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Gtkeral-Mzeiger

Amtliches Organ für 5'tlldt- nun Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- undFeiermge, mit belletristischer Beilage.

Die sünfgespaltene Petitzeil« oder bereit Raum 15 P^ im Reüarnenleü die Zelle 35 Pfg.

Rerantwortl. Redakteur: T. Schrecker in Hasan

Nr. 298 F-r»!pr-chan!qlufj Nr. 605. Mittwoch den 20. Dezember

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^ernsprechanschlus; Nr. 605.

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1905

Die heutige Ausgabe

umfaßt

14 Seiten uni) das mnscitige Uaitthaitiia^-Blait.

Amtlichrs.

Auf Grund der Beschlüsse des Vorstandes und des Aus­schusses der Landesversicherungsanftalt Hessen-Nassau sowie mit Genehmigung des Reichsversicherungsamts ist die Gültig­keit der von uns unter dem 1. Dezember 1903 erlassenen Kontroll-Vorschriften bis auf weiteres über den 1. Januar 1906 hinaus verlängert.

Unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 23. Dezember 1903 Amtsblatt von 1904 Nr. 2 Seite 12 Ziffer 44 bringen wir dieses zur öffentlichen Kenntnis.

Cassel am 1. Dezember 1905.

Der Vorstand

der Landesversicherungsanstalt Hessen-Nassau.

Freiherr Riedesel,

J 1086 Landeshauptmann.

Stadt- und Candkreis Hanau.

Aus Anlaß eines Einzelfalles und unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachling vom 1. November d. J. V 7015 betreffend die Anzeigepflicht übertragbarer Krankheiten verweise ich nochmals auf die gesetzliche Verpflichtung zur Anzeige jedes Todesfalles arr Lungen- «nd ^ehl- tkop^tnber§nlofe.

Ich mache die zur Anzeige verpflichteten Personen, ins­besondere die Herren Aerzte und Leichensckarrer darauf aufmerksam, daß die Anzeigen über derartige Todes­fälle innerhalb 24 Stunden nach erlanalcr Kenntnis der Polizeibehörde des Sterbeortes vt machen sind.

Hanau den 14. Dezember 1905.

Der Königliche Landrat und Polizeidirektor.

P 10625 v. Beckerath.

Stadtkreis Hanau.

Für den Bezirk der Stadt Hanau ist im Barbirt'- und ^riseuroewerbs am 24. ttttb .31. Dezember d. Js. die VeschäftirnngszeiL bis spätestens 6 Uhr abends verlängert werden. An diese Alisnahmebcivilligung knüpfe ich jedoch die Bedingung, daß diejenigen Gehilfen und Lehrlinge, welche an diesen beiden Sonntagen oder an einem dieser Tage über 2 Uhr nachmittags hinaus beschäftigt werden, entweder an enem der beiden Weihnachtsfesttage oder am Neujahrstage von aller Arbeit f' eizulassen sind.

Hanau den 18. Dezember 1905.

Königliche Polizei-Direktion.

P 10473 v. Beckerath.

Landkreis Hanau.

MmfunnüHiiiii M Kchlijn Lmdritsamts.

An der evangelischen Volksschule in Bergen ist zum 1. Avril 1906 eine neugegründete Lehrerinstelle zu besetzen.

Das Grundachalt der Stelle beträgt 1000 Mk., der Einheitssatz der Alterszulagen 110 Mk. und die Mietsent- schädigung 200 Mk.

Bewerberinnen wollen ihre Meldungsgesucke binnen vier Wochen an den Königl. Schulvorstand, z. H. des Onsschul- inspektors, Herrn Rektor Leuttner in Bergen einreichen.

Erwünscht ist, daß die Bewerberin zum Turnunterricht befähigt ist.

Hanau den 16. Dezember 1905.

Der Königliche Schulvorstand.

J V 9tr.8024 v. Beckerath, Landrat.

Oeffenlliche Bekanntmachung.

Cinkommenftenerveransa^nng für das Steuer jabr 1906.

Auf Grund des § 24 des Einkommensteuergesetzes vom 24. Juni 1891 (Gesetzsamml. S. 175) wirb hiermit jeder bereits mit einem Einkommen von mehr als 3000 Mark veranlagte Steuerpflichtige im Kreise Hanau Land aufgefordert, die Steuererklärung über sein Jahreseinkommen nach dem vorgeschriebenen Formular in der Zeit vom 4. Januar 1906 bis einschlrehlich 20. Januar 1906 dem Unterzeichneten schriftlich oder zu

Protokoll unter der Versicherung abzugeben, daß die Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht sind.

Die obenbezeichneten Steuerpflichtigen sind zur Abgabe der Steuererklänlng nerv stiebtet, auch wenn ihnen eine be­sondere Aufforderung oder ein Formular nicht zugegangen ist. Auf Verlangen werden die vorgeschriebenen Formulare, denen zugleich die maßgebenden Bestimmungen beigefügt sind, von heute ab im Amtslokale des Unterzeichneten kostenlos ver­abfolgt.

Die Einsendung schriftlicher Erklärunoen durch die Post ist zulässig, geschieht aber auf Gefahr des Absenders und des­halb zweckmäßig mittelst Einschreibebriefes. Mündliche Er­klärungen werden von dem Unterzeichneten in seinem Amts­lokal Kreishaus (Hainstraße> während der Geschäfts- stunlen von 9 bis 12 Uhr zu Protokoll entgegenaenammen.

Die Versäumung der obigen Frist hat gemäß § 30 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes den Verlust der gesetzlichen Rechts­mittel geaen die Einschätzung für das Steuerjahr zur Folge.

Wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben oder wissentliche Verschweigung von Einkommen in der Steuer­erklärung sind im § 66 des Einkommensteuergesetzes mit Strafe bedroht.

Hanau den 9. Dezember 1905.

Der Vorsitzende

der Einkommensteuer - Veranlagungs-Kommission.

St. 5444 I. V.: v. Schlieben, Reg.-Assessor.

Kreissparkaffe.

Wegen des Jahresabschlusses ist die Kreissparkaffe vom 27. bès 29. d. Mts. für den Verkehr mit dem Publikum geschloßen.

Am 30. d. Mts. wird die Kasse für den gesamten Geschäftsverkehr geöffnet sein.

Hanau am 20. Dezember 1905.

Der Vorstand. 24754

Bekanntmachung.

Das Proviantamt setzt den freihändigen Ankauf von Nocken, Hafer, Wieienl'eu unb Nogaenstroh dies ähriger Ernte 31t den aangbaren Tagespreisen fort. Es werden selbst die kleinsten Mengen angenommen.

Die Einlieferung von Roggen, Hafer und Heu kann ohne vorherige Anmeldung und an jedem Wochentage von 812 Uhr vormittags sowie von 2 4 Uhr nachmittags er- fohen. Für die Einlieferung von Stroh ist wegen Bc- schränkheit des Lagerraumes vorherige Anfrage erforderlich.

Hanau den 2. Dezember 1905.

Königliches Proviant-Amt. V 7865

Gckmidcnc unb verlorene Gt-uilskiindc ?c.

Gefunden: 1 schwarzer Sammet-Damengürtel, 1 Lederriemen mit 2 Ketten, 1 FlascheFerromanganin", 1 Strumpf, 1 Portemonnaie mit etwas Inhalt, 1 schwarz- seidener Damengürtel.

Abhanden gekommen: 1 Mülleimer.

Verloren: 1 Portemonnaie mit 30 Mk., 1 wertvoller rehbrauner Damen-Pelz.

Au gelaufen: 1 schwarzer kleiner langhaariger Hund mit braunen Abzeichen m. Geschl.

Hanau den 20. Dezember 1905.

Hus F)anau Stadt und Fand»

Hana«, 20. Dezember.

* Besuch. Der Herr Regierungspräsident aus Cassel, Graf Bernstorff, trifft heute nachmittag hier ein unb verbleibt bis morgen in unseren Mauern. Es besteht die Absicht, morgen das tzafengeläude, die Eberhardschule und die Heraeus'sche Fabrik zu besichtigen, dann bem Landratsamt einen Bestich abzustatten.

* Die Ernte in Heffen-Naffan. Jin Jahre 1905 waren in Hessen-Nassau folgende Fläch n bebaut: 66 739 ba mit Winterweizen, 1343 ha mit Sommenvcizeu, 144 872 ha mit Winterroggen, 700 hq mit Sommerroggen, 24 057 ha mit Sommergerste, 147 083 mit Hafer, 86 710 ha mit Kartoffeln, 44 448 ha mit Klee. 5191 ha m t Luzerne und 182 091 ha bienten als Wiesen. Geerntet wurden auf den genannten Flächen 128 454 t Winterweizen, 2004 t Sommerwe-zen, 239 748 i Winterroggen, 703 t Sommer- roagen, 38 790 t Sommergerste, 223 319 r Haier, 1 164 004 t Kartoffeln, darunter krank 7,5 Prozent (im Voijahre wlirden auf der fast gleichen Fläche 1 128 627 i mit 1.8 Prozent

kranken Knollen geerntet), 235 306 t Kleeheu, 31 042 t Luzerne und 747 472 t Wiesenheu.

* Mittelschu Kehrerprüfung. Bei der vor einigen Tagen in Cassel ftattgefunbenen Mittelschullehrerprüfung be- ftanb auch Lehrer Rudolf Thau er aus Frankfurt a. M., früher an der Knabenmittelschule dahier angestellt. In einem früheren Termin unterzogen sich derselben Prüfung mit Erfolg die Lehrer Becker und Lanz aus Frank­furt a. M., beide früher gleichfalls an der Kn abenmittel- schule dahier tätig, und Lehrer Hansmann, früher an der Bezirks schule IN dahier, jetzt in Cassel.

Wahl. In der gestrigen Magistratssitzung wurde Architekt G ei ß l e r-Hildburghausen endgültig zum Direktor der gewerblichen Fortbildungsschule gewählt.

* Haltestelle Kefselstadt. Die Kolonie Kesselstadt hat an die Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. ein Gesuch gerichtet um Errichtung einer Haltestelle am Salis- wege. Die Kgl. Eisenbahndirektion hat daraufhin für den 29. b. Mts. einen Lokaltermin anberaumt, zu dem die Interessenten Einladung erhalten haben.

* Stadttheater. Auf das heute als 2. (statt 3.) Vorstellung der III. Serie in Szene gehende Lustspiel Fulda's Die wilde Jagd" sei nochmals ganz besonders hin- gewiesen. Anfang '/.8 Uhr.

* Gewerbegericht. (Sitzung vom 19. Dezember.) Der Friseurgehilfe B. klagt gegen den Friseur H. auf Zahlung einer 14tägigen Entschädigung wegen kundigungs- loser Entlassung. Der Kläger muß sich nachweisen lassen, daß er seine Verpflichtungen nur äußerst mangelhaft erfüllte, daß er sich tagelang betrunken umhertrieb und auch durch sein sonstiges Verhalten alle Veranlassung zur Lösung des Arbeitsverhältnisses gab. Die Klage wird abgewiesen. Eine weitere Klagesache wurde vertagt.

* Prozes; Schilling. Die von Schilling auch gegen das zweite Erkenntnis der Strafkammer eingelegte Revision wurde gestern vom Reichsgericht verworfen. Es bleibt also bei dem ersten Urteil, das auf 3 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust lautete.

** Kindesmihhandlung. Der Rangierer B. von hier stand gestern vor dem Schöffengericht unter der Be­schuldigung, sein 11 Monate altes Kind mit einem Riemen und einer Klopfpeitsche mißhandelt zu haben. Der An­geklagte erklärte, er sei morgens übermüdet aus dem Dienst gekommen und habe schlafen wollen, habe es aber nicht ge­konnt, weil das Kind schrie. In einer augenblicklichen Er­regung habe er dem Kind mit einem kleinen Riemen einige Schläge versetzt, die Anwendung der Klopfpeitsche bestritt er. Der Arzt stellte nach 3 Tagen an dem Kind blaue und grüne Flecken fest, die von den Schlägen herrührten. Die Frau des Angeklagten, die damals nicht zu Hause war, bekundete in der Gerichtsverhandlung, ihr Mann sei dem Kinde sonst sehr gut, sie bereue es, daß sie mit der Anzeige so voreilig war. Der Angeklagte wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt.

* Weihnachtssparkaffe. Am vergangenen Sonntag gründete sich in der Wirtschaftzum S a n d h 0 f" hier, Hainstraße, eine Wstbnachtssparkasse, welche die schöne Zahl von 80 Unterschriften aufweift. Die erste Auflage ist Sams­tag den 30. Dezember. Auch werden noch neue Mitglieder ausgenommen.

* Gesangliches. DieHessische Sângerztg.", (Verlag von Albin Klein, Gießen), veröffentlicht in ihrer neuesten Nummer einen Artikel über dieWahl von Preisrichtern in Gesangwettstreiten", welchem in allen Säugerkreisen das größte Interesse entgegengebracht werden müßte. Die Zeitung ent­hält auch sonst manche beachtenswerte Winke.

* Während der Weihnachtsferien wird Herr Sprachlehrer Chr. Dippel auch in diesem Jahre wieder spezielle Kurse für Schüler der höheren Schulen (Knaben und Mädchen) abhalten. Dieselben finden nach Möglichkeit nur in den Vormittagsstunden statt und Schüler, deren Versetzung irgendwie zweifelhaft ist, können gar nichts Besseres tun, als sich daran zu beteiligen. Denn es bleibt denselben trotzdem hinreichende Zeit, die Ferien zu genießen, zugleich aber das angenehme Bewußtsein, auf dem Wege zur Er­reichung des Klassenzie es ein gutes Stück vorwärts gekommen zu sein. Im übrigen sei auf die an anderer Stelle stehende Anzeige verwiest«.

* Ausgestellt. (Egs.) In dem Schaufenster von Königs Buchhandlung ist die Büste emes Mannes ausgestellt, dessen Andenken im heffischen Volke so lange hoch steht, als es noch das Interesse an seiner Geschichte und an de em speziellen Teil, den Verfassungskämpfen, nimmt. Die Büste stellt den im Jahre 1873 verstorbenen Justzzrat Henkel- Cassel vor, der einer der bedeutendsten Verfassungskämpfer gewesen