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General-Anzeiger

Eiarückvng-gebühe.

DotatioatbruLk und Verlag der Buchdruckern ded oerein.

Amtliches Organ für $lnM= und Fan^reis Sanaa.

ro. Waijenhaujer in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die ^gespaltene Petüzeil« oder deren »mu« 20 ^ im Xtklamenteii bk Zeil« M Wg,

etemtaerä. Slebatteinr: «. Schrecker in Omuk

Mr. 33 Fernsprechanschlutz Nr. 605.

Freitag den 8. Februar

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ff«rnspr,chai,tchl«tz Nr. 605. 1907

Amtliches.

Eandhreis Ranau.

BekainitmchmiUn des Köiiizlichtil SnitifSiMti.

Die Herren Bürgermeister werden an Erledigung meiner Verfügung vom 15. Oktober 1894 A 2921 betreffend Bericht über die verbliebenen Gemeinde-Rückstände erinnert.

Hanau den 6. Februar 1907.

Der Königliche Landrat.

A 595 v. Beckerath.

Bei der Königlichen Landesaufnahme sind die den Stadt- und Landkreis Hanau berührenden Meßtischblätter 1 :25000 der Aufnahme 1904, nämlich:

Nr. 3328 Windecken,

Nr. 3329 Hüttengesäß,

Nr. 3372/3327 Frankfurt, t Nr. 3373 Hanau,

Nr. 3374/3412 Langenselbold,

Nr. 3411/3412 Großkrotzenburg, rschienen.

Die Meßtischblätter können durch die Verlagsbuchband- ung R. Eisenschmidt, Berlin NW. 7, Dorotheenstraße 70 a, oder durch jede Buchhandlung bezogen werben. Der Preis des Blattes beträgt 1 Mk., für den Dienstgebrauch bei allen Staats- und Kommunalbebörden ist er auf 0,50 M. £ ermäßigt.

Hanau den 4. Februar 1907.

Der Königliche Landrat.

V 927 v. Beckerath.

Hus Ran au Stadt und Eand.

E Harra«, 8 Februar.

LejswtliHe Sitjung der TtudtverordUtcii-VersilmmIiiiiji

vom 7. Februar 1907.

Anwesend waren die Herren: Vorsteher - Stellvertreter Schroeter, Baader, Bernges, Kommerzienrat Brüning, Bonn, Craß, Daßbach, Dr. Heraeus, Hoch, Hock, Holm, Hansen, Jost, Kehl, Koburger, Kreuter, Ohl, Peleler, Nousselle, Schwabe, Salomon, Spatz, Stübing, Dr. Wenke und Dr. Wagner. Vom Magistrat die Herren: Oberbürger­meister Dr. Gebeschus, Erster Beigeordneter Bode und Stadt­rat Nicolay.

S ch la ch th of - Um b a u b ezw. Neubau.

Der Magistrat hat am 25. September 1906 beschlossen: 1. Der Schlachthof soll an seiner jetzigen Stelle belassen werden.

2« 300 000 Mk. werden für den Um» bezw. Neubau zur Verfügung gestellt unter der Bedingung, daß sich weder nach Ausstellung der Detailpläne noch nach der Aus­schreibung der erforderlichen Arbeiten eine nennens­werte Überschreitung dieser Summe ergibt.

Er begründet diesen Antrag wie folgt: Bereits sei Jabren wird innerhalb der Metzgerinnung und der Schlachthof- Kommission die Frage des Um- und Erweiterungsbaues deS Schlachthofes der Erwägung unterzogen, weil verschiedene Räume im Laufe der Jahre zu klein geworden sind. Vor allen Dingen ist dies der Fall bei der Vorkühlhalle, die der- artig klein ist, daß vielfach an den Hauptschlachttagen noch nicht ausgekühlte Tierleiber in die Kühlhalle gebracht werden müssen, woselbst sie durch völliges Auskühlen die Luft ver­derben, ihr zuviel Feuchtigkeit zuführen, sodaß das übrige in der Kühlhalle hängende Fleisch unansehnlich, grünlich und schmierig wird. Auch die sonstigen Räume lassen recht viel zu wünschen übrig. Die Decke der Großviehschlachthalle hat Deckenbalken von ungenügender Stärke, sodaß bei dem Auf- winden und Niederlassen schwerer Großviehstücke eine be­ständige Bewegung in dem Gebäude stattfindet. Außerdem hat der Negierungs-Präsident darauf hingewiesen, daß die Benutzung der über der Großviehschlachthalle belegenen Räume (z. Zt. die 2 Diensträume der Tierärzte, ber" eine Dienstraum der Trichinenschauer und Wohnung des einen Schlachthosburschen) zu diesem Zwecke, nämlich zum dauern­den Aufenthalt von Menschen, nicht zugelassen werden dürfte. Die Räumung wurde nicht angeordnet mit Rücksicht darauf, daß wir mitteilten, es fänden Erwägungen wegen Um-, Er- weiterungs- oder Neubau des Schlachthofes statt. Endlich fehlt es an einem Pökelraum in der Kühlhalle, der seinerzeit beim Bau der Kühlhalle weggelassen wurde, weil die Metzger denselben für überflüssig hielten. Neuerdings hat sich das Bedürfnis eines solchen herausgestellt. Durch Dortrag der Metzgerinnung vom 9. Juni 1902, in welchem der einstim­mige Beschluß der General-Dersanimlung vom 22. Mai 1902 dem Magistrat zur Kenntnis gebracht wurde, ersucht die Innung, die Kühlhalle zu erweitern und vor alle« Dingen

einen größeren Vorkühlraum zu schaffen. Die Folge war, daß die Schiachthofkommission sich eingehend mit der Frage deS Um- bezw. Erweiterungsbaues des Schlachthofes be­schäftigte, Projekte, unter anderen von Beck & Henkel in Cassel und vom Schlachthof-Direktor einzog, auch ein solches vom Bauamt aufstellen ließ, die jedoch samt und sonders ebenso wie die Projekte, welche von einzelnen Mitgliedem der Kommission, also von Laien, ausgestellt wurden, nicht geeignet waren, einen endgültigen Beschluß der Kommission zu ermöglichen. Eines aber stand fest, die Notwendigkeit deS Um- bezw. Erweiterungsbaues des Schlachthoses. Die verschiedenen Projekte, auch diejenigen, welche die Schlacht­hostommission als ungeeignet von Hause aus abgelehnt hatte, wurden dem Vorstand der Metzgerinnung vorgelegt und die neu aufgestellten Projekte mit demselben besprochen. Ein­stimmig sprach sich derselbe dahin aus, daß der Schlachtho? an seiner bisherigen Stelle belassen werden möge und daß das Projekt der Erweiterung des Schlachthofes mit Freuden zu begrüßen sei. Ebenso billigte der Vorstand durchaus die Absicht der Schlachthos-Kommission, von den Körperschaften die nötigen Mittel zu erbitten, um die ganze Frage einheit­lich durch einen Sachverständigen prüfen zu lassen, damit die zukünftigen Erweiterungsbauten gleich projektiert werden könnten und nicht ein Gebäude, wie s. Zt. die Kühlhalle, an einem ungeeigneten Platz errichtet und damit die spätere Er­weiterung verhindert würde. Seitens der Schlachthofkom- Mission wurde dem Vorstand der Metzgerinnung zugesagt, die Bearbeitung der Pläne und die Beschlußfassung nach An­hörung der Metzgerinnung vorzunehmen. Demgemäß wurde auf Antrag der Schlachthoskommission vom Magistrat am 10. Mai 1905 beschlossen: Die erforderlichen Mittel zur Ein­holung eines sachverständigen Gutachtens dahingehend zu bewilligen, ob das Gelände des alten Schlachthofes genügend Raum biete, ob und welche (von den durch die Kommission entworfenen) Pläne ausführbar bezw. empfehlenswert seien und für welche Seelenzahl der Schlachthof, wenn er nach dem einen oder anderen, oder einem von den Sachverständigen etwa empfohlenen Plan umgebaut würde, ausreichend sei.

Die Stadtverordneten stimmten diesem Beschluß unter dem 25. Mai 1905 zu. Die Begründung der Magistrats­vorlage lautete unter anderem:Ein Schlachthofneubau würde voraussichtlich auf das Große Rohr gestellt werden und zwar schon deshalb, weil immer das Projekt eines Schlacht- und Viehhofes im Großen Rohr eine Lieblingsidee des einen oder anderen gewesen ist. Diese Idee hat aber keine Berechtigung, da ein Viehhof in Verbindung mit dem Schlachthof ein Unsinn wäre, denn unser Viehmarkr wird ausschließlich mit Zucht- und niemals mit Schlachtvieh be­schickt. (NB. Schlachtviehmarkt für Hanau ist der Frankfurter Viehmarkt.)

Was nun die Anlage eines Schlachthoses im Großen Rohr oder an einem anderen außerhalb der Stadt gelegenen Platze (man hat an einen solchen in der Nähe des Bruch­köbeler Waldes gedacht) betrifft, so wird, abgesehen von den erheblichen Kosten stets der Mißstand der großen Entfernung von dem Zentrum der Stadt und die Notwendigkeit für die Metzger, Zugvieh anzuschaffen, bestehen. Die kleinen Metzger würden dadurch schwer geschädigt, wenn sie nicht, was das Wahrscheinlichere ist, die Kosten durch Aufschlag auf die Preise auf die Konsumenten abwälzen würden. Die Metzger, vertreten durch ihren Jnnungsvorstand, haben sich daher auch ganz entschieden gegen eine Verlegung des Schlacht- I Hofes ausgesprochen. Sie sind der Ansicht, daß das gegen­wärtige Schlachthofgrundstück unter eventueller Heranziehung des Gartens zwischen Pumpstation und Gang nach der Freibank der Stadt, nicht dem Schlachthof gehörig voll­ständig genügt, um den Schlachthof zu einem modernen Schlachthof, genügend für eine Stadt non 80100 000 Seelen, umzubauen.

Die Schlachthofkommission steht ebenfalls auf dem Standpunkt, daß vielleicht früher, ehe der Platz von Deines gekauft war, Kühlhalle, Polizeischlachthaus und Stallungen gebaut waren, eine Verlegung des Schlachthofes hätte in Erwägung gezogen werden sollen, daß heute aber kein Grund vorliege, den Schlachthof zu verlegen."

Der Spezialtechniker, der mit dem Gutachten beauftragt wurde, hat sowohl die von der Schlachthofkommission vorge­legten Projekte einer Prüfung unterzogen, als auchseinerseits eine Reihe weiterer Projekte vorgelegt, die eines aus dem anderen sich entwickelnd, fortgesetzt Verbesserungen enthalten und schließlich zu einem fast vollständigen Abbruch der vor­handenen Gebäude führen. Ebenso hat der Sachverständige die Frage beantwortet, ob auf dem vorhandenen Gelände des alten Schlachthofes unb des oben erwähnten Gartens ein Schlachthof, der genügend groß ist für eine Seelenzahl von 80100 000 errichtet werden könnte und endlich auch ein Projekt für einen Schlachthofneubau im Großen Rohr oder auf einem anderen Platz, vorgelegt.

Der Sachverständige weist nach, daß das Gelände ge­nügend groß ist, um den Schlachthof so zu erweitern, daß er für100000 Personen ausreicht. Er berechnet sodann die Kosten dieser Erweiterung, die sich zwischen 279 ÜOO und 350 000 Mark bewegen. Der Neubau eines Schlachthofes im ° Großen Rohr oder auf einem anderen Platz ist auf 600 000

bis 650 000 Mark (ohne Grunderwerbskosten) in 2 Projekten veranschlagt und dargestellt.

Die sämtlichen Projekte sind in mehreren Exemplaren auggefertigt und zum eingehenden Studium den einzelnen Mitgliedern der Schlachthofkommission, wie auch der Metzger­innung mit einer einmonatlichen Frist zugestellt worden. Darauf hat eine Beratung der Schlachthofkommission unter Zuziehung des Vorsitzenden der Metzgerinnung stattgefunden. In dieser Sitzung wurde beschlossen, von verschiedenen An­lagen, die als notwendig nicht anerkannt werden konnten, Abstand zu nehmen. Auch verschiedene Aenderungen in den Dispositionen wurden durch den Schlachthofoorsteher und den Obermeister der Innung gewünscht, auch bei einer späteren Besprechung mit bem Kreistierarzt als durchaus zweckmäßig erachtet. Es wurden als die geeignetsten Projekte die Nrn. 3 und 5 erachtet (Nr. 3 kostet 806 000 Mark, Nr. 5 kostet 824 000 Mark) und eine Anzahl von Aenderungen in den Projekten als wünschenswert bezeichnet. Die Aenderungen, die einstimmig empfohlen wurden, stellte der Sachverständig? in einem neuen Projekt dar (es bezeichnet sich als 10a Blatt 21) und dieses empfiehlt die Schlachthofkommission im großen und ganzen zur Ausführung.

Es wird f-tzt schon vorweg bemerkt, daß die Anlage zwischen dem Schlachthof und dèm Stadtgraben in der neuen Anlage, ebenso der Garten neben der Pumpstation dauernd herangezogen werden soll für Zwecke des Schlachthoses. Der Garten wird alsbald gebraucht, während die fragliche Anlage z. Zt. nicht gebraucht wird. Nach den ersten Projekten sind hier nur untergeordnete für den Schlachthofbetri^ selber nicht in Betracht kommende Gebäude (Pferdestall, Wagen- remise und dergl.) vorgesehen. Sodann entspricht daS Projekt noch nicht in allen Punkten den von der Schlachthofkommission zu stellenden Anforderungen. Die Einzelheiten aber sind der­artig untergeordneter Natur, daß sie einmal gar keine, oder nur verschwindend geringe Kosten machen, und daß sie anderer­seits bei der Ausarbeitung des SpezialprojekteS nach vor­heriger Besprechung mit dem Techniker leicht berücksichtigt werden können. Die Gesamtkosten dieses Projektes stellen sich im Bau und in der Einrichtung auf 284 000 Mark, wobei bemerkt wird, daß der Bau und die Ein­richtung der Schweineschlachthalle 47 000 bezw. 15 000 Mark über 62 000 Mark außerdem kosten wird. Die Schlachtbof- Kommission ist aber der Meinung, daß die Schweineschlacht. Halle mit ihren Nebenräumen für Jahre hinaus noch ge­nügen wird, wenn für bessere Beleuchtung der Halle gesorgt wirb. Hierfür wäre bei dem demnächst aufzustellenden Kostenanschlag noch ein Betrag vorzusehen. Außerdem müßte der Schlachthof der Stadtkasse den Wert des städtischen Ge­ländes, Garten an der Pumpstation und Anlage hinter bem Großviehschlachthof und der Schweineschlachthâlle, erstatten. Es wären also die Kosten yt bewilligen für den Umbau mit 284 000 Mk. und für den Grunderwerb mit etwa 16 000 M. also rund 300 000 Mk. Die Verzinsung und Amortisation dieser Summe wäre Sache der Schlachthofverwaltung.

Der Finanz- und Bauausschuß beantragt auf Vorschlag des Hernr Baurats Wohlfarth, die Magistratsvorlage abzulehnen und zu beschließen, unter Aufwendung eines De- träges von etwa 50000 Mk. vorläufig Abhilfe zu schaffen durch Schaffung einer Vorkühlhalle, eines Pökelraumes und anderweitiger Gestellung der Wohnungen für die Schlacht­hofbediensteten.

Stadtv. Schwabe meint, wenn mit 50000 Mark zu erreichen ist, daß das Schlachthaus noch für 10 Jahre genügt, er wolle gar nicht 15 Jahre annehmen, so ersparen wir in den 10 Jahren an Zinsen und Amortisation 150000 Mark. Wenn nach dieser Zeit auch von dem durch die 50000 Mark Geschaffenen gar nichts mehr zu gebrauchen ist, so haben wir immer noch 100 000 Mark gespart. Die Verhältnisse im Schlachthause sind derart, daß eine Aenderung auf jeden Fall eintreten muß, eS fragt sich nur, ob wir mit den kleinen Ausgaben jetzt auskamen, um uns freie Hand zu lassen für die Verhältnisse, die in 1015 Jahren etwa maßgebend sein können.

Stadtv. Wagner glaubt, daß vielleicht 50000 Mark hineingesteckt werden und nach wenigen Jahren schon sagt man, die Sache macht sich doch nicht. Man müsse weitere Umbauten vornehmen oder dann doch zu einem Neubau schreiten. Er bitte die Sache vorläufig abzulehnen und einen Sachverständigen auf dem Gebiete deS Schlachthaus- bauwesens nach dieser Richtung hin zu befragen, damit wir definitiv Antwort bekommen, was ist zweckmäßig, was nicht. Immer hin und her flicken und immer mehr Geld hinein­stecken, um dann doch stets ein Schlachthaus zu haben, bat nicht genügt, halte er für verfehlt.

Stabtn. Wohls a r t h ist der Ueberzeugung, daß Ber- größerungen einzelner Einrichtungen unbedingt vorgenommen werben müssen. Der Sachverständige hat festgestellt, daß an dem alten Platz ein Schlachthaus gebaut werden kann, das auch den Bedürfnissen der Zukunft bezw. einer bedeutend höheren Einwohnerzahl entspricht. Er hatte aber keine In- 1 mist innen, zu prüfen, ob die von ihm (Redner) vorgeschlagenen Aenderungen zweckmäßig sind oder nicht. Hatte er diese Frage geprüft, würde er jedenfalls dasselbe gesagt haben wie er. Man wisse ja gar nicht, wie Hanau in 10 bis 15