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Kiertehährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für auS« »artige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufjchtaz, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Notationsdruck und Verlag der Buchdruckerei deS verein, ev. WaifenhaufeS in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Eiurückuugsgebühr t

Die fünf gespaltene PetUzeile oder deren Raum 15 ^ ta RetlameuteU die Zeil« 35 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hamo»

Nr. 254 ffer»spre»a«s»l«k Nr. «05. Samstag den 28. Oktober

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Amtliches.

I Eandkrets Ijanau.

$tft«Btii6^Hgt8 des KSstlglichen Landratsamts.

Erloschen: die Rotlaufseuche in Wolferborn und t Weiherhof und die Schweineseuche in Spielberg (Kreis Gelnhausen). Ausgebrochen: die Rollaufseuche in Kassel und W e t t g e r s (Kreis Gelnhausen).

Gefundene und verlorene Gegenstände rr.

Gefunden: 1 schwarzer Schirmüberzug, 1 grüner Strumpfbeutel mit einigen Pfennigen Inhalt, 1 schwarzer Damengürtel mit gelber Schnalle, 1 Notizbuch, im Deutschen Haus bei dem Veteranen-Kommers 1 Kriegsdenkmünze 70/71, 1 Dienstschnalle und 1 Verbandsabzeichen des Preußischen Landes-Kriegerverbandes.

Verloren: 1 Trauring (gez. 8.W.), 1 Zehnmarkstück, 1 weißes Taschentuch mit Hohlsaum (gez. H., schwarz ge­ädert), 1 Brieftasche mit Zentimetermaß und Rechnungen.

Entlaufen: 1 schwarzer Pinscher.

Hanau den 28. Oktober 1905.

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hana«, 28. Oktober.

* Verstorben. Der frühere Regierungspräsident in Cassel und Unterstaatssekretär im Reichsamt des Innern Rothe ist gestern gestorben.

* Evangelischer Bund zur Wahrung der ventsch-protestantischen Interessen. Auch heute sei noch einmal auf die Versammlung hingewiesen, die der hiesige Zweigverein am Sonntag von abends 8 Uhr (pünkilicb) im evangelischen Vereinshause in der Nußallee abhält, hält. Jeder Evangelische, auch Damen und Nichtmitglieder des Bundes, ist herzlich willkommen. Der Hauptvortrag des Herrn Prof. Dr. Trommershausen, der auch schon auf größeren Versammlungen durch seine packende und hin­reißende Rednergabe großen Beifall gefunden hat, wird für jedermann interessant und lehrreich sein.

* Wallonische Kirche. Morgen vormittag präzis um 11 Uhr findet ein Gottesdienst in französischer Sprache

* Kinzigregulierung. Der vom Stadtbaumeister Joannini ausgearbeitete Entwurf zur Kinzigregulierung wurde von der Kgl. Regierung genehmigt und mit nach­stehendem Schreiben dem Magistrat zurückgesandt:Den beifolgenden Entwurf zur Kinzigberichtigung behufs Fest- ^" HM...... ...

Feuilleton..

Konzert des Gesangvereins Suniscr.

Hanan, 28. Oktober.

Verein zu erken seiner Aufgabe

ge-

Am Donnerstag abend veranstaltete der Gesangverein Sumser" in der Centralhalle sein diesjähriges Konzert unter solistischer Mitwirkung des Tenoristen Herrn Karl Gentner von der Frankfurter Oper und des Herrn Gustav Altvater (Klavier).

Der Eindruck, den das Konzert machte, war einer der besten. Die gesanglichen Leistungen ließen uns einen Einblick tun auf ein Arbeitsfeld, auf dem mit großem Fleiß und kunstgeübter Hand gearbeitet worden war. Es stand ja von vornherein fest, daß man von dem konzertgebenden Verein, dessen Leistungen zur Genüge bekannt und auch schon früher gewertet worden sind, auch diesmal unter der fürsorglichen Leitung eines tüchtigen Führers, des Herrn G. Altvater, nur Gutes erwarten konnte. Die Darbietungen bestätigten das Gesagte voll und ganz.

Durch eine Auswahl Chöre gab der Verein zu erkennen, daß er nach der technischen Seite hin seiner Aufgabe ge­wachsen war. Angenehm fielen auf die gute Aussprache, das richtige Atemholen, die Anwendung der'dynamischen Zeichen und eine sichere und gute Intonation. Wenn hier und da in der Vokalfärbung kleinere Fehler zu Tage traten, vielleicht auch die eine oder andere Stimme aus dem Rahmen des Zulässigen etwas hervortrat, so sind dies eben Kleinigkeiten, die man aus dem Ensemble des Männergesangs sehr leicht heraushört, die jedoch den guten Gesamteindruck nicht zu verwischen vermögen.

Wenn wir den Chören im einzelnen näher treten, so sei bemerkt, daß der Verein eine gute Wahl in den von Othe­graven bearbeiteten altdeutschen Volksliedern getroffen hatte. Diese Chörchen ließen uns in der Bearbeitung den Fachmann erkennen, der die textlich gegebenen Stimmungen vorzüglich getroffen und sie durch eine prächtige Stimmführung unb harmonische Schönheiten ausgestattet hat. Von den drei

legung der Ueberschwemmungs- und Bebauungsgrenzen an den beiderseitigen Flußufern im Bereiche des Stadtbezirks vom Februar d. Js. ist einer Prüfung unterzogen worden, bei der keine wesentlicher! Einwendungen zu erbeben waren. Es wird daher in wasser- und landespolizeilicher Hinsicht die Genehmigung erteilt, die Regulierungsarbeiten in dem entwurfsmäßig festgestellten Umfange zur Ausführung zu bringen. Falls die einheitliche Durchführung der Regulierung auf der ganzen in Frage kommenden Flußstrecke in absehbarer Zeit nicht zu ermöglichen sein sollte, so wird als selbstver­ständlich vorausgesetzt, daß bei Verringerung des jetzigen Hochwasserprofils an einer Stelle durch fortschreitende Be­bauung und Anlage von dammartigen Straßen im Ueber- schwemmungsgebiete mindestens gleichzeitig auch der plan­mäßige Ausbau der dadurch beeinflußten Flnßstrecke zur Ans- führung gebracht wird. Die Beurteilung und Entscheidung darüber, wie weit in dem besonderen Falle dieser Einfluß reicht, steht der Wasserbauverwaltung zu. Der zuständige Meliorationsbeamte ist angewiesen worden, hierauf zu achten und in Zukunft bei Feststellung von Fluchtlinienplänen und sonstigen Bauanträgen im Ueberschwemmangsgebiete den vor­liegenden Entwurf als Unterlage zu nehmen. Zu diesem Zwecke ersuche ich um gefl. Ausfertigung und Zusendung von zwei genauen Abzeichnungen des Entwurfes mit Anlagen, damit hierauf ohne jedesmalige Vorlage der Originalpläne in vorkommenden Fällen Bezug genommen werden kann. Die neuen Fluchtlinienpläne, soweit das Ueberichwemmungs- gebiet der Kinzig in Frage kommt, ersuche ich mir s. Zt. zur Veranlassung der Prüfung gefälligst vorzulegen."

* M«stkverein «nd Presse. Aus Düsseldorf wird berichtet: Der Vorstand desStädtischen Musikverein" hatte an denGeneral-Anzeiger" die Mitteilung gelangen lassen, daß er diesem Blatte weiterhin die für den Musik- referenten übligen Eintrittskarten nur zustelleu wolle unter der Bedingung, daß sie dem aegenwärtigen Musikreferenien Arthur Eccarius nicht zur Verfügung gestellt würden. Zu dieser Aufforderung hat derVerein Düsseldorfer Presse" Stellung genommen, das gegen Herrn Eccarius vorgebrachte Material geprüft und darin keinerlei Nachweis gefunden, daß Herr Eccarius als Kritiker gegen die Journalistische Standesebre verstoßen hatte. Es hat sich deshalb der Verein Düsseldorfer Treffe mit dem angegriffenen Referenten solidarisch erklärt, das Vorgehen des Städtischen Musikvereins als einen Eingriff in das Recht der freien Kritik erachtet und dem Vereine mitgeteilt, daß sich die Düsseldorfer Presse in die Lage versetzt sehe, über die Veranstaltungen des Stâdtifchen Musikvereins nicht mehr berichten zu sonnen.

Stadtttzeater. Zu den besten Schwänken, die in den letzten Jahren an den deutschen Bühnen zur Aufführung

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Volksliedern gebührte dem fünfstimmigen Satz:Das Lieb­chen im Grabe" die Palme. Dem Verein gelang die Wieder­gabe desselben ganz vortrefflich. Auch die beiden anderen Chöre:Bei Mondenschein" undEifersüchtelei" erfreuten sich bester Aufnahme. Das letzte Lied, ein Doppelchor, mußte wiederholt werden. In dem Mozartschen Chor:Das Ge­witter", der gesnngstechnische Schwierigkeiten aufweist, hatte sich der Verein eine dankbare Aufgabe gestellt. Die musi­kalisch sichere Zusammenwirkung, bei der sich ein zartes Piano und ein maßvolles Forte vorteilhaft abhoben, machte einen guten Eindruck. Besonders sei der schöne Klang des Tenors und die beobachtete Dezenz an manchen Stellen lobend hervorgehoben. AuchDer frohe Wandersmann" von Mendelssohn war eine schöne Leistung, hätte sich jedoch bei etwas bewegterem Tempo eindrucksvoller gestaltet. Auch die von Herrn Altvater komponierten Chöre:'Der Vogt von Tenneburg" undWüchterlied" wurden gut gesungen und erstellten die Zuhörer. Die Chöre zeigen Origi­nalität und sind je nach der Stimmung und dem Inhalt des Textes mannigfaltig im Ausdruck. Für den gesanglich-solistischen Tell war wie bereits er­wähnt Herr Gentner gewonnen, der sich zum Vortrag Rezitativ u. Arie aus Josef in Egypten" o. Mehul und zwei Lieder aus der von Herrn G. Altvater komponierten Oper:Almansov" gewählt hatte. Herr Gentner ist ein Sänger mit ausgezeichnet: Stimme, die gut geschult und von herrlichem Wohllaut ist. Der Vortrag gestaltete sich warm und tiefempfunden und entbehrte auch nicht der rechten Kraft und des belebenden Glanzes. Reicher Beifall lohnte den Sänger, den man zu einer Wiederholung des Liedes:Einst hielt ich dich umschlungen" von Altvater veranlaßte. Die Beifallsspenden galten auch dem Komponisten der herrlichen Lieder, der sich auch als ausübender Künstler auf dem Klavier hören ließ. Herr Altvater, welcher sich durch die Kunst seines vortrefflichen Spieles im Begleiten von Solostücken rühmlichst hervorgetan hat, entfaltete durch die Sonate in cis-moll v. Beethoven als Solist herrliche Eigenschaften : Frische, Geist und Seele, unterstützt durch eine abgerundete Technik.

Möge dem Verein Sumser die große Zahl der Besucher aus allen Kreisen unserer Stadt, die beifallsfreudige Stim­

Di« Heutige Wummer umfaßt auüer dem UutetüaUunadblaU 14 Seiten.

Bernsprechanschlutz Nr. 605. 19 05

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gelangten, zählt an erster Stelle das morgen neu einstudiert in Szene gehende überaus wirkungsvolle Stück:Der Hoch­tourist". Welch eine Fülle von köstlichem Humor und trefflicher Komik äußert sich darin! Welche Heiterkeitssalven haben die Abenteuer desPseudo-Hochtouristen", den Herr Gehrmann in so vorzüglicher Weise wiederzugeben ver­steht, stets erregt. Der überaus große Erfolg, den dieses Stück anläßlich der hiesigen ersten Aufführung erlebte, dürfte noch lebhaft in der Erinnerung aller derer sein, die sich an der überwältigenden Komik des prächtigen Schwankes er­freuten. Bei der hervorragenden Besetzung, in welcher das Stück morgen zur Darstellung gelangt, wird es wieder He'terkeitsstürme entfesseln und seinen Hörern einige wirklich amüsante Stunden bereiten. AlsAlice" hat Fl. Braune Gelegenheit, sich in einer hübschen Aufgabe zu zeigen und für die beidenRainthaler" werden die Herren Hauser und Nachbaur in heimatlichem Dialekt ganz besonders ge­eignet sein und ein paar treffliche, charakteristische Figuren schaffen. In den übrigen zahlreichen Rollen ist fast das gesamte Personal beschäftigt und werden sicher alle bemüht sein, dem heiteren Werke wieder einen vollen Erfolg zu sichern.

* Parolemnsik. Die Kapelle des Jnf.-Regts. Hessen- Homburg Nr. 166 spielt morgen mittag folgende Stücke: 1.Pariser Einmarsch 1815" , Armeemarsch Nr. 28; 2. Ouvertüre z. Op.Das eherne Pferd" von D. F. E. Auber; 3.Die Werber", Walzer von I. Launer; 4.Dank­gebet", altniederl. Volkslied von A. Valerius; 5. Potpourri aus:Der Zigeunerbaron", von I. Strauß.

* Die Unruhen in Nutzland werfen ihre Schatten auch zu uns. Im heutigen amtlichen Teil (2. Blatt) gibt der Staatssekretär des Reichspostamts bekannt, daß die Post nach Rußland nicht mehr auf den gewöhnlichen Wegen ver­sandt werden kann. Es soll versucht werden, sie auf dem Seewege zu befördern. Packete und Wertbriefe nach Ruß­land und im Durchgangsverkehr werden bis auf weiteres nicht mehr angenommen.

* Viehhändler und Bleischnot. Am 5. November ds. Js., mittags 1 Uhr, findet im Saale des Hotelzum Storchen" in Frankfurt a. M. eine größere Viehhândler- versannnlung statt. Zu dieser Versammlung haben besondere Einladungen erhalten: Der Mitteldeutsche Viehhändler-Verein in Frankfurt a. M., der Hessische Viehhändlerverein in Mainz, der Oberhessische Viehhändlerverein in Alsfeld, der Nassauische Viehhändlerverein in Wiesbaden und der Deutsche Vieh­händlerverein in Dierdorf. In der Versammlung wird über die Fleischteuerung referiert und über den heutigen Stand der Viehhändlerbewegung berichtet werden.

mung aller Anwesenden und nicht zum Geringsten die eigene Befriedigung, die den Sänger und den Dirigenten nach einest guten Vortrag überkommt, ein Ansporn sein, fleißig weiter zu streben.

Habe das Ziel fest im Auge, Herz und Sinne gebrauche!"

Mit Vergnügen sehen wir in Erwartung herrlicher Kunst­genüsse dem nächsten Konzert will's Gott entgegen.

Eine englische Maschine,

Aus her Welt der Technik.

Eine neue Kehrmaschine.

interessante Nachricht kommt aus England. Die Automobilpresse berichtet über eine Siraßenkehr-

welche nicht durch Pferde, sondern durch einen Dampfmotor bewegt wird. Das wäre an und für sich nichts neues, denn solche automobile Straßenkehrmaschinen existieren auch bereits in Deutschland und werden teils durch Elektri­zität, teils durch Benzinmotoren bewegt.

Das Neue und Bemerkenswerte ist vielmehr in dem Um­

stand zu suchen, daß der Dampf, welchen die Kessel erzeugen, nicht nur zur Fortbewegung des Wagens, sondern zum Rei­nigen der Straße selbst benutzt wird.

Wir kennen in Deutschland trockene und nasse Kehr­maschinen. Die trockenen arbeiten ziemlich ausnahmslos mit einer runden Walzbürste, welche den Staub zusammenfegt, dabei aber leider immer ein gutes Teil desselben in die Luft wirbelt. Die nassen Kehrmaschinen gießen, bevor die Walz- arbeit beginnt, erst kräftig Wasser auf die Straße, vermeiden dadurch zwar die Staubentwicklung, hinterlassen das Pflaster aber in einem nassen und daher für die Fuhrwerke wegen seiner Schlüpfrigkeit nicht sonderlich geeignetem Zustande. Um so bemerkenswerter ist diese englische Neuerung, bei der nicht Wasser, sondern Dampf in feinen Strahlen derart unter die rotierende Bürstenwalze geleitet wird, daß er den Staub bindet, sein Umherfliegen verhindert und ihn direkt in einen Sammelkasten wirft. Falls sich die Nachrichten, die jetzt über diele Maschine zu uns kommen, dauernd bestätigen, falls sich die Biaschine insbesondere in längerer Praxis bewährt, haben wir hier eine äußerst wichtige und bedeutungsvolle Neuerung