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A Ein echter Hesse, der mit Begeisterung an seines Hessen­landes alter Geschichte unter aroßen Fürst m hing: der der herrschenden Dynastie, die 1866 zu regieren äusserte, t cu ergeben war, wenn deralte Henk l" auch, in der Hitze des Verfassungskampfes, kein Blatt vor den Mund nahm, sobald Regierung" und Verfassung" in Konflikt kamen Henkels Lebensideal war:Erhaltung der Selbständigkeit des Kurhcssenstaates mit der militärischen Oerhoheit Preussens."E inen Kaiser an Alldeulsch- lands Spitze", das war, wie Henkel oft sagte,Der Traum seiner Jugend". Der alte Verfassungsstreiter sah den Traum noch erfüllt. Für uns Hanauer hat Henkel das besondere Interesse durch sein besonnenes und doch mutiges Eintreten'für argbed'ängte Bi rger unserer Stadt in Glanbenssachen. Eine Adresse von mehreren hundert Unter­schriften von Hanauer Bürgern (ausgestellt am 10. De­zember 1846) schließt mit den Worten:Mit Stolz und Freude grüßen wir S e im Namen unsres Vaterlandes Hessen und drücken Ihnen mit Herzlichkeit und Dankbarkeit die Hand!" Die Büste ist ein vortreffliches Werk des Herrn Philipp Linck, hier.

* Vaterländischer Aranenverein. Die Weihnachts- bescherung findet Donnerstag den 21. d. M., nachmittags 5 Uhr, in derCentralhalle" statt; alle Freunde des Vereins sind freundlichst zu derselben eingeladen. Der Vorstand bittet, die dem Verein zugedachten Spenden Donnerstag vor­mittag von 9 Uhr ab in derCentralhalle" abzugeben.

V Wittdecken, 19. Dezbr. (Ein w ohn er zahl.) Die Volkszählung ergab eine Einwohnerzahl von 1657 gegen 1624 in 1900.

X Langendiebach, 19. Dezbr. (Volkszählung.) Unser Ort hat nach der Volkszählung 2116 Einwohner gegen 2001 im Jahre 1900.

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Gerick^tefaal

Sitzung deS Schöffengerichts vom 19» Dezember.

Mehrere Bettler erhalten die üblichen Haftstrafen. Der Kutscher G. kam mit seinem Fuhrwerk in schnellem Tempo am Paradeplatz hergefahrcit, der Milchhändler I. kam auch nicht gerade langsam auf dem Rad von der Mühl­straße her angeradelt und an der Ecke bei der Kaserne gab es zwischen beiden eine ziemlich heftige Karambolage, die aber glücklicherweise ohne erheblichen Schaden ablief. Die beiden Fahrer haben Strafbefehle erhalten, erhoben aber Einspruch, weil keiner seine Polizeimrordnung übertreten haben will. Das Gericht kann keine sichere Feststellung treffen und erkennt auf beiderseitige Freisprechung. Der Hausbursche F. drang bis vor die Wohnung seines Hausnachbars N. und bedrohte diesen mit Totschlägen. F. erhält wegen Be­drohung 5 Mk. Geldstrafe, von der Anklage des Haus- friedensbruchs erfolgt Freisprechung. Der Lackierer S. von Langendiebach fuhr mit einer Fahrkarte LangendiebachHanau die umgekehrte Strecke. Er war von dem Bahnschaffner mehtfach gewarnt worden, daß das unzulässig iei, fuhr aber zum Trotz immer wieder mit dem ungültigen Billet. Das bringt ihm wegen Betrug 3 Tage Gefängnis ein. Der Taglöhner S. von Mittelbuchen hat im dortigen Gemeinde­wald aufgemachtes Holz entwendet. Urteil 3 Tage Ge­fängnis. Die 1885 in Speyer geborene Marie S. ver­sucht es einmal als Dienstmädchen, einmal als Fabrik­arbeiterin, hält es aber nirgends lange aus. Jetzt verbüßt sie eine fünfmonatliche Gefängnisstrafe, weil sie m einem hiesigen Schuhgeschäft zivei Paar feine Schtlhe auf fremden Namen erschwindelte. Die heutige Anklage legt ibr zur Last, im August d. I. der Ehefrau P. in Offenbach, bei der sie damals wohnte, eine Anzahl Kleidungsstücke entwendet zu haben. Die S. fuhr damals zur Ausübung eines un- sauberen Gewerbes öfters nach Hanau und würbe von ihrer Logisgeberin, da sie selbst nur eine mangelhafte Garderobe hatte, atisstasfiert. Von einer derartigen Tour kehrte sie nicht mehr zurück. Da die beiden zu der fraglichen Zeit eine Art Gütwaemeinschaft hatten, bei der P. auch Kleidungs­stücke von ungefähr gleichem Wert zurückgeblieben waren, io wird die S. von der Anklage des Diebstahls freigesprochen. Der Friedrich H. 511 M'tte>buchcn soll auf der Dorf­straße nächtlichen Unfug verübt haben. Die Beweisausnahme fällt zu Gunsten des Angeklagten aus und ei folgt daher Freisprechung. Der Taglöhncr B. hat einem dreisten Jungen, der an seinem Wagen allerlei Hnfuq trieb und Un verhöhnte, ein Paar gesalzene Ohrfeigen verabreicht. Das Gericht stellt fest, daß der bösartige Junge zwar das Dop­pelte verdient hätte, da aber der Anaeklagte kein ZüchtiguncE- recht besaß, so muß das Gericht auf Strafe gegen den B. «rkennen, die auf 5 M. bemessen wird.

Vereins- u. Bergait^uaasarchvichtea

für Mittwock den 20 Dezember.

Stadttbeater in Hanau:Die roilbe Jaqd; Amani 7'r Uhr.

Sv. Männer- u. ^ünqlin i§"trein: PNmmenblaien (So. Vereinshaus.) Turnoemeinde: Abends 9 10 Uhr: Turnen der Männerableg um.

Turn- u. Fechlklub: Von 8V210 Uhr. Fech en; von 910 Uhr Ruinen rer MännerableUung.

LurngetelUchmt: Abends von l/»97 10 U6r: Turnen der Damenabteilung. Kaufmännncher Verein Hanan: Vereinsabend im Nestmnam Mohr. SefangneieinGermania": Singstunde imLöwenrärlchen".

GefangvercinTonblüthe": SingNnnde in derStadl Bremen". Evang. j r kUervere n Singstunde im Bereinstokal zumSlepf-an'en '. National - S enoaraphenverein: Uebnngsstunoe für die Prakti er-Äblellung tLotol:Zur großen Krone"».

GeselllchastTreu beim At>en": Vereinsabend (Brauerei Orschler). Hanarier Madspori 1895; Beremsabend in derStabt Bremen". Hanauer Kriegerverein: Meuatsversammlung im Bereuislo ale. VereinGeseltigke l"; Veieinsabend in dergroßen Krone". Thater-Klub: Zu ammentun-t in den3 Hafen". Kegel-Klub; GusthauSzur guten O elle". SchüpenvercinTeil" zurWiener Sviye": Schießen, gimmerstutzengejtlljchajtPalromajche"; Schießen

Mittwoch

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Zimmcrßnßengeiellichgitzur ichöncn Aussicht"- ^essel'lad! : Schießen. Hanauer ÄrbHßenverein : Vere nsabend im Reftmranr Mohr.

Freinuttiae Feuerwehr- 1. Komp, imgoldnen Herz", Steigerlorps in der Brauerei

Verfteigerunas- re Kalender

für Donnerstag den 21 Dez ember.

Angebote auf das a"ë der Oberförster ei Salmünster vor dem Siw 'chl M des W'rtjchaflsj hieg 190o/i '6 zum Verkauf' mende Si ^en= Grul enbolz, sind bis abends 7 Uhr an die Königl. Oberförstere: Sal- nnlvüer elnzluelchen (s. Nr 290van. An;.").

TelWüHischrr Welterbnitht 6er öriitfilieii Lmmle.

Telegramm aus Hamburg vom 20. Dezember:

9 Uhr 33 Min.

Ein Maximum über 776 mm lagert über Nordösterreich, eine Depression unter 744 mm südwestlich von den Lofoten. In Deutschland wehen schwache südwestliche Winde, das Wetter ist trüber, meist wärmer, vielfach sind Niederschläge gefallen.

Prognose für den 21. Demmber: Wolkiges, ziemlich mildes Wetter, stellenweise Niederschläge wahrscheinlich.

Für Errichtung eistet Ansftchtstnrmes aas dem

Brrchherge bei ^angettfelbold gingen ein:

Wer rasch gibt, gibt doppelt.

Sam. Schlvab * 2. Mk.

Voriger Betrag..... 725.50

Zusammen bis jetzt 727.50 Mk.

Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die Redaktion desHanauer Anzeiger."

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Hus Dab und fern.

st BüdtSheitti, 20. Dezbr. Gestern feierte Herr Graf O r i o l a zu Büdesheim das Fest der silbernen Hochzeit.

scl FirsyH, 19. Dezbr. Die Stadtverordnetenver­sammlung erteilte gestern abend dem Magistrat die Er­mächtigung zur Einholung des landesherrlichen Privilegs um Aufnahme einer neuen 5 Millionen-Anleihe zu 5°/o Verzinsung und AmorÜ'ation.

r. Mpdè'but'st, 19. Dezbr. Die Siraskammer verurteilte heute drei E imehmer aus Homberg, die den Manövert' uppen Mittelst Einb'ums in eine Feldküche Fleisch- und Gennue- konserven gestohlen hatten, zu 10, 5 und 3 Monaten Ge- fänanis. D r wegen einer Spektikelaffä^e vor Gericht stehende gerichtsbekai'nte Schreiner Köhler aus Frankenberg benahin sich so ungebührlich, daß man die Verhandlungen gegen ihn abbrach und ihn drei Tage in's Gefängnis steckte.

r. DvLibaufev, 19. Dezbr. Heute früh fuhr die Kreis­bahn mit zwei Achsen über zhr Endziel hinaus. Viaterial- schaden entstand nicht, der Verkehr war jedoch für einen halben Tag aestört.

<ti Pbii'PIfsStbKl lRhön), 19. Dezbr. Der Oberarzt der Kaiserlichen Schutztrupve für Kamerun Herr Dr. med. Heßler ist auf Urlaub hier eingetroffen. Er hat während seinem 2"ssährigen Aufenthalt in Kamerun, hauptsächlich im äußersten Norden der Kolonie, den Tschadseeländern, Dieizst getan. Ferner nahm er an verschiedenen Expeditionen teil und lecpe neue Stationen an, au cf) zeichnete er sich in einer Reihe von Gerechten so aus, daß ihm vom Kaiser der Kronen­orden mit Schwertern am Kombattantenbande verliehen wurde.

St. ^yrmH^mt a. M., 19. Dezbr. D e Programm- änderung des Albert Schumann Theaters brachte verschiedene, nnie interessante Nummern, ivie die schicke Soubrette Carin Anderson, das amerikanische Nigaer-Tanz-Trio Alagazavi, einen Humoristen auf dein Drahtseil, nämlicfj Harry Lamore, sowie v er tveibliche Athleten von erstaunlicher Körperstär'e. Die lustige amerit Tingeltangel-Pantomine steht noch auf dein Progrannn.

Zöchst a. M., 19. Dezbr. Auf der Rückfahrt von Höchst nach Sindlingen überfuhr das Automobil eines im Westend in Frankfurt Zvohnhaften Bankiers am Sonntag abend 10 Uhr einen Arbeiter von Sindliitgen, der sofort tot auf dem Platze liegen blieb. Der Chauffeur des Automobils ist nach erfolgter Anzeige nach Höchst in Uiztersuchtingshaft gebracht worden. Das Automobil gehörte dem Bankier Harlacher. Das Fahrzeug halte eine sehr gute Beleuchtung. Die Insassen behaupten, der Arbeiter sei nur infolge falschen Ausweicbeus unter den Wagen gekommen. Der Getötete ist der Arbeiter Klapper; er war bei den Höchster Farbwerken beschäftigt.

D<rvmstckdt, 19- Dezbr. Ein Zwischenfall ereignete sich in der vergangenen Nacht in einem besseren Lokal. Zivei Hochschüler ödeten in lästiger Weise die Gattin eines ge­achteten Künstlers an. Als sich der letztere das wenigaka­demische" Benehmen der beiben verbat, hatte einer von ihnen die Unverfrorenheit, den beleidigten Gatten herauszufordcrn.

20. Dezember

Tiefer verstand jedoch keinen Spaß, sondern versetzte dem Provokanten vor versammelter Heerschar eine schallende Ohrfeige, die einzig richtige Antwort auf unverschämte Be- läftbumwu

§§ N^b Nattheim, 19. Dezbr. Unter feierlichem Glockengeläute wurden heute mittag die vier Glocken zu der neuen evangelischen Dankeskirche vom Bahn­hof nach der Kirche überführt, wo sie in den nächsten Tagen im Glockenturm aufgehängt werden. Die schwerste und größte Glocke hat ein Geivicht von 76 Zentner und kostet 56000 Mark. Die Einweihung der Dankeskirche ist für Juni n. I geplant. Man hofft, daß der Großherzog an dem"Feste teil­nehmen wird.

ScköMrivZ'ttt, 19. Dezbr. Zum Raubanfall auf den Viktualienhändler Martin Koch aus Schimborn wird mit­geteilt, daß die Täter ermittelt sind. Es sollen zwei Fabrik­arbeiter namens Werner und Appel sein, die bereits in eine größere Gänsediebstahlsaffäre verwickelt sind. Ersterer soll in Bürgel bei Offenbach und letzterer im Kreise Gelnhausen beheimatet sein.

Cassel, 19. Dezbr. In Cassel überreichten, so wird demReichsboten" geschrieben, vier evangelisch-reformierte Gemeinden den Kirchen- und Staatsbehördei» die einstimmigen Beschlüsse ihrer Presbyterien, hin'ort von de>v Zusatz ..refor­miert" keinen Gebrauch mehr zu machen, sondern sich auf Grund neuerer Synodalverordntingen sich nur noch als evangelische" Kirchengemeinden zu bezeichnen. Der Anschluß eine Reihe weiterer Gemeinden Hessens ist in Kürze zu er­warten. E ne Amderung des Bekenntnisstandes ist damit nicht bemreft. Der Zu'atzreformiert" hat allzu oft zu schweren Mißverständnissen gegenüber den aus der preußischen Union zuziebenden Evangelische geführt, und der falschen Meinung Vorschub geleistet, daß man es bei den hesfisch-reformierlen Gemeinden mit Zwinglmnismus und Cal- vinismus zu tun habe. Der Namereformiert" hat die Tat­sache verdunkelt, daß die sogenannte reformierte Kirchen- gemeinschaft mit der lutherischen in Hessen ganz dasselbe Be­kenntnis hat, nämlich die Augsburgffche Konfession und die Apologie und im wesentlichen die Lehren Luthers. Nament­lich denkt die soaen. reformierte Kirche Hessens in der Lehre vom Abendmahl fast lutherisch, so daß die Mitglieder dieser reform erten Kirche näher dem Luthertum stehen, als dem genuinen reformierten Bekenntnis.

CMel, 18. Dezbr. Eine wohlverdiente Züchtigung würbe am Samstag einem Fuhrmann in der Köniqsstraße zu teil. Eine junge Frau, welche auf dem Königsplatze Markteinkäufe gemacht hatte, beachtete in dem Gedränge die Zurtife des scheinbar angetrunkenen Lenkers eines Lastfuhr- iverkes nicht. Dieser versetzte darauf der Frau ohne weiteres einen wuchtigen Peitschenhieb, so daß sie vor Schmerz laut aufschrie. Sofort sprangen einige Männer herbei und ein Herr holte den rohen Patron von seinem Sitz herunter; er bekam nun von Frauen und Männern mit Schirmen und Stöcken solche Hiebe, daß er froh war, als ein herbeigenife- teer Schatzmnnn erschien, der seinen Namen feststellte und ihn vor weiteren Tätlichkeiten schützte.

Hus aller Meli.

Kleine Ursache, aroße Wirknnst. Man schreibt bemFr. K." aus dem Zillertal: Vor ungefähr drei Jahren verlor jemand in Fügen eine Stecknadel im Werie von 40 Hellern. Die Nadel wurde von der Verlnstträgerin bei e nem Kinde gesehen, und diese tat die voreilige Aeußerung : Du hast sie gestohlen!. Dadurch entstand nun ein Prozeß, der jetzt, nach drei Jahren, endlich zu Ende gehen soll. Es ist auch die höchste Zeit, denn die Prozeßkosten wegen dieser Nadel belaufen sich heute bereits auf rund 4000 Kr., also gerade auf das Vierzigtaufendsache, welche eine der beiden Parteien tragen maß.

Mord. In unmittelbarer Nähe von Utzenaich, Ober* ölte» reich, wurde gestern früh der 18 jährige Bauersiohn Map Wiksbauer ermoibet aufgefunden. Der Täter hat sein Opfer durch Knütielbiebe erschlagen. Dein Ermordeten ist die Wirbelsäule abgeschlagen. Der Täter ist bis zur Siunde nicht ermittelt

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