Erstes Blâ
vezngSvrekSt
Vierteliâhrllch 1,80 Mt„ monatlich 60 Psq., ffir <n* »artige Abonnenten mit dem denen enden Postausjchla^
Die einzelne Nummer tostet 10 Psg»
Retati»n4brud »md Verlag der Buchdruckers des verei». «. Waisenhaus in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stubb und Landkreis Kanan.
Encheim täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EinrückungSgebühet
Die Plvfgespalren« PelitzeUe oder deren Raum 15 UH» im ÄetloDieuteü die Zeile 35 Pf-
Lerantworü. Redakteur r <3. Schrecker ta H<m«.
Nr. 272
^ern^redmnfdjfitf; Nr. CO5
SamStcs den 18. November
Zyernsprcchanschlnfr Nr. 605
1905
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Die heutige Ausgabe
umfaßt
16 Seiten unb das uierfeifitje llntciImlta^Mt
konzert statt, zu der die Mitglieder des Kirchenchores hiermit freundlichst eingeladen werden.
* Non ben Apotstokon ist morgen nachmittag von 3—9 Uhr die Einhorn-Apotheke geöffnet.
• Landes.Ptrsichcrunqsonsiolt Hrnen-Nassau. Für bett KreiS panan — Stadt — fistle« sick me Ptgebnifie der Dewillifliinq von Âlter 8«, ^ n na11den- und Krönten- Renten in der Zeit vom 1. Mannar 1891 hia ffnbe S-ptember 1905 wie folm t
Zugkraft einbüßen und immer eine Zierde des RepertoirS bilden. Bei der morgen stattfindenden Neuinszenierung desselben werden die Hauptrollen wie folgt beseht sein: Herr Sieger, welcher gleichzeitig die Regie führt, spielt den „Traft", Herr Hauser den „Roben", Herr Gehrmann den „alten Heinecke" und „seine Frau" Frl. Jai da. Für den „Mühlingk" tritt Herr Kempf ein und für den „Curt"
Mmiliches.
Eandbreis F)anau.
StknntiMiinniirn dcS Kâmüliiic» LandraiSmts.
Der Landweg von Langenselbold nach dem Staatsbahnhof wird an der Ncubaustclle an der sogenannten Lache für Fuhrwerk mit mehr als 25 Ctr. Ladegewicht bis auf weiteres
nonn und
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Ann de Renten» cmefän irrn nd beim, waren brftbâftiat
Herr Nygri n.
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Die „Lenore" spielt Frl. Braune, die
Frâul. Dachmann und den „Michalski" Herr
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Nach Abgena durch Tod ic. b elben noch zu zahl«
gesperrt.
Hanau den
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17. November 1905
Der Königliche Landrat. v. Beckerath.
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Die Herren Bürgermeister und Gittsvorsteher des Landkreises ersuche ich, die noch vorrätigen Ouiitnngskarten alten Musters (Formular A und h) binnen st DagtN hierher einzureichen. Ich nehme dabei auf die in Erledigung meiner Verfügung vom 1. August b. Js. — J.-Nr. 622 — erstatteten Berichte Bezug.
Hanau den 15. November 1905.
Der Königliche Vanbrat.
J 1032 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
In D tb, Kreis Gelnhausen, ist die Notlaufseuche gebrochen.
Hanau den 16. November 1905.
Der Königliche Lnndrat.
J.Nr.V7438 I. A.: Conrad, Kreissckretär.
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In Niederrad, Landkreis Frankfurt a. M., ist die Schweinenest ausgebrochen.
Die Gehöflssperre ist angeordnet worden.
Hanau den 15. November 1905.
V 7398
Hus F)anau Stadt und Eand.
Hana«, 18. November.
• Kirch eirchor der Iohanni^kircht. — Probe. Morgen abend im Anschluß an den Abendgottesdienst — ’M 7 Uhr — findet in der Kirche eine Probe für das am Totensonntag, abends */*8 Uhr, statlsindendd Dolkskirchen-
Altersrente''
Inval.-Ren' tfranrenrrnt.
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Bon der 9«nbc8«®erfuberuna8anftalt He9en-Nassan. deren Benrt die ReaimtnaShetirfe Gaffel unb TOtesb^en, sowie ba6 Fürstentum Waldeck nmCaift, ünb fett dem 1. Januar 1891 nderhanvl bewithat
9238 9IIter8renten im Gesanu-Zahresbelrage von 1 276 229 — M. 29433 Invalidenrenten , , , , 4 367 227 10 ,
2928 Krantenreuten , „ 327 092 10 ,
40699 'Renten mit einem c^esamt-IndreSbetraqe von 5,970,548.20 3)L
Hiervon <mb nach Berückt,chuauno der durch Tod «.
ertolaien Adannae Gube September 1905 noth tu mhlen
2912 Altersrenten im c^tsamt-Iahreâberrage von 432 606 60 M. 16307 Invalidenrenten , , , , 2.4 04 009 — ,
969 .Krankenrenten , , , , 154 030 30 ,
2ul82 Renten mit e nem (^elamt-Iahre-betrage von 2,990 <445 90 M
Der von dem Reiche tu leistende gutchust beträgt 1 ,<»<>9 100— .
M'tdin bleiben Ono, September 1905 aii8 Mitteln
der kandeS-BerstcheningSanstalt Heslen-Naifau an Renten tu tobten âhrlirb ...........1 981 545 90 M
* Skaditstcatcr. Morgen Sonntag gelangt Suder- mann's Schauspiel „Die Ehre", neu einstudiert, zur Darstellung. Subermann, wohl der bedeutendste unserer modernen Dühnrnschriftsteller, hatte mit diesem Werke einen so außergewöhnlichen Erfolg, wie er ihn seither kaum mehr erzielen konnte. Das direkt aus dem Leben herausgegriffcne Sujet, zeigt sich immer wieder als fesselnd und interessant. Wie vortrefflich sind die Gegensätze vom Vorder- und sinter» Hause gezeichnet. Unvergleichlich lebenswahr sind die Gestalten, und stets werden dieselben den gleichen gewaltigen Eindruck macken. Das treffliche Stück wird niemals seine
Müller. Der Vorverkauf findet heute nachmittag von 4—5 Uhr an der Thcalerkaffe statt.
* Corinna in Cattau» Die Glücksgöttin hat ihr Füllhorn wieder einmal über Hanau ausgeschüttet. Bei der am 11. November statigcfiindenen Ziehung der Straßburger Pierdelotlerie fiel der 1. H a u p t g e w i n n, ein eleganter Viererzug im Werte von 10 000 Mk. in die vom Glück begünstigte Kollekte des Herrn Karl Kiefer, Römerstraße hier. Der glückliche Gewinner ist ein hiesiger Einwohner. Ein hüb'cheS „Christkindchen." Fortuna scheint in diesem Falle aber blind gewesen zu sein.
* Recht viel Vergnügen steht den Besuchern des morgen nachmittag von 4 Uhr an in der Turnhalle statt» findenden Waldfcstes bevor. Sänger, Turner und Humoristen werden mit ihren Darbietungen für schönste Unterhaltung sorgen. Eine glitbesetzte Kapelle spielt zum Tanze auf, während ein Saal-Karussell, neuester Konstruktion, zu fröhlicher Fahrt Gelegenheit bietet. Es wird also wieder schon bei den Turnern, wie man so zu sagen pflegt, barum morgen (Sommertoilette angelegt und auf gutgchaltenen Wegen zum Turncrwaldfest.
• ^ür die Opfer der ritssischen Judenver» solqrrnqen. Wie aus den Berichten der Tag-spresse zu ersehen ist, sind an den russischen Juden große Greuel verübt worden durch Totichlag, Raub und Plünderung. Um der ärgsten Not zu steuern, bedarf es gairz außerordentlicher Aufwcndunaen, umfassende unverzügliche Hilfe ist notwendig. Wie in vielen anderen Städten, hat sich auch in Hanau ein Hilfskomitee gebildet, das bereits Sammlungen eingelritet unb beträchtlich zu nennende Gaben abgeführt hat. Weitere Hilfe ist aber unbedingt geboten. Spenden nehmen entgegen in Hana n die Herren Provinzial-Rabburer Dr. Bamberger und Iul. Stern i. F. Gebr. Stern, sowie die Redaktion des „Hanauer Anzeiger s".
* Parolemusis. Die Ulanenkapclle wird morgen mittag folgende Stücke spielen: „Zu ferneren Siegen", Kavallerie- Parademarsch von A. Tudke; ßuftfpiel -Ouvertüre von C. Meißner; „Mainklänge", Walzer von A. Porlow; Intermezzo a. d. Op. „Cavalleria Rusticana" von Mascagni: Defilier-Marsch über dänische National-Melodien von A. Urbach.
Feuilleton
LoWirchtnkonzcrt in der Iohnnniskirche
In dem DolkskirchenkonzeN, daS seitens des Johannis- kirchenchoreS am Totensonntag, (20. Nov.) abends '„8 Uhr ftattfinbet, gruppieren sich die Darbietungen um den Heils- gedanken. T o d und Auferstehung. Sie haben das Bibelmort zum Ausgangspunkt: „Der Mensch ist in seinem Leben wie Gras und wie eine Blume auf beut Felde". Chor und Gemeinde singen nach dem ansprechenden Vorspiel von Joh. Seb. Bach einleitend den Choral: „Alle Menschen müssen sterben lV. 1.1.
Wenn nun mit dem Tode alles Leben erstorben wäre, so würde dieser Gedanke uns schier untröstlich machen. Daher spendet uns der Herr Trost: „Ich will end) Wiedersehen und euer Herz soll sich freuen" und: „ich will euch trösten, wie einen seine Mittler tröstet." Diese schönen Worte finden Ausdruck in dem Vortrag des wundervollen Sopran- solos aus dem deutschen Requiem von
Brahms, der von einem prächtigen Chorsah unterstützt bezw. vervollständigt wird. Der Gedanke des Wiedersehens bewirkt in unS ein völliges Hingeben in den Willen Gottes, das die Sopranistin durch das herrliche Rafssche Lied: „Ach, wie ist daS Sterben doch ' o s ch w e r" mit dein Schlußworte: „Darum fei ft i l l, Gott es will!" ausdrückt
. Mehr und mehr wird in uns die Lust geweckt, abzn- ld)ciben und bei Christo zu fein. Diesem Gedanken entspricht der Chor durch das funftvoU bearbeitete Vnchsche Lied:
^ P? ’”' j ^ ster Tod, k o m m sel' geRuh !
Wir wissen nun, daß nach dem Tode das Gericht kommt, ^or das wir alle hintreten müssen. Es könnte daher uns angst und bange werden, namentlich dann, trenn mir unserer Schuld und Sünden gedenken. Jedoch brauchen wir unS nicht zu fürchten, denn Jesus hat uns erlöst, zu ihm können wir getrost unsere Zuflucht nehmen. DaS innige n n b äuKerst stimmungsvolle Lied von Mendel».
f o h n (S o p r a n s o l o): „H err, zu d i r w i l l i ch m i ch retten, wenn die Welt mich kränket und schlägt" versetzt unS in wundervollen Klängen in diese Stimmung.
DaS Verlangen, bei Gott Rettung zu finden und sich von seiner Gnade und Treue leiten zu lassen, steigert sich, es wird zum Sehnen nach der ewigen Heimat. In trefflicher Weise fügt hier der Knabenchor das Nägelische Lied an: „Nach der Heimat süßer Stille sehnet sich mein müdeS Herz." Darauf vereinigen sich Chor und Gemeinde in dem schönen Choral: „Jerusalem, du hoch- gebaute Stadt, wollt' Gott, ich wär in bir."
Doch „leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir des Herrn", sagt der Apostel. Danach sind mir auch im Tode des Herrn und Jesus ist unser letztes Wort. Der prächtige Chorsatz von Albert Becker: „Gottlob, eS geht nunmehr zu Ende" bringt dies in erhebender und wirkungsvoller Weise zum Ausdruck.
Das Bewußtsein nun, daß Jesus lebt, weckt in uns die frohe Hoffnung und selige Freude, daß auch wir auferstehen werden. ES folgt hier die Arie aus dem Messias von Hä n d e I (S op ra n s ol o m i t O rg el): „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und daß er mich einst erweckt am jüngsten Tage." Die Freude steigert sich, wenn wir bedenken, daß wir dann eingehen in das himmlische Jerusalem, wo der Mund von Lob und Preis erfüllet sein wird. Der Chor fingt : „W enn dann zuletzt ich a n = gelanget bin i m schönen Pa rad i es", dem sich Gemeinde und Chor anschließten unter Crgelfsang und Horn erschall zu dem mächtigen S ch I u ß ch o 'r a l: „Mit Iubelklang, mit Instrumenten schön, in Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und lieblichen Getön sich regt der Freu densaal." Die Orgel geht hierauf ins H a l l e l u j a von Händel über. —
Bemerkt sei noch, daß der Eintritt zum Konzert frei ist und daß Karten nicht verausgabt werden. An den Eingängen der Kirche sind die Programme mit erläuternden Bemerkungen gegen & 10 Pfennig in Empfang zu nehmen. Mit wirkende Solistinnen: graut A. Zehner und Frätll. L. Israel.
Stadtthcalcr iit £mit.
- ^ana«, 18. Novbr.
Wie vielen unserer deutschen Schriftsteller zu Lebzeiten nicht das glückliche Los einer beneideitsweNen Sorglosigkeit blühte, so erging es auch Fritz Reuter, unserem hervorragendsten plattdeutschen Dichtergenie, weshalb der in seinen poetischen Erzählungen unvergleichlich und instinktiv bewahrte Humor immer wieder um so mehr die Bewunderung seiner zahllosen Verehrer erregt. „Ut mine Stromtid" (aus meiner Pächterzeit) betitelt Reuter einen seiner kostbaren Romane, worin uns durch „Onkel. Bräsig" in dem gleichnamig bearbeiteten dramatisierten Lebensbilde Adolf Steinecke'S eine. Figur begegnet, die burd) ihre ergötzliche, lebenswahre Zeichnung längst zu einer Lieblingspartie aller darstellenden Reuter-Interpreten sich herausgewachfen hat. So hatten wir denn auch Gelegenheit, den königl. Hofschauspieler Adolf Steinecke aus Cassel gestern abciib in dieser Rolle kennen zu lernen, der in seiner Darstellung den Nagel auf den Kopf traf. Der Künstler wußte diesen mecklenburgischen biederen „Oekonomierat Bräsig" mit einer berart erstaunlichen Natürlichkeit und Wärme wiederzugcben, daß man auf den
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Gedanken kommen mußte, „Zacharias Drüsig" leibhaftig auf der Bühne zu sehen und nicht eine vorgeschriebene Lustspielfigur. Als der joviale, redliche Inspektor „Haver- mann" bot uns Herr Kempf eine hochachtbare Leistung, besonders die Erzählung im 1. Akte, 2. Bild, zeugte von abgewâgter gutdurchdachter Auffassung. $err Steger trat als „Moses" noch ganz besonders günstig in den Vordergrund. Was uns an dieser Leistung ausnahmS- weise gut gefiel,^ war die wohltuende Dezenz mit welcher der Künüler ohne jegliche sog. Theatermâhchcn diesen orentalischen Charakter auSstaUete, her dadurch der Glaubwürdigkeit frappant nahe rückte. Herr Hauser (Rambow) und Frl. Braune (Frieda) bildeten ein wackercS Chepaar, wie auch Herr Uster die Partie des frischen