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General-Anzeiger

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ftototiiiiäbmf uM Serlag kc ©ud^btuicrei Mi mIs« er. DcnseahauseS in Himau.

A«ilichts Organ für Stadt- nad Landkreis Sanaa.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die fürssrespaüene Psitzeil» »der deren Statut 30 Wz« in fRefiamrateil die W

v«-mL»»rll. Redakteur: T. Schrecker de H««.

M. 52 Fernsprechanschlich Nr. 605»

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16 Seite».

Amtliches.

Bekanntmachung.

Nachdem ein angemessener Betrag von Fünfzigpfennig- stücken mit dem neuen Gepräge C/a Markstücken) hergestellt und dem Verkehr zugeführt worden ist, sollen die in den bisherigen Formen geprägten Stücke eingezogen werden. Im Interesse einer beschleunigten und vollständigen Ein­ziehung der alten Fünfzigpfennigstücke ist ihre alsbaldige Ab- lieferung an die öffentlichen Kassen erwünscht. Die Letzteren sind angewiesen worden, die fraglichen Münzen nicht nur in Zahlung, sondern auch zur Umwechselung von jedermann an­zunehmen und dabei etwaigen Wünschen nach Umtausch gegen andere Münzen tunlichst zu entsprechen.

Gaffel den 20. November 1906.

Königliche Regierung.

Mejer. K 1866

Hus banau Stadt und Eand.

Hanau, 2. März.

Familienabend im evangel. Vereinshause. Zur Feier des Paul Gerhardt-Jubiläums findet morgen abend 7*/i Uhr ein Familienabend mit Kaffee, Violinvor- trägen und Deklamationen unter Mitwirkung des Fräulein M. Strobel aus Frankfurt a. M. statt. Herr Pfarrer Göbels wird die Ansprache halten. Eintritt für Kaffee und Bewirtung 40 Pfg. Programme mit Liedern, ü 10 Pfg., sind im Vereinshause zu haben. Jedermann ist freundlichst eingeladen.

* Besitzwechsel. Das Haus Rückertstraße 4, seither Herrn Fr. Keunecke gehörig, ging durch Kauf an den Diamant- händler Herrn Joseph S a l l w e y über. Vermittler war Herr Karl Petri.

* Bon den Apotheken ist morgen nachmittag von 3A Uhr die Altstadt-Apotheke geöffnet.

* Feldbergfest. Der Frankfurter Ausschuß für das Feldbergfest beschloß, bei dem am 17. März in Sachsenhausen abzuhaltenden Turntag zu beantragen, als Tag der Ab­haltung des Festes den 23. Juni zu bestimmen.

* Königs. Preußische Klaffen-Lotterie. Der späteste Termin zur Erneuerung der Lose zur 3. Klasse ist am Montag den 4. März.

Feuilleton,

Paul Gerhardt-Fcicr.

Wie bereits eine durch unser Blatt gegangene Vor­notiz besagte, veranstaltet der Kirchenchor der Johanniskirche Sonntag den 10. März, abends halb 8 Uhr, eine Gedächtnisfeier zur Erinnerung an die 300jährige Wiederkehr des Geburts­tage? des großen Liederdichters Paul Gerhardt durch ein Volkskirchenkonzert.

Auf das für den Abend festgelegte Programm zurück- kommend, bemerken wir, daß es einen'einheitlichen Gedanken aufweist.

Die Mitwirkenden werden bemüht sein, die schlichten, prunklosen, frommen und innigen Paul Gerhardt-Lieder durch guten Vortrag den Herzen der Hörer nahe zu bringen.

Den gesanglich folistischen Teil bestreitet unsere geschätzte Sängerin Fräulein Helene Kellermann. Die vortreff­lichen Leistungen genannter Dame sind hier vorteilhaft bekannt; einer besonderen Empfehlung bedarf es daher nicht.

Das Orgelspiel wird von dem bewährten Organisten der Johanniskirche, Herrn C. Alt, ausgeführt. Durch den Vortrag einiger packenden Orgelsätze wird der innere Zusammenhang des Programms vermittelt. Auch der Knabenchor wird verschiedene mal tätig sein und dürfte mit den klanglich schönen, metallischen Stimmen den Paul Ger­hardt-Liedern zu besonderem Eindruck verhelfen. Die ganze Fülle von Kraft und Schönheit, die in fraglichen Liedern ruht, mit zum Ausdruck zu bringen wird dann noch Auf­gabe der Gemeinde sein.

Das ausführliche Programm, bas 10 Pfg. t o sie t, berechtigt zum Eintritt in das Konzert. Von nächsten Mittwoch ab, sind dieselben beim ersten Kirchen­diener Herrn Lehmann, Johanniskirchplatz, zu haben. Die Erfahrung hat bei früheren Konzerten gelehrt, daß die Nachfrage eine sehr große war. Da auch die Paul Gerhardt-

Samstng den 2. März

* Städtische Badeanstalt. Im Monat Februar 1907 wurden an Bädern abgegeben: Kl. 1: 75, Kl. II: 141, Kl. III: 843, Douchebäder 12, Römisch-Irische Bäder 36; zusammen 1107 Bäder. Die größte Zahl der abge­gebenen Bäder betrug 118 am 9. Februar, die kleinste Zahl 10 am 11. Februar.

* Stadttheater. (GastspielRottman n.)M e« b e a", Franz Grillparzer's gewaltige Tragödie wird morgen mit der Königs, bayr. Hofschauspielerin Josephine Rott­mann als Gast in der Titelrolle zur .Aufführung gelangen. Von des Dichters eigenartiger tiefergreifender Trilogie: Das goldene Vließ" istMedea" der letzte und bedeutendste Teil. Mit hinreißender Gewalt und tiefer Tragik wirkt die Dichtung auf bei: Hörer. Einmal gesehen oder in der Lek­türe richtig empfunden, entschwindet es dem Gedächtnisse nie mehr. Der Dichter stellt die größten Anforderungen an die Darsteller.Medea" ist die Heldin des Stückes, mit ihr steht und fällt es, und nur eine geniale Künstlerin wie Frl. Rottmann vermag die schwere Aufgabe voll und ganz zu lösen. Sie bietet ihr aber auch in reichem Maße Gelegen­heit, all den glänzenden Vorzügen ihres wundervollen Ge­staltungsvermögens in der hervorragendsten Weise Ausdruck zu verleihen, denn in dieser Gestalt offenbart sich die höchste Kunst des Dichters, Aber auch die anderen Charaktere des Stückes sind mit meisterhafter Detaillierung gezeichnet und können in dieser Spielzeit durch die vorhandenen vorzüglichen Kräfte eine geradezu mustergültige Verkörperung erfahren. Da Frl. Rottmann die Partie derMedea" heute in Frank­furt spielt, wird Herr Ober-Regisseur Steger mit den Ver­tretern der Hauptrollen der dortigen Vorstellung beiwohnen, damit eine der Frankfurter Inszenierung gleiche Darstellung erzielt werden kann. Die Besetzung der tragenden Partien neben dem Gast ist folgende: Kreon:, Herr Kempf, Kreusa: Fränl. Sarno, Jason: Herr Pustar, Gora: Fräul. J a ld a, Herold: Herr H a u s e r und Landmann: Herr Steger. Ein ganz außergewöhnlich genußreicher Theater- Abend ist zu erwarten. Die Vorstellung findet i in Abonne­ment als 4. der V. Serie bei erhöhten Preisen statt. Vorverkauf heute Samstag nachmittag von 45 Uhr.

§ Turnerisches. (Egs.) Auf dem am letzten Sonntag zu Dörnigheim stattgehabten Gauturnlag des Maingau-Ver- bandes wurde, wie wir bereits berichteten, u. a. ein Antrag des Turnvereins Kesselstadt verhandelt, in welchem beni Vor­stände der Deutschen Turnerschaft mit Bezug auf seinen in Nr. 1 der Deutschen Turnerzeitung erlassenen Aufruf aufge- geben (!) wird, solche politischen Machinationen (!) zu unter­lassen und ihm außerdem mit Rücksicht auf diese politischen Eingriffe an Hand gegeben, (!) vom Amte zurückzutreten. (!) Dieser ebenso ungehörige und anmaßend gefaßte, wie sachlich BUKOHnHBKGBHHMHHM3BIBanMUOnBMBBEBBSHBnBHBB8E9HK&SKI9KNS99S9KBn0nnB3 Feier das größte Interesse beanspruchen dürfte, ist zu empfehlen, sich rechtzeitig in den Besitz von Programmen zu bringen.

Stadttheater in Hanan.

= Hanau, 2. März.

Zu Beginn unseres heutigen Referates möchten wir in angenehmer Pflichterfüllung vor Allem konstatieren, daß die gestrige Aufführung des Anno'schen lästigen Volksschauspiels mit GesangDie beiden Reichenmüller" vor einem stark besuchten Hause in Szene ging. Galt doch die Vorstellung zum Vorteile unseres altbewährten und stets pflichtgetreu wirkenden Komikers Herrn Paul Gehrmann, für den der gestrige Tag in doppelter Hinsicht einen rühmlichen Abschnitt in seiner künstlerischen Laufbahn bedeuten sollte, indem er von den in dieser Spielzeit vollendeten 35 Jahren seines unermüdlichen Wirkens seit 10 Jahren dem Verbände der hiesigen Bühne angehört. Wie oft verstand es doch der allseits verehrte Benefiziant während dieser für ihn ehrenvollen Z itepoche, den vielen Freunden einer heiteren Muse durch die von ihm geschaffenen komischen Figuren freudige und sorg­lose Stunden in unserem Musentempel zu bereiten und mit welch un­vermindertem Eifer verhalf er während seines hiesigen Engagements als Träger der Hauptrollen in einer Anzahl Lustspiel- und Schwank- Novitäten denselben zu einem durchschlagenden Erfolg. Auf besondere Einzelheiten seiner hauptsächlichsten Paraderollen, die wir bereits an anderer Stelle schon hervorgehoben haben, in einem Mckblick heute nochmals näher einzugehen, würde wohl zu weit führen, weshalb wir uns kurz fassend darauf beschränken, dem best akkreditierten Darsteller auch fernerhin Gesundheit unb ungetrübte Schaffensfreude in seinem Beruf bis in's hohe Alter hinauf zu wünschen. Was das schon ziem­lich bejahrte zur Darstellung gewählte Werk des seinerzeitigen Schau­spielers Anton Anno anbelangt, birgt dasselbe trotz seiner für den heutigen Geschmack manchmal gar zu harmlosen Szenen, voc-wiegend einen recht gelungenen zündenden Humor in sich, der auf die Lach- muSkeln der Hörer immer noch und mich gestern wieder eine nicht ver­sagende anhaltende Wirkung auspiüben vermochte. Die besondere Popularität, die diese Dichtung an unseren deutschen Bühnen empfing, ist als ein Verdienst des bekannten bayerischen Hofschauspielers Konrad Dreher zu betrachten, der solche heute immer noch mit Vorliebe auf seinen Gastspielreisen wegen der ihm besonders nn's Herz gewachsenen Rolle des Steinklopfers Knoche zur Aufführung bringt. Die Wieder­gabe dieser Figur lag in den Händen von Herrn Gehrmann. Der­selbe wußte in jenem behäbigen, sidelen Gemütsmenschen eine Gestalt auf die Bühne zu stellen, die die beabsichtigte komische Wirkung reichlich

Fernsprechanschlutz Nr. 605, 1907

unbegründete Antrag fand zwar mit 27 gegen 13 Stimmen Annahme, indes hat der T u r n - und Fecht-Club Hanau gegen den Beschluß Protest eingelegt, weil der Turntag nicht, wie die Gausatzungen vorschreiben, drei Wochen, sondern erst acht Tage vorher einbernfen worden war und die Beschlüsse daher nicht rechtsgültig sind. Der Antrag kommt auf dem morgen in M a r b u r g stattfindenden Krei s- t u r n t a g abermals zur Verhandlung, doch ist (wie auch das sozialdemokratischeOffenbacher Abendblatt" zugibt), keine Aussicht vorhanden, daß ein solcher Antrag, der einen Schlag ins Angesicht der Deutschen Turnerschaft bedeutet, dort Annahme findet. Die eigentliche Absicht der Urheber des Antrages ist jedenfalls Zwietracht in den Reihen der Deutschen Turnerschaft zu stiften und wenn möglich, dadurch einzelne Vereine derselben abwendig zu machen und ben sozialdemokratischen sogen,freien Turnern" in die Arme 31t führen.

* Selbstmord. Der früher hier beschäftigte verhei­ratete Brauer Karl V 0 g e l w e i d entfernte sich vor einigen Tagen aus seiner Wohnung. Gestern hat sich derselbe in der Nähe von Eschborn von der Cronberger Bahn überfahren lassen. Er wurde als Leiche gefunden.

* Hanauer Orpheum! Den Besuchern vorgenannten Lokales stehen wieder für nächsten Sonntag den 3. März einige genußreiche Stunden bevor, da das stets abwechselnde Programm wieder einige Neuheiten bringt. Namentlich wollen wir nicht versäumen auf den originellen japanischer! GauklerOkay Sayad" mit seinen elektrischen Lichteffekten hinzuweisen, welcher einige verblüffende neue Experimente der modernen Zauberei zum Besten geben wird. Auch die Kinderdarsteüerin Hella Dellwig, Frl. Lydi Buracker, sowie den ausgezeichneten Humoristen Carl Meininger wollen wir noch erwähnen. Alles nähere siehe Annonce.

* HanauerViktoria" I MannheimerPhö­nix" ». Morgen nachmittag treffen sich diese Mannschaften auf dem Vtktoriasportplatze an der Freigerichtstraße. Die Gäste verfügen z. Z. über eine ganz vorzügliche gut einge­spielte Mannschaft, denen auf fetten Hanaus morgen die besten Leute entgegenstehen. Ein recht interessantes Spiel dürfte sich entwickeln. Anfang 3 Uhr.

Die städtische Bibliothek Gärtnerstraße 67 (alte Zeichenakademie) ist Sonntags, Mitt­wochs und Samstags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreien Benutzung für das Publikum geöffnet. Gesamtkata­loge sind in der Bibliothek zu haben.

Oeffentlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend

des 2. März bis zum nächsten Abend.

. Schwache westliche Winde, meist trübe, keine erheblichen Niederschläge, etwas wärmer.

erzielte. Das zufriedene, gemäflife Wesen dieser amüsanten Figur, das sich zuweilen bis zur tollsten Ausgelassenheit steigert, traf der be­währte Darsteller in recht maßvoller Nuancierung. Auch die von ihm zu Gehör gebrachten Couplets fanden entsprechenden Beifall. Einen recht gelungenen Charakter schuf Herr Kempf (Michael Blaamer), in­dem er sowohl in dem unruhigen Auftreten, als auch in dem ange­schlagenen gereizten Ton jene Eigenschaften zu vereinigen verstand, die dieser besorgte holländische Kaufmann beansprucht. Die durch alle möglichen und unmöglichen Mißverständnisse in unliebsame Familien­zwistigkeiten verwickelten beiden Reichenmüller fanden in den Herren C. H. Müller und Hauser recht glückliche Vertreter. Während der erstere den Vater durch eine ungezièrte, gut pointierte Spielart trefflich darstellte, verstand Herr Hauser durch natürliche Frische und Munter­keit, vereint mit der nötigen Dosis Humor den verliebten lebens­lustigen SohnWilly" erfoigreid) zur Geltung zn bringen. Das fouragierte, launische PlappermäulchenLisbeth" gab Frl. Berger Der jungen Darstellerin gelang eS, neben recht gefälligeil Manieren, die Uebergänge der enteilten Gefühlsempfindungen zwischen innerlich plagender Verdrießlichkeit und aufflackernder sonniger Heiterkeit gelungen zum Ausdruck zu,bringen. Frl. Sarno verkörperte die bescheidene, bübsche SteinklopferstochterElise" mit freudiger Hingabe und bestem Gelingen, wie auch die gekränkteUlrike" in Fran Reinhardt eine verständnisvolle Vertreterin fand. Als Darsteller kleinerer Parst eil traten noch die Herren Matter (Limger), Heideulann (Bucher), Nygrin (Baltasar), Pustar (Lohrmamil, Hopkirk (Bemmchen), wwie die Damen Jai da (Barbara) und Macdonald (Sophie) an­genehm ivirkend in den Vordergrund. Herr Gehrmann, der als Regisseur für eine recht abgerundete Vorstellung sorgte, empfing eine berartige Anzahl Blumen und anderweitige Geschenke, wie wir solche noch selten einem Benefizianten an unserer Bühne überreifen sahen.

Eine interne Jubiläumsfeier, veranstaltet vom gesamten Personal zu Ehren des Herrn Gehrmann, fand bereits gestern morgen 10 Uhr auf der Bühne statt. Mit deut von der Militärkapelle unter Leitung des Herrn Kgl. Musikdirigenren Schnlidt gespielten ChoralDas ist der Tag des Herrn" ivnrde das verdienstvolle Mitglied von bem Perwnal auf der Bühne empfangen, worauf Herr Direktor Jaritz dein Jubilar einen großen Lorbeerkranz mit der Schleife in den hessischen Landesstlrben überreichte und ungefähr folgende Ansprache hielt:Mein lieber Herr Gehrnianii! Sie verbindeil heute mit Jhrein Benefiz zu­gleich die Erinnerung an ein lOjührigcs, ununterbrochenes Wirken am Hanauer Stadt-Theater und au Ihre gesamte, langjährige Bühnen­laufbahn. Niir, als Ihrem langjährigen Direktor, kommt es zu, Ihnen, zu danken für den Eifer unb für die Gewissenhaftigkeit, die Sie ft^ in Ausübung Ihres Berufes gezeigt haben. Zugleich aber bringe iâs Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche dar für Ihre fernere Zukunft,'