ß, Dezemvev
Zyrettag
*
WW b
Berlinecke begab sich darauf in die Bammel'schen Kiefern, wo er sich durch einen Schuß in den Mund den Kopf zerschmetterte.
Ein heiterer Vorfall wird aus einer holländischen Garnisonstadt berichtet, wo ein Unteroffizier das Opferseiner allzu großen Schneidigkeit geworden ist. Der Unteroffizier stieg in Begleitung von zwei Damen an einer Eisenbahnstation aus, wo, wie gewöhnlich ein Gendarm bei der Ankunft des Zuges anwesend war. Dieser scheint den Unteroffizier nicht gesehen zu haben, er unterließ wenigstens den einem Vorgesetzten gebührenden militärischen Gruß, der Unteroffizier ging auf ihn zu und fragte, ob er seine Pflicht nicht kenne. „Gewiß," erwiderte der Gendarm, aber ich habe Sie rächt gesehen." „Sie hätten mich aber sehen sollen," lautete die Antwort, und jetzt machen Sie vor mir die Honneurs, und zwar zur Strafe zweimal." Der Gendarm, um den sich indessen eine große Volksmasse versammelt hatte, da der Unteroffizier seinen Unterricht im militärischen Komment mit sehr lauter Stimme erteilt hatte, gehorchte und salutierte zweimal in der vorgeschriebenen Weise. Dann aber näherte er sich dem Unteroffizier und frägte: Darf ich Ihren Urlaubspaß sehen?" Ein Gendarm hat nämlich das Recht oder vielmehr die Pflicht, jeden Militär unter dem Rang eines Offiziers in einer andern als scinèr Garnisonsstadt nach seinem Urlaubspaß zu fragen. „Ich habe keinen", sagte der Unteroffizier. „Dann muß ich Sie bitten, mir zu folgen, und ich rate Ihnen, dies freiwillig und ohne Umstünde zu tun, da ich sonst Gewalt brauchen müßte." Der Unteroffizier ging mit, hinterher folgten die beiden Damen. Der Garnisonskommandant schickte den Unteroffizier sofort in Arrest, und am andern Tage wurde er in seine eigene Garnison zurückgebracht, wo er von seinem Regimentskommandeur acht Tage Arrest erhielt, weil er seine Garnison ohne Erlaubnis verlassen hatte.
betriebenen Sklaventaus ch und Sklavenhandel? Modus vivendi mit Spanien fort: Handelsministek ein Ende gemacht werden soll. Bisher waren von deckt ' +rrt+ » ^t6s^li»L heg ueber5
Verbot des Sklavenhandels nur die Franzosen betroffen.
Nunmehr sollen alle diejenigen, welche Sklavenhandel treiben, ohne Ansehen der Nationalität und der Rasse, mit Gefängnis und Geldbuße bestraft werben.
Drahtnackrickten.
Die Vorgänge in Nnftland.
Lodz, 14. Dezbr. Gestern und heute verübte
das
„Schwarze Hundert" hier mehrfach Ausschreitungen, besonders gegen die Juden. Mehrere Häuser und Läden wurden zerstört. Kosaken feuerten aus die Ruhestörer und verwundeten eine Anzahl von ihnen.
Witte über die Treue des Heeres.
London, 14. Dezbr. Witte erklärte dem Petersburger Vertreter des „Daily Telegraph" : Ich glaube nicht, daß, trotz aller systematischen und eifrigen Propaganda der Unt- stürzler, diese endlich Erfolg haben werden. Die Meutereien' in Sawastopol, die Haltung des Brester Regiments, die von die russische Volksseele nicht verstehenden Leuten als Beweise für die Unzuverlässigkeit b-r Armee angeführt werden, sind gerade Beweise vom Gegenteil, Verjährt, haben sich die Truppen einen Augenblick hinreißen lassen, dann sind sie zur Besinnung gekommen. Sogar die meuterischen Se/oldaten haben das Fest des Zaren giriert und „Gott erhalte den Kaiser!" ge' wgen, nur weil sie damit ihre Treue für den Zaren manifestieren wollten. Das Brester Regiment hat seinen Kommandeur unter Tränen um Verzeihung geoeten und darauf auf die anfüärd'cken Seeleute gefeuert. Das Zarentum ist die Essenz des mffiidten nationalen Lebens. Die Forderungen der unzufriedenen Soldaten sind, soweit mir bekannt, ökonomischer Namr; aber wären auch sie andere, an der Treue der Soldaten ist nicht zu zweifeln. Ebensowenig wie in der Armee ist der Glaube an den Zaren im Volle zu erschüttern. Eine demokratische Republik ist undenkbar. Mitglieder einer solchen würden von der Armee niedergemacht werden. Nur Ausländer, die den russischen Nationalcharalter nicht studiert haben, können solche Möglichkeiten annehmen. „Wie die christliche Religion ohne die Vorstellung eines Gottes keinen Sinn hätte, so bewegt sich das russiche nationale Leben in den engen Gleisen von Zar und Volk. Die Anarchie ist in der Armee unmöglich. Die Armee würde damit selbst kurzen Prozeß machen." Witte wande sich darauf der Finanzfrage zu.
Die akademische Jugend und die Jlotte.
Leivzig, 14. Dezbr. Eine heute abgehaltene, von 2000 Personen besuchte Versammlung der Studentenschaft, an der sämtliche Korporationen teilnahmen, beschloß nach zündenden Ansprachen des Prof. Lamprecht und des Generals Keim unter großer Begeisterung eine Resolution, in der gefordert wird, eine Eingabe an den Reichstag zu richten, in der eine Verstärkung der Flotte über die jetzige Vorlage hinaus als unbedingt notwendig bezeichnet wird.
Verbot des Sklavenhandels in französischen Kolonien.
Paris, 13. Dezbr. Der Präsident der Republik unterzeichnete einen Erlaß des Kolonialministers, durch welchen dem gegenwärtig in den französischen Besitzungen von Westafrika sowie in Französisch-Kongo von den Eingeborenen
Zur Arbeiterbewegung.
Emden, 14. Dezbr. Die Schiedsaktion des Magistrats ist vollständig ins Stocken geraten, da die Unternehmer bei der Aussperrung der Verbandsmitglieder verharren.
Das Gelbbuch über Marokko.
Paris, 15. Dezbr. Das Gelbbuch wird von der gesamten Presse eingehend besprochen. Der „Eclair" meint, das Gelbbnch bilde eine spannende Lektüre durch das, was darin nicht gesagt sei. Ein einziger Punkt sei aufgeklärt. Durch das kategorische Telegramm Delcassès betr. dâs angebliche europäische Mandat. Der Reichskanzler werde angesichts eines solchen Kommentars ein besseres Zeugnis vorbringen oder zugeben müssen, daß er von Marokko getäuscht worden sei. — Der „Figaro" schreibt: Auf Grund der Dokumente des Gelbbuches müsse man vor allem laut den wackeren Widerstand und die Energie Rouviers rühmen. Die französische Diplomatie habe sich vielleicht geirrt, keinen Skeptizismus und zu viel Naivetät besessen; aber das Gelbbuch zeige den völligen und unangreifbaren guten Glauben Frankreichs. — Der „Gaulois" schreibt: Die Freunde Delcassès sind von dem Gelbbuche mit großer Genugtuung erfüllt. Sie loben die Korrektheit des früheren Ministers des Aeußern. Wenn nun Delcassö durch das Gelbbuch rehabilitiert wird, wie wird es Herr Rouvier rechtfertigen, daß er den Rücktritt eines so korrekten Kollegen gefordert hat? Wir erwarten diesbezüglich die notwendigen Aufklärungen Rouviers. — Das „Echo de Paris" hebt unter anderem die Depesche Bihourds vom 2. Juli 1900 hervor, nach welcher der Reichskanzler die Notwendigkeit betonte, eine schlimme Frage nicht in die Länge zu ziehen und nicht allzu lange auf einem von Abstürzen und Abgründen umgebenen Wege zu verweilen. Das Blatt schreibt, das Gelbbuch ist eine gute Lektion für die Pacifisten, 'Internationalisten und Änti- militaristen. — Die „Petite Röpublique" schreibt: Mag Del- cassü die Folgen seiner Haltung gegen Deutschland während der Verhandlungen über Marokko bedacht haben oder nicht, er bleibt nichts destoweniger der verantwortliche Urheber der peinlichsten Situation, in der sich Frankreich seit dem Jahre 1875 befunden hat. Vom Anfang bis zum Ende seiner Ministerzeit beseitigte er mit wachsender Hartnäckigkeit und Verblendung ans seiner Rechnung den entscheidenden Faktor, welchen Deutschland in den diplomatischen Fragen Europas bildet.
Konzessionen.
Berlin, 15. Dezbr. Der „Berl. Lok.-Anz." meldet aus Wien: Die Südbahngesellschaft machte ihren Angestellten neue Konzessionen, sodaß wahrscheinlich am 15. Dezember die Einigung erfolgt. Die Konzessionen erfordern einen Mehraufwand von l1/» Mill. Kronen.
Ueber Oftafrika.
Berlin, 14. Dezbr. Reichstagsabgeordneter Prof. Dr. Paasche hielt heute abend im Sitzungssaals des Reichstages einen Vortrag über Ostafrika vor geladenem Publikum. Zugegen waren Admiral Tirpitz, der Erbprinz zu Hohenlohe-Langenburg, die Staatssekretäre Krütke und Nieoerding, Justizminister Beseler, Oberst Deimling, Reichstagspräsident Graf Ballestrem und Abgeordnete aller Parteien. Prof. Paasche hatte nach bent Zusammentreffen mit seinem Sohne, dem Oberleutnant zur See Paasche, das Schutzgebiet bereist, und er faßte seine Meinung über Ostafrika folgendermaßen zusammen: „Es ist gewiß nicht das schlechteste Stückchen Erde in Ostasrika, welches uns gehört. In dem vom Pangani durchströmten Gebiete liegt das Haupt- kultnrfeld für uns. Dort wird ein Hanf produziert, der einen außerordentlich hohen Preis auf bem Weltmärkte erzielt. Agaven- und Sesam-Plantagen brächten per Hektar 300 Mark Reinertrag. Es wachse dort eine Baumwolle allerbester Qualität, sodaß bei Ausdehnung der Baumwollkultur auch auf den Süden des Schutzgebietes wir in kurzer Zeit unabhängig werden könnten von der Tyrannei der Amerikaner. Besonders in W i l h e l m s l a n d könnten Tallsende deutscher Bauern fidb eine vortreffliche Existenz gründen". Der Vortragende erntete lebhaften Beifall.
Einistung.
London, 15. Dezbr. „Daily Telegraph" meldet aus Konstantinopel, daß die Pforte unb die Botschafter zu vollständigem Einvernehmen gelangt sind.
Ra w a tritt in längerer Rede für den Abschluß des Uebev einkommens mit Spanien ein.
Rom, 14. Dezbr. Der Papst hielt heute vormittag in der Sala Regia des Vatikans ein öffentliches K 0 n s v st 0 r i u m ab, in welchem er den neuernannten Kardinälen Arcoverde de Albuquerque, Erzbischof von Rio de Janeiro, und Cagiano de Azevedo, Majordomus des Vatikans, den Kardinalshut aufsetzte. Dem Konsistorium wohnten alle in Rom anwesenden Kardinäle, zahlreiche Bischöfe und Prälaten, das diplomatische Korps, die Maltheserritter, Mitglieder des Adels und des päpstlichen Hofes und zahlreiche Geladene bei. Nach der öffentlichen Feier hielt der Papst ein g e - Heimes Konsistorium ab, dem nur die Kardinäle beiwohnten.
Paris, 14. Dezbr. Die Deputierten kammer beriet in ihrer heutigen Sitzung den Gesetzentwurf, nach dem während der Verhandlungen über den neuen französisch-schweizerischen i Handelsvertrag auf die Schweiz ein vorläufiges Zollabkommen i Anwendung finden soll. Laffere verlangt, daß man den ; französischen Waren in der Schweiz mindestens eine eben so s günstige Behandlung gewähre, wie den italienischen und
spanischen. Der Minister für Ackerbau erwidert, er werde alle Interessen wahrnehmen. Handelsminister Trouillot erklärte, daß die Verhandlungen auf gutem Wege seien. Das Gesetz wird darauf mit 520 gegen 10 Stimmen angenommen.
Schiffsnachrichten.
(Mitgeteill von Slgenl Ad. Trensch-Hanau.)
Der Hamburger Dampfer „Vandalia" ist am 12. zember wohlbehalten in New-Aork angekommen.
De-
Hamburg, 13. Dezbr. Der Dampfer „Bosnia" der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in Boston der Dampfer „Dalmatia" vorgestern in Oporto ringe troffen.
von und
Winter-Fahrpla«
der
Lokalbahn Kahl-Schöllkrippen.
Gültig vom 1. November 1905 bis 31. März 1906.
Kahl Schöllkrippen.
Stationen. | 2
Frankf. a. M. Hptb. ab
Franks, a. M. Ostb Hanau Ostbhnhf. Kahl__. . . . Aschaffenburg . . Kahl ....
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Herrnmuhle(nachBedarf) Niedersteinbach . „ Mömbris-Mensenges.
Schimborn. . . Königshofen . . Großblankenbach . Schöllkrippen . .
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538 802 543 808 — 812 557 822 601 830 611 838
616 843 624 853
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Wien, 14. Dezbr. Das Abgeordnetenhaus erledigte das Gesetz betreffend die Verlängerung der Geltungsdauer des Gesetzes über die Subventionierung der Handelsmarine, wobei Abg. Graf Sternberg die Nach- ahmung des Beispiels Deutschlands empfiehlt, dessen Regent für die Hebung der Handelsmarine eintrete. Nächste Sitzung morgen.
Rom, j4. Dezbr. Im weiteren Verlauf der Sitzung setzt die Kammer die Beratung des handelspolitischen
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111 501 726 844
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157 540 828 930
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Schöllkrippen Kahl
Stationen
Zug-Nr.
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Klasse 3 l2it.3'2 it. 3 2u.3 2n.3
Schöllkrippen . . . Großblankenbach . . Königshofen . . . Scbimborn .... Mömbris-Mensengesäß Niedersteinbach. . . Herrnniühle (nach Bedarf) Michelbach .... Kälberau .... Alzenau ..... Kahl.....
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Kaiserbräu in Originalfüllnug
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757 757
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Kahl ...... ab Hanau Ostbahnhof . „ Frankfurt a. M. Ostbhf. ,, Frailkfurt a. M. Hptbhf. au
Bemerkungen:
Zug-Nr. 1 unb 2 nur Montags > Arbeiterzug).
Zun-Nr. 10 und 11 nur SamsttgS (Arbeiterzug).
Zug-Nr. 6a, 9 und 12 nur Werktag«.
Zug-Nr. 6, 7 und 13 nur Sonn- und Feiertags.
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Mittenberg. Breslau. Ohre.
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