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General-Anzeiger

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MMN»»rdk«ck MS Brrlaz der Buchdrucker« »evri«. «. Narj-sh-ulse- « Hau«.

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sanas.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 53 Ferniprechanschkch Nr. 605.

Amtliches.

Stadtkreis Kanau. Bekanntmochnng.

Nachdem der Fluchtlinienplan betreffend die Abänderung der Fluchtlinien der Gustav-Adolfstraße (Nr. 35) zwischen Frankfurterlandstraße und Bruchkobelerlandstraße durch Be­schluß vom 28. Dezember 1906 förmlich festgestellt worden ist, wird derselbe auf Grund deS § 8 deS Baufluchtengesetzes vom 2. Juli 1875 nunmehr im Rathause Zimmer Nr. 21 während der Geschäftsstunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.

Hanau den 15. Februar 1907.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 4723 Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Ge- markung Langenselbold belegenen, im Grundbuche von Langen­selbold Artikel 911 zur Zeit der Eintragung des Versteige- rungsvermerkes

I. unter lfde. Nr. 24 und 25 als akrtbl. 76 Nr. 2, Am Ravolzhäuserweg. Acker 19,69 ar, 4,90 Tlr. Reinertrag, Krtbl. 40 Nr. 23, Die Spitzäcker, Acker 54,09 ar, 10,86 Tlr. Reinertrag, auf den Namen der Kinder T. Ehe der Ehelrau des BäckerS Louis Herbst, Elisabeth geb. Grebe, verwitw. Gärtner,

1. Wilhelmine Gärtner,

2. Philipp Heinrich Gärtner,

3. Friedrich Gärtner,

4. Katharina Elisabeth Gärtner, in Langenselbold, je zu einem ideellen l/a eingetragenen Grundstücke, zum ide­ellen '/< der Wilhelmine Gärtner.

TL unter lsde. Nr. 27, 28, 29 als Krtbl. 69 zu 34, im Dorf, Hofraum 0,02 ar, Krtbl. 69 zu 34, im Dorf, Hofraum 0,01 ar, Krtbl. 69 zu 256/37, im Dorf, Hausgarten 1,88 ar, aus den Namen:

1. der Ehefrau des Bäckers Louis Herbst, Elisabeth geb. Grebe, in Langenselbold zu einem ideellen */<.

2. deren Kinder erster Ehe,

a) Wilhelmine Gärtner,

b) Philipp Heinrich Gärtner,

c) Friedrich Gärtner,

d) Katharina Elisabeth Gärtner, in Langenselbold, zu je ideellen 3/is eingetragenen Grundstücke, zu den ideellen /io der Wilhelmine Gürtner.

HI. unter lfde. Nr. 30 als Krtbl. 69 zu 257/37, Steinweg Nr. 29,

a) Wohnhaus 4,70 ar, 105 Mk. Nutzungswert, mit Hofraum,

b) ^a Stall, Steinweg Nr. 31 a) Wohnhaus

120 Mk. Nutzungswert, mit Küchenanbau,

b) V» Stall, auf den Namen

1. der Ehefrau des Bäckers Louis Herbst, Elisabeth geb. Grebe, in Langenselbold zu einem ideellen l/<*

2. deren Kinder erster Ehe,

a) Wilhelmine Gärtner,

b) Philipp Heinrich Gärtner,

c) Friedrich Gärtner,

d) Katharina Elisabeth Gärtner, in Langenselbold, zu je ideellen 3/ie eingetragenen Grundstücke, zum ideellen V< der Frau Herbst und der ideellen 3/ic der Wilhelmine Gärtner,

am 25. April 1907, vormittags 10 Uhr, drrrch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle versteigert werden.

Langense l bold den 15. Februar 1907.

^________ Königliches Amtsgericht. 4722

Konkursverfahren.

Ueber das Vermögen deS Landwirts und MilchhändlerS Karl Zeh von Kilianstädten wird heute am 2. März 1907, nachmittags 4 Uhr, das Konkursverfahren er­öffnet.

Montag den 4. März

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Der Kaufmann und Prozeßagent Wilhelm Weider hier wird zum Konkursverwalter ernannt.

Konkursforderungen sind bis zum 15. April 1907 bei dem Gericht anzumelden.

Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und ein­tretendenfalls über die im § 132 der Konkursorduung be­zeichneten Gegenstände auf den 18. März 1907, vor­mittags 10 Uhr, und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf den 25. April 1907, vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin an­beraumt.

Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in An­spruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 30. März ^907 Anzeige zu machen. 4707

Königliches Amtsgericht iu Windecken.

Gefundene nnd verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 8 Portemonnaies mit je etwas Inhalt, 1 Serviette (gev M. K.), 1 schwarzer Damenpelzkragen und 1 weißseidener Kragenschoner (am FastnachtSdiensiag in einer Wirtschaft liegen geblieben), 1 Paar gelbe Kinderschuhe.

Verloren: 1 silberne Damenuhr ohne Bügel, 1 goldenes Kettenarmband, 1 Pensions-Quittungsbuch und 2 Fünf-Markscheine für Wilhelm Ebert, Niederrodenbach, 1 Portemonnaie mit 15 Mk.

Abhand en gekommen: 1 großer breitspuriger Stoßkarren.

Z u g e l a u f e n: 1 schwarze Dachshündin, 1 gelber halbgroßer Hund.

Entlaufen: 1 hellgrauer deutscher Schäferhund, 1 acht Monate alter grau- und schwarzgestreifter Hund.

Hanau den 4. März 1907.

Hus Fjanau Stadt und Eand.

Hanau, 4. März.

* Besuch. Herr Regierungspräsident Graf v. Bern­storff traf heute hier ein und besuchte im Laufe des Vor­mittags verschiedene industrielle Etabliffemenis.

Sozialpolitisches. Die Gemeindevertretung Fechen­heims beschloß in nichtöffentlicher Sitzung eine Ausbesserung der Bezüge aller Gemeindebeamten und Lehrer.

9 Städtische Schulinspektion. Der als Nachfolger deS städtischen Schulinspektors Lorenz zum Leiter des VolkS' und Mittelschulwesens in Hanau gewählte Rektor T a h l in Brandenburg hat seine Bewerbung zurückgezogen. Der Ver­nehmen nach ist die Stelle schon wieder zur Ausschreibung gekommen.

* Hof-Bierbrauerei Hanau A.-G. In der außer­ordentlichen Generalversammlung vom 28. v. M. wurde an Stelle des verstorbenen Herrn Georg Koch Herr Dr. Fritz Weidert, Bankdirektor in München, als Mitglied deS Aufsichtsrats gewählt.

* Silberne Hochzeit feiern heute Herr Oberpost- schaffner Chr. Dietrich und Frau.

* Stadttheater. Wochenspielplan. Mittwoch: V. Serie Nr. 5:Johannisfeuer", Schauspiel von Sudermann; Freitag: Benefiz für Frl. Gertrud Sarno. Außer Abonnement. Neu einstudiert:Ein Tropfen G i ft", Schauspiel in 4 Aufzügen von Oskar- Blumenthal. Sonntag, nachmittags 1/a4 Uhr: Bei kleinen Preisen:Mein Leopold", Volksstück mit Gesang von L'Arronge. Abends 7 Uhr: V. Serie: Nr. 7 (statt 6). Neu einstudieri:Romeo und Julia". Trauerspiel in 5 Aufzügen von William Shakespeare.

* Benefiz Sarno. Am Freitag wird zum Benefiz für Fräulein Gertrud Saruo das feine Salonstück, Oskar Blumenthals Schauspiel:Ein Tropfen Gift" neu einstudiert zur Aufführung gelangen. Das hier außer­gewöhnlich beliebte Stück gibt der Benefiziamin Gelegenheit, sich in einer Rolle zu zeigen, die es ihr gestattet, alle Vor­züge ihrer hervorragenden künstlerischen Gestaltungskraft in glänzender Weise zu entfalten. Die ganz ausgezeichnete Wahl des Stückes und der Name der Benefiziantin, die sich in der Zeit ihres hiesigen Wirkens die ganz besondere Be- liebtbeit des Publikums erworben hat. genügen sicher, um

Fernsprechanfchlutz Nr. 605. 1907

die allergrößte Zugkraft auszuüben. Herr Kempf- Bamberger nimmt bereits von heute ab Bestellungen entgegen; Vorwerkauf zu dieser Vorstellung Donnerstag nachmittag 45 Uhr.

Evangelischer Bund. Im Saale desDeutschen Hauses" veranstaltete Freitag abend die hiesige Ortsgruppe des Evangelischen Bundes einen gut besuchtenBundesabend, der einen recht anregenden Verlauf nahm. In seiner Be- grüßungsansvrache legte Herr Pfarrer Lambert in knappen Umriffen das innere Wesen und die Ziele des Evangelismus dar, um dann in einem geschichtlichen Rückblick den hervor­ragenden kulturellen Fortschritt und den wirtschaftlichen Aufschwung der überwiegend evangelischen Länder darzulegeu. Redner schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß der evangelische Bund immer mehr eine Vereinigung" derjenigen Leute werden möge, die, wenn auch in verschiedenen wirt­schaftlichen Lebenslagen sich befindend, doch alle einig sind darüber, daß die Grundsätze der evangelischen Kirche immer mehr zur Geltung kommen müssen zum Wohle unseres Vaterlandes, unseres Volkes, ja der gesamten Welt. Dee Hauptredner des Abends, Herr Pfarrer Eckel auS Lambert- heim-WormS, sprach in einem kraftvollen, rhetorisch wie inhaltlich gleich vorzüglichen Vortrage über die Bedeutung und Aufgabe des evangelischen Bundes im Lichte der letzten Ereignisse und mit besonderer Berücksichtigung deS Toleranzantrages. Einleitend gab Redner dem Wunsche Ausdruck, daß die in der letzten Zeit das deutsche Volk erfaßte nationale Begeisterung nicht nur einer Flamme, einer emporsprühenden Lohe gleichen möge, die plötzlich in die Höhe schlägt, um ebenso schnell wieder zurückzufallen, dem Wunsche, daß immer mehr treue deutsche Brüder sich unter der Fahne deS evangelischen Bundes zusammenscharen, daß diese Fahne immer stolzer flattern möge. Nicht Parteipolitik treibt der Bund, nicht parteilichen Sonderinteressen hat er seine Organisation zur Verfügung qestellt, als am 13. De­zember der Ruf cm daS deutsche Volk erging, einzig und allein die Frage wurde aufgeworfen: Was' frommt dem deutschen Vaterlande? Und dementsprechend wurde ge­handelt. Der Brmd hat viel dazu beigetragen, daß nationales Wesen, nationales Empfinden wieder tiefer ins deutsche Volk hineingetragen wurde. Und welche Früchte dies getragen, zeige ganz besonders das Königreich Sachsen. Auf die be­kannten Ereignisse in unserem Wahlkreise eingehend, wies er darauf hin, daß es in vielen anderen Wahlkreisen leider nicht besser hergegangen sei. Den sogenannten Toleranzantrag besprechend, der angeblich der Gleichberechtigung der Konfessionen dienen soll, wies Redner darauf hin, daß die katholische Religion in Deutschland doch gewiß nicht im Hintertreffen stehe, daß sie volle Gleichberechtigung in allen Punkten genieße. Wenn trotzdem auf diesen Eintrag so großes Gewicht gelegt werde, so müsse wohl ein besonderer Vorteil für die Antragsteller dabei verfolgt werden. Und dem sei in der Tat so. Im einzelnen legte dies der Redner dar. Der § 1 des fraglichen Antrages verlangt beispiels­weise u. a. völlige Freiheit der Religionsausübung, unbe­schränkte Freiheit in der Gründung von Religions gemein- schäften. Ja, so fragte Redner, hat denn die katholisch« Kirche bis jetzt die freie Ausübung ihrer Religion nicht ge­habt? Aber seither gab es für die Kirchen noch eine Staats­hoheit. Diese zu beseitigen ist das Ziel dieses Para­graphen. Nicht Trennung vom Staate wie in Frankreich will der Antrag, nur Beseitigung der Staatsaufsicht, der staatlichen Kirchenhoheit. Den Schutz deS Staates, seine finanziellen Beihilfen u. dgl. verlangt man nach wie vor. Bis jetzt ist die Niederlassung von Orden noch von der Ge­nehmigung deS Kultusministers abhängig, nach Annahme des ToleranzantrageS nicht mehr. Dieser Antrag sei ge­eignet, Unfrieben hineinzutragèn ins deutsche Volk, und des­halb dürfe er nicht zum Gesetz erhoben werden. Der Vor­tragende schloß seine lehrreichen, interessanten Darlegungen mit der Hoffnung, daß eS von den Herzen der Besucher weiter klingen möge in die Herzen anderer hinein, waS aus alter Zeit zu uns herüberschaut, was aus dem Munde dessen kam, der uns das Beste gegeben/ der da gesagt und ge­sungen hat:

Und wenn die Welt voll Teufel war Und wollt uns gar verschlingen, So fürchten wir unS nid)t so sehr, Es muß uns doch gelingen.

* Glücklich abgegangen. Als gestern mittag zwei Damen das Geleise nahe der Jmprägnieranstalt passierten' schlug die Schranke plötzlich zu. Durch einen raschen Griff der einen Dame wurde die Wucht der Schranke abgeschwächt und die ahnungslose Begleiterin vor einem gefährlichen Schlage bewahrt.

* 3« nichtöffentlicher Sitzung verhandelt die hiesige Strafkammer heute gegen den Volksschullehrer Heinrich S. in Hanau, geboren am 14. Oktober 1865 in Bruchköbel, verheiratet und Vater von 4 Kindern im Alter von 313 Jahren, der beschuldigt ist, in den Jahren 1905 und 1906 in 7 Fällen sich an Kindern unter 14 Jahren vergangen zu haben, unb zwar als Lehrer an den seiner Obhut auver-