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General-Anzeiger

Amtliches

fnt Stadt- and Landkreis Kasan

Erscheint täglich mit Ausnahme der Ssnn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Hus Kana« Stadt und fand.

Harra«, 28. Januar.

KnscrS Geburtstag.

Der Flaggenschmuck unserer Stadt war diesmal ein be­sonder- reicher, denn neben öffentlichen Gebäuden hatten auch Private in sehr großer Zahl Flaggen herausgebracht. Einen reizenden Girlandenschmuck trug wie stets die Infanterie- kaserne. In den Schulen wurden am Samstag vormittag Festakte abgehalten mit Festreden, Deklamationen rc.

Die milUärische Feier.

Der große Zapfenstreich am Samstag abend ver­lief in der üblichen Weise, es waren sämtliche Spielleute sowie die beiden Regimentskavellen daran beteiligt. Der Zug bewegte sich durch die Rosenstraße, Nürnbergerstraße, Marktplatz, Römerstraße, Frankfurterstraße, Vorstadt, Frank- kurterlandstraße, woselbst vor den Wohnungen der beiden Regimentskommandeure 4 Musikstücke und das Gebet gespielt wurden. Der Rückmarsch ging durch die Vorstadt, Hospital­straße, Bangeristraße, Paradeplatz, wo abgeschlagen wurde. — Gestern früh nach 7 Uhr fand von den Spielleuten und der Musikkapelle des Jnf.-Regts. Nr. 166, unter Führung eine» Adjutanten, Wecken statt, um 81/* Uhr begannen die Festgottesdienste in der evanaelischen und katholischen Kirche, wozu die Fahnen bezw. Standarte der Regimenter mitgeführt wurden. Die Truppen zogen unter klingendem Spiel nach den Gotteshäusern und zurück. — Die Parade um 12 Uhr mittags hatte wieder eine große Volksmenge angelockt. Die Truppen nahmen an der Nordseite des Paradeplatzes Aufstellung, die Krieger-, Veteranen- und Gardevereine stan­den am linken Flügel. Der Garnisonälteste, Herr Oberst Tü lff, nahm die Parade ab. Nach einer kurzen Ansprache brachte er ein Hoch auf Se. Maj. .den Kaiser aus, worauf das Abschreiten der Front und Vorbeimarsch der Truppen erfolgte. Während und nach der Paroleausaabe spielte die Ulanenkapelle. — Abends fanden in den verschiedenen Sälen die Mannschaftsfeiern in der hergebrachten Weise statt.

Hanauer Krieaerverein.

Alter guter Sitte gemäß versammelte sich am Vorabend zu Kaisers Geburtstag im Saale des „Deutschen Hauses" der Kriegerverein Hanau, um seiner Verehrung und treuen Gesinnung dem geliebten Landesherrn gegenüber Ausdruck zu geben. An diesem festlichen Abend machte sich die dem Herrscher entgeaengebrachte Liebe noch mit besonderer Wärme geltend, wurde das Geburtsfest doch zwischen den Schlachten gefeiert, inmitten heftiger Kämpfe, die ein Aufflackern des nationalen Gefühls, des n archischen Gedanken-als erfreuliche-Zeichen

Feuilleton.

Stadtthcater in Hanan.

Hanau, den 28. Januar.

„Die goldene Eva", das reizende Lustspiel Schonthan und Koppel-Ellfeld's, das schon des öfteren bei früheren Auf- führungen eine höchst beifällige Aufnahme fand, zierte gestern wieder einmal den Spielplan unserer Bühne. Wenn auch die diesem Werkchen zu Grunde liegende Idee der Handlung nicht gerade aus eine etwa erstaunliche Tiefe zurückzuführen ist, so belustigen die durch ihre graziöse, liebenswürdige Form entworfenen pointierten, bilderreichen Verse umsomehr, als uns durch dieselben manche achtbare Lebenslehre recht niedlich und prickelnd in wohlbehaglicher Art enthüllt wird. Nicht zum wenigsten trägt ferner der äußerst geschickt gewählte Schauplatz zu Mitte des 16. Jahrhunderts durch das vornehme Kolorit des Zeitalters dazu bei, 'auf die Wirkung des neckischen Reim­geplauders einen angenehm verblüffenden und sehr wohltuenden Zauber auszuüben.

Aus Anlaß des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers wurde der Theaterabend in besonders würdiger Weise eingeleitet. Nachdem zu Beginn die Klänge der von Herrn Königs. Musikdirigenten Schmidt mit seiner gesamten Kapelle wirksam gegebenen Festouvertüre von Hanusch verrauscht waren, betrat der geschätzte Darsteller unseres Ensembles Herr Hauser die eindrucksvoll und der Feier entsprechend geschmackvoll hergerichtete Bühne, um in sehr gelungener schwungvoller Weise einen äußerst sinnigen und von dem Dichter kraftvoll verfaßten Prolog zum Vortrag zu bringen, der dann auch von Seiten des ausverkauften Hauses mit lebhaften Beifallsbezeugungen ausgenommen wurde und dazu angetan erschien, eine Festesstimmung aufkommen zu lassen. ^ Unter der äußerst verständnisvollen Regie des Herrn

Montag den 28. Januar

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eine- gesunden, kräftigen Volk-tum- deutlich haben erkennen lassen. Der Besuch der Festfeier war ein gewaltiger, als geladene Gäste nahmen auch die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden teil. Nach den einleitenden Musikstücken ergriff in Verhinderung deS Vorsitzenden das Vorstandsmit,- glied Kamerad Fetz das Wort zu der Begrüßungsansprache, die in ein dreifache- Hoch auf Se. Maj. den Kaiser aus­klang. Die Festversammlung erhob sich und sang die Nationalhymne. Kamerad Pfarrer Wohlfarth feierte in einer längeren zündenden Rede die Verdienste der Hohen- zollern um daS deutsche Reich und brachte zum Schluß sein Hoch dem weiteren Blühen und Gedeihen de» deutschen Reiches. Der nächste Redner war Kamerad Lehrer Schnell, der in einer nach Form und Inhalt prächtig zu nennenden Ansprache das deutsche Heer, den vorzüglichen Geist desselben feierte. Das dem Heer gebrachte Hoch erwiderte der an­wesende rangälteste Offizier Oberst Tülff mit einer dem Ernst der Z"it angepaßten, beherzigenswerte Mahnungen ent­haltenden Ansprache, d!e mit einem Hoch auf den Krieger­verein Hanau schloß. Von den unterhaltenden Darbietungen waren hervorzuheben ein lebendes Bild „Der deutsche Michel", um das sich wiederum Herr Maler Prof. Schultz verdient gemacht hatte, vorzügliche Darbietungen des Gesangvereins „Eintracht" (Dirigent: Lehrer Hamburger), ein Theater­stück „Die Herren Offiziersburschen", Couplets des Humoristen Müller, Musikvorträge der Jnfanteriekapelle. Kaufmann Kamerad Schuster brachte zum Schluß auch dem Deutschen Reiche noch ein Hoch, Kamerad Söhnlein gedachte an­erkennend der Verdienste deS Kameraden Prof. Schultz um das Gelingen patriotischer Feste, Herr Lehrer Hebebrand des Gesangvereins „Eintracht" u. s. f.

Die Vereinigung der Hanauer Post- und Telegraphenbeamten

beging die Feier des Geburt-tages Sr. Maj. des Kaisers im Saale des Gasthauses „zum Löwen" in Großauheim. Die frohe Stimmung, die Alldentichland über den über Er­warten günstigen Ausfall der Wahlen ergriffen hat und die Tatsache, daß dem Kaiser kein schöneres Geburtstagsgeschenk gebracht werden konnte, als das Erwachen des nationalen Ge­wissens des deutschen Volkes, lagerte auch über dem g eselligen Familienkreise der Postbeamten. Herr Oberpostassistent Krapp begrüßte im Namen des verhinderten Vorsitzenden die Erschienenen und wies auf den frohen Anlaß des Tages hin, endend mit einem begeistert aufgenommenen Kaiserhoch. Herr Postassistent Kö beri ch gab im Laufe des Abends seiner Freude über den guten Ausfall der Reichstagswahl Ausdruck, sein Hoch galt dem deutschen Vaterland. Bei gemeinsamem Gesang und einem gemütlichen Tänzchen schwanden den ■Hlilll—rnLUlll LHIHHIBII W>II IHII IMWim , IWII— MMTOSW^’JSaüMW^IMBmaBtKMaMM«

Pustar nahm die Vorstellung einen sehr günstigen Verlauf. In geradezu mustergiltiger Weise stellte Frl. Sarno die unsichtige, liebenswürdige und stark begehrte Frau „Eva" auf die Bühne. Was wir an der Leistung besonders schätzenswert erachteten, bestand neben dem lieb­reizenden, tändelnden Auftreten der Künstlerin in dem ver­ständnisvollen Vortrag der Verse, die sic mit einem derartigen angenehmen Wahlklang der Stimmeit-Modulation auszilstatten wußte, daß das schalkhafte sonnige Wesen dieses vortrefflichen Lustspielcharakters wohl mit kaum mehr anheimelnder Liebens­würdigkeit schauspielerisch gegeben werden kann. Mit der Wiedergabe des wackeren Gesellen „Peter" traf Herr Pu st ar nicht minder den Nagel auf den Kopf. Die Treuherzigkeit dieses ehrlichen Menschen aus echtem Schrot und Korn, die drollig-verhaltene Verliebtheit, das urwüchsig auflodernde Temperament bei der Erhörung seiner angebeteten Meisterin: alle diese manigfacben Züge wußte der Künstler zu einem Ganzen von überraschend glaubhafter Echtheit zu vereinen. Auch bezüglich seines Auftretens verschmähte er wohlbercchnetcr Weise die große Geste und wirkte durch seine maßvolle Schlichtheit und Natürlichkeit überaus sympathisch. „Ritter Hans von Schwetzingen", jener fidele Zechkumpan und kombi­nierende Abenteurer empfing durch den behaglichen, natürlichen Humor des Herrn Gehrmann eine recht gelungene Ver­körperung, ebenso wie auch Herr Nygrin dem Ritter von der traurigen Gestalt „Graf Zeck" durch possierliches Er­scheinen gepaart mit plastischer Darstellungsweise zu einem sehr gelungenen Erfolg verhalf. Während Frl. Berger den gewandten „Fridel" in Erscheinung, Haltung und Be­wegung zur vollsten Zufriedenheit gestaltete, verstand Frau Reinhard aus der verliebten schwärmerischen Jungfer „Barbara" eine interessante Charaktertype zu kreieren. Durch schlichte Herzlichkeit des Tones fiel der Altgeselle „Christoph" des Herrn Matter angenehm auf. In der kleineren Partie der „Gräfin Agnes" war noch Frl. M a c d o ti a l d be­schäftigt. Der stark anhaltende Beifall nach den einzelnen

Fernsprechanschlutz Nr. 605* 1907

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Teilnehmern die Stunden im Fluge und daS Gelöbnis der Treue zu Kaiser und Reich erfuhr eine neue Kräftigung.

Festmahl.

Sonntag nachmittag 2 Uhr fand im festlich dekorierten Wartesaale 1. und 2. Klasse des Ostbahnhofes ein Festmahl statt, an dem das OfsizierkorpS, die Spitzen der Behörden, zahlreiche Mitglieder der Bürgerschaft teilnahmen. Die Stimmung war eine vorzügliche. Den Kaiserloast brachte Herr Landgericht-präsident Schulte-Uffelage aus. Der Wortlaut war ungefähr folgender:

Meine hochgeehrten Herren!

Während draußen noch die politischen Parteistürme brausen und uns noch die Wogen der Wahlbewegung um- stuten, haben wir uns hier einträchtig versammelt, um gemeinschaftlich den Geburtstag Sr. Maj. des Kaisers zu feiern, um an den Pforten des neuen Lebensjahres in Ehrfurcht unsere Glückwünsche und unsere Huldw"ng dar­zubringen, um als monarchisch gesinnte Männer das Ge­lübde der Treue und des Gehorsams unserm Herrscher zu erneuern.

Bei dem Rückblick auf das vergangene Lebensjahr ge» denken wir zunächst in wehmütiger Erinnerung des schmerz­lichen Verlustes, den unser Vaterland und unser Hohen- zollernhaus durch den Heimgang Sr. Kgl. Hoheit des Prinzen Albrecht von Preußen erlitten haben, freuen uns aber, daß das Jahr sonst ein segensreiches für die kaiser­liche Familie gewesen ist. In dieser Hinsicht erinnere ich an die silberne Hochzeit Ihrer Majestäten, an die Ver­mählung des Prinzen Eitel Friederich, an die Geburt eines Sohnes Ihrer Kaiser!. Hoheiten des Kronprinzen und der Kronprinzessin und endlich an die Verlobung des Prinzen August Wilhelm mit einer deutschen Prinzessin. Wahrlich frohe Ereignisse, die uns ein strahlendes Bild eines echten deutschen, glücklichen Familienlebens geben.

Als wir im vorigen Jahre den heutigen Tag festlich begingen, war der politische Horizont noch mit düsteren Wolken bedeckt. Wenn auch die Konferenz von Algeciras das Dunkel in etwas zu lichten anfing, so waren damit doch die Besorgnisse und Befürchtungen vor ernsten kriegerischen Verwickelungen noch lange nicht geschwunden. Den machtvollen Bemühungen Seiner Majestät ist es ge­lungen, uns das kostbare Gut des Friedens zu erhalten und zwar ju erhalten unter Wahrung der. Ehre, des An­sehens, der Lebensinteressen und der Machtstellung des deutschen Volkes. Um diese Machtstellung handelt es sich gegenwärtig auch in dem Kriege von Südwestafrika. Wir sehen unsere Soldaten Wunder der Tapferkeit verrichten, die größten Strapatzen und unsägliche Entbehrungen ertragen,

Aktschlüssen bewies die günstige Aufnahme des allerliebsten Werkes.

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Frankfurter Theater.

Opernhaus. Montag, 28. Januar: Geschloffen. — Dienstag, 29. Januar, abends 7 Uhr: „Joseph und seine Brüder". Im Abonn. Gew. Preise. — Mitt­woch, 30. Januar, abends T1^ Uhr: „Die

< Witwe". Außer Abonn. Gew. Preise. — Donnerstag, 31. Januar, abends 7 Uhr: „Der Freischütz". Im Abonn. Gew. Preise. — Freitag, 1. Februar: Ge­schloffen. — Samstag, 2. Februar, nachmittags 1M Uhr, Vorstellung bei ermâß. Preisen: „Sneewittchen". Außer Abonn/ Abends 7 Uhr: „Violetta". Im Abonn. Gew. Preise. —^.Sonntag, 3. Februar, nach­mittags S1^ Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: „Sneewittchen". Außer Abonn. Abends 7 Uhr: „Zar und Zimmermann". Im Abonnement. Große Preise. — Montag, 4. Februar, abends halb 8 Uhr: „Die lnstige Witwe". Außer Abonn. Gewöhnl. Preise.

Schauspielhaus. Montag, 28. Januar, abends 7 Uhr: „Das Glashaus". Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Dienstag, 29. Januar, abends 7.Uhr: „Kabale und Liebe". Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Mittwoch, 30. Januar, abends 7 Uhr: „Husarensieber". Im Abonn. Gew. Preise. — Donnerstag, 31. Januar, abends ^8 Uhr, Vorstellung bei ermäßigten Preisen: „Don Car!os". Außer Abonn. — Freitag, 1. Februar, abends 7 Uhr: „Das Glashaus". Im Abonn. Gew. Preise. — Samstag, 2. Februar, abends 7. Uhr: „Husarenfieber". Im Abonn. Gewöhn!. Preise. Sonntag, 3. Februar, nachmittags 3 Uhr, Vorstellung bei ermäßigten Preisen: „John Gabriel Borkmann . Außer Abonn. Abends 7 Uhr: „Das GlaShauS". Jm Abonn. Gewöhnl. Preise.