MlM
vezngSpreiSr
«rrteljShrÜch 1,80 3JIL, monatlich 60 Pfg.. für aus» »artige Abonneaten am de« betreffenben Postaufjchl«-» Du emjrbic Nummer kostet 10 Pfg.
Dotatiraßdruck unb Verlag der Buchdruckerd bti verein, cv. Waiseuhauset in Hamm.
Amtliches Organ für Stadt- and Fandkreis Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Eiurückuugsgedühr.
Die Aas gespaltene Petüzeile oder dam Roa* SO ^ im «iteelameuteil die Aaü 35 Pfg.
«erLrUsorü. Redakteur: G. Schrecker * H««u.
Atk, 41 Fernspr<chanschlub Nr. 605.
Montag den 18. Fcbrulir
Mernsprrchanschlutz Nr. 605. 1907
Amtlich,«.
Landkreis Hana«.
Vekmtiiiaihmge« des Könizlicheii LlNidratsmts.
In Großkrotzenburg ist die Schweinescuche erloschen. Die Gehöftssperre ist aufgehoben.
Hanau den 13. Februar 1907.
Der Königliche Landrat.
V 1109 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
In Niederdorfelden ist die Schweineseuche erloschen. Die Gehöftssperre ist aufgehoben.
Hanau den 15. Februar 1907.
Der Königliche Landrat.
V 1124 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
In Rüdigheim ist die Schweineseuche erloschen. Die Gehöftssperre ist aufgehoben.
Hanau den 18. Februar 1907.
Der Königliche Landrat.
V 1084 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Zn Bergen ist die Schweinestuche erloschen, in Hochstadt ist dieselbe festgestellt.
Die Gehöftssperre ist aufgehoben bezw. angeordnet.
Hanau den 16. Februar 1907.
Der Königliche Landrat.
V 1190 Z. A.: Conrad, Kreissekretär.
Auf dem Kinzigheimerhof ist die Schweineseuche festgestellt.
Die Gehöfts'perre ist angeordnet.
Hanau den 16. Februar 1907.
Der Königliche Landrat.
V 1174 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Mit Berichterstattung auf meine Verfügung vom 3. Januar 1900 — V 18416 — betreffend Ausstellung von Legitimationskarten für Handlungsreisende ist noch eine Anzahl Bürgermeister und Gutsvorsteber im Rückstände. Es wird daher wiederholt an die Erledigung der genannten Verfügung mit ötägiger ^tifi erinnert.
Hanan den 9. Februar 1907.
Der Königliche Landrat.
V 519 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Feuilleton.
Stadtthcater in Hanan.
— Hanau, 17. Februar.
Das gestern wieder einmal an unserer Bühne zur Darstellung gelangte 4aktige Schauspiel Hermann Sudermann's, „Johannisfeuer", läßt immer wieder von neuem die Bewunderung aufkommen, mit welch tiefem Kennerblick der erfolgreiche Autor in den Entwickelungsgang der Psychologie problematischer Frauennaturen eingedrungen ist und mit welcher technischen Gewandheit er die Handlung in einer spannenden, äußerst interessanten Weise ihren Kulminationspunkt erreichen läßt.
Eine Darbietung, die unsere« vollsten Beifalls gewiß war, bot Frl. Sarno als das schwer geprüfte und sich um sein Lebensglück geraubt fühlende Notstandskind „Marikke". Schlicht und innig in den ruhigen Anfangsszenen des Schauspiels und von erschütternder Echtheit und Krait des Ausdrucks in den hochdramatischen Momenten traf sie, ohne sich zu irren, mit unbedingter Sicherheit immer die rechte Nuance. Wenn auch rückhaltlos zugegeben werden muß, daß Fräulein Berger viel Fleiß und guten Willen für die Wiedergabe der „Trude" verwendete, konnte uns die Gesamtleistung nicht ganz befriedigen. Die junge Künstlerin war im Auftreten und in der Darstellung nicht immer kindlich-unbewußt genug und mußte auch für die maßvolle Abtönung der mannigfachen Gefühlsempfindungen dieser jugendlichen Mädchengestalt mehr aus dem inneren Herzen entspringende Wärme entwickeln. So sehr wir auch Frl. Berger durch ihre verschiedenen recht glücklich gelosten Lustspielfiguren zu schätzen wissen, entbehrt sie für Aufgaben wie die gestrige noch der nötigen Routine und künstlerischen Reife. Wenn auch Herr Steger den Gutsbesitzer „Vogelreuter", jenen derben, ungenierten Naturmenschen, des öfteren etwas kraftvoller I hätte gestalten dürfen, schuf er doch eine echte und einheitlich *
Stadtkreis Fjanau. Bekanntmachung.
Mittwoch den 30. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, sollen in der Rttckertftrahe 29 Stück Bäume auf dem Stamm gegen sofortige Barzahlung öffentlich versteigert werden.
Hanau den 16. Februar 1907.
Stavthauptkasse. 3637
Gefundene und verlorene Geflenstände re.
Gefunden: 1 fast neuer schwarzer Damenpelz, 1 neues braunes Portemonnaie mit einigen Pfennigen und 1 Schüler-Karte zur Eisbahn auf dem Teich für Siebert, 1 gelbe Brieftasche mit verschiedenen Papieren für W. Fischer.
Siegen geblieben: Imstädt. Banamt 1 Handschuh. Abzuholen auf dem Bureau der Armenverwaltung, Langstr. 43.
Verloren: 1 silbernes Schuppentäschchen (Inhalt: 1 Portemonnaie mit 1 Fünfmarkstück und 1 Taschentuch), 1 altes grünes Portemonnaie mit 44 Mk. und 1 kleinen Kofferschlüssel, 1 schwarzer seidener Damenschirm (in einem Geschäft stehen gelassen), 1 kleines rotes Handtäschchen mit Kettchen.
Hanau den 18. Februar 1907.
Hus Hanau Stadt und Land.
Hanan, 18. Februar.
Nachklünue von der Stichwahl.
Aus dem Wahlkreis Hanan-Gelnhansen-Orb.
Lebhafte Entrüstung herrscht im Kreis Gelnhausen über das Verhalten des Kaplans Ruez in Bad Orb. Er gehört zu den Helfershelfern des Herrn Mülle r-Fulda, der bekanntlich in letzter Stunde die Zentrumswähler zu der Sozialdemokratie abkommandierte und dadurch deren Sieg ermöglichte.
Herr Ruez macht jetzt allerdings den Versuch, sich im „Orber Bezirksboten" rein zu waschen, gerät dabei aber mit der Wahrheit und mit der Logik nur immer tiefer in Widerspruch. Zuerst hatte er schlankweg behauptet: Herr Dr. Lucas habe ihm feierlich in die Hand hinein versprochen, für den Toleranzantrag zu stimmen, aber sein Wort nicht gehalten und „durch seine Abstimmung im Reichstag sich als Kulturkämpfer bekundet."
durchgeführte F'gur. Lobenswert mutete der „Georg von Hartwig" des Herrn P u st a r an, der in seinen Zügen das Wesen der Gestalt, den gewaltigen Ernst seiner seelischen Erlebnisse ausdrucksvoll wiederspiegelte. Mit warmer Empfindung und schlichter Herzlichkeit des Tones verkörperte Herr Nygrin den gutmütigen Hilssprediger „Haffke" ganz vortrefflich, wie auch die „Weßkalene" durch ärl. Iaida in geradezu bewunderungswürdiger Charakteristik auf der Bühne stand. Frau Anders (Frau Vogelreuter), Herr O. H. Müller (Plötz), Frl. Macdonald (Mamsell) fanden sich recht gut mit ihren kleineren Rollen ab.
* Stadttheater. Wo ch en sp i elp l an. Mittwoch : V. Serie — Nr. 1. „Die gold' ne Eva", Lustspiel von Schönthan und Koppel - Ellfeld. Freitag: Neu einstudiert: „Der M i l i t ä r st a a t ", Lustspiel in 4 Auszügen von G. v. Moser und Th. v. Throtha. Sonntag :»Benefiz für Herrn Walther Krug. Einmal ige â Gastspiel des Königl. preuß. Hofschauspielers Adolf Steinecke vom Hoftheater in Cassel. Neu einstudiert: „Onkel B r ä s i g ", Lebensbild nach dem Fritz Reute r'schen Werke „ U t mine Strom- tid ", frei bearbeitet von Adolf Steinecke.
* Benefiz Krug. Gastspiel Steinecke. Ein ganz außergewöhnlich genußreicher und künstlerisch wie literarisch bedeutender Theaterabend wird am kommenden Sonntag bevorstehen. Znm Benefiz des langjährigen überaus beliebten Mitgliedes unserer Bühne des Herrn Walther Krug wird der bedeutendste Reuter-Interpret, der Königl. preuß. Hofschauspieler Adolf Steinecke vom König!. Hoftheater in Cassel ein einmaliges Gastspiel in seiner prächtigen Glanzrolle als „Onkel B rasig" absolvieren. — Nach dem im vorioen Jahre mit so eminenten Beifallsstürmen stattgehabten ersten Auftreten des hervorragenden Künstlers, dürfte sich auf das jetzige Gastspiel des humorvollen Verkörperet vom „Onkel Brasig" das größte Interesse lenken, zumal es den Ehren-Abend eines der beliebtesten Mitglieder unserer Bühne bildet. Bestellungen auf Billets nimmt Herr Kempf-Bamberger schon von heute ab entgegen.
Und als ihm daraufhin nachgewiesen wird, daß Dr. Lucas am 21. Februar 1905, als die Ueberweisung deS Toleranzantrags an eine Kommission zur Abstimmung stand, behufs Teilnahme an wichtigen Sitzungen des Hessischen Kommunallandtags beurlaubt, also im Reichstag gar nicht anwesend war, da erklärt Herr Ruez einfach: Dr. Lucas hat gefehlt und „also sein mir gegebenes Versprechen nicht gehalten."
Wir wollen über diese eigenartige Logik mit dem Herrn Kaplan nicht rechten und überlassen es ihm auch, sich vom Standpunkt seiner Logik aus mit der Tatsache abzufinden, daß bei jener Abstimmung nicht nur der gehörig beurlaubte Abg. Dr. Lucas, sondern allein von der Zentrumsfraktion zum erstenmal über 18, unter ihnen Herr Dr. Spahn, Dr. Hitze und Roeren, und bei der notwendigen Wiederholung der Abstimmung immer noch 12 Abgeordnete zum Teil unentschuldigt gefehlt haben. Daß sich u. a. auch Gras Ballestrem beidesmal der Abstimmung enthalten hat, sei nur nebenbei erwähnt.
Anscheinend hat aber nicht nur die Logik, sondern auch das Erinnerungsvermögen des Herrn Ruez im letzten Wahlkampf Schaden genommen. Sonst könnte er nicht bei der Behauptung bleiben, Herr Dr. Lucas habe ihm feierlich versprochen, für den Toleranzantrag zu stimmen.
Von dem Toleranzantrag ist bei den Verhandlungen des Jahres 1903 überhaupt nicht die Rede gewesen und auch in der von Herrn Ruez erwähnten Versammlung am 21. Juni 1903 hat keiner der Redner jenen Antrag auch nur gestreift.
Dr. Lucas hatte also auch gar keine Veranlassung, nach dieser Richtung hin irgend ein Versprechen zu geben, am allerwenigsten gegenüber dem ihm bis dahin persönlich unbekannten, damals noch gar nicht wahlmündigen Herrn Kaplan Ruez aus Orb. Herr Ruez muß daS wissen und verläßt ihn sein Gedächtnis, so werden ihm die Teilnehmer an jener Versammlung, in allererster Linie Herr Reichstagsabgeordneter Müller-Fulda die Richtigkeit der vorstehenden Darstellung bestätigen können. An ihn möge er sich wenden, ehe er weiterhin unerweisliche Behauptungen aufstellt.
Von anderer Seite wird unS zu der Erklärung des Herrn Kaplan Ruez im Bezirksboten geschrieben:
Das Auftreten und die offensichtlich auf Stimmenfang für den sozialdemokratischen Reichstagskandidaten Hoch berechnete Rede des Herrn Kaplan Ruez in der Wählerversammlung vom 8. Februar hat wohl auf alle Anwesenden, soweit sie nicht Sozialdemokraten waren, den peinlichsten Eindruck gemacht, mag Herr Ruez nun nicht als „Kaplan" oder „Seelsorger", sondern als „Staatsbürger" gesprochen haben. Der Schluß seiner Rede, in der er auf dem Gaffen- bubenausdruck: „Haut den Lucas" in Anwendung auf den nationalliberalen Gegenkandidaten Hochs, den Amtsrichter Lucas, herumritt, war zum mindesten nicht sehr geschmackvoll.
Solch' häßliche Witze vereinigen sich nicht mit dem Pfarrkleide, auch nicht, wenn sein Träger, wie Herr Kaplan Ruez, trotz des anmaßenden Tones, in dem er sprach, noch einen, sagen wir, sehr jugendlichen Eindruck macht.
Und ob Seine bischöfliche Gnaden, der neu erwählte Herr Bischof und der Hochwürdige Herr Generalvikar Dr. Ar en- hold es wohl gutheißen werden, daß der Herr Kaplan den Namen des letzteren in die Debatte zog und den „Genoffen" eine angeblich vergebliche Bischofskandidatur deS letzteren auftischte? Wir wenigstens haben eS als eine grobe Taktlosigkeit gegen die genannten Herren empfunden und möchten der Meinung sein, daß auch das hochwürdige Domkapitel dies auf das schärfste mißbilligen wird.
* Gr enzregulierimg. Der zwischen dem Großherzog- tum Hessen und dem Königreich Preußen abgeschloffene Staatsvertrag über die Aenderung und Feststellung der zwischen den Gemarkungen Altwiedermus und Hüttengesäß- Neuwiedermus verlaufenden Landesgrenze wird jetzt nach erfolgter Ratifikation veröffentlicht. Auf Grund eines bereits im August 1906 von den beiderseitigen Kommissionen unterzeichneten Vertrags wurden Gebiete von etwa 6 Hektar auS- getauscht, die einerseits dem preußischen Kreise Hanau, anderseits dem hessischen Kreise Büdingen zugeschlagen werden.
* Personalien. Dem Königlichen Katasterkontrolleur Herrn T a g zu Schleusingen in Thüringen ist durch Finanz- ministerial-Erlaß die Verwaltung des Königlichen Katasteramtes in Bad Homburg übertragen worden.
* Ermittelt. Ein hiesiger Konditorgeselle Sch. wurde von der hiesigen Polizei als Einbrecher entlarvt. Er war im Besitz eines Zeugnisses, das er sich selbst geschrieben hatte. Das zu dem Zeugnis verwandte Papier rührte von einem in einem Bad Nauheimer Hotel verübten Einbruch« her. Bei diesem Einbrüche wurden s. Zt. 100 Mk. Bargeld, Kleüungsstücke u. a. m. gestohlen.