Erstes Blatt-
vezngSpreiSr
Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für <n* Bärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postauffchlag, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
KotatiouSdruck und Verlag der Buchdruckerei bei vereis, eo, Waisenhauses in Hanau.
Gtnkml-Anzeiger
A«tlilhts Orga« für AM- and Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Einrü ckuv gs g eb Lhr i
Du Msgespalteu« Petttzeil« oder beten Kaum 18 UH im girflmn enteil die Zat« 35 P^
BerortwerfL Rdxrftaxr: «. Schreck», bi Hana»;
w__^b» e*» W^rr -V» wMaa^W. •"-■■'^■■•e “" “ ■•
Nr. 268 ffer«spre»anl»l«tz Nr. 605.
Dienstag den 14. November
?fernsprechanschl«tz Nr. «05. 1905
Amtliches.
Candkreis Ranau.
BekmtmBiimeii des Kämülicheii Sanördtsaintg
Der Landwirt Philipp Heinrich Neul von Windecken ist zum Ortsschätzer-Stellvertreter der Gemeinde Windecken widerruflich bestellt und verpflichtet worden.
Hanau den 10. November 1905.
Der Königliche Landrat.
V7261 J. A.: Conrad, Kreissekretär.
Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über das Vermögen des Bankiers Leopold Lilienfeld in Firma Michael Benjamin Nachfolger in Hanau wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben.
Hanau den 8. November 1905.
___ Königliches Amtsgericht 5. 22330
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 graue Strumpfmütze, 1 Sack Spelse- spreu, 1 Portemonnaie (Inhalt etwas über 2 Mk., zwei Fünfpfennigmarken, 2 kleine Bleistifte und 1 kleiner Schlüssel), 1 goldene Brille.
Verloren: 1 Portemonnaie mit 20 Mk., 1 desgl. mit 7,80 Mk., 1 Geldsäckchen mit 5,20 Mk.
Hanau den 14. November 1905.
Hus F)anau Stadt und Cand.
Hanau, 14. November.
* Kommunallandtag. Nach einem uns aus Cassel zugehenden Telegramm beschloß der Landes-Ausschuß, bei der Königl. Staatsregierung die Einberufung des Kommunal- landtages für den Neg.-Bez. Cassel auf den 19. März 1906 zu beantragen.
* Vom Landes - Aitsschust. In der gestrigen Sitzung des Landes-Ausschusses wurde die 2. chirurgische Arztstelle am Landkrankenhause zu Cassel Herrn Dr. Kranepuhl vom 1. Dezember d. Is. ab übertragen. Herr Dr. Kranepuhl war früher Assistenzarzt am Land- krankenhause in Hanau.
* Bibelftunde. Heute abend 8'/, Uhr Bibelstunde im evangel. Vereinshause, gehalten von Herrn Pfarrer Fuchs.
Feuilleton.
Erstes Abonnemcntskonzert des Oratoricnvcreins.
— Hanau, 13. November.
Am 27. Januar des nächsten Jahres sind 150 Jahre verflossen, daß Wolfgang Amadeus Mozart zu Salzburg geboren wurde. Ueberall wurden in berufenen Kreisen Vorkehrungen getroffen, die Erinnerung an diesen für die Entwickelung der neuzeitlichen Musik so bedeutungsvollen Tag neu und nachhaltig zu beleben. Vornehmlich sind es die verschiedenen führenden Musikvereine deutscher Städte, welche in der ersten Hälfte der diesjährigen Konzert- saison eine besondere Aufgabe darin erblicken, durch ihre Konzertprogramme den Namen Mozart wieder einmal allgemein zu Ehren zu bringen. — Ein verdienstvolles Beginnen! — Denn auf diese Weise wird kräftig daran mitgewirkt, daß einer jener Größten unter den Großen in seiner von Tausenden ungekannten und ungeahnten Vielseitigkeit der Nachwelt vor die Seele gestellt wird — jener gegenwärtigen Generation, die inbetrcff ihrer musikalischen Geschmacksrichtung oft auf gar wunderliche Dinge verfällt und selbst "das vortreffliche Alte ve gißt. --Mit ben diesjährigen Mozart-Erinnerungen hat hier in Hanau der Oratorien-Verein gestern abend den Anfang gemacht, indem er sein I. Abonnementskonzert in allen Teilen dem Andenken Mozarts widmete unter der Signatur „Gedächtnisfeier des 150. Geburtstages von W. A. Mozart."
Wenn ein Oratorien - Verein eine Mozartfeier begeht, dann ist es schließlich selbstverständlich, daß er seine Konzertnummern aus dem Gebiete Mozartscher Kirchen
* Der Poftverkehr nach Finnland. Pakete und Wertbriefe nach Finnland sind jetzt auch auf dem Wege über Rußland wieder zur Beförderung zugelassen; der Paket- und Wertbriefverkehr mit Finnland unterliegt daher, laut Bekanntgabe des Staatssekretärs des Reichspostamts, keinen Beschränkungen mehr.
* Marienkirchenchor. Die nächste Probe findet am Mittwoch den 15. d. M. statt. Der Dirigent macht darauf aufmerksam, daß alle Mitglieder, welche entschlossen sind in den nächsten Aufführungen mitzuwirken, dringend gebeten werden, von jetzt ab die Uebungsstunden regelmäßig besuchen zu wollen.
, ZiiidlvtrordnttkSlvilhlt«.
Heute haben die Ergänzungswahlen zur Stadtverordnetenversammlung für die
3. Wahl-Abteilung
ihren Anfang genommen. An die bürgerlichen Wähler richten wir die Bitte,
W frühzeitig "W
zu wählen und keine Streichung in der Vorschlagsliste vorzunehmen. Jede Streichung kommt den Gegnern zu statten. Wähler! Stimmt einmütig für die bürgerlichen Kandidaten
Max Fischer, Lithograph, Aug. Fleischmann, Kaufmann,
Jak. Giesenregen, Eisenbahn-Güterexpedient, Wilh. Grosch, Weißbindermeister.
Das Wahlbureau der vereinigten bürgerlichen Parteien befindet sich in der SW* Centralhalle "WU unteres Lokal rechts.
* Lehrersängerchor. Im heutigen Inseratenteil ist das Programm für das am 28. November d. J. stattsindende Konzert enthalten, und wir verfehlen nicht, auf dasselbe hinzuweisen.
* Kttnstgewerbe-Ausstellnttg in Dresden. Laut Inserat soll in einer Donnerstag den 16. November, abends 6 Uhr, im Djrekiionszimmer der Königl. Zeichenakademie
musik entnimmt. Es liegt hier also eine gewisse Beschränkung und ein gewisser Zwang bezüglich der Auswahl der Konzertpiecen vor. Das sind beides sehr wichtige und beachtenswerte Momente, welche auch bei der Beurteilung der Leistungen eine gewisse Berücksichtigung finden müssen. Denn die Beschränkung auf das Ressort Mozart'scher Kirchenmusik verbietet die Aufnahme anderer, für die Allgemeinheit dankbarerer Nummern ins Programm, und andererseits ist die in den höchsten Formen der Kompositionskunst gehaltene musica sacra Mozarts meist mit besonderen Schwierigkeiten der Ausführung verknüpft. Sprechende Beispiele hierfür sind die Es-diir „ Litanney vom hochwürdigen Gut" und das Requiem in d-moll, welch' beide Nummern mit dem „Ave verum“ den Inhalt des gestrigen Programms bildeten. Während das „Ave verum“ mit seiner einschmeichelnden Melodie und in seinem einfachen harmonischen Gewand bei den Ausführenden sowohl als auch im Zu- Hörerraum einem allgemeinen Verständnis begegnet und dem- gemäß 'ehr wirkungsvoll sich zu gestalten vermochte, brachte die reichgestaltete Polyphonie der beiden anderen gestern gehörten Nummern ein Uebermaß von mehr oder minder schwer zu überwindenden Hindernissen. Unter den neun Teilen der Litanei dürfte nur e i n e i n z i g e r, das Chor- sopran-Solo „\ i at i cn m i n domine mo rien tum "r wirklich leicht zu nennen sein. Alle anderen Sätze beanspruchen ein ziemlich hohes Maß gesanglicher Durchbildung. Die gestern zu beobachtende vorzügliche Verfassung des Soprans verhalf dem „ V j r 11 c u m " zu einem sehr schönen Gelingen und trug wesentlich dazu bei, daß auch die anderen Teile der Litanei einen entsprechenden Erfolg hatten. Gleich nach dem Sopran rangiert bezüglich der Leistungsfähigkeit der Alt, während der Tenor und der Baß eine ziemlich verlassene Position zu behaupten sich eifrigst bemühten. Die Solopartien waren durch die Sopranistin Frau Emmv Küchler-Frankfurt. die Altistin Frl. Harry
stattfindenden Besprechung der Interessenten Stellung ge» nommen werden zu der Frage, ob eine Beteiligung der Hanauer Edelme^llindusime an der Kunstgewerbe-Ausstellung in Dresden erwünscht erscheint.
* Stadttheater. „D i e zärtlichen V e r» wandten", das bekannte und beliebte Lustspiel von Benedix gelangt morgen neu einstudiert zur Aufführung. Benedix, einer der bekanntesten und bedeutendsten unserer deutschen Lustspieldichter, bietet in diesem seinem besten Werk eine so große Fülle von behaglichem Humor, daß dasselbe immer wieder den stärksten Erfolg erringt und noch lange eines der wirkungsvollsten Repertoirestücke des Bühnenspielplans bilden wird. Unter der Regie des Herrn Hauser dürfte die Neueinstudierung desselben sicherlich auch jetzt wieder allgemeinen Anklang finden, umsomehr, als die Besetzung "'n? vortreffliche ist. — Ein hochinteressanter Theaterabend sicht am kommenden Freitag bevor. Herr Hofschauspieler Adolf Steinecke von Cassel, einer der besten Reuter-Interpreten, wird ein einmaliges Gastspiel als „Onkel B r ä s i g" absolvieren. Das Stück, ’ nach Reuter's „Ut mine Stromtid" frei bearbeitet, zeichnet sich durch seine überaus große Wirksamkeit und seine wunderbar treffend gezeichneten Charaktere ebenso aus, wie der berühmte Gast in seiner meisterhaften Wiedergabe des volkstümlichen „Onkel Brästg". Der außergewöhnlich genußreiche Abend wird sicher auch hier großem Interesse begegnen.
* Wohltätigkeitsvorftellnng. Auf die zum Besten des Eisenbahn-Frauen-Vereins heute abend 8 Uhr im Saale „zum deutschen Hause" stattfindende Wohltätigkeitsvorstellung machen wir nochmals empfehlend aufmerksam, dabei bemerkend, daß ein Bech stein'scher Flügel für die Darbietungen zur Verfügung gestellt worden ist.
* WebersaU ? Der Posten vor dem Offizierkafino bei Ulanen-Regiments gab an, in der Nacht vom Sonntag zum Montag von einem Unbekannten gestochen worden zu sein. Der Stich sei an dem Brustbeutel, in dem sich ein Dreimarkstück befand, abgeglitten. Die Untersuchung in der etwas mysteriös klingenden Sache ist eingeleitet.
* Hessische Landeskunde. In dem unserer heutigen Nummer beiliegenden Prospekt wird auf das Erscheinen bei ersten Bandes der bekannten Hessischen Landesund Volkskunde von C. Heßler aufmerksam gemacht. Seit 1841 ist — kaum glaublich! — kein derartiges Werk über unser Heffenland erschienen I Umso mehr ist der rührige Herausgeber und die Verlagsbuchhandlung zu beglückwünschen, daß es ihnen gelungen ist, die einem solchen Werk sich entgegenstellenden Schwierigkeiten zu überwinden. Möge ihnen für ihre Arbeit auch der entsprechende Lohn
van der Harst-Leipzig, den Tenoristen Herrn Georg Walter-Düsseldorf und den Bassisten Herrn Franz W a ß m u t h bestens besetzt, wenigstens insoweit die Sicherheit in d er Wi ed erg ab e der sehr schwierigen Sologesänge in Frage kommt. Bezüglich einzelner gesangstechnischer Angelegenheiten konnten wir uns nicht mit allem ganz einverstanden erklären, z. B. mit der eingezwängten, zum Schrillen hinneigenden Tongebung der Altistin und mit der breiten Dokalisierung seitens des Tenoristen, wie solche ganz auffallend in dem unendlichen miserere immer wiederkehrte. Ein hübsches Zusammenwirken von Chor und Solisten geschah beim „Verbum caro factus". — Was im allgemeinen von den einzelnen Leistungen in der Litanei gesagt wurde, war auch beider Wiedergabe des „Requiem“ zu bemerken: Die Wirksamkeit der vier Chor stimmen entfaltete sich hier in gleicher Weise wie dorten, und die vier Solisten waren ebenso wie- in der Litanei erfolgreich auf ihrem Posten. Eine sehr hübsche Chorwirkung wurde mit dem „Dies irae" und vor allem mit dem „La cry mosa" erzielt, bei welchem die Tonmalerei der Stimmung („Tränenvollster aller Tage — wenn die Welt der Asch' entsteiget") aufs schönste zur Geltung kam. Auch der erste Teil des „Sanctus" und vom „Agnus Dei" der Eingang zur Fuge „cum sanctis Anis in aeternum' waren höchst anerkennenswerte Leistungen. Von den solistischen Darbietungen stachen besonders daS „Tuba mirum" des Herrn Waßmut h, die verschiedenen Sopranpartien der Frau Küchler und das „Recordare* itnb „Benedictus“ des gesamten Sologuartetts hervor.
o rch est er begleit NNg mag für die durch einig« ..Enst er verstärkte hiesige Jnfanteriekapelle eine ungewohnt« und daher auch keine leichte Aufgabe gewesen sein. Galt ei doch auf der einen Seite, die feine, durchsichtige Jnftrumen- tterung, wie sie Mozart beliebt, zur Geltung zu bringen, und auf der anderen Seite mußte doch auch dem Chore in seiner schwierigen Stellung genügend Stütze und Halt