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General-Anzeiger

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Amtliches Organ für Stadt- und Faadkreis Kanaa.

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Freitag den 1. Mürz

Ne*nspr«chanschl«tz Nr. 605. 1907

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Lie heiitWNmAtt »süt Miet H.MtkhâWMt 14 Seiten.

Hus Kanau Stadt und Fand.

Hana«, 1. März. WiWt Sitzung der StM«Mdiiete»-Versum!W vom 28. Februar 1907.

Anwesend waren die Herren: Vorst.-Stellvertr. Schroeter, Aukamm, Baader, Bernges, Beyer, Bonn, Brüning, Daßbach, Förster, Holm, Honsen, Jost, Kehl, Koburger, Ohl, Peteler, Rousselle, Schwabe, Spatz, Steinheuer, Stübing, Dr. Wagner, Wolf. Vom Magistrat Herr: Beigeordneter Bode, Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.

Vor Eintritt in die Tagesordnung teilt Herr Stabtv.» Stellvertreter S ch r o e t er mit, daß der Magistrat eine Eilvorlage einbrachte, betr. Einziehung der Vorgärten in der Rüblstraße. Die Vorlage wird genehmigt. Gleichzeitig machte er Mitteilung davon, daß der Magistrat dem Antrag Koburger u. Gen., betr. Bildung einer Kommission zur Er­örterung der Mißstände bezügl. des Ostbahnhofes, beigetreten ist. Die Kommission wird sodann gebildet.

Erweiterungsbau der gewerblichen Fort­bi l d u n g 8 s ch u l e.

Der Magistrat hat am 29. Januar 1907 beschlossen: Der Aufführung eines Neubaues auf dem alten Schul- grundstück in der Erbsengasse und der Ausführung des ersten Teiles dieses Neubaues anstelle der Scheune und des Stalles wird im Prinzip zugestimmt, die erforderlichen Mittel 7 2 000 Mk. für den Neubau, 5000 Mk. für die innere Ein­richtung und 3000 Mk. für die größeren Reparaturen in dem alten Gebäude werden bewilligt vorbehaltlich der Vorlage eines detaillierten Kostenanschlages, der eine nenneS- tperte Überschreitung der Baukosten nicht ergeben darf.

Begründung der Vorlage:

Die gewerbliche Fortbildungsschule ist in den früheren Räumen der Volksschule, Erbsengasse Nr. 1, untergebracht und sind mit dem wachsenden Bedürfnis alle irgendwie ver­wendbaren Nebenräumo herangezogen, so daß z. Z. in der Schule neun Lehrsäle vorhanden sind. Wenn man auch die Schulräume, soweit sie im Flügelgebäude liegen, als durch­aus geeignet bezeichnen muß, indem sie genügend groß, hoch und hell sind, so läßt sich doch ein Gleiches nicht von den nach der Erbsengasse hin gelegenen Schulzimmern sagen, ob­wohl auch diese für gewisse Klassen und zu gewisser Tages­zeit benutzbar sind. Schlecht ist allein die Treppe wie auch die Beleuchtung derselben. Immerhin kann das Schulhaus in der Erbsengasse noch eine Reihe von Jahren für Zwecke der Fortbildungsschule benutzt werden, besonders wenn eine gründliche Reparatur, die mit einigen tausend Mark zu be­streiten ist, eintritt. Vor dieser Reparatur hat man sich bis­her gescheut, weil, wie immer, daS Bessere der Feind deS Guten ist, weil bei feder bezüglichen Besprechung die.Ansicht geäußert wurde, die Fortbildungsschule müsse in' einem Neubau untergebracht werden. Wenn unser Antrag an­genommen wird, so fällt dieser Einwand endgültig weg.

Die Frequenz der Schule war im Sommer 1903 525, im Winter 1903 490 Schüler. Dadurch, daß eine Reihe von weiteren Gewerben durch Aenderung deS Statuts zum Be­such der Fortbildungsschule verpflichtet, daß für alle Schüler 2 Stunden Deutsch und 2 Stunden Rechnen obligatorisch gemacht, und daß endlich die jüngeren Jahrgänge der Zeichen­akademieschüler in die Fortbildungsschule ausgenommen wur­den, ist die Frequenz im Jahre 1906 gestiegen, im Sommer­halbjahr auf 997, im Winterhalbjahr auf 920 Schüler. Na­turgemäß ist die Folge dieser Steigerung die, daß die Schule zu klein geworden ist, weshalb der Direktor durch Vortrag vom 12. November 1906 darauf hinweist, daß bei normaler Steigerung der Schülerzahl die Schule im Winterhalbjahr 1907/08 nicht mehr ausreicht und weitere Schulräume zur Verfügung gestellt werden müßten. In dem alten Schul­hause könnten durch Umbau keine Klassen mehr gewonnen werden: mit Ausnahme von 2 Sälen könnten die jetzigen Zeichenklassen nicht mit mehr als 2024 Schülern besetzt werden, so daß ein stärkerer Besuch zur Teilung der Klassen und da­mit zur Erhöhung der Kosten führen würde, während bei ge- k'ügend .großen Schulräumen ein Lehrer auch im Zeichnen 30 bis 36 Schüler erfolgreich unterrichten könnte. Das Kuratorium der Fortbildungsschule, wie auch die Bau- kommission, hat sich der Richtigkeit dieser Ausführungen nicht verschließen können. Demgemäß mußte die Beschaffung weiterer Räume für die Fortbildungsschule ins Auge ge­faßt werden. Der Direktor der Schule legte ein Projekt vor, welches drei Bauperioden vorsieht und einen Aufwand von 220 000 M. erfordert. Die Schule würde dann 19 Klassen­räume in genügenden Abmessungen und die erforderlichen 'èebenräume nach Abbruch der sämtlichen auf dem gegen»

wärtigen Schulgrundstück stehenden Gebäude aufweisen und könnte bequem 2000 Schüler fassen. Wenn diese Zahl über­schritten würde, müßte wohl eine Aenderung so wie so ein- treten, da ein Schulleiter nicht mehr imstande sein würde, eine derartig große Schule zu übersehen. Nun wäre aber der Neubau in dieser Ausdehnung Sache einer späteren Zukunst, indem das Projekt des Direktors 3 Bauperioden vorsieht in der Weise, daß zunächst die vorhandene alte Scheune und der anschließende Stall nebst Aborten niebergelegt und an bereit Stelle ein Neubau aufgeführt würde. Derselbe würde bei ausgebautem Dachgeschoß *7 große Lehrsäle, das Zimmer des Direktors, das Archiv und die Aborte enthalten und im Bau unter Zugrundelegung von 4820 Kubikmeter umbauten Raumes, der Kubikmeter mit 15 Mk. berechnet, 72000 Mk. kosten. Zu diesen Kosten kämen noch die oben bemerkten Kosten der Reparatur des alten Gebäudes, vor allen Dingen die Aus­wechselung der völlig ausgetretenen Treppenstufen und die Kosten für das Mobiliar des Neubaues. Hervorzuheben ist, daß die vorhandenen neun Lehrzimmer im alten Gebäude unbe­rührt bleiben durch den Neubau, sodaß bei Aufwendung der obigen Summe außer den vorhandenen 9 weitere 7 Lehr­säle zur Verfügung stehen. Der Rest des Gebäudes kann in weiteren zwei Bauperioden gebaut werden, wodurch einmal größere und sodann 8 weitere Lehrsäle an Stelle des alten Gebäudes geschaffen werden können. Da aber mit der Be­schaffung von 7 weiteren großen Lehrsälen für eine lange Reihe von Jahren das Raumbedürfnis befriedigt ist, so braucht an den weiteren Neubau erst in einer Reihe von Jahren herangetreten zu werden. Das Kuratorium der ge­werblichen Fortbildungsschule begrüßte daher das vorge­schlagene Projekt als billig und mit Rücksicht darauf, daß die alten Lehrsäle erhalten werden, als besonders praktisch und empfahl die Annahme durch die Körperschaften. Die Bau- kommission, der daraus das Projekt zur Begutachtung vgr- gelegt wurde, wünschte nach 2 Seiten hin eine weitere Er­örterung der Frage. Einmal sollte festgestellt werden, ob daS Marstallgebäüde sich zur Einrichtung für die Zwecke der gewerblichen Fortbildungsschule eigne und sodann, wieviel ein Neubau auf einem beliebigen Baugrunbstück, etwa dem Viehmarktplatz kosten würde. Beide Projekte wurden von dem Direktor der Fortbildungsschule, der, wie hier bemerkt sein mag, Architekt ist, bearbeitet und ergaben folgendes Er­gebnis ;

Bei dem Umbau des Marstallgebäudes für die Zivecke der gewerblichen Fortbildungsschule können außer den Neben­räumen, wie Werkstatträumen, Modell- und Vorlagen­räume, Lehrer und Direktorzimmer und Schuldienerwohnung 12 Klassenräume untergebracht werden. Da gegenwärtig nur 9 Klassenräume in dem alten Schulgebäude vorhanden sind, wovon ein Raum minderwertig ist, würde der Umbau des Marstallgebäudes ein Mehr von 3 evtl. 4 Schulräumen er­geben. Die Kosten des Umbaues sind auf 170000 Mk. ver­anschlagt, wobei der Direktor jedoch bemerkt, eine Unter­kellerung des Marstalles und die Verlegung der Werkstalt­räume und der Heizung in den Keller, wodurch in dem Ge­bäude selbst mehr Klassenräume gewonnen werden könnten, fei nicht möglich, da voraussichtlich die Fundamente des Ge­bäudes nicht genügend tief seien, um Kellerräume anlegen zu können. Im Dachgeschoß ließen sich Schulräume nur durch vollständige Neuherstellung des Daches beschaffen. Da­durch und durch die Herstellung der Fensteröffnungen erkläre sich der hohe Kostenbetrag von 170000 Mk. Die Mauer­dicke betrage 1,50 Meter und altes Bruchsteinmauerwerk, wie das hier in Frage stehende, besitze in der Regel eine sehr große Festigkeit, sodaß eine genaue Kostenberechnung wegen der vielen Mauerdurchbrüche nicht ausgestellt werden konnte. Sehr wohl sei, wenn dec Mauerkörper besonders hart sei, die Möglichkeit einer UeberfBreitling obiger Summe denkbar. Was die Kosten eines vollständigen Neubaues an­belange, so sei unter Zugrundelegung des Preises von 15 Mark für den Kubikmeter umbauten Raumes ein Betrag von 282,000 Mk. aufzuwenden. Auch dieses Gebäude könnte in drei Zeitabschnitten gebaut werden. Es würde 21 Klassen- rüume und die erforderlichen Nebenräume erhalten. Die erste Bauperiode würde 9 Klassen, Sammlungszimmer, Di- rektorzimmer, Lehrerzimmer, Schuldienerwohnung unb im Keller die Werkstätte ergeben. Die Kosten des ersten Bau­abschnittes würden 150000 Mk. betragen. Die Baukom­mission war nun der Meinung, daß der Umbau des Mar- stallgebüudes durchaus nicht zu empfehlen sei, da der Neu­bau an Stelle der Scheune und des Stalles auf bem alten Schulgrundstück bei einem Kostenaufwande von 72 000 Mk. 7 Schulsäle ergibt, während der Umbau des Marstall­gebäudes bei 170,000 Mk. Kostenaufwand nur 12 Schulsäle ergeben würde. Verhältnismäßig würde also der Neubau auf dem alten Schulgrundstück erheblich billiger kommen, wo­zu noch als Vorteil die einheitliche Verwaltung und Leitung treten würde. Außerdem würde auch der Mietausfall bei Heranziehung des Marsialles zu Schulzmecken ein weit größerer sein, als dec Mietausfall der Scheune auf dein alten Schulgrundstück. Finanziell noch ungünstiger würde sich der Neubau stellen, da für 9 Klassen 150000 Mk. auf= gewendet werden müßten, d. h. ca. 15 000 Mk. für die Klasse gegenüber 10000 Mk. beim Neubau auf dem alten

Schulgrundstück. Hier würde aber eine ganz erhebliche Er» schwerung für die Verwaltung und Leitung eintreten, die zum Teil schon vorhanden sein würde bei der Heranziehung d«K Marstalles für Schulzwecke. Die sämtlichen Sammlungen der Schule müßten doppelt vorhanden sein. Hinzu kommt, daß das alte Schulgrundstück, wenn auf ihm der Neubau errichtet wird, voll ausgenutzt wird, also besondere Kosten für Grunderwerb nicht eintreten, während, wenn der Neubau auf einem anderen städtischen Platz errichtet würde, der WM dieses Platzes zu den Baukosten hinzutreten würde. Da nun ai h das Gesamtprojekt des Neubaues auf dem alten Schul» grundstück einen durchaus angemessenen Eindruck macht, auch der Schulhof mit Rücksicht darauf genügend groß ist, daß de» Unterricht in der Schule sich über den ganzen Tag erstreckt, die Schüler aber nur stundenweise den Unterricht besuchen und daher vielfach nach dem Unterricht nach Hause gehen, während der Pausen also nicht in der Schule sind, auch wenn dies der Fall ist, nur auf dem Schulhofe auf und ad» gehen, so beschloß die Baukommission, den Körperschaften unter Verzichtleistung auf jegliches andere Projekt, die Auf­führung eines Neubaues auf dem alten Schulgrundstück rmd die Ausführung des ersten Teiles dieses Neubaues anstelle der Scheune und des Stalles sowie die Bereitstellung der er­forderlichen Mittel zu empfehlen. Als solche mürben in Bei tracht kommen die auf 72000 Mk. veranschlagten Kosten für den Neubau, ein Betrag von etwa 3000 Mk. für die größeren Reparaturen in dem alten Gebäude und ein Betrag von etwa 5000 Mk. für die innere Einrichtung der Schule. De­taillierter Kostenanschlag über diese Beträge mit Aus­nahme der Reparaturkosten wird ebenso vorausgesetzt, wie bet Antrag auf Genehmigung des Projektes in der Vor­aussetzung geschieht, daß der detaillierte Kostenanschlag seine nennenswerte lleberschreitung der Baukosten ergibt

Die Vorlage wird nach dem Anträge des Magistrats ge» nehmigt.

Turnhalle für die B e z i r k S s ch u l e III.

Für die Bezirksschule III, welche bisher ohne Turnhalle war, ist der Bau einer solchen erforderlich. Der Magistrat empfiehlt, dieselbe so anzulegen, daß sie zugleich als Aula dienen kann, und mit ihr auch die Bäder und die Aborte sowie die Schuldienerrvohnung zu verbinden. Letzteres ist deshalb wünschenswert, weil im Fall des Ausbruchs einer ansteckenden Krankheit in der Familie des Schuldieners die Schule nicht geschlossen zu werden braucht; mich sind die dem Schuldiener im Schulhaus zu Wohnzwecken überwiesenen Räume für Schulzwecke frei. Die Anlage ist so geplant, daß im Souterrain die Bäder nebst den Auskleideräumen, sowie die Aborte und darüber die Turnhalle selbst 311 liegen kommen.

Der Bau kommt nach dem Vorschlag des Stadtschulin« spektors am besten in die Mitte des Schulhofs zu stehen, welcher auch dann noch ausreichend groß bleibt; außerdem könnte derselbe stets durch Hinzunahme des Wallwegs bis zum Wallgraben erweitert werden. Allerdings müssen, weil die jetzigen Aborte behufs Ausführung des Danes entfernt werden müssen, bis zur Fertigstellung der neuen in der Turnhalle angelegten einstweilige Aborte errichtet werden. Diese sollen in den Ecken des Schulhofs, für Mädchen und Knaben gesondert, erstellt werden.

Nach dem Kosten-Anschlag des Banamts betragen die Kosten

für das Gebäude selbst.... 51 000 Mk.

Turngeräte ...... 4 000

Badeeinrichtung ..... 5 000

die einstweiligen Aborte . . 2 000

62 000 Ä

Hierbei ist aber zu berücksichtigen, baß der dem Schul­diener als Wohnung im Schulhaus angewiesene Raum nach seiner Freiwerdung als Klassenzimmer Verwendung sinken kann. Die Kosten für die Beschaffung eines solchen betragen nach den bei der Eberhardschule gemachten Erfahrungen mindestens 12 000 Mk. Wird genehmigt.

Erwerb von Grundstücken zum Bau von Kleinwohnungen an der Freigericht- und

L i m e s st r a ß e.

Der Magistrat hat am 15. Januar 1907 beschlossen: Die Stadt erwirbt vom Allhanauer Hospital den 28,98 ar großen, zwischen Freigericht- und Limesstraße liegenden Teil des bisherigen Grundstückes W. 78/2 (jetzt Teil des Grund­stückes W. 108/2 rc.), sowie von dem in die Limesstraß« fallenden Teil desselben Grundstücks die an daS jetzige Grundstück W. 108/2 rc. angrenzende und 1,47 ar große Straßenhälfte (jetzt Teil des Grundstückes W. 107/2 re.) beide Grundstücke zum Tarrvert von 7 Mk. den qm, und tritt zum teilweisen Austausch hierfür von dem von Stein* heuer erworbenen bisherigen Grundstück D. D. 126 ein 8,05 ar großes, zwischen Leipziger- und Limesstraße ge­legenes Teilstück (jetzt Teil deS Grundstückes W. 105/2 re.),