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General-Anzeiger
Amlliihts Organ für SUN- nn) FauRreis Sanaa.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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«traunvonl. Redatte« t S. Schreck«, « H««,
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Samstag de» 2. Februar
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1907
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Lie hevtige Nummer nmhüt außer ß.NilterhultmMutt
14 Seiten.
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AmtircheZ. ♦
Stadtkreis Hanau.
Nachdem die Wilhelmfirahe zwischen Bogenstraße und Wilhelmsbrücke und die Friedbcrficrftraße zwischen Wilhelmstraße und dem eisenbahnfiskalischen Bahnhofsvorplatz gepflastert sind, werden die Anwolmer der beiden Siraßen- teile auf die Vorschrift der Polizeiordnung vom 3. Juli 1790 betreffend die Straßenreinigung in Hanau arlkmerksam gemacht. Demnach müssen die Straßen Mittwoch- und Sams- tagS nachmittags, soweit eines jeden HauS reicht, gereinigt werden. Verantwortlich sind die Eigentümer der Häuser oder diejenigen, welche solche in Mieie haben.
Die Verpflichtung zur Straßenreinigung beginnt mit dem Lage dieser Veröffentlichung.
Hanau den 28. Januar 1907.
Königliche Polizei-Direktion.
P 740 v. Deckerath.
Candkreis Hanau.
Bklunutmuißuußtu des KSuiglichku LuudrutSumtS.
In Großkrotzenburg ist die Schweineseuche sestgesiellt. Die Gehöfts'perre ist angeordnet.
Hanau den 81. Januar 1907.
Der Königliche Landrat.
V799 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
In Gronau ist die Rotlaufseuche erloschen.
Die Gehöstssperre ist ausgehoben.
Hanau den 1. Februar 1907.
Der Königliche Landrat.
V 817 I. A.: Conrad, Krerssekretâr.
Nach Mitteilung des Großherzogl. Kreisamtes in Offenbach ist in den Gehöften von Hufgard in Klein-Auheim, Bauer in Groß-Sleinheim und Zimmer in Offenthal die Schweineseuche erloschen.
Die Gehöstssperre ist aufgehoben.
Hanau den 1. Februar 1907. V 793
Die Herren Bürgermeister und GutSvorsteher mache ich auf die in Nr. 3 des Regierungs-Amtsblattes pro 1907 ver- »fif^Wr^gaatii UM iri^M^^,?^k^MM«LMM!âLr»«tz-»«WWM«^^^ rr™jmppsw'E
Feuilleton.
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Stadttücatcr in Hanau.
= Hanau, 2. Februar.
In dem gestern zum Benefiz unseres strebsamen Künstlers, Herrn Otto K e m p f, zur Ausführung gelangten 4akUgen Philippi'schen Schauspiel „Das Erbe" findet man von feiten deS produktiven Verfassers dieselben äußerlich wirksamen Affektmittel angewandt, wie sie auch durchweg seinen anderen Schöpfungen mehr oder minder eigen sind. Man wird für die geschickt angelegte Handlung in hohem Maße gefesselt, man muß zugeben, daß hier ein Schriftsteller von guter Beobachtungsgabe spricht, ein Mann der zu sehen versteht und die unfehlbaren Wirksamkeiten der Bühne kennt, dem aber der Bück in die Tiefen der Seele fehlt. Er sieht die Außen- Kite mit scharfem Auge, aber er erfaßt nicht den Menschen seiner komplizierten Differenziertheit, und so erblicken wir nur Figuren, die jede nur einen Spruch aufsagen können, wenn auch zum Teil in allerlei bunten und ausgeklügelten Variationen. Zu dem eigentlichen Geheimnis des dichterischen Schaffens, der Kunst, lebendige Menschen zu gestalten,
Philippi eben nicht vorgedrungen. WaS er in seinem Schauspiel erreicht, ist nur, daß man sich oft des klüglich geformten und teilweise recht interessanten Dialoges freuen kann, der aber in Wahrheit eigentlich wenig von dem eigentlichen Wesen der Menschen ankündigt, die ihn sprechen. Recht gelungen wußte Herr Kempf den Prokuristen „Heinrich Sartorius", jenen pflichtgetreuen unermüdlichen Beamten auf die Bühne zu stellen. Der geschätzte Darsteller ging in nicht zu unterschätzender Weise in Ausarbeitung seiner Rolle scharf vom Psychologischen aus, gestaltete sicher und diskret und sprach mit ebenso viel Empfindung wie Natürlichkeit. Eine ebenfalls schätzenswerte Leistung bot Herr Hauser. Die mancherlei fein beobachteten Züge, die der Charakter des egoistisch angelegten und zuweilen rücksichtslosen Baron i
öffentlichte Bekanntmachung des Königlichen Regierungs- Präsidenten in Cassel vom 14. Januar 1907, A II 231, betreffend Abänderung deS § 21 Abs. 3 der Erläuterungen zu den Grundzügen über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen aufmerksam.
Hanau den 31. Januar 1907.
Der Königliche Landrat.
V 667 v. Beckerath.
Gtfmidtiit 11 ni) verlorene GeyenstUnde re.
Gefunden: 1 Geldstück (kleiner Betrag), 1 goldenes Medaillon mit 2 Photographien, 1 breite Ubrkeite (Bierzipfel), 1 Schlüsselbund (0 kleine Schlüssel), 1 Portemonnaie mit 32 Mk.
Verloren: 1 Portemonnaie mit 20 Mk., 1 Fün'zig- markschein, 1 Sack (5 Pfd.) rohen Kaffee, 1 weiße Herrenmanschette mit Perlmutterkuopf, 1 rotgestreifles seidenes Balltuch, 1 schwart« Kinderpelz.
Entlaufen: 1 großer gelber Pinscher, kupiert, m. Geschlecht.
Hanau den 2. Februar 1907.
Hus Hanau Stadt und £and.
Hanau, 2. Februar.
ach. Handwerkskammer. In der gestern abge- haltenen Vorstandssitzung der Handwerkskammer zu Gaffel wurde ein vom Regierungsvertreter gestellter Antrag, zu den Lehrlingsprüsnngen einen Lehrer hintuzuziehen, abgelehnt. Es sind 340 Prüfungsausschüsse im Regierungsbezirk und eS würde da der Kostenpunkt, den die Prüflinge zu erledigen hätten, gewaltig mitsprechen, ganz abgesehen davon, daß in dieser Maßregel die Prüfungsausschüsse ein Mißtrauen gegen sie erblicken könnten. Die nächste Vollversammlung der Handn^rkskammer findet am 25. Februar statt, aber nicht in der „Stadt Stockholm", sondern im Saale des Landes- versichernngsgebäudes.
* Kunsiinduftrievtreiu. Dr. Alfred Köppen- Berlin hielt gestern abend in der Aula der Zeichenakademie seinen angekündigten Vortrag über „Die Hauptströmungen der modernen Malerei". Auch die Kunst wird von dem jeweiligen geistigen Gehalte eines Volkes, seinem Streben und Fühlen mächtig beeinflußt. Die Gegenwart zeigt in ihrem Geistesleben besonders zwei hervorstechende Merkmale, das sind die Natursorschung und der Sozialismus. Technik und Inhalt der modernen Malerei erfuhren durch diese zwei Kräfte eine völlige Umgestaltung und mußten sie erfahren. Die Wiedergabe der prismatischen Brechung des Lichtes, die scharfe >Bg5WBaBHBaBKannBaMaaBaBHUssaxnanG!MMnaraKK9HSE^iiL:K!33i&aR»oB
von Larun aufweist, brachte eine sorgfältig durchgearbeitete Leistung klar zu Tage. Rühmliche Anerkennung verdienen ferner Frl. Iaido, die in Erscheinung und Haltung eine geeignete Vertreterin der hingebenden, feinsinnig kombinierenden ^„Henriette" war, Herr Steger, der aus dem heuchlerischen, unredlichen Schleicher „van der Matthiesen" eine wirksame Gestalt schuf, und Herr H e i d e m a n N als „Lorinser", der eine vortrefflich gelungene Verkörperung dieses verkommenen, heimtückischen Spitzbubengenie? darböt. In kleineren Partien waren noch zu nennen: Frl. Sarno (Hailla), Frl. Holm (Clarisse», Herr O. H. Müller (von Küstner), Herr Hopkirk (Wesendank), Herr Matter lRahmSdorf), Herr Gehrmann (Lipetzky), Herr Schröder (schlapper), Herr Nygrin (Roßmann». Die üblichen Benefizgeschenke sollten gestern abend auch Herrn Kempf nicht vorenthalten bleiben.
Humoristisches.
Sein Glück. Freund: „Wie fühlst Du Dich in der Ehe?" - Junger Ehemann (der reich geheiratet hat): „Ach, als wäre jeden Tag der Erste!"
Km samt terrlMe. Mama gibt Kaffeegesellschaft, doch ist die Kaffeetorte etwas klein ausgefallen, weshalb sie ihrem sechsjährigen Jungen 10 Pf. gibt mit dem Bemerken, er dürfe aber von der Torte nichts verlangen. Als diese auf den Tisch kommt, ruft Karlchen angesichts der ganzen Gesellschaft : „Hier Muttchen, hast Du den Groschen wieder, ich esse doch."
An der Grenze. „Haben Sie in ihrem Auto etwas Steuerbares ?" — „Ganz im Gegenteil, das Steuer ist eben taputt gegangen!"
In Gedanken. Professor zu einem Patienten, der operiert wird: „Bitte, nehmen Sie gefälligst Ihr Gebiß heraus. So. und jetzt beißen Sie fest die Zähne zusamnieu."
Differenzierung her Farben, überhaupt die lebhaft« Betonung der Farben, das sind bemerkenswerte Eigenarten der modernen Malerei. Viele der Bilder zeigen soziale Momente, sie sind zuweilen objektive Prediger sozialer Zustände. Redner durch, wanderte dann an der Hand zahlreicher Lichtbilder die mannigfachen Gebiete der Malerei: Naturbilder, Tierbilder, Porträts, Siilleben und Darstellungen religiösen Inhalts mit besonderer Betonung der Eigenart der zahlreichen Schulen unb Stiftungen. Stehen der mehr realistischen Richtung geht parallel eine idealistische Richtung. Während erstere die Natur sucht, studiert unb malt, wendet sich letztere mit Abscheu von der Wirklichkeit. Ais Führer jener Gruppe muß Arnold Böcklin angesehen werden. Als letztes Gebiet behandelte Redner noch das monumentale Gemälde unter besonderer Berücksichtigung des großen Kunstwerkes von Max Klinger, in dem er den Besuch Christi bei den Göttern der Alten darstellt. DieseS Werk, das den Kampf zweier ringenden Weltanschauungen zeigt, paßt vortrefflich in unsere Zeit. Mag die moderne Malerei viele Feinde haben, eines hat sie gebracht, einen Fortschritt in der Technik. Der Vorwurf der Unsittlichkeit ist nach Redners Ansicht nicht berechtigt. Zu allen Zeiten hat es Geister gegeben, die den hohen Flug ins Reich deß Schönen nicht mitzumachen vermochten und sich ergingen im Schmutz, aber die führenden Künstler sind frei von solcher Niedrigkeit. Die Ausführungen des Redners legten Zeugni- ab von großer Sachkenntnis, liebendem Verständnis und Begeisterung für das wahrhaft Schöne. Sie fanden reichen Beifall.
* Stadttheaier. Ernst von Wildenbruch'S interessantes Schauspiel „Die Haubenlerche" wird morgen nach- mitiag ’M Uhr bei bedeutend ermäßigten Preisen letzt malig in Szene gehen. Das hervorragende Werk beS bekannten Dichters zählt zu den besten Erscheinungen der neueren Literatur-Epoche unb erzielte stets so große Erfolge, daß es auch morgen wieder den stärksten Beifall finden wird, zumal die Hauptrolle der „Lene" durch Fräulein Marie Lautermann, welche gegenwärtig am Großh. Hofiheater in Darmstadt tätig ist, eine vorzügliche Verkörperung erfahren wird. — Das abends 7 Uhr als 9. (statt 8.) Vorstellung der IV. Abonn.-Serie zur Aufführung gelangende historische Lustspiel „Die Anna-Lis e" fand anläßlich der Festvorstellung, zu Kaisers-Geburtstag in Homburg v. b. H. vor total ausverkaustem Hause eine geradezu begeisterte Ausnahme. Das bekannte und allbeliebte Stück zeichnet sich sowohl Lurch seine Handlung, wie 'auf durch die treffliche Zeichnung seiner Charaktere so vorteilhaft auS, daß es sich ; als eines der gerngesehensten Repertoirestücke aller Bühnen immer wieder die stärksten Erfolge erringt. Auch morgen dürfte es seine ganz außergewöhnliche Zugkraft wieder bewähren. Die Titelrolle gibt Frl. Holm Gelegenheit, die Fülle ihrer trefflichen künstlerischen Eigenschaften in vollem Maße zu erschöpfen. Für die „Fürstin" tritt Frau Ander- ein unb als „Leopold" erhält Herr Hopkirk wieder eine größere Aufgabe, die es ihm ermöglicht, einen neuen Beweis seines Könnens zu erbringen. Den „Chalisac" wird Herr O. H. Müller in humorvoller Weise bestens zu gestalten verstehen und den „Föhse" wird Herr Kempf verkörpern. Den „Georg" spielt Herr Heidemann, während der Hofmarschall Salberg" in Herrn Steger einen vortrefflichen Vertreter finden toirb. Das Stück ist aufs sorgfältigste von letzterem inszeniert und wird seinen Hörern einen äußerst genußreichen Abend verbürgen. — Der Vorverkauf für beide Vorstellungen findet heute Samstag nachmittag oon 4—5 Uhr an der Theaterkasse statt.
* Von den Apotheken ist morgen nachmittag von 8—9 Uhr die Einhorn-Apotheke geöffnet.
* Kolonial-Bortraft von Exzellenz Dernburg in Frankfurt. Zu dem Vortrag, welchen der neue Kolonial- direktor am Sonntag im Hippodrom in Frankfurt halten wird, ist der Andrang ein ganz enormer. Bei der Handelskammer zu Frankftirt, auf deren Einladung die Veranstaltung erfolgt, sind über 10000 Eintrittskarten bestellt worden, die natürlich nicht alle zur Ausgabe gelangen konnten, da der Raum soviele Personen garnicht faßt. Infolgedessen haben entsprechende Reduktionen stattfinden müssen. Wenn demnach auch die hiesige Handelskammer nur etwa die Hälfte der von ihr bestellten 200 Karten erhalten konnte, so war sie doch in der Lage, einer bedeutenden Anzahl von Interessenten in^ Hanau und dem übrigen Handelskamtnerbezirt die Ein- trittsmöglichkeit zu verschaffen. Sie hat and) die Eisenbahnverwaltung darauf aufmerksam gemacht, daß der 3.87 von Hanau-Ost abgehende Zug am Sonntag nachmittag außerordentlich in Anspruch genommen und ^ür eine entsprechende Mehreinstellung von Wagen zu sorgen sein wird. Es empfiehlt sich, diesen früheren Zug zu benutzen und nicht erst 4.07 Uhr zu fahren, um sich im Hippodrom einen guten T^lafc zu sichern.