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General-Anzeiger

ANtlilhes Organ für Stubb und FanNreis Kanan.

NurücknngSgeb Shr I

Die Attsgespaltene Pattzeü« oder deren Raum 15 W- im SlekiavmueU die Zeile 85 Pf-

e». Watjenhaujes in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verarrtwoetl. Redakteur; ®. Schreâer « H««»

Nr. 282

^ernsprechanschlufr 9lt^ 605

F ritaa den 1. Dezember

K-rnsprechanschlus; Nr. 605.

1905

EBBSM

GS

I Amtliches. p Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Ge­meinde Langenselbold belegene, im Grundbuche von Langen­selbold Artikel 466 zur Zeit der Eintragung des Vexsteige- rungsvermerkes auf den Namen des Ackermanns Wilhelm Böckel und seiner Ehefrau, Elisabeth geb. Jakob zu Langenselbold eingetragene Grundstück:

Knbl. 69 Nr. 46, Kreuze Nr. 16, 5,63 ar,

a) Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten,

b) Scheuer mit Stall,

c) Schweiuestall mit Abort,

)U der dem Ehemann zustehenden ideellen Hälfte

am 29. Januar 1906, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle ver­weigert werden.

Langenselbold den 20. November 1905.

23371

Königliches Amtsgericht.

Bekanntmachnnq.

In dem Konk«vsver fahren über das Vermögen des Ziegeleibesitzers &äH Will zu Ravolzhausen ist Termin zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen und zur Verhandlung über die im Prüfungstermin vom 25. Juli 1905 erhobenen Widersprüche auf den

10» Jamrar 1906, vorm. 9 Uhr Mberaumt. N 2/05.

Langenselbold den 24. November 1905.

23370

Der Gerichts^chrsiber Königl. Amtsgerichts

Gefundene und verlorene Gcncnstände :c.

Stehen geblieben: 1 Regenschirm auf dem Melde- amt. Abzuholen auf dem Bureau der Armenverwaltung, Langstraße 43.

Hanau den 1. Dezember 1905.

Hus F^anau Stadt und fand.

Hana«, 1. Dezember, kefftttliße Atzmg der TtatimrKkteièrsm«liu!z vom 30. November 1905.

Anwesend die Herren: Canthal, Vorsteher; Aukamm, Baader, Bonn, Eberhard, Forster, Dr. Heraeus, Hoch, Hock, Jost jr., Kehl, Küstner, Loßberger, Müller, Peteler, Reis, Schroeter, Schwabe, Spatz, Steinheuer, Stübing, Voltz, Dr. Wagner, Dr. Wenke und Wohlfarth; vom Magistrat: Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.

Herr Heinrich Kaiser hat wegen geschäftlicher Behinderung gebeten, ihn von dem Amt eines Armenpflegers zu entbinden. Als sein Nachfolger wird Herr Uhrig gewählt. Der Armen­pflegerbezirk 9 ist nach einer Mitteilung des jetzigen Pflegers überlastet. Der Bezirk soll daher geteilt und für den ab- getrennten ein weiterer Pfleger gewählt werden. Die Wahl fällt auf Herrn Louis Kratzner. Als Vertreter der hessen­nassauischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft werden die Herren Oekonom Heinrich Stettner und Kunstgärtner Louis Jörg wiedergewählt.

Neubau eines Armenpflegehauses.

Für den Neubau eines Armenpflegehauses ist jetzt Vor­lage gemacht worden. Der Erläuterungsbericht des Magist­rats sagt im Wesentlichen folgendes:

Erläuterung zum Armenpflegehaus für Hanau.

Die städtischen Körperschaften beschloffen unterm 25. Oktober 1904, bezw. 12, Jcinuar 1905 grundsätzlich die Er­richtung eines Pflegehauses für altersschwache und hilfsbe­dürftige Personen aber nicht Krankenhau^pflegebedürftige, zu errichten, und bestimmten durch Beschlüsse vom 21. März 1905 bezw. 27. April 19Q5, daß das zu errichtende Gebände mit Kellergeichoß und Sammelheizung versehen und auf dem bei der Ebrensâule gelegenen Teil des großen Rohres er­richtet werden soll. Für die Größe der Anstalt war durch Beschluß der Armenkommission vom 5. September 1904 fest­gesetzt, daß 50 Pfleglinge Aufnahme finden sollten. In der Anlage sollte ferner auf eine Erweiterungsfäbigkeit möglichst Rücksicht genommen und die Wohn- und Schlafräume für

d!e gemeinsame Benubung von höchstens 4 Perwnen einge­richtet we den. Als Bauplatz wwbe die nordwestliche Spitze vomgroßen Rohr" mit einer Fläche von rund 55 ar in Aussicht genommen. Er wird von der Dettinger- und der Rohrstraße parallel begrenzt und von der eisenbahnfiskalischen Güte'bahnhofstraße in der Richtung auf die Ehrensäule spitz zugeschniit"u. Die Fluchtlinien für die 16,5 m breite Der­tinger- uns die 14 m- breite Rohrsirabe sind in demFlucht- linienp'an des G ländes am großen Rohr" enthalten, aber noch nicht förmlch feügeftedt. Das Gebäude ist so gestellt. daß es seine Hauptfront'der Stadt zukehlt, daß die offenen Balköne und der Hot nebst Gemüsegarten nach Südosten liegen und daß der östliche Flügel in der Flucht der Deü'ngerstraße erweitert werden kann, wodurch auch später der Hof der Sonne zugänglich bleibt und der Straße entzogen wird. Die vor dem Gebäude liegende zugsspitzte G ländefläche ist als gärtnerische Anlage, die südwestlich gelegene an die Rohr­straße grenzende als Obstgarten gedacht. Das Gebäude enthält ein Kellergeschoß für Wirtschaftszwecke, ein Erd- und zwei Obergeschosse für Wohnzwecke und ein geräumiges unausge­bautes Dachgeschoß, welches als Trock n5oben dient und in dem gegebenenfalls Räume für Aufbewahren von Kleidern und G raten eingerichtet werden können. Im Keller sind außer drei Vorratsiäumen für die Küche eine große Wasch­küche, verbunden mit einer Spülküche und einem Bügelzimmer, ferner Bade- und Desinfektionsräume, sowie Räume für die Kessel der Heizanlage und die nötigen Kobleuvorräte unter- g^bratt. In den Zimmern des Erdgeschosses, die je für 2 Personen bemessen sind, können 8 Personen untergebraebt werden. Das 1. Obergeschoß enthält im Flügel nach der Dettingerstraße die Wohnung des Hausvaters, bestehend aus 2 Zimmern und Küch^, mib außer dem Balkon und Aborten 1 Zimmer für eine, 5 Zimmer für 2 und 2 Zimmer für 4 Personen, von denen eins als Krankenzimmer freigehalten wird, sodaß dieses G schoß 15 Pfleglinge aufnehmen kann. Das 2. Obergeschoß enthält anstelle der Haimvaterwohnung 1 Zimm-r für eine, und 2 Zimmer für je 4 Personen, im übrigen dies Iben Räume wie das 1. Obergeschoß und kann daher 28 Personen aufnehmen, sodaß die Belegungsfähigkect b^â Hauses mit Pfleglingen vorläufig 8 4-154-28=51 be­trägt. Von der Erweiterungsmöglichkeit durch unmittelbaren Anbau ist Abstand genommen worden. Für den Bedarfsfall w rd die Errichtung eines besonderen Gebäudes für zweck­mäßiger geholt n. Als Baumaterial für die Fundament- und Kellermanern sind Sandbruchsteme, für die übrigen Wände Ringofenziegel gewählt. Alle Konstruktionen bis auf das Dachgeschoß find massiv. Die Fußboden der Wohngeschosse werden aus Steinho'z, die des Dachgeschosses aus rauher Dielung hergestellt. Die inneren Treppen bestehen aus eisernen Laufträgern mit Mainsandsteinstlnen, die äußeren Stufen aus Basalt. Sämtliche zum Aufenthalt von Menschen bestimmten Räume sollen durch eine geeignete Sammelheizanlage mit ein­fachen glatten Heizkörpern erwärmt werden. Außerdem ist für Wirtschafls zwecke die Einrichtung einer Warmwasserbe- reitungsanlage mit Zapfstelle in jedem Geschosse neben den Kaltwasserzapfsiellen mit gemeinschaftlichem Ausguß geplant. Auch die vier Aborte in jedem Geschoß erhalten Wffserfpn- lung. Das Innere des Gebäudes soll so mißgestaltet werden, daß es, ohne Luxus aufzuweisen, allen gesundheitlichen An- forberimgen gerecht wird, damit den armen und siechen Pfleg­lingen eine solche Unterkunft geboten werden kann, nne sie sie in der sonst üblichen privaten Versorgung unter anstän­digen Verhältnissen finden.

Die gesamten Baukosten (ausschl. der inneren Einrich­tung) sind durch genaue Voran'chlagung auf 100 000 Mk., bei Herstellung von Rohbauflächen auf 101 050 Mk. berech­net worden. Darunter sind unter Titel Insgemein, welcher mit rund 12 900 Mk. eingesetzt ist. enthalten: die anfangs erwähnte Einfriedigung, die teilweise notwendigen Bodeuauf- füllungen, Trauf- und Zutahrtspflasterungen, Blitzableiter und Klingelanlage, Bauzaun und Winter schutzverschalungen, Bauleitungskosten und Unvorhergesehenes. Bei Beleaung des Gebäudes mit 51 Zöglingen kostet demnach b*e Unterbringung einer Person 1960 Mk. ohne innere Einnch'ung, ein Ein­heitssatz, wie er sich bei Neubauten für städtische Pfründner- Häuser auch anderivärls ergeben bat. Falls mit dem Neubau im Frühjahr 1906 begonnen wird, kann der Rohbau im Sommer fertiggestellt und der innere Ausbau im folgenden Winter durchgeführt werden, sodaß das Gebäude im Früh­jahr 1907 der Benutzung übergeben werden kann.

Stadtv. Baurat Wohlfahrt berichtet über die Vorlage und beantragt Zustimmung mit folgenden Abänderungen: Der NameArmenpflegehaus" soll inPflegehaus" ab­geändert, die Baukosten auf rund 100 000 Mk. abgerundet werden. Auf Wunsch der Armenkommission soll die äußere

Die yeutlge M«mmer nmsakèt anLer dem mtterhsltmrssMaLL 14 Leiten

Fassade statt in Putz in Derblendsteinen (Rödelheimer Steinen) hergestellt werden. Ueber die Vorlage entspinnt sich eine längere Debatte, in welcher die Stadtv. Baader, Müller und Schwabe zunächst einige Wünsche über die äußere Herstellung vorbringen. Stadtv. Eberhard führt aus, früher habe man von 80 000 Mk. gesprochen, jetzt würden schon 100 000 Mk. verlangt. Hinzu kommen dann noch die Anstellung eines Hausverwalters, die innere Einrichtung usw., sodaß die Unterbringung einer Person allein sich auf 300 Mk. und mehr berechnen werde. Die Unterbringung in Privat­häusern werde aber besser und billiger zu erreichen und den Armen erwünschter sein. Er könne sich für die Vorlage nicht erwärmen. Stadtv. Hoch macht an der Vorlage eine Reihe von Ausstellungen. Der Platz liege gerade beim Friedhof und die alten Leute, die ihre letzte Unterkunft in dem Hause finden, würden zu dem Gedanken gedrängt, nun ist es nur noch ein Schritt bis zum Grabe. Die Bahn und industriellen Anlagen machten viel Radau, sodaß sich die Insassen kaum besonders wohl fühlen konnten. Weiter be­mängelt Redner die geringe Anzahl der Zimmer für einen Insassen (2) tmb die Herstellung von 4 Räumen zu je vier Insassen. Die alten Leute seien eigensinnig und würdest sich zu mehreren in einem Raum nicht vertragen. Endlich be­mängelt Redner noch das Fehlen eines größeren Versamm­lungsraumes und daß der Baderaum im Kellergeschoß unter- gebracht ist. Die ganze Anlage erscheine ihm unpraktisch und verfehlt. Siadtv. Baurat Wo hlfahrt widerlegt die vorgebrachten Bemängelungen. Eine verputzte Fassade erscheine wohl im Anfang ganz nett und freunblid), werde aber sehr schmutzig und erfordere dann viel Unterhaltungskosten. Was den Friedhof anbelange so würden sich die Leute wohl sehr bald an den Anblick gewöhnen. Dort gebe es schöne Anlagen, in denen täglich die Leute spazieren gingen, um das Haus selost würden kleine Anlagen hergestellt, sodaß die Umgebung eine ganz freundliche werde. Falls man später mit der Einteilung der Zimmer schlechte Erfahrungen mache, würde sich eine Aenderung leicht bewerkstelligen lassen, er wolle aber darauf Hinweisen, daß wo die Leute bei fremden Familien untergebracht seien, sie sich noch viel mehr an andere anpaffen müßten. Oberbürgermeister Dr. Gebeschus führt aus, was Herr Hoch vorgebracht habe, sei durchaus un­tunlich und falsch, es scheine ihm, daß die meisten gar nicht wüßten, was man eigentlich bauen wollte. Wollte man alles berücksichtigen, was kritisiert wurde, dann würde die Sache sehr viel Geld kosten. Im Althanauer Hospital habe man mit der Einlogierung der Leute zu zwei Personen recht gute Erfahrungen gemacht, Unverträgliche waren außerordentlich selten. In das Haus sollen nur gesunde Leute kommen, die noch im vollständigen Gebrauch ihrer Glieder sind und die noch leichte Arbeiten verrichten, vielleicht auch noch in der Stadt einem leichten Erwerb nachgeben könnten. Das Ge­räusch falle nicht so schwer in die Wagschale, bei der Unter­bringung in der Stabt würde z. B. in der Nähe von Hand­werksbetrieben u. s. w. die Belästigung eine viel größere sein. Stadtv. Spatz glaubt, daß der Entwurf eine Musteranstalt für einen derartigen Zweck darstelle, wie sie wohl so leicht keine andere Stadt aufweiien könne. Nach­dem sich noch die Stadtv. Dr. Wagner und Eberhard geäußert, betont der Referent in seinem Schlußwort, daß man mit dem Betrieb erst Erfahrung sammeln müsse, wenn Unzuirâglichkeiten sich hcrausstellien, könnten die Zimmer leicht geändert werden. Die Vorlage wird hierauf ange­nommen; ein Zusatzantrag Hoch wird abgelehnt.

Baufluchten.

Für das Gelände zwischen Philippsruher Allee und Kinzig war abgesehen von noch älteren Plänen bereits durch Beschlüsse der städtischen Körperschaften vom 1. und 24. März 1904 ein Fluchtlinienplan genehmigt wor­den, welcher eine von der Gold'nen Aue abzweigende und an der Hellerbrücke ausmündende Uferstraße und einige Querstraßen aufwies. Da gegen diesen Plan mancherlei Bedenken und Einwendungen seitens der beteiligten Grund-

bescher laut wurden und namentlich die Uferstraße weder für die Anlieger noch im öffentlichen Verkehrsinteresse erforder­lich erscheint, außerdem bei einseitiger Bebauung eine sehr kostspielige Anlage werden würde, so ist in dem neuen Plan von der Aufteilung des ganzen Geländes durch Ufer- und Querstraßen Abstand genommen und sind nur die Flucht­linien in der ©offnen Aue festgelegt worden. Mit der Feststellung dieses Planes soll gleichzeitig eine schon im Jahre 1897 beabsichtigte Abänderung des noch gültigen F uchtlinienplanes vom 10. Dezember 1880 für die Philipps- ruber Allee voraeuommen werden, welche bezweckt, die nörd­liche Straßenfluchtlinie mit örtlich bestehenden Vorgarten-