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Jteiatienlbtudt unb Verlag ber Buchdrucker« Ml verein, O. Daltenhaute» in Harum.
Amtliches Grgirs für Stabb unb FasLkreis K
nun.
Ericheim täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Berantwor«. Rebafta«: S. Schrecker te H«a»
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Fernsprechanschlutz Nr. 605.
Donnerstag den 30. November
Fernsprechanschlutz Nr. 605
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Nächste Versammlurrg Samstag den 2. Dezember, mchmittaqs 2'/, Uhr, im Gasthaus zum goldenen ! öwen hier.
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Tagesordnung r
Geschäftliche Mitteilimgen.
Saatgutbezug für 1906.
Vortrag des Herrn E. Dröge über feldmäßigen Gemüsebau.
Mitgliederauknahme.
Sonstige Mitteilungen.
pfarrerS Frankenberg zum Hilfspfarrer in Bergen- Enkheim.
Ueberwiesen: die Regierungsassessoren Tortilowicz v. Batocki in Berlin dem Landrate des Kreises Grafschaft Schaumburg und Dr. Peters in Seesen i/Harz dem Landrate des Landkreises Dortmund zur Hilfeleistung in den land- rätlichen Geschäften.
Versetzt: der Gerichtsschreiber, Sekretär Adam Knoth in Weyhers an das Amtsgericht in Friedewald.
A u S g e s ch i e d e n: der Referendar Reckhardt aus dem Iustizdienste.
Pensioniert: der Forstmeister Schroth zu Rotenburg, Oberförsterei Rotenburg-Ost, vom 1. Januar 1906 ab.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekannt- ' machung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Gemeinden in ortsüblicker Weise bekannt machen.
Hanau den 25. November 1905.
Der Königliche Landrat.
v. Deckerath.
* Brandstetter. Die Interessenten der Hessischen Brandversicherungsanstalt werden davon in Kenntnis gesetzt, daß die Brandsteuer für das Jahr 1906 durch Beschluß des Landesausschustes vom 16. November d. I. auf den Betrag von 16 Pf. für je 100 Mk. des Umlagekapitals festgesetzt worden ist. Die Drandsteucr beträgt hiernach für je 1000 Mk.
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überaus wirkungsvolle Werk wurde durch seine hervorragende Besetzung bei der letzten Inszenierung in so künstlerisch vollendeter Weise zur Darstellung gebracht, daß die morgen stattfindende Wiederholung desselben allgemeines Jntereffe er- wecken dürfte. — Am Sonntag geht, wie schon gemeldet, Blumenthal's neuestes Volkslustspiel „Der Schwur der Treue" erstmalig in Szene. Ueber die Erstaufführung am Königs. Schauspielhause in Berlin schreibt die „Voss. Zeitung" u. a.: „Ein milder Humor durchsonnt Blumenthals neues Volkslustspiel „Der Schwur der Treue" und gibt dem anmutigen Gedanken witziger Reden und den reifen Früchten der Erfahrung ein warmes Leben. Diese Wärme war unverkennbar in das Spiel eingedrungen und — auch abgesehen von dem lauten Beifall für Autor und Darsteller, der Akte, Szenen, ja auch einzelne Epigramme begleitete, — herrschte den ganzen Abend hindurch ein behaglickes Einver» ständuis zwischen den drei Tbcaterfaktoren: Autor, Schauspieler und Publikum. Die Verse sind einschmeichelnd, die eingestreuten Epigramme wohlgeformt und zündend. Im ganzen entschied die Anmut der Redegefechte, die Leben auf
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Gcfilndcne und verlorene Geilcnstände re.
Gefunden: 1 Drille, 1 schwarzer Damenpelz, 1 Taschenmesser.
Verloren: 1 goldner Kneifer, 1 schwarze seidene Sckürze, 1 schwarzes Damenportemonnaie mit 90 Pfg. und mit einem kleinen roten Notizbuch, 1 Füllfederhalter, 1 braunes Portemonnaie mit ungefähr 11 Mk., 1 Visitenkartentäschchen mit Visitenkarten von Frau Berta Dintelmann.
Zugelaufen: 1 brauner Dachshund m. Geschl.
Entlaufen: 1 kleiner schwarzer Dachshund mit braunen Abzeichen m. Geschl., 1 schwarz und weißer Spitzhund.
Hanau den 30. November 1905.
Hus F)anau Stadt und fand.
Hanau, 30. November.
Beamten-Personalnachrichten.
Ernannt: zu Forstamtsanwälten: Oberförster Kersting in Friedewald, Oberförster Theremin in Eiterhagen bei den Amtsgerichten in Melsungen und Oberkaufungen und Forstassessor v. Trott zu Solz in Rotenburg, die Amtsrichter Hahn in Hünfeld und Pitel in Homberg znAmts- gerichtsräten, die Rechtskandidaten Schmeißer, Schminke, Wallschmitt und Heinemann zu Referendaren.
Bestellt: der Pfarrer extr. Fü re r zum Gehilfen deS Pfarrers Brüne in Walburg, der Pfarrer extr. O. Ölen bin an Stelle des anderweit verwendeten Hilfs-
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* Fernsprechverkehr. Der Svrechverkehr von G rotzenburg ist auf Jossa ausgedehnt worden.
* Geistliche Musikaufführung in der Marienkirche. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, findet am 12. Dezember, abends 8 Uhr, in der Marienkirche eine geistliche Musikaufführung statt. Das Programm zu derselben ist völlig einheitlich gestaltet und die Vorbereitungen sind sorgfältig getroffen, sodaß zu erwarten ist, daß diese Darbietungen den Freunden edler Kirchenmusik einen schönen Kunstgenuß bringen werden. Die Hanauer Kirchenchöre haben unter den hiesigen Gesangvereinen um deswillen einen recht schwierigen Stand, weil die echte Kirchenmusik seither zu wenig gepflegt worden ist und das Interesse an derartigen Veranstaltungen in weiteren Kreisen noch erregt werden muß. Infolgedessen aber sind die pekuniären Einnahmen in den meisten Fällen so gering, daß die Kirchenchöre um ihr Bestehen kämpfen müssen. Jede derartige Veranstaltung verursacht zudem bedeutende Kosten. Möge die bevorstehende geistliche Musikaufführung die im allgemeinen für die Musik so sehr begeisterte hiesige Bevölkerung veranlassen, sich zu derselben recht zahlreich einzufinden.
* Stadttheater. Sudermanns Schauspiel „D i e Ehre" gelangt morgen nochmals zur Aufführung. Das
die Szene brockte, für einen vollen Erfolg.
Die
„Staatsbürgerzcitung" schreibt: „Es will uns scheinen, als ob der Autor, beffen Humor und satyrischer Witz für unsere modernen Theater sich oft genug als sehr ergiebig erwiesen hat, diesmal e-nen bedeutsamen Schritt weiter vorwärts in das vornehm-künstlerische gegangen sei, als habe er in dein neuen Lustspiele seine gereifte ste und geklärte ste
heitere Bühnengabe dargeboten."
Der Dorver-
kauf für diese Vorstellung findet am Samstag nachmittag von 4 — 5 Uhr an der Theaterkaste statt.
* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Rotz der Pferde: Kreis Hofgeismar: Kelze. Tollwut: Kreis Fritzlar: Werket. Kreis Wolfhagen: Ehlen. Schweineseuche (Schweinepest) : Stadtkreis Cassel: Cassel; Landkreis Cassel: Dörnhagen, Sandershausen, Bettenhausen, Waldau, Großenritte, Weimar; Kreis Eschweger Schafhof; Kreis Fritzlar: Gudensberg, Zwesten, Dissen, Neue Herberge, Gleichen; Kreis Fulda: Opperz; Kreis Gelnhausen: Lieblos; Kreis HerS- feld: Aua; Kreis Hofgeismar: Immenhausen, Veckerhagen, Mariendorf, Holzhausen, Hofgeismar, Friedrichsthal, Langenthal, Ehrsten, Grebenstein, Niedermeiser; Kreis Hünfeld: Rudolphshan, Obermansbach; Kreis Melsungen: Deute, Beiseförth; Kreis Rotenburg: Hergershausen, Hübenthal, Hornel, Ersrode; Kreis Schmalkalden: Steinbach-Hallenberg, Äuwallenburg; Kreis Wolfhagen: Rittergut Hohenborn, Domäne Burghasungen, Domäne Rangen. Geflügel- cholera: Kreis Ziegenhain: Ziegenhain. Brustseuche der Pferde (Influenza): Kreis Fritzlar: Fritzlar; Kreis Hersfeld: Hersfeld; Kreis Schmalkalden: Brotterode.
Feuilleton
Konzert des Lchmsängerchors.
— Hanau, 30. Novbr.
Die Konzerte des Lehrersängerchores erfreuen sich seit Jahren eines regen Zuspruchs. Das hat seinen guten Grrind: Genannter Gesangverein versteht es nämlich in vortrefflicher Weise, seine Programme derart zu gestalten, daß sie eine weithin reichende Anziehungskraft im Publikum ausüben. So war auch der vorgestrige Konzenabend überaus stark bestickt, trotz der hier in Hanau bisher ungewohnten, erhöhten Eintrittspreise; — aber schließlich ist es ja doch noch viel bester, zu großen Preisen in dem akustisch minderweriigeren kleinen Centralhallensaal zu sitzen und dort eine große Sängerin halb zu hören, als für das selbe Geld im großen Saal plaziert zu 'ein, um eine kleine Künstlerin ganz jii genießen! — Und wenn ein konzerigebender Verein, wie das vorgestern der Lrhrersängcr- chor unternommen hat, unter Aufwendung ganz bedeutender Unkosten in hervorragender Weise für den solistischen Teil seines Programms Sorge trägt, dann kann man sich ein kleines Aufgeld fürs Entree als durchaus berechtigt sehr wohl gefallen lasten. Es ist überhaupt gar nicht teuer genug zu bezahlen, wenn im Publikum gerade die Achtung vor der musikalischen Kun st gesteigert wird, indem es hin und wieder in den Bann einer wirklich großen und wahren Kunstbetätigung gerät. Denn heutzutage ist keine geringe Gefahr vorhanden, daß diese Achtung mcht zu-, sondern abnimmt, weil es tausende und abertausende von musizierenden Dilettanten gibt, welche unter der Hypnose selbstgefälliger Betrachtungen sich in Polyhym- nias geheiligtem Tempel schon ganz heimisch und sicher fühlen, als wären sie berufene und auserwählte Priester
ober Priesterinnen l Von diesem Gesichtspunkte aus wirkt der Aufblick zu einer hohen Kunst kl ärend und erzieherisch, und — mag es für viele hart und zunächst auch wenig erbaulich klingen, aber es i st so — in diesen hier ausgesprochenen Gedanken liegt schon ein gut Stück Bedeutung des vorgestrigen Konzertabends, an welchem tüchtige Solokräfte sich vernehmen ließen.--War es nun Zufall oder Absicht? — — bewußt oder unbewußt wirkte vornehmlich die erste Solistin, Frau Rosa Ettinger-Berlin, in diesem Sinne gar deu'lich drastisch! Anfangs stand sie mit ihrem Gesang sehr auf ebener Erde, für einen jeden in greifbarer Nähe. Aber mit jeder neuen Nummer erhob sie sich in we tem Fluge aufwärts, und bald war sie auf der Höhe ihrer ihm st angekommen, — eine Höhe, zu der sich die Schritte der All- tagsmenschen verlieren und welche dem Auge derselben nur noch in unbestimmter, nebelgrauer Ferne zu liegen dünkt. — Damit ist im großen unb ganzen der gewaltige Eindruck gekennzeichnet, welchen Frau Ettinger mit ihren Sologesängen auszuüben vermocht batte. Jin einzelnen auf die Leistungen der Solistin einzugehen, wäre hiernach wenig zweckentsprechend; dazu kommt noch, daß die Wahl schwer wird, wenn man unter den vielen glanzvollen Dciail-Dar- bietungen einiae wenige heraussucken und benennen wollte. Nur der Auswahl ihrer Gesänge sei noch gedacht, weil man aus der Zusammenstellung ihres Programms die durchaus künstlerische Absicht ersieht, nicht burd) Effcktstücke zu brillieren. Frau Ettinger sang u. a. Lieder von Joh. Seb. Back, Mozart, Loewe, Strauß — das spricht eine deutliche Sprache!--In dieser Beziehung ebenso künstlerisch vornehm wie die Gesangssolistin war auch Fräulein Minna Rode- Frankfurt mit ihren Violinvorträgen. Brahms und R. Strauß, Sgambati und Schumann stand auf ihrem Programm. Aeußerlich voller Schlichtheit und Einfachheit, eigentlich übermäßig korrekt in der schulgemäßen Behandlung chres Instrumentes, waren
ihre Soli innerlich von Wärme getragen und von gehaltvollen Gedanken durchzogen. Selbst in dem virtuos gespielten „Am Springbrunnen" von Schumann und
den leidenschaftlichen „
ungarischen Tänzen" von
Brahms ließ sich Frl. Rode nicht zu Kunststückchen verführen. welche in die Augen springen aber schnell wieder sich verfluchten. Die Künstlerin verleiht ihren Vorrrâgen etwa- Großzügiges, und das gereicht ihr zur Ehre.
Der hiesige Pianist, Herr G. Altvater, accompag- nierte am Klavier die beiden Solistinnen mit viel Geschick und seelischer Anteilnahme, sodaß ihm an dem Wohlgelingen der Solovorträge ein großes, wesentliches Verdienst zuzusprechen ist.
In betreff der C h o r g e s ä n g e ist zunächst die gute Abwechselung, welche sie boten, zu erwähnen. Das K u n stund Volkslied war vertreten, â c a p e 1 1 a - Gesänge und solche mit Musikbegleitung standen auf dem Programm, und neben weichen und zarten Klängen schallien durch den Saal auch solche Chöre, die in einem kräftigen Männer st immenton gehalten sind. Der Konzertdirigent, Herr W. Hamburger, hatte es sich offenbar sehr angelegen sein lasten, die sämtlichen Chornummern eingehend vorzubereiten. Er vermochte es auch, seine Sänger geschickt zu führen und den verschiedentlich^ Chören gute Seiten abzugewinnen. Dementsprechend war auch der Erfolg der Chorgesangs-Aufführungen am vorgestrigen abend. Mit dem in punkto Klangfülle und Klangcharakierisiik nicht verschwende, isch weit begrenzten Stimmmateria! des Lehrersänger- chors war das bestmöglichste erreicht worden. Von einer ganz vorzüglichen Wirkung begleitet waren die beiden Cilcher'schen Volkslieder „O wie Herb ist daS Scheiden" und „Zu Straßburg auf der Sckanz . Die Wiedergabe die'er beiden'Chöre ist ohne Umschweif eine musterhafte zu nennen. Auch die an und für sich etwas veraltete „W a l d a n d a ch t" und der hieran angeschlossene, weit schönere und wertvollere ®6or