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General-Anzeiger
Kmlllihes Organ für Stadt- Hai FanNreis Zanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der 2onn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Mk. 35 Fernsprechanschltttz Nr. 605.
Amtliches.
Nach der heutigen amtlichen Ermittelung des Ergebnisses der am 5. d. Mts. vorgenommenen engeren Wahl zum Reichstage sind auf die Kandidaten
1. Schriftsteller Gustav Hoch in
Hanau 20000 Stimmen
2. Amtsrichter Dr. LueaS in
Langenselbold 18878 Stimmen entfallet!.
Es ist somit Herr Hoch mit einer Mehrheit von 1122 Stimmen im 8. Wahlkreis des Regierungsbezirks Cassel zum Reuhstagsabgeordneten gewählt.
Hanau den 9. Februar 1907.
Der Wahlkommissar.
V 1040 v. Beckerath,
Königlicher Landrat.
Stadtkreis Hanau.
Nachdem die Milhelmstraste zwischen Boaenstraße und Wilhelmsbrücke und die Friedbcrficrstvaffe zwischen Wilhelmstraße und dem eisenbahnfiskalischen Bahnhofsvorplatz gepflastert sind, werden die Anwohner der beiden Strahen- teile auf die Vorschrift der Polizeiordnung vom 3. Juli 1790 betreffend die Straßenreinigung in Hanau aufmerksam gemacht. Demnach müssen die Straßen Mittwochs und Samstags nachmittags, soweit eines jeden HauS reicht, gereinigt werden. Verantwortlich sind die Eigentümer der Häuser oder diejenigen, welche solche in Miete haben.
Dio Verpflichtung zur Straßenreinigung beginnt mit dem Tage dieser Veröffentlichung.
Hanau den 28. Januar 1907.
Königliche Polizei-Direktion.
P 740 v. Beckerath.
Landkreis Hanau.
BtkmtmchmW des KSiiizlichkii LankMmts.
Wegen der Auswechselung der Wegebrücke über die Hanau—Friedberger Eisenbahn zwischen den Ortschaften Erbstadt und Kaichen wird diese Drücke für jeden Verkehr bis auf weiteres ge perrt.
Hanau den 9. Februar 1907.
Der Königliche Landrat.
V 963 v. Beckerath.
Feuilleton*
Stadttücater in Hanan.
= Hanau, 11. Februar.
Durch die Aufführung des populären d allerliebsten Dolksstückes „Mein Leopold" kam der bewährte und produktive Volksdichter Adolf L'Arronge an unserer Bühne wieder einmal zu Worte. Was die Arbeiten dieses Schriftstellers immer wieder vor Allem zu einem schätzenswerten Besitz der modernen Bühne macht, ist der Sinn für volkstümliche Figuren, die glückliche Mischung von gesundem Humor und leichter Sentimentalität, die bewußte Einkehr in das deutsche Familienleben. So erzielte denn auch gestern wieder das noch durch die stimmungsvolle, wirksame Musik Biai's recht günstig unterstützte Werk, für dessen Inszenierung Herr Gehrmann weitgehendste Sorge trug, eine recht freundliche Aufnahme von Seiten des nahezu ausverkauften Hauses.
Herr Gehrmann wußte sich wieder wie schon bei früheren Aufführungen in der Figur des gutmütigen, hart geprüften „Weichelt" einen äußerst achtbaren Erfolg zu sichern. Des geschätzten Darstellers abgewägte Spielweise in allen Skalen her Empfindung ließ eine Gestalt entstehen, die von Szene zu Szene das Interesse des Hörers bis zum Schluffe in gleichem Maße roacb hielt. Den grundehrlichen, wackeren Werkführer „Starke" brachte Herr Hauser ganz vorzüglich zur Schau, indem er die nötige, wohltuende Frische vereint mit einer Dosis angenehmen Humors für diesen Charakter recht verständnisvoll entwickelte. Während Herr Heidemann neben einem recht flotten Auftreten den kalten, herzlosen Egoisten „Leopold" in einwandfreier Weise auf die Bühne stellte, gestaltete Herr Nygrin den Quecksilbermenschen „Pumpmeyer" pardon „Mehlmeyer" mit entzückender Gewandtheit und maßvoller Drolerie. Gut gefiel uns ferner
Montag brn 11. Februar
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Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 kleines weißes Taschentuch (gez. H. S.), 1 Peitsche mit weißem Stiel, 1 Kinderwagen, 1 weißer Federfächer, 1 weißseidener Kragen schon er, 1 Kassiererstempel, 1 schwarzes Damenportemonnaie mit etwas über 11 Mk. Inhalt, 1 schwarze Schürze, 1 Fünfmarkschein, 1 halber Zügel mit 2 gelben Schnallen.
Verloren: 1 schwarze Damenhandlasche (Inhalt: Portemonnaie mit ea. 15 Mk., 1 Mitgliedskarte des Frankfurter Beamten-Vereins für Zilg und 1 Visitenkarte von Helene Kellermann), 1 Damenportemonnaie mit einigen Pfennigen (un Portemonnaie eingeschrieben der Name Elisabeth Koltermann, 1 kleines gelbes Portemonnaietäschchen mit 4 Mark.
Entlaufen: 1 graue deutsche Schäferhündin, 1 schwarzer Neufundländer mit weißen Abzeichen m. Geschl.
Entflogen: 1 Taube (Mövchen).
Hanau den 11. Februar 1907.
Hus Hanau Stadt und Cand.
Hanau, 11 Februar.
Ucntliche ZitzilW der SÄtmintMtrfaiiimtag vom 8. Februar 1907.
Kleinere Vorlagen.
Die Verlängerung der Gasleitung in der Feldstraße in Kleinsteinheim wird zustimmend zur Kenntnis genommen, nachdem die Rentabilität gesichert und die im Vertrag mit Steinheim normierten Bedingungen für erfüllt gelten. Aus denselben Gründen wird die Verlängerung der Gasleitung in der Kastanienallee in Keffelstadt gutgeheißen. „ In dieser Gemeinde wurden weiterhin mit einem Kostenaufwand von 1325 Mk. 12 neue Straßenlaternen aufgestellt, die von Keffelstadt unterhalten werden. Dient ebenfalls zur Kenntnis. — Ein Vermächtnis der verstorbenen Friederike Wetzell im Betrage von 20 Mk. für die Armen der Stadt wird angenommen. — Zur Anschaffung von Stereographien werden 283.50 Mk. nachbewilligt auf Titel VII E F 7. — Eine Anzahl Haushaltspläne von Schulen usw. werden ohne nennenswerte Debatte unverändert gutgeheißen.
Klage auf Ermäßigung der Kanalgebühr.
Der Direktor der hiesigen Reichsbanknebenstelle verlangt Ermäßigung der Kanalgebühr für seine auf 1500 Mk. Mietwert veranschlagte Wohnung, da er, wenn er sich eine Privatwohnung mieten könnte, bedeutend weniger als 1500 Mk. ausgcben würde. Der Magistrat hat dementsprechend
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die unaufdringliche, natürliche Spielweise, mit welcher Herr Kempf den weltklugen Kaufmann „Schmalbach" ausstattete, wie auch der pfiffige Berliner Lehrjunge „Wilhelm", sowie der heuchlerische Spitzbube „Mielisch" durch Herrn Matter eine vortreffliche Charakteristik empfingen. Die Verkörperung des verliebten, lebenslustigen Backfisches „Emma" lag in den Händen von Frl. Berger. Unterstützt durch ein recht sympathisches Auftreten, bewies die junge Darstellerin eine derart verständnisvolle Auffassung, daß diese Partie als recht glücklich gelöst erschien. Die hingebende, mitleidvolle Gattin „Klara" erstand in Frl. Macdonald, die waschechte Berliner Küchenfee „Mina" in Frl. Jaida. Schließlich möge noch den beiden kleinen Darstellern Ernst und Franz für die drollige Erledigung der Kinderpartien unser rückhaltloses Lob gezollt sein.
Auch unseren Kleinen sollte gestern nachmittag die übliche Fastnachtsvorstellung nicht vorenihalten bleiben, indem das von C. A. Görner bearbeitete reizende Kindermärchen „Dornröschen" zur Aufführung gelangte. Lieblich in der äußeren Gestaltung fand sich Frl. Berger sehr löblich mit der Titelrolle ab, der sich alle übrigen beschäftigten Mitglieder unseres Ensembles mit ernster Hingabe erfreulicher Weise anfügten. Der stürmische Beifall nach den einzelnen Aktschlüssen bekundete den aufrichtigen Enthusiasmus, den die allerliebste Märchendichtung auf das Kindergemüt in nachhaltiger Weise auszuüben vermochte. Das Theater war ausverkauft.
Die städtische Bibliothek
Gärtnerstraße 67 (alte Zeichenakademie) ist Sonntags, Mittwochs und Samstags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreien Benutzung für das Publikum geöffnet. — Gesamtkaialoge sind in der Bibliothek zu haben.
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1907
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beschlossen, die Kanalgebühr zu bemessen wie bei Wohnungen von 1000 Mk. Mietwert mit der Begründung, daß hier ein Ausnahmefall vorliege, der nicht tviederkehre. In der Reichsbank müßten bestimmte Räume im Erdgeschoß untergebracht sein, sodaß die darüber zu liegen kommende Wohnung dementsprechend groß ausfallen muß. Diese Bestimmung existiere bei anderen Behörden nicht. Die Stadtverordnetenversammlung ist der Ansicht, daß Ausnahmen nicht zugelaffen werden könnten und lehnt den Magistratsantrag einstimmig ab.
Feuerlöschwesen.
Um das Feuerlöschwesen einheitlich zu regeln, hat die Regierung eine Polizeiverordnung erlassen, deren Grundzügeu die einzelnen Gemeinden bei den zu erlassenden Verordnungen folgen sollen. Es wird dementsprechend beschlossen.
Gebührenordnung der Freibank.
In der Gebührenordnung für die Freibank waren seither nur Gebühren für ganze Tierkörper vorgesehen. Nachdem der Bundesrat eine Verordnung erlassen hat, nach der auch Hälften und Viertel von Schlachttieren der Freibank überwiesen werden können, sollen die Gebühren derart festgesetzt werden, daß für die Hälften und Viertel von Tierkörpern die entsprechenden Bruchteile der für ganze Tiere geltenden Gebührensätze bezahlt werden. Dem wird zugestimmt.
Der Ostbahnhof und die Stadt Hanau.
Bei der Beratung und Debatte über den Antrag Koburger und Genossen (f. Samstagsnummer) entwickelte Stadtv. R o u s s e l l e bezüglich der Beseitigung der Wegeüberführungsdämme am Ostbahnhofe folgende Ansicht:
Nach Beseitigung der genannten Ueberführungsdämme müssen neue Zufuhrwege nach dem Ostbahnhof geschaffen werden und lassen sich diese m. E. am einfachsten herstellen, indem man den Lokomotivschuppen gegenüber der Zeichenakademie, unter dessen Rauchbelästigung ohnehin da- ganze angrenzende Gelände schwer zu leiden hat, beseitigt und evtl, mit dem am „Mississippi" gelegenen Lokomotivschuppen vereinigt. Das kleine angrenzende ehemalige Hessische Ludwig-- bahnhofsgebäude müßte ebenfalls verschwinden. Sodann wäre die Bebraer Bahnhofstraße unter dem Bahndamm der Frankfurt— Bebraer Bahn, der hinter den genannten Gebäuden liegt, durchzuführen und in gerader Linie nach dem Ostbahnhofgebäude zu verlängern. Diese neue Straße, die horizontal durchgeführt werden könnte, läge also zwischen dem nördlichen Bahndamm der Frankfurt— Bebraer Bahn und den Gleisen der Hessischen Ludwigsbahn. Außerdem wäre zu wünschen, daß die auf dem Ostbahnhof zu schaffenden Personentunnels nach beiden Seiten durchgeführt würden, sodaß auf der Nord feite durch eine neue Straße eine direkte Verbindung mit der Ehrensäule und auf der Südseite eine ebensolche mit der nach Auheim führenden Chaussee geschaffen werden könnte. Nach Wegfall der Ueberführungsdämme wäre sodann für den Fuhrwerkverkehr zwischen Auheim und Hanau die von Auheim kommende Chaussee horizontal und in gerader Linie mit dem Viadukt bei den Jung'schen Gärten zu verbinden.
* Stichwablergebnis. Nach der amtlichen Ermittelung des Ergebnisses der Stichwahl im Wahlkreise Hanau-Geluhausen-Orb sind auf die Kandidaten Amtsrichter Dr. L u e a s (natlib.) 18 878, auf den Schriftsteller G. H o ch (soziald.) 20 000 Stimmen entfallen. Somit ist Schriftsteller G. Hoch mit einer Mehrheit von 1122 Stimmen gewählt.
* Stadttheater. Wochenspielplan. Dienstag, nachmiltags 1/»4 Uhr, bei kleinen Preisen : „Dornröschen". Mittwoch, nachmittags V3^ Uhr, bei kleinen Preisen: „Dornröschen"; abends 7 Uhr: 10. (statt 11.) Vorstellung der IV. Abonnements-Serie : „Jugendfreunde ", Lustspiel in 4 Akten von Ludwig Fulda. Freitag, Gastspiel des Herrn Forchhammer vom Opernhaus in Frankfurt. Benefiz für Frau Reinhardt. Neu einstudiert: „Die berühmte Frau", Lustspiel von Schönrhan und Kadelburg. Sonntag, nachmittags ^14 Uhr, Vorstellung bei kleinen Preisen. Abends 7 Uhr, neu einstudiert: „Johannisfeuer", Schauspiel von Hermann Sudermann.
* Gastspiel Forchhammer. Ein außergewöhnlich genußreicher Theaterabend wird am kommenden Freitag anläßlich des Benefizes für Frau Reinhardt durch das einmalige Gastspiel des gefeierten Opernsängers Hernr Ejnar Forchhammer vom Opernhaus in Frankfurt bevorstehen. Der geschätzte Künstler wird zur Einleitung des Abends mehrere Lieder zum Vortrag bringen und dürfte dieses künstlerische Ereignis sicherlich allgemein das größte Interesse erwecken. Zur Aufführung gelangt sod-um da*