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Rotationsdruck und Verlag der Buchdrucker« d«â verein.

Awtllchts Organ für StiM* und Landkreis Kanan.

ev. WaijenhaufeS in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die fünf gespaltene Petiizeile oder deren Raum 15 UA im Reltamenleil die Zeil« 35 Psg.

Lerantwortl. Redakteur: G. Schrecker bi Han«

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Nr. 296 Ferntprechanschlutz Nr. 605.

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Montag den 18. Dezember

Wernsprechanfchlnß Nr. 605.

1905

Amtliches.

Eandkreis Ranau.

BekamtmliAnlicii des Köniülichen LmdratsamtS.

Bei den eingereichten Kartenblättern für 1906 werden vielfach die Kartenblätter ans dem Jahre 1905 von Stenerpffick tiflen, welche gestorben, in einen anderen Bnndeèstaat verwogen oder bei der Ver­anlagung für 1906 freigestellt sind u. s. W., ver­mißt.

Diejenigen Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, welche derartige Kartenblätter der Sammlung entnommen und zu­rückbehalten haben, wollen mir dieselben umgehend vorlegen.

Hanau den 16. Dezember 1905.

Der Vorsitzende

der Einkommensteuer-Veranlagung-Kommission für den Landkreis Hanau.

St 5808 J. V.: v. Schlieben, Reg.-Assessor.

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Hus Ranau Stadt und Eand.

Hanau, 18. Dezember.

* Vom Schloß Philippsruhe. Seine Königliche Hoheit der Landgraf Alexander Friedrich von Hessen treffen am Mittwoch den 20. d. Mts. auf Schloß Philippsruhe ein. In der Fasanerie findet an diesem Tage eine Jagd auf Fasanen statt und am Freitag den 22. wird eine Feldsagd auf Hasen abgehalten. Nach den Jagden findet Hostafel im Schlosse Philippsruhe statt. Während der Tafel spielen die Militär-Kapellen des Thüringischen Ulanen-Regiments ! Nr. 6 und des Infanterie-Regiments Hessen-Homburg Nr. 166.

* Aernfprechverkehr. Der Sprechverkehr von Hanau und Marköbel ist auf Nentershausen (Bezirk Cassel) aus­gedehnt worden. Ferner sind Großkrotzenburg und Marköbel zum Sprechverke^r mit Niederweimar zugelassen.

_ * Der silberne Sonntaff. Auch der zweitletzte I i Sonntag vor Weihnachten brachte bei herrlichem Wetter in den Hauptgeschäftsstraßen einen lebhaften Verkehr, besonders waren auch viel auswärtige Käufer bemerkbar, sodaß die Anstrengungen unserer Geschäftsinhaber auch lohnende Früchte zeitigen

8* Herzliche Weihnachtsbitte für die deutsche Seemanusmission. Viele tausend deutsche Seeleute müssen fern von der Heimat Weihnachten fei-nt, vielfach auf offenem Meere. Die Schiffe jedoch, welche es einrichten können, suchen einen Hafen auf, damit dort an Land das Fest gefeiert werden kann. Die Scemannsheime mit ihren gemütlichen Lesezimmern in den Hafenplätzen des Auslandes und auch des Inlandes öffnen den Seeleuten bereitwilligst ihre Pforten und laden zu erquickender Festster unter dem deutschen Wcihnachtsaum ein. Fröhliche Weihnachtslieder erklingen und un er der W rkung der frohen Botschaft von Jesus und unter dem Eindruck der Liebe, die in der Heimat an die Seeleute gedacht und jedem von ihnen nützliche Gaben bessert hat, wird so manches Auge feucht und so manches kaltes Her; erwärmt. Die Seemannsmission ist durch die Liebe vieler in unserem Vaterlande im vorigen Jahre in den Stand gesetzt gewesen, den Seemannspastoren und Hausvätern in den Hafenplätzen reichliche Gaben zur Be­scherung zu übersenden; sie bittet, daß ihr auch in diesem Jahre die Mitt'l gegeben werden, den deutschen Seeleuten eine frohe Weihnachtsfeier zu veranstalten. Gaben an Geld und Gegenständen für unsere wackeren deutschen Seeleute in inländischen wie ausländischen Hafenplätzen nimmt dankbar entgegen Superintendent Fritsch, Diakonissenstraße 6.

* Ehrung. Im Schaufenster der K ö N i g 'schen Buch­handlung ist die vom Lehrerkollegium der gewerblichen Fort­bildungsschule dem von hier geschiedenen Herrn Direktor Köpke gewidmete Plakette auf nur einige Tage ausgestellt. Dieselbe ist ein im modernen Geschmack ideal und wirkungs­voll angeordnetes Meisterwerk unseres genialen Künstlers Herrn Fliegner, Lehrer an genannter Anstalt, und gibt ein beredtes, glänzendes Beispiel von dessen hohem künst­lerischen Können. Idee und Auffassung sind besonders glück­lich gewählt, da sie Herrn Köpke in der Ferne stets an seine hiesige Wirksamkeit erinnern werden. Das gewidmete An­denken zetlgt aber auch von dem guten Einvernehmen, das zwischen Direktor und Lehrerkollegium bestanden hat. Die Umrahmung der Plakette ist von Herrn Buchbindermeister Eichenberg stimmungsvoll ausgeführt.

Kttnstverein. Bei der gestern erfolgten Verlosung wurden folgende Gewinne gezogen:

1) Reste Borgmann, Oelbild,Brombeeren"; Gew.-Nr. 370: Heinrich O tt.

2) Else Hertel, Oelbild,Seeloch im Bruchköbeler Wald" ; Gew. -Nr. 507: Oberzahlmeister Wagner.

3) Professor Andorff, Oelbild,Blick auf Frankfurt"; Gew. -Nr. 519: Wwe. Ida Weinig.

4) Hugo Heck, Bronce,Libelle" ; Gew. -Nr. 208: A. S. Herzing-Klein-Steinheim.

5) Koch-Honnef, Oelbild,Spätherbst" ; Gew.-Nr. 745:

B. Schulz, Kaufmann.

6) H. Reißner, Bronce,Kind sitzend"; Gew.-Nr. 725: Bernhard Scherf.

7) Karl Bolze, Oelbild,Am Starnberger See bei Am­bach" ; Gew.-Nr. 338: Aug. Michel.

8) Martha Glage-Lübenau, Oelbild,Abend"; Gew.-Nr. 265: Friedr. Kreuter.

9) Rich. Estler, Aquarell,Am Heiligengeistbrunnen" ; Gew.-Nr. 460: Major Schraub.

10) Math. Stegmeyer, Aquarell,'Odenwälder Bauern­haus" ; Gew.-Nr. 43: Wwe. Dr. Bulle.

11) Lia Risse, Radierung,Ruhe"; Gew.-Nr. 735: Bäckermeister Schneider.

12) Philipp Frank, Reproduktion,Schwerer Dienst"; Gew.-Nr. 1: Ludwig Adelmann.

13) Nachbildungen klaff. Gemälde,Eine Mappe"; Gew.- Nr. 158: Major v. Gilsa.

14) Nachbildungen klaff. Gemälde,Eine Mappe";, Gew.-Nr. 356: Neresheimer £ Söhne.

15) Orignalradierungen,Eine Mappe"; Gew.-Nr. 167 : M. Gutman n.

16) Desgleichen; Gew.-Nr. 352: Oberlehrer Mascher.

17) ; Gew.-Nr. 12: M. Bacharach.

18) ; Gew.-Nr. 117: Fr. Feuerstein.

19) ; Gew.-Nr. 398: Aug. Reineck.

20) ; Gew.-Nr. 480: G. Schmidt, Kfm.

21) ; Gew.-Nr. 467 : Aug. S tiebing.

22) ; Gew.-Nr. 5: Dr. Ambrosius.

23) ; Gew.-Nr. 174: Stadt Hanau.

24) ; Gew.-Nr. 163: Wwe. Ida Geibel.

* Stadttheater. Wochenspielplan: Mittmoch: 2 (statt 3.) Vorst, d. 3. Serie:Die wilde Jagd", Schau­spiel von Fulda; Freitag: (3. Serie Nr. 4.) Neu einstudiert:Das Glück im Winke l", Schauspiel von Sudermann. F r h r. v. R ö ck n i tz. Hr. R u d o l f Schönau as Gast a. Eng.; Sonntag: Keine Bor­stel I u n g. Der erste Held und Liebhaber des Stadt!Heaters in Colmar i. Els., Herr Rudolf Schönau, wird nächsten Freitag denRöcknitz" inDas G^ück im Winkel" spielen und ist d eser Herr evenniell für ein Engagement in der nädften Spielzeit in Aussicht genommen.

* Kunstuotiz. Im Kunstsalon Hermes zu Frank­furt a. M., Noßmarkt 15, ist die zweite Dezember- Ausstellung neu arrangiert, welche enthält:F ü r st Bismarck" von F. v. L e n b a ch. Drei Landschaften von Fr. Thaulow. Ein großes Gemälde von Konstantin Meunier, zwei Landschaften von Keller-Reutlingen. Eine Kollektion von H. R ü d i s ü h l i, ein Gemälde von A. Simoni, Rom, vier We ke von G. Segantini und vier soeben vollendete Gemälde von J. Z u l o a'g a. Außerdem eine Elfenbein-Statuette von L. Funcke und kunstgewerbliche Gegenstände von Anna Steuer, Stuttgart.

* Jakob Damhofers Kärtner Kosckatlieder- Dtt'ntett. Mit durchschlagendem Erfolge trat gestern abend das Damhofer'sche Quintett hier triebet um auf. Trotz der Nähe des Weihnachtsfestes war der Saal zum deutschen Haus fast bis auf den letzten Platz besetzt, ein beredtes Zeichen, daß sich das Quintett in die Herzen unseres frohe Unter­haltung liebenden Publikums hineingesungen hat und seine Mitglieder, vor allem Meister Damhofer und Frau, hier als gerngesehene Gäste betrachtet werden. Ein schön und sinnig gewähltes Programm lag vor, das zu wohlgelungener Durchführung kommen konnte, da ein vorzügliches Stimnimaterial vorhanden ist. Mit beson­derem Beifall wurde bas foliftndje Auftreten der Frau D a m- Hofer begrüßt, deren mit klangvollem Alt vorgetragene Lieder nicht enoenwollende W^derbolungsrufe zeitigten. Auch das von früher her bekannte Mitglied des Ememdles, Herr K o I p gefiel ausgezeichnet, sowohl als Künstler auf dem Xylophon, wie als Schuhplat!ler, nickt minder auch als treff- licker Jodler. Nicht unerwähnt wollen wir lassen, daß neben der wackeren Altistin (Frau Damhofer) auch eine vorzügliche Sopranistin (der Name ist uns nickt bekannt) vorhanden ist, die eine wertvolle Stütze des Ensemb es bildet. Auch die Zithervorträge sind looeusw-rt, wie auch Meister Damhofer Anerkennung verdient für die Bereitwilligkeit, durch Zugaben populärer Nummern geäußerten Wünschen zu entsprechen, so­daß auch das gestern vorgesehene Programm eine bedeutende

Erweiterung erfuhr. Möge auch das heute abend statt­findende zweite und letzte Konzert sich der gleichen Gunst unseres geiangliebenden Publikums zu erfreuen haben, als das gestrige.

* Proteftverfammlunff. Die in den Brauereien beschäftigten Arbeiter hielten am Samstag eine Versamm­lung ab, in der nach der Erstattung des vorgesehenen Refe­rats eine Resolution gegen die Brausteuervorlage ange­nommen wurde.

* Geffen die Kausbettelei. In einem un amU lichen Teil veröffentlichten Aufruf wendet sich der Magistrat an die Einwohnerschaft, dem Unfug der Hausbettelei ent­gegen zu treten, der am letzten Ende der Stadt zum Schaden gereicht. Es wird vielfach die Privatwohltätigkeit mit be­sonderem Erfolg von solchen Personen in Anspruch genom­men, die ihrer weder würdig noch bedürftig sind und die sich die 2 Jahre, die zur Erwerbung des Unterstützungswohn­sitzes nötig sind, durckbetteln, um dann der Stadt zur Last zu fallen. Die Einwohner werden daher gebeten, Unter­stützungen nicht eher zu geben, als bis man an zuständiger Stelle Auskunft über die Person der Bittsteller eingezogen Hot, die von der Armenverwaltung gern erteilt wird. Wir verweisen auch noch auf die diesbezügliche amtliche Bekannt­machung.

* Verkauf. Das frühere Landratsamtsgebäude, am Paradeplatz belegen, wurde am Samstag zum Preise von 61 500 Mk. verkauft. Käuferin ist eine Vereinigung, die die Grundstücke zu verschiedenen, mehr allgemeinen Interessen dienenden Zwecken verwerten wird.

* Ein Sinken der Schweinefleischpreise wird nicht nur aus Oberschlesien gemeldet; auch aus Ostfriesland wird über Preisrückgänge berichtet. In Papenburg sind die Preise für 100 Pfund Lebendgewicht von 60 auf 52 Mark gesunken. «

* Ein aufreffender Vorfall ereignete sich am Don­nerstag um die Mittagszeit am Oberräder Bahnhof. In dem 12 Uhr 6 Min. in Oberrad ankommenden Bebraer Zug befand sich in einem Abteil ein hessischer Gendarm mit drei Gefangenen, die sich auf dem Transport nach Darm­stadt befanden. Plötzlich verspürte einer der Häftlinge Lust nach Freiheit, sprang in einem günstigen Augenblick aus dem Zuge, als derselbe in Oberrad hielt, und lief dem Perron entlang nach Oberrad zu. Der ihm sofort nacheilende Gendarm kam beim Aussteigen zu Fall, sodaß der Flüchtling einen kleinen Vorsprung hatte. Er wurde jedoch von einem des Weges kommenden Briefträger aufgehalten und dem mittlerweile herbeigekommenen Gendarmen übergeben, welcher ihm nunmehr die Handfesseln anlegte.

* Die Bahnwärterhäuschen an den Bebraer Bahnen der preußisch-Hessischen Betriebsgemeinschaft sollen in nächster Zeit zur Erhöhung der Betriebssicherheit telephonisch mit­einander verbunden werden.

)( Ein Sänqerjubilâum. (Einges.) Eine sinnige Ehrung bereitete am Samstag abend der Weins'sche Gesangverein seinem Mitglieds Herrn Adam Hei Imann, dessen 25jät)r. Mitgliedschâftsjubiläum gefeiert wurde. Fast vollzählig hatten sich die Sänger in ihrem Vereinslokal, im Sälchen zum Elefanten." versammelt, wo sie den Jubilar mit dem Sängergruß und dem Beethooen'schenDie Himmel rühmen" empfingen. Der Vorsitzende, Herr de Groote, überreichte dem Jubilar nach einer herzlichen Ansprache ein Bild, Herr Jacoby pries später noch in einer launigen Rede in dem Ju­bilar den eifrigen Sänger und bescheidenen Künstler, der sich in die Herzen aller hineingesungen habe. Noch manches Lied und manche Rede lief vom Stapel dem Jubilar und dem deutschen Lied zu Ehren, das ganze war ein stimmungs­voller Abend, der allen Teilnehmern in angenehmer Er­innerung bleiben wird.

mittags 12 Uhr

Barometerstand

am 16 12 18. 12.

Sehr trocken ==

Beständig 77°2=

Schön

Veränderlich

Regen (®3inb)7502^

Viel Regen 74==

Sturm 730^^»

720'--