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* Stadttheater. Morgen gelangt nach längerer Pause „Ter W c g z u m Herzen", Lustspiel in 4 Akten von A. y’Nnonge, wieder neu einstudiert zur Aufführung. L'Arronge hat einen so guten Namen unter den lebenden Autoren und seine Werke stehen so fest im deutschen Theater-Repertoire, daß der morgende Abend gewiß einem allgemeinen Interesse begegnen wird. Von Herrn Oberregisseur Steger sorg- fältigst inszeniert, bietet das reizende Lustspiel den Damen: Helliot, Behrens, Bachmann, Stahl undHolm, sowie den Herren: Hauser, Oscarsen, Kemps, Nygrin, Nachbaur u. a. dankbare Aufgaben, denen sie sich mit gewohnter Lust und Liebe unterziehen werden. — Wegen plötzlicher Repertoire-Abänderung am Casseler Hoftheater muß das Gastspiel des Herrn Steinecke als „O n k e l Bräsig" auf Freitag den 17, d. Mts. verschoben werden. Am nächsten Sonntag fommt dafür der allbeliebte Schwank „Die Logenbruder" von Laufs und Kraatz zur Darstellung.
* Verein „TrmkepheilMtte Burgberg-Bieber". Unter diesem Namen hat sich gestern in Frankfurt a. M. ein Verein aus dem Verein gegen Mißbrauch geistiger Getränke gebildet. In der konstituierenden Versammlung würbe Herr Korvettenkapitän a. D. Reche 311m Vorsitzenden, Herr Kon- sistorialrat Kayser zum Schriftführer, Herr Dr. Pullmann- Offenbach a. M. zum stellvertretenden Vorsitzenden, Herr Dr. Paquer jum stellvertretenden Schriftführer und zum zweiten Stellvertreter des Vorsitzenden Herr Landrat von Gröning-Gelnhausen gewählt. Der Verein verfügt über ein Kapital von 19 000 Mk. und wird wahrscheinlich demnächst noch 13 000 Mk. durch ein Gebäude, das er geschenkt erhält, bekommen. In der Absicht des Vereins liegt es, die Heilstätte Burgberg bei Gelnhausen 311 erweite rn. Es ist ein Anbau geplant, der 60 000 Mk. erfordert. Wie man hofft, wird diese Summe durch freiwillige Gaben dem Verein zufließen.
= Erfindung aus dem Gebiete des Fern- sprech- und Telegraphenwesen. Die Lösung der Aufgabe, das bekannte oft hörbare Summen der Fernsprech- uub Telegraphenleitungen, durch welches insbesondere die Bewohner der anliegenden Gebäude in unangenehmer Weise gestört mürben, zu beseitigen, ist dem Telegraphen-Leitungsaufseher Herrn F. Kolditz in Cassel in einfacher und sinnreicher Weise gelungen. Die Ursache dieses monotonen, besonders im Winter und bei Temperaiurwechsel auhretenben, Tönen der Aeolsharfe ähnlichen Geräusches ist auf Eigenschwingungen der Leitungsdrähte zurückzuführen. Von dieser Erkenntnis ausgehend, hat der Erfinder auf Grund mehrjähriger Versuche und eingehender Beobachtungen eine einfache Vorrichtung ersonnen, die die Reifungen von dem genannten Uebelstande in überraschend sicherer Weise vollständig befreit. Der Erfindungsgegenstand „Tonmellenbrecher" genannt, besieht im Wesentlichen aus einem einige Zentimeter langen Gummizylinder mit übergeschobenec Metallhülse und einigen anderen zur Fesi- flcmmung und Tonwellenbrechung dienenden Einzelheiten. Die seit längerer Zeit von der Postverwaltung in Cassel mit diesem Apparate in verschiedenen Fernsprechleitungen des Bezirkes angestellten Versuche haben ein äußerst günstiges Resultat ergeben. Inzwischen hat der Erfinder seine Schutzrechte an die Berliner Aktiengesellschaft Mix mib Genest, Telephon- lind Telegraphenwerkc, abgetreten, weldje den Tonwellenbrecher fabriziert und gegen einen geringen Preis an Interessenten abgibt.
* Stiftungsfest. Am Sonntag den 12. November feiert der „Hanauer Fußballklub Viktoria 1894" sein 11. Stiftungsfest im Saale der Brauerei Weismantel. Dem Programm nach 311 urteilen, dürsten einige vergnügte Stunden bevorstehen, sodaß sich ein Besuch wohl lohm.
Werk sehen wir ben Meister von seiner frühesten Jugend an wachsen und werden, wir folgen ihni auf seinen Reisen und verweilen bei feinen Arbeiten im Hanauer Atelier. Zwei Generationen Hanauer Bürgertums, ein Stück Hanauer Geschichte, ziehen an uns vorüber und es ist ein großer Genuß, in dem Buche von so vielen alten lieben Freunden und Bekannten zu hören und sie zürn Teil sogar unter den wiedergegebenen Bildnissen zu finden. Denn daß Corrricelius einer der hervorragendsten Bildnismaler war, ist wohl kaum nötig, hier nochmals zu sagen, und wer das nicht^mußte, der betrachte nur die Porträts von Justizrat W. Osius, Sanitätsrat Dr. F. W. Noll, Ph. Holzmann u. a., oder die Reihe Bon prächtigen Frauenbildnissen. Nicht weniger als 148 Kunstwerke hat der Autor besprochen und 45 davon in Autotypiedruck wiedergegeben. Unter den Illustrationen finden wir manches Gemälde aus des Meisters früherer Zeit, das uns, weil es in Hanau nie ausgestellt worden war oder der Zerstörung anheim gefallen ist, wie das grandios aufgefaßte Historienbild „Die Landsknechte in Rom (Narrenpapsts", ganz fremd anmutet, aber die Vielseitigkeit von Cornicelius wiederum von neuem bekundet. Unter den Landschaftsbildern oder denen mit größerem landschaftlichem Hintergründe ist namentlich Großsteinheim, für dessen malerische Schönheit der Künstler schwärmte, vertreten.
„Es wird wieder die Zeit kommen, wo die schlichte Wahrheit und die tiefe Einfachheit einer Kunst, die mit Auge und Seele erschaut ist, allgemeine Anerkennung finden werden, unb wo die Stadt, die Jakob und Wilhelm Grimm mit berechtigtem Stolze zu ihren hervorragendsten Söhnen zählt, nicht minder stolz sein darf auf den bedeutendsten von den Malern, die in ihr das Licht der Welt erblickten, Georg Cornicelius." So schließt Dr. Siebert sein Buch. Und wir freuen uns, daß Georg Cornicelius ein in jeder Beziehung so lobenswertes Denkmal erhalten hat und gratulieren der Stadt Hanau dazu, daß ihr großer Sohn nunmehr auch nach außen den Namen seiner Vaterstadt noch in weite Kreise tragen wird. Sie hat zwar diesen ihren Sohn nie verwöhnt und tief zu beklagen ist es, daß ihm niemals von der Stadt Gelegenheit gegeben worden ist, ein monumentales Werk 31t schaffen und Hanau so um eine Sehenswürdigkeit zu bereichern. Umsomehr ist es jetzt eines jeden Pflicht, das Buch von Dr. Siebert, der so große Opfer dafür gebracht hat, anzuschaffen und es sollte in keiner Hanauer Bürgerfamilie fehlen. ' z.
DonnerZiag
Auf vrm Rade nm Sic Welt. Der Leipziger GdyriftücHer W. Schwiege mausen,, welcher kürzlich eine fünf sâhrige Reise auf dem Zweirade um die fünf Kontinente beendete und von über tausend Radfahrern empfangen und im Triumph nach seiner Heimatstadt Leipzig geleitet wurde, wird Dienstag den 21, November in der Centralhalle einen Lichtbilder-Vortrag über seine Erfahrungen halten. In fünf Jahren hat er Europa, Asien, Airika, Australien, Tasmanien, Neu-Seeland, Süd-Zentral-Amerika, Mexiko und die Ver- einigten Staaten zu Rade durchfahren und einen Welt- und Nefferekord geschaffen, indem er eine nachweisbare Radtour durch sämtliche Weltteile, sowie die längste Reise zu Lande ausführte, welche je gemacht wurde. 52000 Kilomiter legte er ßu Rade zurück und brauchte 4 Räder und 28 Gummireifen auf. Ein Rad war in Asien noch nicht gesehen worden und man taufte es Teufelswageri. Der Energie und bem Wagemute des jungen Deutschen würbe in allen Ländern Anerkennurig gezollt. In Teheran wurde er vorn Schah empfangen, in Indien an Fürstenhöfen, in Australien und Südsee von den Gouverneuren und in Peru und Mexiko von den Präsidenten. Sämtliche dieser hohen Persönlichkeiten zeichneten sich in das Autographenbuch des Reisenden. Die letzte Widmung des Präsidenten von Mexiko lautet: Meine herzlichsten Glückwünsche dem kühnsten Reisenden, welchen ich kenne. Sein erster Begleiter kehrte infolge der Strapazen bald zurück, während der zweite Gefährte im Kampfe mit Beduinen fiel. Seine Reise ist reich an Abenteuern und Studien. Den ersten Teil beschrieb er in einer Serie Reise- briefen für verschiedene Zeitungen. Er nahm mehrere tausend Photographien und wird einen Teil derselben bei seinem Vortrage als Lichtbilder vorführen. Niemand versäume, diesem seltenen, lehrreichen und unterhaltenden Vortrage bei- zuwohnen.
* Zimmerschfitzcn-Verband. Am Sonntag tagte im Saale des Hotel Degenhardt der 12. Verbandstag des Zimmerschützen-Verbandes Maingau. AIs Ort des im kommenden März stattfindenden Verbandsschießens wurde Hana u gewählt. Der nächste Verbandstag findet in Frankfurt a. M.-Bornheim statt. Zum Schluß der Versammlung wurde der seitherige laugjährige Oberschützenmeister Herr Diefenbach - Oberrad zum Verbands - Ehrenmitglied ernannt.
* Fustballsport. Vergangenen Sonntag begab sich die erste Mannschaft der Hanauer Fußball-Gesellschaft 1899 nach Offenbach, um der gleichen Mannschaft des Offenbacher Fußball-Klubs 1899 im Gau-Meisterschaftsspiel zweiter Klasse gegenüber zu stehen. Das Spiel wurde in Form eines privaten Wettspiels ausgetragen, da der Schiedsrichter nicht zur Stelle war und endete mit dem Resultat 2 : 0 Goal zu Gunsten der Hanauer.
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Sitzung der Strafkammer vom 2$, November.
A u f der Fe st l i ch k e i t.
Bei einer Vereinsfestlichkeit in Schwarzbach wollte man ganz unter sich sein mib es waren deshalb die Fremden ausgeschlossen worben. Als am Festtag doch Fremde im Lokal waren, muckte der Peter Joseph B. ganz gehörig auf und es blieb nichts anderes übrig, als die Fremden auszu- weifen. Eigentümlicher Weise hatte aber der B. selbst einen Fremden mitgebracht, der sich natürlich auch unter den Aus- gewiesenen befand. Der B. war nun nicht mehr zu beruhigen und um die Festlichkeit zu Ende führen zu können, muffte man schließlich den Gendarmen zu Hilfe rufen, der den Friedensstörer hinaushefördern sollte. Dagegen leistete derselbe so heftigen Widerstand, daß erst ein paar Mann nötig waren, um ihn übermütigen zu können. Das Schöffengericht hatte B. zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, wogegen er Be- rufung einlegte. Die Berufung hat keinen Erfolg.
Ein hartnäckiger Dieb.
Der Taglöhner St. 31t Höchst hatte es partout auf den Laden des Gastwirts und Spezereihändlers G. daselbst abgesehen, d. h. er wollte darin absolut etwas stehlen und niadjte hierzu nicht wenige? als 3 Versuche. Am 28. Mai kam er in den Laden, verlangte 2 Zigarren und wollte, als die Frau sich entfernt hatte, um die Zigarren zu holen, schnell einen kühnen Griff in die Ladenkasse machen, was aber durch die schnelle Rückkehr der Frau vereitelt wurde. Später schlich er sich wieder in den Laden und es gelang ihm auch, ein Portemonnaie zu erwischen, das aber leider leer war. Nach einer Woche schlich er sich nach Einbruch der Dunkelheit zum dritten Mal in den Laden und diesmal gelang es ihm, 3 Mk. aus der Ladenkasse zu erbeuten. Der Angeklagte wird zu einer Gefängnisstrafe von 4 Monaten 14 Tagen verurteilt.
M i l ch f ä l s ch u n g.
Das hiesige Schöffengericht hatte den Gutspächter Thomas H. vom Gehnngshoi bei Fulda zu einer Geldstrafe von 300 Mk. verurteilt, weil der von ihm hierher gelieferten Müch bis ui 35 pCt. Wasser znaesetzt waren. Der Angeklagte hat Berufung eingelegt und bestreitet eutfebieben, daß von seiner Selle irgendwelcher Wasserzusatz gemacht worden sei. Die Verhandlung läßt es nicht ganz pveifelsfrei erscheinen, ob nicht durch irgendwelche indirekte Veranlassimq, 3. B. einen schadhaften Milchkühler oder durch einen Bediensteten auf dem Hof Wasser in die Milch geraten sein kann. Das Gericht hebt deshalb das schöfffugerichtliche Erkenntnis auf und nimmt nur ein fahrt affiges Verschulden des Angeklagten als vorliegenb an. Die Geldstrafe wird auf 100 Mk. ermäßign
TklMiWlr Wetterbkricht der deutsche 6«wtt.
Telegramm ans Hamburg vom 9. November.
9 Uhr 35 Min.
Ein Maximum über 776 mm lauert über Jnnerrußland, ein Minimum unter 756 mm über Böhmen. In Deutschland ist das Wetter ruhig, trübe, ziemlich mub, meist ist Regen gefallen.
Prognose für den 10. November: Wolkiges Wetter und vielfach Miederschläge wahrscheinlich.
Laßt uns in unserm Edelsinn
Auch gehen midisten Dienstag hin, Rauchen tun dann später kühn Wir Männer aus dem
21701V „Immergrün".
9. November
Hus Dab und Vern.
r "^âsphc, 8. Novbr. Zwischen den beim Bahnbau ..lllhemuhls—Freudenberg im Siegerlande beschäftigten aus« ländischen Arbeitern kam es in der Nacht zum Montag in der Arbeiterkantine zu argen Tumulten. Als der einfebreitenbe Wirt Becker nebst seiner Frau mißhandelt wurde, griff er zum Revolver und tötete einen böhmischen Arbeiter durch einen Schuß in den Hals.
Frankfurt, 8. Novbr. Das erste diesmalige Konzert des Nühlschen Gesangvereins brachte Haydn's unfterblidieg Oratorium „Die Schöpfung" unter dem neuen Vereins- Dirigenten Herrn Prof. Siegfried Ochs aus Berlin. Die persönliche Eigenart des neuen Dirigenten machte sich während des ganzen Abends geltend, so daß das sorgfältig einstudierte Werk, um dessen Ausführung sich Dirigent, Solisten und Chor gleichverdient mad)ten, größten Beifall fand.
Aus dem Rodgau, 7. Novbr. Welche große Vorsicht beim Streuen von künstlichen Düngern notwendig ist, zeigen mehrere Fälle, die sich in den letzten Tagen zugetragen haben. Ein Landwirt von Eppertshausen hatte sich eine Blutblase an einer Hand zugezogen und ging, als dieselbe ausgegangen war, aufs Feld, Chilisalpeter zu streuen. Bald darauf stellten sich in Gestalt eines sehr starken Ge- schwulstes unter bem Arme eine Blutvergiftung ein, die jedoch dank rascher ärztlicher Hilfe wieder beseitigt werden konnte. Irr einem anberen Falle zog sich eine Frau, die eine kleine Wunde am Finger hatte, beim Streuen von künst- lichem Dünger eine Blutvergiftung zu, die eine Amputation notwendig machte.
):( Friedberg, 8. Nov. Von der vor 10 Tagen verschwundenen 28 Jahre alten Putzmacherin Kreß fehlt trotz eifriger Nachforschungen noch jede Spur. — Heute weilte die Staatsanwaltschaft von Gießen hier zur Unterfud)ung der vor drei Wochen erfolgten Einbrüche in den „Drei Schwertern" und bei Wirt Hohmann. Nach der Vernehmung wurden die beiden Einbrecher zur Aburteilung nach Gießen übergeführt.
Darmfierdt, 8. Novbr. Oberlandesgerichtspräsident Wirklicher Geheimer Rat Exzellenz Dr. Ludwig Knorr i. P. ist gestern im Alter von 78 Jahren gestorben. Er war früher lange Zeit Landgerichtspräsident in Gießen ; von dort wurde er 1892 als Präsident des Oberlandesgerichts nach Darmstadt berufen. Schon seit 1889 gehörte er der Ersten Kammer an. Den Tirel „Exzellenz" erhielt er 1898 gelegentlich seines 50jährigen Dienstjubiläums; zugleich verlieh ihm die Laudesuuiversität den Ehrendoktor. Seit dem 1. Januar 1900 war er im Ruhestände.
Würzbrn'g, 8. Novbr. (Amtlich.) Gestern morgen 9 Uhr 40 Min. stieß bei Beverungen ein Eilgüterzug auf einen Arbeitszug. Zwei Personen wurden leicht verletzti Der Materialschaden ist erheblich. Der Unfall soll dadurch entstauben sein, daß der Eilgüterzug das Haltesignal nicht bemerfte.
Hus aller Mell.
Zur silbernen Hochzeit des Kaiserpaares.
Der Hauptvorstand des 312000 deutsche Frauen und Jungfrauen zählenden Vaterländischen Frauenvereins hat folgenden Aufruf erlassen: „Am 27. Februar 1906 begeht unser erlauchtes Herrscherpaar das hohe Fest der silbernen Hochzeit, und überall, wo Deutsche wohnen, regen sich Herren und Hände, um in Wort und Werk von der Liebe und Verehrung Zeugnis abzulegen, die das dankbare Volk dem Träger der Kaiserkrone und seiner erhabenen Gemahlin entgegenbringt. Soll, kann da der Vaterländische Frauenverein zurückstehen? Er, dessen Namen zu erkennen gibt, daß die Wurzeln seinerKraftVaterlandsliebe u. Königstreuesind?Prunkvolle Festgeschenke kostbare Erinnerungszeichen verschmäht der demütig-fromme Sinn des hohen Paares. Nur eine solche Gabe dürfen wir barbringen, die, aus dem Gedanken selbstloser Nächstenliebe hervorgegangen, weiten Kreisen unseres Volkes zum Segen gereicht. Den Weg, den wir beschreiten müssen, hat uns die allerhöchste Kundgebung vom 15. Nov. 1904 vorgezeichnet, durch welche die kaiserliche Schirmherrin des Vaterländischen Frauenvereins ihm die bedeutsanie Aufgabe gestellt hat, auf die Verminderung der Sterblichkeit der Säuglinge hinzuwirken und die im ersten Lebensalter drohenden Gesundheitsschädigungen zu bekämpfen. Jedes Wort dieses Erlasses zeigt, wie es der hohen Frau wahrhafte Herzenssache ist, auf diesem das Familienglück und die gesunde Entwicklung des Volkes tief berührenden Gebiete Notstände zu lindem und Fürsorge zu üben. Die beschränkten Vereinsmittel haben uns bisher nach dieser Richtung hin nur eine für unsere Wünsche viel zu eng begrenzte Wirksamkeit gestattet. Wir haben daher beschloßen, zum Gedächtnis an das Fest der silbernen Hochzeit Ihrer Majestäten eine Stiftung zu begründen, welche dazu dienen soll, die Tätigkeit unserer Verbände und Zweigvereine auf dem Gebiete der Fürsorge für die Kinder i m e r st e n L e b e n s j a h r e in allen Bezirken unseres Vereinsgebietes anzuregen, zu fördem und zu unterstützen. Die Mittel für diese Stiftung sollen durch freiwillige Beiträge aus den Kreisen unserer Nlitglieder sowie durch eine namhafte Zuwendung aus unserem eigenen Vermögensbe- stande aufgebracht werden." Die nunmehr von den Zweigvereinen in die Wege geleitete Sammlung, zu welcher wohl alle Mitglieoer beitragen werden, dürfte dieser Stiftung ein beträchtliches Kapital zuführen, dessen Ertrag der Fürsorge für die Kinder unseres deutschen Volkes im ersten Lebensjahr zugute kommen wird.
Ein Taifun richtete in Japan Verheerungen an, die sich über ein weites Gebiet erstrecken. Auf Oschima und den benachbarten Inseln wurden 2000 Gebäude zerstört. Ein Dampfer ist gescheitert. Verluste an Menschenleben sind bisher nicht bekannt geworden.
„Sparen" heißt heute allgemein die Losung! Aber wie oft wird das, was man auf der einen Seite spart, auf der anderen wieder zum Fenster hinausgeworfen! Jede Hausfrau wird uns deshalb dankbar sein, wenn wir ihr einen Fingerzeig geben, wie sich auf einfache Weise viel Geld sparen läßt. Bekanntlich hat sich der Kaffee-Konsum — besonders in Deutschland — ganz ungeheuer gesteigert, was insofern freudig begrüßt werden mub, als dadurch gleichzeitig ein Rückgang im übermäßigen Alkoholgenuß bedingt ist. Mun sann aber jede Hausfrau an jedem Pfund Kaffeebohnen etwa die Hälfte, also ca. 60 Pfg. und mehr sparen