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W«t«YI!hrNch 1,80 TW., monatlich 60 Pfg.. für aus» Wütige Abonnenten mit dem betteisenden Bostons fc^ag. Die einzrta« Nummer kostet 10 Pfg.

Wotationtdruck und Verlag der Duchdruckerei des vereis.

General-Anzeiger

AAtiiches Organ für Stadt- und Landkreis Sanan.

n, Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Dia ßlafgespaüene Petitzril« oder der« Stcm« 80 ^ im Steklameateü die Zeile 15 Pfg,

Serantwortl. Râakteur: G. Schrecke, in Has«.

SIL 24 Fernsprechanfchlntz Nr. 605»

Dienstag den 29. Januar

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^ernsprechanschluß Nr. 605. 1907

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Amtliches.

Bänntmachnng.

Don her im Kiirsbureau deS Reichs-PostamtS neu be­arbeiteten Post- und Eisenbahnkarte des Deutschen Reicks ist jetzt das Blatt XIII erschienen; dieses umfaßt den größten Teil des Königreichs Sachsen, den südwestlichen Teil des Regierungsbezirks Liegnitz und den größten Teil von Böhmen.

Das Blatt kann im Wege deS Buchhandels zum Preise von 2 Mk. für daS unausgemalte Exemplar und 2 Mk. 25 Pfg. für das Exemplar mit farbiger Angabe der Grenzen von dem Verlage, dem Berliner Lithographischen Institut von Julius Moser (Berlin W 35, Potsd-merstraße 110), bezogen werden.

Berlin W. 66 den 24. Januar 1907.

Der Staatssekretär deS Reichs-PostamtS.

J. A.: Gieseke.

Die Ehefrau deS Speicherarbeiters Karl Zietz, Amalie Katharina Louise geb. Körner in Hamburg ist durch rechtskräftiges Urteil der 1. Strafkammer deS Königlichen Landgerichts in Hanau vom 3. Dezember 1906 wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 60 sechzig Mark im Unvermögensfalle 12 Tage Gefängnis ver­urteilt worden.

Dem beleidigten Gendarmeriewachtmeister Burhenn in Langendiebach wird die Befugnis zugesprochen, die Verur­teilung auf Kosten der Angeklagten durch Aushang an dem Gemeindebrett in Langendiebach und durch einmalige Ein­rückung in denHanauer Anzeiger" binnen 2 Wochen nach Zustellung einer Ausfertigung des rechtskräftigen Urteils auf Kosten der Angeklagten öffentlich bekannt zu machen.

Langenselbold den 26. Januar 1907.

Decker, 2887

GerichtSschreiber deS Königlichen Amtsgerichts.

Hus Ran au Stadt und Cand.

Hana«, 29 Januar.

* BibelftttUde. Heute abend S1^ Uhr findet Bibel- stunde im evangel. Vereinshause statt, gehalten von Herrn Pfarrer Fuchs.

* DerbesDrima der Zirgverbindunft zwischen Hanan und Großauheim. Die Eingabe der Hanauer Handelskammer wegen Verbesserung der Zugverbindung zwischen Hanau und Großauheim ist erfolgreich gewesen. Die Königliche Eisenbahndirektion hat der Handelskammer mit­geteilt, daß sie für den nächsten Sommerfahrplan die Durch­

Feuilleton.

Ringe.

(Zur Ring-AuSstellung in der Zeichenakademie.) Bon Dr. Ouilltng.

Kelter als die menschliche Kleidung ist der menschliche Schmuck. Noch bevor der Urmensch in warmer Zone daran dachte, seinen Körper mit Lendenschurz oder Gewand zu be­decken, schmückte er das Haar mit dem Blütenzweig des Baumes oder dem Kranze aus bunten Blumen, Hals, Arme und Fußgelenke mit feinem Geflecht oder Gehängen aus Früchten, Tierzähnen und Muscheln, das Ohr mit der be­malten oder gravierten Knochenscheibe ober dem geschnitzten Pflock aus edlem Holze. So entstanden Kollier, Armband und Ohrschmuck. AIs man in späterer Kulturstufe die Ge­winnung und Verarbeitung der Metalle kennen lernte, traten an Stelle jener primitiven Gebilde Geschmeide aus Gold und Silber und ihre Formen wurden um eine neue be­reichert, den Ring.

Der Ring ist also daS jüngste Erzeugnis der Schmuckkunst, aber er ist zugleich das erinnerungsreichste und individuellste. Zu keinem anderen Schmuckstück ist der Mensch jemals in so nahe persönliche Beziehungen getreten wie zu dem Ring an seinem Finger. So sind schon in kulturgeschichtlicher Hinsicht seine Entwicklungsformen und seine Schicksale von besonderem Interesse, die Zeit seiner Entstehung mit ihrem Denken und Fühlen, der Geschmack und die Empfindungen seines Besitzers sprechen zu uns. Und wie vielseitig und lehrreich ist die Technik seiner Ausführung in ihrem Wandel durch Jahrhunderte und Jahrtausende! Umso bewunderns­werter und bezeichnender für die künstlerische Gestaltungs­kunst des menschlichen Geistes, als die Grundform im Gegen­satz zu anderen Schmuckstücken fast unveränderlich bleibt und

führung deS ZuaeS 879, Frankfurt-Ost ab 81*, Hanau-Ost an 8", nach Großauheim vorsehen werde dies würde also zwischen 706 und 1009 eine neue Verbindung von Hanau nach Großauheim sein sowie die Einlegung eines Rück­zuges von Großauheim nach Hanau zum Anschluß an den Zug 460, welcher 9" von Honau-Ost nach Frankfurt ab- geht. Zur Verbesserung der Rachmittagsverbindung zwischen beiden genannten Orten ist ferner die Einlegung eines Zug- paareS inS Auge gefaßt, welches die Lücke zwischen den Zügen 868 und 867 ausfüllen wird, die 12" von Großauheim nach Hanau, bezw. 408 von Hanau nach Großauheim fahren. Die Handelskammer hat für die Herbeiführung dieser wich­tigen Verbesserungen der Königlichen Eisenbahndirektion aus­drücklich ihren Dank ausgesprochen.

* Güterannahmeschsnß aus Staiiou Mainkur. Die Königliche Eisenbahnverkehrsinspektion zu Frankfurt a. M. hat der Handelskammer Hanau mitgeteilt, zwecks frühzeitigerer Anlieferung der Güter und deren sachgemäßer Behandlung sei eS zweckmäßig, ebenso wie bei anderen Güterabfertigungen, auf der Station Mainkur den Güterannahmeschluß von 7 auf 6 Ubr abends zu verlegen. DaS Ergebnis einer bezüg­lichen Umfrage bei den interessierten Firmen, welche sich über­wiegend mit der Neuerung einverstanden erklärten, hat die Handelskammer der Königlichen Eisenbahndirektion über­mittelt.

* Hauaue? Ostbabuhos. Die Handelskammer Hanau hat an die Königliche Eisenbahndirektion zu Frankfurt die Anfrage gerichtet, ob ein Umbau des Bahnhofs Hanau-Ost mit Herstellung der dringend notwendig er­scheinenden Unterführungen für die nächste Zeit in Aussicht genommen sei.

Airshang der Aabrpläne aus Hanatt-Ost. Auf Anregung der Handelskammer Hanau hat die Eisenbahn- behörde angeordnet, daß auf Bahnhof Hanan-Ost, außer den innerhalb der Bahnsteigsperre hängenden Fahrplänen, diejeni­gen der DirektionSbezirke Frankfurt und Mainz auch außer­halb der Sperre zum Aushang kommen.

Oratorienverein. Die Probe fällt heute abend auS; dafür werden die Mitglieder hiermit für nächsten Frei­tag zur Probe eingeladen.

* Revision deS Zeichenunterrichts. Laut Ministerialerlaß vom 80. November 1906, der jetzt bekannt gegeben wird, ist der bekannte Maler Jung in Cassel mit der Revision des Zeichenunterrichts, der bekanntlich jetzt überall nach den letzthin ergangenen neuen Bestimmungen zu erteilen ist, in allen Schulen des Regierungsbezirks Cassel beauftragt worden.

* Sumser-Maskenball. Ein selten schöner Genuß wird den Besuchern des diesjährigen Sumser-Maskenballs,

nur eine kleine Fläche zu künstlerischer Betätigung ge­geben ist.

Eine außergewöhnliche Gelegenheit, die Entwicklung der Ringformen vom frühesten Altertum bis zum 19. Jahrhundert kennen zu lernen, bietet die reichhaltige Ausstellung von Ringen, die gegenwärtig in der Aula der Zeichenakademie veranstaltet ist. Das uralte Motiv der Spirale, wie es Schliemann in Mykenae und Tiryus als charakteristisches Dekorationselement so häufig gefunden hat, erscheint bei den frühesten Typen verwendet, die uns in Europa entgegen- treten. Entweder sind diese prähistorischen Goldringe selbst als einfache Spirale, teilweise in Schlangenkopfen endend, gebildet oder es erscheinen als Bekrönung der Schiene vier horizontal gewundene kleine Spiralen, in der Mitte durch aufgesetzte Knopfe accentuiert und symetrisch angeorbnet. Gegenüber diesen einzelnen Vertretern der Frühzeit in Eu­ropa enthält die Santmlung aus Aegypten eine stattliche Anzahl von Ringen, die ein geschlossenes Bild geben. Der große Siegelring aus Bronze, wohl kaum schon als Finger­ring gedacht, sondern nur nun Sieaeln der Urkunden be­stimmt' und daher mit großer, schriftgravierter Platte und kräftigem Ringgriff. Daneben zierliche kleine Ringe aus | Gold, Glas, schwarzem Stein, Bronze und blau oder grün­lich glasiertem Ton. Das Motiv der um den Finger ge­wundenen Spirale begegnet uns auch hier, zahlreiche religiöse und symbolische Beziehungen finden sich in Form und Orna­ment. Die heilige Barke, von der aus der Sonnengott die Welt lenkt, erscheint mit der Sonnenscheibe, das mystische Auge (Uzat) hat einem Tonring die Form gegeben^ um den Träger gegen bösen Blick und Verzauberung zu schützen und zahlreich tritt der heilige Käfer (Skarakäus) auf, das Sym­bol des ewigen Lebens'. Drei große Glasringe stammen von Mumien und sind als Nachbildungen wertvoller Originale eigens zur Verwendung als Totenschmuck zu betrachten. Die Skarabäusringe (der Stein ist drehbar) sind zugleich j Schmuck- und Siegelringe und in ver Regel auf der unteren *

welcher am 9. Februar stattfindet, zu teil werden, indem ein aus zirka 80 Personen bestehende Zigeuner-Bande nach einem wirkungsvollen Vorspiel ihr Lager aufschlägt und zu Ehren der Urgroßmutter, welche an dem Tage 100 Jahre alt ge­worden, verschiedene Tänze, Chöre, Duette, Soli u. s. w. zum Besten geben wird. Auch ist zu diesem Zwecke eine erstklassige Tänzerin von dem rührigen Komitee gewonnen worden. Es ist zu raten, sich bei Zeiten eine Eintrittskarte zu verschaffen, da die Liste bald geschlossen wird. (Näheres in der Annonce.)

* Stadttheater. Otto Erich Hartlebens Offiziers^ tragödie:Rosenmontag" wird morgen Mittwoch als 7. Vorstellung der IV. Serie letztmalig in Szene gehen. Das tiefergreifende Stück, welches mit überzeugenden Worten einen tragischen Konflikt aus dem Offiziersleben ver­anschaulicht, erzielte bei seiner kürzlichen Wiederaufführung einen so starken Erfolg, daß es auch morgen wieder seine außergewöhnliche Zugkraft bewähren wird.

* Kinematograph.Frankfurter Bau." Wir können konstatieren, daß das dieswöchige Programm wieder sehr hübsche interessante Sachen bietet und kann ein Besuch bestens empfohlen werden.

* Wirts-Ball. Der Verein der Gastwirte und Restaurateure für den Stadt- und Landkreis Hanau feiert am nächsten Donnerstag, abends 8 Uhr, sein 26. Stiftungs­fest in derCentralhalle" in der üblichen Weise. Ein ge­diegenes Programm sorgt für angenehme und reichhaltige Unterhaltung der Gâste. (Näh. s. Ins.)

EisenbahnunMS. Auf dem Bahnhof Groß- Karben stieß gestern abend 9 Uhr 30 Minuten der Schnell­zug Nr. 75 auf eine Rangierabteilung des Güterzuges 7381. Ein Heizer wurde getötet; ein Lokomotivführer und zwei Heizer sind verwundet.

* Der Schieß-KlubGut Ziel" veranstaltet in seinem Klub-LokalGoldenes Rad" Nürnbergerstr. ein großes öffent­liches Preisschießen, daS in seiner Art für Hanau eine Neu­heit sein dürfte. Es sind für die Sieger drei wertvolle Preise ausgesetzt; der erste in Gestalt eines hübschen Regulators, um den sich sicher viele Bewerber einfinden werden. Bei den äußerst günstigen Bedingungen ist jedem Freunde dieses schönen Sportes die Teilnahme an diesem Preis-Schießen zu empfehlen. Schieß-Gelegenheit jeden Abend von 7 Uhr, Sonntag den 3. Februar von 4 Uhr nachmittags ab.

X Bruchköel, 26. Januar. (Beerdigung.) Ein langer Leichenzug bewegte sich heute nach unserem stillen Friedhöfe, galt es doch, einem der treuesten und besten un­serer Mitbürger, dem durch den Schlag eines Pferdes so schnell aus dem Leben abgerufenen Landwirt Heinrich Fliedner I. das letzte Geleit zu geben. Von näh und fern waren die

flachen Seite mit eingravierter Schrift versehen. Sie es* freuen sich im ganzen Altertum großer Beliebtheit und werden von der etruskischen, griechischen und römischen Kunst über- nommen. Wie in der ganzen ägyptischen Kunst tritt un8 auch bei den ägyptischen Ringen, ihrer Formgebung und Ausstattung eine wohltuende Strenge und Straffheit, ein feines Verständnis für die Entwicklung der Form aus dem Material entgegen.

Und doch fehlt ihnen die künstlerische Reife, die wir all klassisch bezeichnen, jene edle Einfalt und stille Größe, die sich aus dem sicheren Maßhalten deS griechischen Künstlers ergibt. In der Anordnung der Sammlung ist die Chrono­logie insofern unterbrochen, als auf die Vitrine mit den ägyptischen Ringen ziemlich späte griechisch-italienische Ringe folgen und daran erst die aus dem eigentlichen Griechenland stammenden Ringe anschließen. Diese besonders zeigen in den Vitrinen 35 die griechische Edelschmiedekunst in ihrer vor­nehmen Schlichtheit. Nur ein Stein, in die goldene Platte gebettet, die Schiene mannigfach gebildet, aber fast durchweg frei von jeder ornamentalen Zutat, nur auf Wirkung durch geschmackvolle Form berechnet. Auf die Gravierung der Steine ist meist wenig Gewicht gelegt, oft fehlt der Stein ganz und die Goldplatte trägt nur eine eingravierte Dar­stellung, ein Vögelchen, einen Zweig, eine Götterfigur, eine kleine Nike mit einem Kranz, eine Athena, eine Hygieia mit der Schlange, einen Amor, der nach einem Schmetterling hascht oder auch Figuren aus Sage und Heldensang, eine Penelope, die im Begriffe steht, den Pfeil zu dem de« Freiermord vorangehenden Wettschieße« herbeizubringen.

Weniger häufiger finden sich eingravierte Jnschrifte«. Sie sagen uns manches.Ty ehe" (Glück), lautet die eine und ganz ähnlichep agathu" (Glück auf), die zweite. Auf einem Ning stehen die BuchstabenThea* (Göttliche), wohl eine Huldigung an die Geliebte. Dreimal begegnet und zwar stets auf Kinderringen die Inschrift: Chara" (Freude sei mit Dir) und endlich, mit statt