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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei bei verein.

General-Anzeiger

Kmtl'llhes Organ für Stadt- and Landkreis Kanan.

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Eimückuugsgedühe ;

Die fünfgespaltene Petitzeile oder beten Raum 20 ^ im Reklameateil bU Seile 36 Pfg.

a, Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hauen.

Nr. 8 Mernsprechanschlntz Nr. 605

Donnerstag den 10. Januar

Fernsprechanschluß Nr. 605.

1907

ass

SSV

Amtliches.

Candkreis Ran au. BelmtiiiiichmM des KSitiglichen Andratsmts.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich die Hundesteuer- NachtragSliften alsbald einzureichen.

Hanau den 8. Januar 1907.

Der Königliche Landrat.

^ 181 o. Beckerath.

Mit Berichterstattung auf meine Verfügung vom 15. Februar 1906 V 988 betreffend Einsendung des Er- hebungs-BlatteS über Hagelwetter re. ist noch eine Anzahl Bürgermeister und Gutsvorsteher im Rückstände. ES wird daher an die Erledigung der genannten Verfügung mit «tägiger Frist erinnert.

Hanau den 3. Januar 1907.

Der Königliche Landrat.

V 197 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Mit Berichterstattung auf meine Verfügung vom 7. März 1906 V 1494 betreffend Beschaffung deS Kleinen Deutschen Kolonialatlas ist noch eine Anzahl Bürgermeister im Rückstände. Es wird daher an die Erledigung der ge­nannten Verfügung mit 14tägiger Frist erinnert.

Hanau den 8. Januar 1907.

Der Königliche Landrat.

V 196 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

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Hus Ranau Stadt und fand.

Hanau, 10. Januar.

Zur WoWkwtgling.

Zum Beschluß des Zentrums. DieNorddeutsche Allgem. Ztg." schreibt: In Hanau, dem achten Wahl­kreis deS hessischen Regierungsbezirks Cassel, wurden 1903 bei der Hauptwahl abgegeben: Für Hoch (Soz.) 15470 Stimmen, Lucas (nat.-lib.) 9762, Müller (Zentr.) 4814 uud Küstner (freis. Vp.) 1865 Stimmen. In der Stich­wahl siegte Lucas über Hoch mit 17 867 gegen 16 547 Sâimen. Diesmal hat das Zentrum Stimmenthaltung proklamiert. Es will den Wahlkreis lieber in die Hände der Sozialdemokraten fallen, als den Liberalen in der Stich­wahl den Sieg zukommen lassen. Aebnlich ist die Zentrums- parole in anderen Wahlkreisen. Wir möchten bezweifeln, daß die Wählerschaft durchweg dieser Parole Folge leisten wird. Wir hoffen, daß ein großer Teil davon stch bewußt bleiben wird, daß der Zentrumswähler in nationalen, sozialen und kulturellen Fragen den liberalen Parteien nähersteht als der Sozialdemokratie. Befreundet sich die Parteileitung des Zentrums vielleicht jetzt eher mit der Stärkung der sozialdemokratischen als der liberalen Elemente im Reichstage, so kann sie bei dieser Wahltaktik nur die Er­haltung der ausschlaggebenden Stellung des Zentrums als konfessionelle Partei im Augen haben. Den katholischen Wählern ist mit dieser einseitigen Betonung deS konfessionellen Standpunktes zweifellos nicht gedient. Soweit sie an der Bekämpfung der Sozialdemokratie teilzunehmen für ihre Pflicht halten, haben sie eS mit den bisherigen Nichtwählern in der Hand, die Berechnung der Parteileitung über den Haufen zu werfen. Die Zahl der Ntchtwähler betrug 1903 in Hanau 7535 Mann. Bringt sie mit den national emp­findenden ZentrumSwählern an die Urne, und sie geben den A u s s ch l a g gegen die Sozialdemokratie.

Beamten-Persoualnachrichten.

Ernannt: an Stelle des zum Pfarrer in Waldens­berg ernannten Hilfspfarrers Kannegießer der past. extr. Emil Hoffmann zum Hilfspfarrer in Langenselbold und an Stelle bei zum Hilfspfarrer in Langenselbold ernannten past. extr. Hoffmann der past. extr. Frischkorn zum Gehilfen des Pfarrers B o d e in Buchenau, der Re- gierungS-Hauptkassenbuchhalter Bell zum Rechnungsrat, der Landmesser Fritz in Schmalkalden zum Oberlandmesser.

e Berufen: der Katasterzeichner StrogalSkiin Cassel in.^die Katasterzeichnerstelle des Katasteramtes Tilsit I.

Versetzt: der Oberlandmesser Wemhöner als Vor­steher des gemeinschaftlichen Landmesserbureaus von Carls- Hafen nach Hanau, der Landmesser Rausch von Bad Wildungen nach Hersfeld, der Landmesser Ahrendt von Bad Wildungen nach Cassel (Spezialkommission II), der Zeichner Aumann aus dem geodätisch - technischen Bureau

der Generalkommission in Cassel an die Spezialkommission Minden.

Pensioniert: der Gerichtsvollzieher Klopp in Fulda.

* Liebesgaben für unsere Hanauer Kämpfer in Südwestafrika. Mit Stolz und Freude, mit aufrich­tiger Bewunderung blickt alle Welt auf die Leistungen unserer braven Truppen in Südwestafrika, die unter den unsäglichsten Strapazen für Deutschlands Ehre, für Deutschlands Ansehen ihr Leben täglich in die Schanze schlagen im Kampfe mit einem heimtückischen, hinterlistigen Gegner. Fern von der Heimat, in unwirtlichen Gegenden, von Durst gequält unter der glühenden Sonnenhitze schmachtend, müssen die wackeren Krieger ein entbehrungsreiches, freudenarmes Leben führen, ein Leben, wo auch das kleinste Liebeszeichen aus der Heimat, die geringfügigste Gabe reichste Glücksgefühle erweckt. Möchten stch dessen recht viele Einwohner unserer Stadt erinnern, zumal aus unsern Regimentern eine stattliche Anzahl in den Reihen der Südwestafrikaner kämpfen. Vom Infanterieregi­ment Nr. 166 sind es 11, vom Ulanenregiment unseres Wissens noch mehr. Es ist geplant, jedem derselben ein Kistchen zu übersenden mit folgendem Inhalt: 1 Wollhemd (5 Mk.), ein paar Socken (8 Mk.), ein Cabakspfeifchen nebst Tabak und Schreibpapier. Gesamtwert jedes Kistchens ca. 10 Mk. Zum Einkäufen und Versenden der Sachen haben sich eine Anzahl hiesiger Damen schon bereit erklärt, nur die Mittel fehlen noch. Doch bei dem allgemeinen Verständnis für Liebestätigkeit in unserer Stadt zweifeln wir nicht, daß jeder, der es irgend kann, ein Scherflein zu diesem guten Zweck beizusteuern gewillt sein wird. Gaben nimmt die Re­daktion desHanauer Anzeigers" gerne entgegen, worüber dann öffentlich quittiert werden wird.

* Für Südwestafrika. Bei der Hauptsammelstelle der freiwilligen Krankenpflege zu Hamburg sind für das Südwestafrikanische Expeditionskorps aus der Provinz Hessen- Nassau nachstehende Gaben eingegangen: Adam Kirchner in Hanau eine Kiste Kurzwaren, E. Nolty in Hanau eine Kiste Liebesgaben, Kaiser Friedrich - Quelle A. - G. in Offenbach 200 Kisten Kaiser Friedrich-Quelle, Notes Kreuz Weilburg 1 Kiste Zigarren.

* Der Eisenbahndtrektionsbezirk Frankfurt a. M. im neuen Etat. Der neue Etat für 1907 ent­hält für Erweiterung der Hauptwerkstätte in Fulda die letzte Rate von 46 000 Mk.; für Erweiterung des Bahnhofes in Bebra eine fernere Rate von 600 000 Mk.; für Erweiterung der Bahnhofsanlagen in Homburg v. d. H. eine fernere Rate von 800 000 Mk.; für Erbauung eines neuen Geschäfts- gebäudes für die Eisenbahndirektion zu Frankfurt a. M. eine fernere Rate von 50 000 Mk.; für Erweiterung des Bahn­hofes in Herborn eine fernere Rate von 200 000 Mk.; für Erweiterung des Bahnhofes in Hersfeld eine fernere Rate von 100 000 Mk.; für Erweiterung des Bahnhofes in Haiger eine fernere Rate von 50 000 Mk.; für Erweiterung bei Bahnhofes in Groß-Karben eine fernere Rate von 50 000 Mark; für Erweiterung des Bahnhofes in Würgendorf eine fernere Rate von 100 000 Mk.; für Herstellung des zweiten Gleises auf der Strecke LimburgStaffel eine fernere Rate von 400 000 Mk.; für selbständige Einführung der Hom­burger Bahnstrecke in den Hauptpersonenbahnhof Frankfurt a. M. eine fernere Rate von 300 000 Mk.; für Erweiterung des Bahnhofes in Wetzlar eine fernere Rate von 400 000 Mk.; für Erweiterung des Ostbahnhofes in Frankfurt a. M. eine fernere Rate von 500 000 Mk.; für Verlegung des Bahn­hofes in Vilbel eine fernere Rate von 300 000 Mk.; für Erweiterung des Bahnhofes in Dillenburg die erste Rate von 100 000 Mk.; für Erweiterung des Bahnhofes -in Nieder­selters die erste Rate von 50 000 Mk.; für Herstellung einer Straßenüberführung am Ostende des Bahnhofes Herdorf die erste Rate von 50 000 Mk.; für Erweiterung des Güter­schuppens auf Bahnhof Frankfurt a. M. (Hauptgüterbahnhof) die erste Rate von 50 000 Mk.; für Erweiterung der Haupt­werkstätte in Betzdorf die erste Rate von 50 000 Mk.; für Auswechselung der eisernen Ueberbauten der Eisenbahnbrücke über die Lahn in km 5,o der Strecke LimburgStaffel 110 000 Mk.; für Erweiterung des Bahnhofes in Lauterbach (Hessen) alt, die letzte Rate von 110 000 Mk.; für Her­stellung einer Kreuzungsstation bei Maberzell in km 99,6 der Strecke GießenFulda die erste Rate von 100 000 Mk.; für Erweiterung des Bahnhofes in Nidda die erste Rate von 75 000 Mk. In dem Bezirk Frankfurt a. M. sind ferner vorgesehen: 57 000 Mk. für Verbesserung der Krüm­mungsverhältnisse auf der Strecke DotzheimLangenschwalbach; 46 000 Mk. für Herstellung einer Wegunterführung in km 28,5oo der Strecke Frankfurt a. M.Limburg a. Lahn ;

80 000 Mk. für Herstellung einer Wegüberführung in km 89,480 der Strecke Köln-DeutzGießen; 65 000 Mk. für Herstellung eines Ueberholungsgleises auf Bahnhof Burg­haun; 75 000 Mk. für Herstellung eines Ueberholungsgleises auf Bahnhof Burg und Nieder-Gemünden; 84 000 Mk. für Herstellung eines Ueberholungsgleises auf Bahnhof Nieder­zeuzheim ; 70 000 Mk. für Herstellung eines KreuzungS- gleiseS auf Bahnhof Reiskirchen; 93 000 Mk. für Herstellung eines KreuzungSgleises auf Haltepunkt Rotzenhahn; 99 000 Mark für Erweiterung der Gleisanlagen auf Bahnhof Hoch­heim; 50 000 Mk. für Erweiterung der Gleisanlagen auf Bahnhof Großen-Buseck; 59 000 Mk. für Erweiterung der Gleisanlagen auf Bahnhof Ehringshausen (Dill); 98 000 Mk. für Erweiterung der Gleisanlagen auf Bahnhof Schladern; 45 000 Mk. für Erweiterung der Gleisanlagen auf Bahnhof Wallmerod; 95 000 Mk. für Erweiterung der Gleisanlagen auf Bahnhof Löhnberg; 62 000 Mk. für Erweiterung der Gleisanlagen auf Bahnhof Villmar; 75 000 Mk. für Er­bauung eines Dienstgebäudes für die Betriebsinspektion zu HerSfeld; 89 500 Mk. für Erbauung eines Empfangsge- bäudes auf Bahnhof Lorsbach; 32 000 Mk. für Erweiterung des Empfangsgebäudes auf Bahnhof Frankfurt-Oberrad; 70 000 Mk. für Erweiterung des EmpfangSgebäudes und Erbauung eines Dienstgebäudes auf Bahnhof Bad-Nauheim; 75 000 Mk. für Erweiterung des Uebernachtungsgebäudeß in der Blücherstraße zu Frankfurt a. M.; 74 000 Mk. für Herstellung von Stellwerken auf Bahnhof Griesheim a. M.; 42 000 Mk. für Erweiterung der Stellwerksanlagen auf Bahnhof Hanau-West; 32 000 Mk. für Herstellung von zwei Stellwerken auf Bahnhof Herchen; 35 000 Mk. für Um­wandlung des Fernsprechnetzes in Frankfurt a. M. aus dem einfachen in das Doppelleitungssystem; 70 000 Mk. für Herstellung von Fernsprechverbindungen für den Geschäfts­verkehr ; 35 000 Mk. für Herstellung einer Druckluft-Perso­nenwagenreinigungsanlage auf Bahnhof Frankfurt a. M. (Haupt-Personenbahnhof. (Gesamtkosten 85 000 Mk., wovon 50 000 Mk. auf Tit. 9 entfallen).

* Stadttheater. Auf das morgen Freitag als 3. (statt 2.) Vorstellung der 4. Abonnementsserie in Szene gehende Lustspiel:H u s a r e n f i e b e r" sei nochmals ganz besonders aufmerksam gemacht. Am kommenden Sonntag wird nachmittags halb 4 Uhr bei bedeutend ermäßigten Preisen Anzengrubers Volksschauspiel mit GesangDer Pfarrer von Kirchfeld" letzt malig zur Aufführung gelangen. Abends 7 Uhr geht als 2. (statt 3.) Vorstellung der 4. Serie Erich Hartlebens OffizierstragödieRosen­montag" neu einstudiert in Szene. Das ergreifende Werk wird sicherlich wieder das größte Interesse erwecken.

* DasHusarenfieber" in Offenbach. Die Off. Ztg." schreibt vom Dienstag: Dem Schlager der Saison, dem LustspielHusarenfieber" von Kadel- burg und Skrowronnek, ist der große Erfolg, den tl bisher allenthalben gefunden, auch bei der gestrigen hiesigen Erst­aufführung treu geblieben. Seit langer Zeit ist in unserem alten Stadttheater nicht so gelacht worden. Daß das auS- verkaufte Haus diesen Heiterkeitssturm ausgehalten hat, ohne zusammenzubrechen, scheint doch ein Zeichen dafür, daß es noch nicht so wacklich ist, wie manche Schwarzseher glauben. Ueber den Inhalt bei lustigen Stückes haben wir vor kurzem bereits gelegentlich der Frankfurter Premiere uns geäußert. Wenn auch die hiesige Aufführung aus begreiflichen Ursachen in einigen Äußerlichkeiten hinter der Frankfurter zurückstehen mußte, so muß man gerechterweise zugeben, daß dieHie si g eDarstellung der dortigen wenig nachgab, ja in Einzelheiten vielleicht über­traf.

* Lehrersättgerchor. Die regelmäßigen Uebungs­stunden beginnen wieder Freitag den 11. Januar und werden die verehrt. Mitglieder hierzu freundlichst eingeladen.

* DieHau. Zeitung" hat unsern Rat befolgt und ist in die dunkle Ecke geflüchtet. Sie ist dabei auf ihrem ureigensten Felde, nämlich imSprechsaal" angelangt, wo sie nunmehr Uhren Kohl baut, der aber dort auch nicht schmackhafter wird. Ein Blatt, das sich in der gestern gekennzeichneten Weise blamiert und nachher imSprechsaal" die gekränkte Leberwurst spielt, verdient es wirklich nicht, ernst genommen zu werden. Daher seien auch unsererseits über diesen Fall die Akten geschlossen.

* Mit dem Leben bezahlt hat ein hiesiger Schüler die Nichtbeachtung einer kleinen Wunde. Derselbe verletzte sich beim Eislaufen mit seinem Schlittschuh am Bein und beachtete es nicht. Erst als es zu spät war, ging er in ärztliche Behandlung. Es hatte sich Blutvergiftung eingestellt, der das junge Leben gestern zum Opfer fiel.