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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei deS verein, e». Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die fünfgespaltene Petttzeile oder deren Raum 15 M im ReklameMeil die Zeile 35 Pfg.
Berantworü. Redakteur: G. Schrecker in Hanau
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Montag den 30. Oktober
Amtliches.
Eandkreis F)anau. Ftkmtmchmßkn des Königlichen Lnndrntsamts. Saatenstand
um die Mitte des Monats Oktober 1905 im Kreise Hanau, Land.
Begutachtungsziffern (Noten): 1 — sehr gut, 2 = gut, 3 = mittel, 4 = gering, 5 — sehr gering.
Fruchtarten
Durch- ichnittsnoten für den
Anzahl der von den Vertrauensmännern abgegebenen Noten.
Winter ioei',en Sommerweizen Winterspelt . Winlerrogqen
Sommerroggen Sommergerste Hafer . . , Kartoffeln Klee . . Luzerne . . Bewässerungs- (Riesel-) Wietel I Andere Wiesen«
1 ] 2 I 3 4 [ 5 11-2'2 313 4i4-5
Wird veröffentlicht.
Hanau den 28. Oktober 1905.
Der Königliche Landrat.
V 6954 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Stadtkreis Fjanau.
Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung
am Donnerstag den 2. November 1905, nachmittags 5 Uhr, im oberen Saale des Rathauses.
Tagesordnung:
1. Aenderung des Abkommens vom 25. Oktober 1892 betr. die Rückvergütung für ausgeführten Branntwein.
2. Beschaffung von Steinschrotten für die Neudeckungen in 1906.
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Feuilleton.
Stadttheater in Hanau.
8 Hanan, 30. Oktober.
Welche hochnotpeinliche Kalamitäten eine nach eitler Ruhmsucht gierig strebende, energische Gebieterin ihrem ergebenen Pantoffelhelden bereiten kann, sollte uns gestern abend durch den dreiaktigen Schwan? „Der Hochtourist" von Kraatz und Neal in schlagender drastischer Beweisführung wieder einmal klar bezeugt werden. Obwohl erst zwei Jahre seit den hiesigen Erstaufführungen verflossen sind, interessiert das Erscheinen des in „höherer Gewalt" stehenden Rentiers „Mylius" auf der Bühne durch seine mit allen möglichen und unmöglichen Abenteuern verflochtenen „schwindel- haften" Bergtouren um so mehr wieder von neuem, als sich sämtliche Original- und Kompaniearbeiten des ehemaligen aktiven Bühnenmitgliedes Kraatz durch eine außergewöhnlich gelungene Technik, besonders in den geradezu fabelhaft komisch angelegten Aktschlüssen, derart auszeichnen, daß schon durch diese ein großer Teil des Erfolges unumstößlich gesichert ist; Vorzüge, die wir außer in dem „Hochtourist" noch in den beliebten Schwänken wie „Kilometerfresser", „Flottenmanöver" und „Logenbrüder" (mit Lauffs) rc. rückhaltslos anerkennenswert erblicken. So bekundete denn auch dröhnender Beifall die warme Aufnahme der gestrigen Aufführung vor einem gut besuchten Hause. Herr Gehrmann wußte wieder wie bei früheren Darstellungen den Direktor „Friedrich Wilhelm Mylius", jenen ahnungslosen „Gipfelstürmer", der sich als tiefgeknickter Schuldbewußter reuevoll zu allen möglichen Variationen listiger Geheimpläne verstehen mußte, um sich als „Hochtourist", als „Theaterdirektor" und schließlich als — „Geist" mühevoll aus der Patsche zu ziehen, in, best gelungener, längst ervrobter Weise wieder-
8. Bearbeitung des Entwässerungs-Entwurfes für die Gebiete Kesselstadt, rechts der Kinzig, sowie südlich der Lamboystraße und das südliche Stadtgebiet.
4. Baufluchtlinien für die Nußallee.
5. Bewilligung von 1351,03 Mk. aus den Darlehns- mitteln A. 0. III 2 — Errichtung eines Siechenhauses.
6. Anderweite Festsetzung der Bestimmungen über Rückerstattung der den Lehrpersonen und Beamten gewährten Umzugskosten bei freiwilligem Ausscheiden.
7. Gesuch des Oberassistenten Lamfried um Erstattung von 253,60 Mk. Umzugskosten.
8. Nachbewilligung von 300 Mk. auf Titel VII D VI U 6 zur Beschaffung der Schulbücher für arme Schulkinder.
9. Rechnung der kaufmännischen Fortbildungsschule für 1904.
10. Desgl. gewerblichen Fortbildungsschule für 1904.
11. Nachtragsstatut der städtischen Sparkasse.
12. Gewährung eines Darlehns von 59068,43 Mk. an das Gaswerk.
13. Verpachtung eines Grundstückes in Großauheim an David Herbert.
14. Einrichtung eines Fischmarktes.
15. Antrag Craß und Genossen wegen Stellungnahme zur bestehenden Fleischteuerung.
16. Antrag Hoch und Genossen wegen anonymer Be- ' schwerde gegen den Stadtschulinspektor.
Hieran anschließend geheime Sitzung.
Um 41/2 Uhr findet Sitzung des Rechnungsprüfungs-Ausschusses statt, dazu die Nummern 9 und 10.
Hanau den 27. Oktober 1905.
Der Stadtverordneten-Vorsteher.
Canthal. 21281
Hus 15an au Stadt und Eand.
Hanau, 30. Oktober.
* Untersiaaissekretär a. D. Rothe t. Wie bereits berichtet, verstarb Freitag in Cassel der frühere Unterstaatssekretär des Reichsamts des Innern, Wirkliche Geheime Rat Rothe im 68. Lebensjahre an den Folgen einer Lungenentzündung, die ihn 8 Tage vorher befallen hatte. Der Verstorbene stammte aus einer alten preußischen Beamtenfamilie, der Großvater war Regierungspräsident in Merseburg. Nach Absolvierung des dortigen Gymnasiums studierte der Heimgegangene die Rechts- und Staatswissenschaften in Heidelberg und Halle und wurde im Alter von 24 Jahren Regierungsassessor an der Königlichen Regierung in Merseburg. Später wurde Rothe ins Handelsministerium berufen, zum
zugeben, während ihm in Frl. Müller als seiner befehlshaberischen „komischen Alten" „Johanna" eine gut getroffene Partnerin erstand, deren beide Töchter durch die. Damen Braune und Bachmann als „emanzipierte Alice" sowie „wilde Hummel Lore" entsprechende glückliche Vertreterinnen fanden. Sehr ' gut gefiel uns das frische lebendige Spiel, mit welchem Herr St.-Nachbaur den urwüchsigen, über beide Ohren verliebten Naturburschen „Sepp Rainthaler" ausstattete, wie auch der „alte Rainthaler" des Herrn Hauser an Wirkung voll und ganz zur Geltung gelangte. Eine allerliebste Verkörperung ließ Frl. Stahl der auf 2000 Meter über dem Meeresspiegel herrschenden tiefgekränkten, ehrlichen „Alpenfee in Hosen" „Reserl" zu teil werden, welcher sich Herr Kempf, mit der Wiedergabe des lieben alten Schwager „Martens" betraut, in charakteristischer Weise anzuschließen verstand. Mit gutem wirksamen Humor entledigte sich Herr Steger des als rettender Erlöser gegen extreme Frauenemanzipationen gesandten „Hans Lindenburg", in Frl. Jaida eine Kurkollegin findend, die den Charakter dieser überspannten hochgeschraubten Schauspielerin „Amanda Dümar" treffend auf die Bretter stellte. Durch überhastetes Auftreten des Herrn Uster verlor die von dem Verfasser humorvoll gezeichnete Figur des „von Stuckwitz" an Wirkung. Der - junge Künstler hätte die Pausen und Pointen seiner Rolle besser ausnützen müssen. In weniger umfangreichen Partien schlossen sich noch vervollständigend an: Herr Ny grin „Lindenburg", Herr Oscarseu „Dr. Würmchen", Frl. Holm „Hirtenbub", Herr Müller „Photograph", Herr Schröder „Wiener", Frl. Reichelt „Minna". Mit bekannter Gewissenhaftigkeit führte Herr Gehr m a n n ohne Einwand die Regie des Schwankes.
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1905
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Regierungsrat befördert und dann Landrat in Stargard t. P Nach 2 Jahren erfolgte seine zweite Berufung ins Ministerium, diesmal als vortragender Rat im Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten. 1883 erfolgte seine Ernennung zum Regierungspräsidenten von Danzig und 1887 kam Regierungspräsident Rothe in gleicher Eigenschaft nach Cassel, wo er segensreich wirkte. Die hessische Landwirtschaft erfreute sich seiner speziellen Fürsorge, ebenso förderte er den Eisenbahnausbau in Kurhessen. Einem Ruf des Kaisers folgend, siedelte er 1893 als Direktor des Reichsamts des Innern nach Berlin über und nach Ablauf eines Jahres wurde er Unterstaatssekretär und ihm weiter der Titel eines Wirklichen Geheimen Rates mit dem Prädikat „Exzellenz" verliehen. Gesundheitsrücksichten zwangen Geheimrat Rothe 1902 um seine Entlastung nachzusuchen, die ihm unter Verleihung des Kronenordens I. Klasse gewährt wurde. Er siedelte nach Cassel über und widmete sich hier der Sozialpolitik. Sein Wirken in den verschiedenen Vereinen fand große Anerkennung. Sein Ableben wird in weiten Kreisen aufrichtige Teilnahme hervorrufen.
* Die Kläranlage. Wie in der letzten Stadtverordnetensitzung mitgeteilt wurde, hat Baurat Lindley einen Entwurf für die Kläranlage ausgearbeitet. Die Vorgeschichte ist die folgende: Am 24 Juni 1903 war vom Magistrat bei dem Herrn Regierungspräsidenten in Cassel unter Hinweis auf die andauernd günstigen Ergebniste der periodischen Untersuchung der hiesigen Sielwässer und des Vorfluters der Antrag gestellt worden, die Einleitung der Fäkalien aus einzelnen öffentlichen Gebäuden mit starkem Verkehr und wirksamer Klosetspülung in die Kanäle versuchsweise zu gestatten. Der Bescheid des Herrn Regierungspräsidenten lautete wie folgt: „Auf den Antrag vom 24. Juni 1903, betreffend die Einleitung der Fäkalien aus öffentlichen Gebäuden in das städtische Kanalnetz, haben die zuständigen Herren Minister durch Erlaß vom 22. November 1904 nunmehr dahin Entscheidung getroffen, daß die erbetene Genehmigung von der Errichtung einer Kläranlage abhängig gemacht wird. Im Auftrage der Herren Minister ersuche ich demgemäß den Magistrat, einen endgültigen Entwurf für eine Kläranlage mit möglichst vollkommener biologischer nicht blos mechanischer Reinigung aufstellen zu lassen und mir vorzulegen. Bis zur Weilerführung der Main-Kanalisterung wollen sich die Herren Minister mit einer möglichst vollkommenen mechanischen Reinigung begnügen und sind deshalb damit einverstanden, daß das Projekt io aufgestellt wird, daß zwar zunächst nur die mechanische Reinigung ausgeführt aber zugleich die spätere Ausführung einer biologischen Reinigung durch Erwerb des Platzes u. s. w. sicher gestellt wird. Die zur Aufstellung des Entwurfes erforderlichen Fingerzeige, die auch bezüglich der
Frankfurter Theater.
Opernhaus. Montag, 30. Okt., abends 7 Uhr. „Frühlingsluft." Außer Abonn. Gewöhnl. Preise. — Dienstag, 31. Okt., abends 6 Uhr. Der Ring der Nibelungen. 3. Tag. „Götterdämmerung." Im Abonn. Große Preise. —* Mittwoch, 1. Nov., abends 7 Uhr. „Don Juan." Außer Abonn. Gewöhnt. Preise. — Donnerstag, 2. Nov., abends 7 Uhr. „Frühlingsluft." Im Abonn. Gewöhnt. Preise. — Freitag, 3. Nov. Geschlossen. — Samstag, 4. Nov., abends 7 Uhr. „Mignon." Im Abonn. Gew. Preise. — Sonntag, 5. Nov., nachmittags halb 4 Uhr. Vorstellung bei ermäßigten Preisen. „Alessandro Stra- della." Außer Abonn. Abends 7 Uhr. „Aida." Im Abonn. Große Preise. — Montag, 6. Nov. Geschtossen.
Schauspielhaus. Montag, 30. Okt., abends halb 8 Uhr. Vorstellung bei ermäßigten Preisen. „Alt-Heidelberg." Außer Abonn. — Dienstag, 31. Okt., abends 7 Uhr. „Klein Dorrit." Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Mittwoch, 1. Nov., abends 7 Uhr. „Der Schwur per Treue." Im Abonn. Gewöhnt. Preise. — Donnerstag, 2. Nov., abends 7 Uhr. Abonn.-Vorstellung für einen ausgefallenen Samstag. Vorstellung bei kleinen Preisen. „Die versunkene Glocke." — Freitag, 3. Nov., abends 7 Uhr. „Stein unter Steinen." Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Samstag, 4. Nov., abends 7 Uhr. Neu einstudiert. „Was ihr wollt." Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Sonntag, 5. Nov., nachm. halb 4 Uhr. Vorstellung bei ermäßigten Preisen. „Zapfenstreich." Außer Abonn. Abends 7 Uhr. „Was ihr wollt." Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Montag, 6. Nov., abends 7 Uhr. „Der Schwur der Treue." Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Dienstag, 7 Nov., abends 7 Uhr. „Stein unter Steinen." Im Abonn. Gew. Preise.
Albumblätter.
Das Schicksal ist ein Wirbelwind,
Ein armes Blatt das Menschenkind.
Er treibt's zu Tal, er hebt's zum Hügel Das Blättchen rühmt sich seiner Flügel, Lorm.