Erstes Bl-tt.
vezngSprelSr
Merteliihrllch 1,80 TIL, monatlich 60 Pfg., für aus« Bärtige Abonnenten mit dem betrefsenden Postaufjchtag.
Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
ElarückuagSgebühr t
NotatieuLdruck und Beria« der Buchdruckerei bei vereis.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stabt Mb Landkreis Kanan.
a, Waiienhauie» in Harum.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Ne fünf gespaltene Petitzeile oder deren Raum 15 PH im ReklametUeU die Seile 35 Pf^
Aerantworü. Redakteur: S. Schrecker ta Hasan
Nr. 269 RrrnfrredmnWuft Nr. 605.
Mittwoch den 15. November
Zyernsprechanschlusz Nr. 605.
wrwj v wi - u 'Tir ^Fm
1905
■—ei
Handelsregister.
Firma Wilhelm Schlinaloff in Hanau: Der bisherige Inhaber Kaufmann Wilhelm Christi an Ludwig Theodor Schlingloff in Hanau ist am 4. November 1905 gestorben. Das Gescbâft ist auf seine Witwe Margarete, geborene Brochhausen, verwitwet gewesene Willermann, genannt Frieling, in Hanau als Statutarerbin nach Solmser Land- recht übergegangen, welche es unter unveränderter Firma fortführt.
Hanau den 14. November 1905.
Königliches Amtsgericht 5. 22415
Hus F)anau Stadt und fand.
Hanan, 15. November.
• Stadtverordnetenwahl. Es ist dringend notwendig, daß sich noch einige Herren, welche von ihrer beruflichen Tätigkeit abkömmlich sind, dem bürgerlichen Wahlkomitee zur Mithilfe bei der Wahlarbeit zur Verfügung stellen. Das Wahlbureau befindet sich in der „Centralhalle" im unteren Lokale rechts und ist von früh morgens bis spät abends geöffnet. Es ergeht ferner die dringende Bitte an alle bürgerlichen Wähler, die ihrer Wahlpflicht noch nicht genügt haben, dieser alsbald nachzukommen, denn das Wahlrecht schließt moralisch auch die Wahlpflicht in sich.
• Stadtverordnetenwahl. Resultat d er 8. Klasse. Dis heute vormittag 11 Uhr waren für die Kandidaten der bürgerlichen Parteien 693 Stimmen, für die sozialdemokratischen 837 Stimmen abgegeben.
• Oingcmelndungsfraaen. In der Gemeinde- vertretersitzung Kesselftadt's wurde der Antrag des Kolonievereins betreffs Eingemeindung Kesselstadl's in den Verband der Stadt Hanau günstig ausgenommen und eine Kommission gewählt, die die Vorarbeiten erledigen soll.
* Kilnstinduflrie-Vercin. Der Vortrag des Herrn Dr. Pohlmeyer aus Berlin über „Napoleon I. und sein Ei nfluß auf Deutschland" findet, da dem Redner kein anderer Tag zur Verfügung steht, nunmehr am nächsten Freitag, den 17. November, statt.
* LimdeS-BersicherunflSanstalt Hessen-Nassau. Für den Kreis Hanau — Land — stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von Alters-, Invaliden- und Kr anten Renten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Gnbe S'wtmiber 1905 wie folgt t
wird. Die Besetz,mg in den Hauptrollen ist wie folgt: Barn au — Hr. Hauser, Ulrike — Frl. Behrens, Irmgard — Frl. Jaida, Ottilie — Frl. Stahl, Adelgunde — Frl. Müller, Thusnelda — Frl. Helliot, Schummrich — Hr- Nygrin, Wismar — Hr. Oscarsen, Offenburg — Hr. Nach- baur und Weithold — Hr. O. H. Müller. — Gastspiel Steinecke. „Onkel Bräsig". Der Vorverkauf zu dem am Freitag stattfindenden einmaligen Gastspiel des hervorragenden Reuter-Interpreten Herrn Hofschauspielers Adolf Steinecke von Cassel als „Onkel Bräsig" findet morgen Donnerstag nachmittags von 4—5 Uhr an der Theaterkasse statt. Die teilweise erhöhten Preise der Plätze sind wie folgt: Fremdenloge und 1. Rang (Vorderpl.) 3 Mk., 1. Rang (Rückpl.) 2.50 Mk., Parkett und 1. Sperrsitz 2 Mk., 2. Sperrsitz und Parterreloge 1.70 Mk., Parterre 1.20 Mk. Bei den übrigen Plätzen bleibt der gewöhnliche Preis. — Abonnements ohne Nachzahlung. — Anläßlich eines Gastspiels in Hannover schreibt eine dortige Zeitung: „Obwohl Herr Adolf Steinecke dem Hann. Publikum noch fremd war, gelang es ihm doch, die Gunst der Theaterbesucher im Flugè zu erobern, wie der stets zahlreiche Besuch und der stürmische Beifall in jeder Vorstellung bewiesen. Herr Steinecke mußie deshalb sein ursprünglich auf vier Vorstellungen berechnetes Gastspiel auf neun Abende ausdehnen. Den Glanzpunkt bildete der Inspektor „Bräsig". Herr Steinecke weiß diese Figur aber auch so vollendet darzustellen, daß Fritz Reuter seine Freude daran gehabt haben würde. Das war echt Ncuter'scher Humor, der trotz des Lachens dem Zuschauer Tränen entlockte. Wir haben früher Junkermann in diesen Rollen gesehen, stehen aber nicht an, die Leistungen des Herrn Steinecke höherzustellen. Herr Steinecke, als wahrer Künstler, wirkt durch die einfachsten Mittel. Er hat eine schlichte, verständige und natürlidfe Sprechweise, ein fesselndes, gemütvolles Spiel, das vom Herzen kommt und 311m Herzen geht Das Organ ist weich und wohllautend, und den mecklenburgischen Dialekt beherrscht er mit großer Virtuosität. Seine Darstellung des wackeren Inspektor Bräsig war ein großer künstlerischer Genuß."
K
5
iaoon sinn erlebtet durch
8
9
8 e
’S
*
8
X
w
Bon Oe- bienten» emvtânuern una dezw. waren beieOAftint
Altersrenten Inval^Rem Kranken rem.
307 234 04
569
32
465 72
32-
9
29
Selamt- Iabre«. benan der brtütatgten
Renten
V*
32506
69501
80
60
10220 00
«
e
e
115
142
4
2
S
E
50
221
24
N
e
c
8
2t
8
tn B
S
2
10
23
41
3
32 12
25 26
-I 1
Nach Abgang durch Tod x. bleiben noch zu zahlen
.X
71011044^40
236 36238 40
18 3007 80
Gestern haben die Ergänzungswahlen zur Stadtverordnetenversammlung für die
3. Wahl-2lbteil«ng
ihren Anfang genommen. An die bürgerlichen Wähler richten wir die Ditte,
, Mff- frühzeitig "W
zu wählen und keine Streichung in der Vorschlagsliste vorzunehmen. Jede Streichung kommt den Gegnern zu statten. Wähler! Stimmt einmütig für die bürgerlichen Kandidaten
Max Fischer, Lithograph,
Aug. Fleischmann, Kaufmann,
Fak. Giesenregen, Eisenbahn-Güterexpedient, Wilh. Grosch, Wcißbindermeister.
Mammen ;908||731|UÖ|38|11222'J|—1261|295| 12|67|57|39|325[50290|60 Don der LandeS-VersicheninaSanstall Hessen-Nassau, deren Bezirk die Regierungsbezirke Gaffel und Wiesbaden, sowie daS Fürstentum Waldeck mntabl, rinb seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bereinigt •
9238 Altersrenten im Gesamk-IabreSbelrage von 1 276 229.— M. 29433 Invalidenrenten , , , „ 4.367 22710 ,
2028 Krankenrenten , „ „ „ 327 09210 ,
Renten mit einem c^esamt-IaareSbetrage von 5,970,548.20 M.
Hiervon sind nach Berücksichtiguna her nur<5 Tob jc. •
^"laten Abgänge Ende September 1905 noch zu zahlen
Altersrenten im Gesaml-Iahresbetrage von 432 606 60 M.
Invalidenrenten , , , 2.404 009 — ,
008 Krantenrenlen , , „ , 154 030 30 ,
Nenten mit emem Gesamt-IahreSbetrage von 2.990 645 90 M.
fr von dem Reiche zu leistende guschuh beträgt 1 < >n9 100— , Mahin bleiben Ende September 1905 auS Mitteln
' andes-DersicherungSanstalt Hessen-Nassau an Renten
1” tahlen .äbrlidb . .......... 1 98' 545 90 M
* Stadttheater'. Auf die heutige Aufführung des beliebten Lustspieles „Die zärtlichen Verwandten" von Benedix möchten mir nochmals besonders Hinweisen. Die reizende Komödie hat hier steis so starken Beifall gefunden, daß dieselbe auch heute wieder ihre Zugkraft bewahren und den Hörern einige amüsante Stunden bereiten
Das Wahlbureau der vereinigten bürgerlichen Parteien befindet sich in der MT Centralhalle "^fg unteres Lokal rechts.
* 2. Sinfoniekonzert. Wir machen auch an d-eser Stelle darauf aufmerksam, daß morgen abend die verstärkte Infante, iekapelle im Siad'thealcr iBr 2. Sinfoniekonzert gibt.
* Wo gehen wir am nächsten Sonnta^ hin? Zum Militär-Konzert nach dem „Deutschen Haus!" Endlich wird uns unsere Ulanenkapelle, welche durch die vielseitigen auswärtigen Engagements bis jetzt verhindert war, am nächsten Sonntag durch ein mit einem schönen Programm versehenen „Streich-Konzert" erfreuen und soll sich dasselbe sogar zu einem „S 0 list en-K 0 nzert" gestalten. Die Besucher dieser Veranstaltung dürfen überzeugt sein, daß die Darbietungen der Kapelle, unter Leitung des Königl. Musikd. Herrn Urbach, auch wirklich genußreiche sind. Auf den Spielplan werden wir an dieser Stelle noch näher rurückkommen.
* Wohltätiqkeitsveranftaltnng. Inden Dienst de Humanität stellte sich die gestrige Veranstaltung des Eisen" bahn-Frauenvereins Hanau, die im Saale deS „Deutschen Hauses" stattfand. Ueber den Zweck der Veranstaltung, wie auch über die Ziele des neugegründeten Eisenbahn-Frauen-Vereins haben wir in den Vornotizen hinreichend Aufklärung gegeben, sodaß es sich für heute erübrigt, auf diese Einzelheiten einzugchen, vielmehr nur der Veranstaltung selbst gedacht werden kann. Daß es als eine angenehme Aufgabe betrachtet n^rd-.n kann, über eine in allen Teilen gelungene Veranstaltung zu ref'neren, mag vorauâ- geschickt werden. Fast erwiesen sich die Räume des Saalbaues zum „Deutschen Haus" zu klein, um alle diejenigen zu fassen, die dem Rufe unserer Eisenbahner folgend, herbeigekommen waren, um ihr Scherflcin dem edlen Zwecke bei- zusteuern. Wir wissen die Früchte solcher Veranstaltungen zu schätzen und freuten uns doppelt, die Bemühungen des Vereins gekrönt zu sehen. Doch nun zu den Vorgängen auf der Bühne. Zuerst boten die Herren Witte, Krempler, Ein n atz und Witte jr. „Allegro moderato“ (1. Satz) aus dem Streichquartett D-d'ir oo. 64 von J. Haydn in mustergültiger Weise, dann folgte der vom Herrn Eisenbahn- Afsistenten Ewald verfaßte und vom Herrn Diätar Roth gesprochene Prolog, der für Herzensregungen Herzensworte zu finden und eindringlich für den Zweck zu werben wußte. Frl. Kellermann, eine bekanntermaßen mit herrlichen Stimmmitteln begabte junge Künstlerin, verstand es, durch einige Liedervorträge in des Wortes schönster Bedeutung tatsächlich zu bezaubern und auf der Ohrenweide folgte die Augenfreude durch die Aufführung des Lustspiels „Ich heirate meine Tochter". In die dankbaren Rollen hatten sich geteilt die Damen Frau Schwalm und das beliebte Mitglied unseres Stadttheaters Frâul. Helliot, sowie die Herren Eisenbahn-Assistent Hans Ewald und Anwärter Simon. Es war eine Lust, dem flott und sicher gespielten Stücke zuschauen zu können. Im zweiten Teile bot Fräul. Marg. S t r e i ch e r t einen Klaviervortrag, der mit Recht beifällig ausgenommen wurde. Noch einmal war Gelegenheit geboten, Frl. Kellermann zu hören, wiederum entfesselte die geschätzte Künstlerin wahre Beifallsstürme. Ein zweites Lustspiel, „Er ist nicht eifersüchtig", folgte. Auch hier bewährten sich die Darsteller (Herren H. Ewald, Witte und Simon, sowie Frl. Helliot) aufs beste. Die Männer deS Flügelrades zeigten, daß sie auch auf dem Gebiete der darstellenden Kunst heimisch sind. Mit einem Marsch für Streichquartett und Klavierbegleitung schlossen die Darbietungen des Abends, der wohl allseitig befriedigt haben wird, sowohl die Besucher, wie nicht minder den zum ersten Male an die Oeffentlichkeit getretenen veranstaltenden Verein.
* Dolksvorfteünng. Im Stadttheater wurde gestern abend als Volksvorstellung das dreiaktige Schauspiel „Wohltäter der Menschheit" von Felix Philippi gegeben. Die Darstellung ging bei ausverkauftem Hause flott von statten und erntete reichen Beifall.
* Katholisches Arbeitersekretariat. Einem empfundenen Bedürfnis entsprechend, wurde für Hanau-Offenbach und Umgegend mit dem Sitze zu Offenbach ein katholisches Arbeitersekretariat errichtet zur Erteilung von Auskunft in der Arbciterichutz- und Versicherungâgesetzgebung und in allen den Arbeiterstand betreffenden Fragen, sowie auch zur Vermittelung des Verkehrs der Arbeiter mit dem Gewerbeinspektor und sonstigen Behörden. Das Bureau befindet sich für Hanau im „Braustübl", Gärtnerstraße Nr. 31 (Sprechstunden jeden Mittwoch abend von x/»8 bis 9 Uhr), für Somborn sind die Sprechstunden jeden ersten Sonntag im Monat von 11—1 Uhr.
*Bom Diamantenmarkt. Aus Fachkreisen wird der „Frkf. Ztg." geschrieben: „Infolge der Bemühungen der nunmehr zweieinhalb Jahren bestehenden Melèe Combinatton haben sich im letzten halben Jahre die Preise der dofe goods melècs um 5 Prozent gehoben. Ebenso konnten alle anderen Waren anziehen, so Jagers Wesselton, Bulfontein und Kimberley. In einzelnen Arttkeln herrscht sogar Mangel. Deshalb muß es auffallen, daß die geringeren rohen Melèes, wie diejenigen aus Jrregulairs und SpottedS immer noch unter dem Einkaufspreis verkauft werden. Dies dürfte aber wohl nur dem Umstände znzuschreiben sein, daß diese War^n nicht wie die anderen Artikel in zielbewußte kaufmännische Hände gelangen. Für kleinere Waren herrscht jetzt ebenfalls bessere Abnahme, da sich die Schleifer nun- mehr dazu verstanden haben, solche allerdings gegen guten Lohn zu schleifen. Die bereits dementierte Angabe, daß die De Beers Co. die Verlegung der Diamant-Industrie nach dem Kap plane, hatte in branchekundigen Kreisen von vornherein keinen Glauben gefunden."