch die kleineren Landwirte sind gezwungen, solche Sommerarbeiter anzunehmen und der immer steigende Bedarf steigert natürlich auch ihre Hubotmäßigkeit. So ist die Leutefrage heute zur schwersten Sorge der Landwirtschaft geworden und wenn sie nicht bald unb glücklich gelöst wird, muß die Landwirtschaft zu einem extensiveren Betrieb zurückkehren.
* Lehrerbesoldnttgsordnuttg. Die von den städtischen Körperschaften beschlossene Neuordnung der Lehrerbesoldung hat die Zustimmung der Kgl. Regierung zu Cassel gefunden.
* Stadttheater. Auf das heute zum Benefiz für Frl. Gertrud Sarno neu einstudiert in Szene gehende Schau-
spiel Oskar Blumenthal's: „
E i n Tropfen Gift" sei
Feuilleton
Schumann-Abend.
[:] Hanau, 8. März.
Vor einem sehr gut besetzten Saal fand gestern abend in der „Centralhalle" der vom Lehrpersonal der Musik-Akademie veranstaltete Schumann-Abend statt. Die vom Konzert- Publikum so gut aufgenommene Mozart-Feier vom vorigen Jahr hatte dem gestrigen Schumann-Abend als Vorbild gedient, dem ein gleicher Erfolg beschieden war. Das Programm erfuhr in letzter Stunde wegen Verhinderung einer der mitwirkenden Sängerinnen eine kleine Störung, für Frau Emmy Küchler sang Frl. Helene K e l l e r m a n n- Keffelstadt die drei Lieder aus „Frauenliebe und Leben". Herr Karl Fr. Appel wußte in seinem Vortrag den Lebensgang Robert Schumanns, sein Schaffen und Wirken in klarer interessanter Weise zu schildern und in diesen Vortrag waren die charakteristischsten Klavierkompositionen Schumanns eingestreut. Auf die interessanten Darlegungen nochmals einzugehen, erübrigt sich wohl, da an dieser Stelle des genialen Künstlers Schaffen schon anläßlich seines 50jährigen Todestage? und neuerdings in mehreren dem Konzert vorausgegangenen Feuilleton-Artikeln eingehend gedacht wurde. Herr Altvater, unser bewährter Pianist, spielte mit gewohnter prächtiger Technik das „Pröambule" aus dem „Carneoal" und aus dem „Jugendalbum" die beiden Sätze „Komm lieber Mai" und „Der kleine Wanderer". Herr Altvater brachte bei den letzteren die kompositorische Kleinmalerei Schumanns ausgezeichnet zur Geltung. Der vierhändige Satz „Bilder aus bent Osten", entstanden nach des Komponisten Konzertreise nach Rußland, gelangte von den Damen Frl. Emma Lieber und Frl. Emmy Nadolsky zum Vortrag. Der zweite Teil des Programms brachte das Schaffen Schumanns auf orchestralem Gebiet und seine besten Liederkomposttionen zu Gehör. Frl. Helene Kellermann-
Kesselstadt, deren reiches schmiegsames Organ besonders in den Mittellagen so sehr anspricht, sang aus „Frauenliebe und -Leben" die drei Lieder „Seit ich ihn gesehen", „Er, der herrlichste vor allen" und „Du Ring ant meinem Finger" mit Wärme und innigem Gefühl. In hohem Maße fesselte die Zuhörer Herr Karl Fr. Appel durch den Gesang der drei Lieder für Bariton „Ich grolle nicht", „Die alten bösen Lieder" und „Ich wandre nicht". Sein volles rundes Organ mit fein durchdachter Vortragsweise war für die Hörer ein Genuß. Herr Altvater erwies sich am Klavier als würdiger Partner. Ein Streichquartett in ^-üue brachten in tadellosem Ensemblespiel die Herren Hock, Dippel, Graf und Appunu. Ten Schluß bildeten drei Fantasiestücke für Klavier, Violine und Cello mit den Herren Parlow, Kirchbach und Appunn als Mitwirkenden. Der ausgezeichnete Vortrag war ein würdiger Abschluß des Schumann-Abends, dessen Verlauf der Musik-Akademie wieder zur Ehre gereichte.
Humoristisches.
Schlechtes Gewissen. Gast: „Diesen Pudding haben Gnädige wohl selbst zubereitet?" — Hausfrau: „Warum — schmeckt et Ihnen nicht?"
Albnmblâtter.
Es trägt wohl mancher Alte,
DeS Herz längst nicht mehr flammt,
Im Antlitz eine Falte,
Die aus der Kindheit stammt. Hammer.
O
*
rer Schneeball und das böse Wort, Sie wachsen, wie sie rollen, fort. Ein' Handvoll wirf zur Tür hinaus: Ein Berg wird's vor des Nachbars Haus.
W. Müller.
nochmals aufmerksam gemacht. — Am Sonntag nachmittag 'M Uhr wird beibedeutend ermäßigten Preisen L'Arronge's bekanntes und beliebtes Volksstück mit Gesang: „M ein L e o p o l d", welches bei den bisherigen Aufführungen so starken Beifall erzielte, nochmals in Szene gehen und wieder die gewohnte Zugkraft ausüben. Sonntag abend gelaugt als 7. (statt 6.) Vorstellung der V. Serie das erfolgreichste Lustspiel: „Doktor Klaus", neu einstudiert zur Darstellung. Als eines der bewährtesten und besten Repertoirestücke aller Bühnen, stets mit außergewöhnlichen Heiterkeitserfolgen gegeben, wird es auch diesmal wieder sein Publikum finden und ihm einige recht genußreiche amüsante Stunden bescheren. — Der Vorverkauf für beide Sonntags Vorstellungen findet morgen S a m s t a g nachmittag von 4—5 Uhr statt.
* Gesangverein „Sumser". Am Samstag bett 16. März, abends 8 Uhr, feiert der Gesangverein „Sumser" in den Sälen der „Ceutralhalle" sein 61. Stiftungsfest in der Form einer musikalischen Abendunterhaliung (Familien- abeud mit Ball), worauf wir Freunde und Gönner des Vereins hiermit aufmerksam machen. Durch eine reiche Auswahl schöner Chöre und die Mitivirkung der gesamten Ulanenkapelle erhält der erste Teil des Programms einen etwas konzertlichen Charakter, während zum Schluffe durch ein Theaterstück zur Unterhaltung beigetragen wird. Daran anschließend Ball und gemütliches Zusammensein bis zur frühen Morgenstunde. Wir hoffen, daß auch diese Veranstaltung die Beliebtheit des Vereins durch zahlreichen Besuch dartun wird.
* Vogelschutz. Allen Mitbürgern, die in den Gärten, Höfen u. s. f. Nlstkästchen haben, legen wir die Prüfung der Befestigung dieser Nistkästchen ans Herz, da es häufig vorkommt, daß die Befestigung durch Wind und Wetter gelockert ist. Hierdurch sind die Nistkästchen aber nicht mehr eine Wohltat für die Vögel, sondern sie sind Vogelfallen. Häufig ist cs schon vorgekommrn, daß die junge Brut nebst den Alten durch Herabfallen der Nlstkästchen umkamen. Daher nochmals Ihr lieben Tierfreunde; Prüfet die Nistkästchen in Euren Gärten und Höfen!
* Abgetriebene Leiche. Ein Sandbaggerer stieß gestern abend am Mainufer auf eine männliche Leiche, doch gelang ihm die Landung nicht, vielmehr wurde die Leiche von der Strömung wieder abgetrieben.
6 3« der SilberdiebstahlsaMre teilt uns der Silberarbeiter A u g u st Hartwig mit, daß er mit dem verhafteten Silberschmied Hartwig nicht identisch ist.