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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei deS verein.

General-Anzeiger

Allllliches Organ für Slabl= nnb Landkreis Kanan.

Einrückuugsgebühe:

Die fünf gespaltene Peritzeile oder deren Raum 16 WA im Rektamemeü die Zeile 35 Pfg»

e». WailenhaulcS in Hanau.

Erichen« täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, belletristischer Beilage.

Derantrvorü. Redakteur: G. Schrecker in Hana»

9?r. 252 Nerntpreckanschliiti Nr. <!05.

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AmNich--s.

Eandkreis Rartau. Bckmntmachiiiilieil te toigliilKn $aniirat§omt§.

Für den in G' vnau heimatsberechtigten Metzgergesellen Otto Vlnlipp Meisinger, geboren am 14. Juli 1888 zu Kaiserslautern, wohnhaft in New-Dork, ist die Entlassung aus dem Preußischen StaatSverband nachgesucht worden. Hanau den 24. Oktober 1905. '

Der Königliche Landrat.

V 6810 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

^icnftnndjrirfitcn ens dem Kreise.

Friedrich Sedler, Anton Lerch, Wilhelm Busch von Bergen und Martin Wilhelm, Ludwig L e i s e g a n g von Enkheim sind zu N a ch t w â ch t e rn der Gemeinde Bergen-Enkheim bestellt und verpflichtet worden.

Hanau den 23. Oktober 1905. .7 V Nr. 6907

Mit Rücksicht ans die Uelvarbetten wird Vie Sitzung -esSan-wirtschaftlichen Kreisvereins" von Samstag den 28, -. Mts. auf einen späteren Termin, der noch bekannt gegeben wird, verlegt.

Hanan den 26. Oktober 1905,

Der Vorsitzende des landwirtschaftl. Kreisvereins v. Beckerath, Landrat.

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hanau, 25. Oktober.

Beamten-Personalnachrichten.

Ernannt: der Oberförster Hoffmann zum Ober­förster in Obernkirchen, Kreis Grafschaft Schaumburg, der preist. Arzt Dr. Bernhard Heilbrun in Cassel zum Mit- glicde des Vorsteheramts der Israeliten daselbst, der Pfarrer Spangenberg zu Breitenbach a'Hzbg., Klasse Neukirchen, zum Plärrer in Jesberg, Klasse Borken, der Pfarrer extr. Hufschmidt zum Pfarrer in Densberg, Klasse Treysa, der Gerichisreferendar von Trott zu Solz zum Regierungs­referendar, die Rechtskandidaien Christian Graf zu Rantzau und Schwarzkopf zu Referendaren.

* Erledigte Pforrstelle. Bewerber um die infolge Versetzung ihres seitherigen Inhabers gut Erledigung kom­mende Pfarrstelle zu Bieber, Klasse Gelnhausen, können ihre Meldungsgesuche burd) Vermittelung ihres zuständigen

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Feuilleton.

Stlidlthcatcr in Hunan.

'8 Kanau, 26. Oktober.

Von der Unmasse der aus derLiteratur-Wcrkstätte" des französischen Theaterdichters Eugene Scribe hervorge- ganaenen Bühnenwerken zählt das gestern wieder einmal zur Aufführung gelangte dreiaklige Lustspiel grauenstunnf" (Bataill« des am es) durch die in ihm außergewöhnlich an den Tag tretende ausgeklügelte Geschicklichkeit und den Esprit in Anspielung auf gewisse politische Züge der seiner­zeitigen Iulirevolution zu denjenigen seiner bevorzugten Schöpfungen, die dem populären Franzosen zu dem Triumph 'ines bahnbrechenden Matadors des H i st o r i s ch e n L u st- sp i el s verhalfen. Mit ausersonnener Raffinesse weiß Scribe die Pläne gu einem Versteckipiel einrufädelu, die untrüglich den Stempel französischer Charakteristik tragen und die uns die eigenartigen Spitzfindigkeiten der damaligen Gesellschaft des Hofes enthüllen, deren Mittel um nichts zu hoch er­schienen, wenn es galt, den Preis der ersehnten Herzensliebe zu erringen. Gibt uns doch der letzte Dialog im ver= seichenden Sinne, nach Auflösung des interessanten Kon- tfteâ, hin Achend Gewähr dafür, indem die Siegerin den vUibel über ihren errungenen Erfolg mit den Worten pariert:.Um zu gewinnen, genügt es nicht allein, daß man gut spielt man muß auch gute Karten haben und keinen Gegner, den das Gluck begünstigt." erste der zu nmnenden Darsteller möchten wir Frl. " ' a u n e alsGiäfin Autreval" erwähnen. Die Künstlerin ve itand gewandt und routiniert diese elegante Französin, welche durch äußeres Blendiverk, bestehend in Anmut und Lubenswürdigkeit, das Wesen ihrer schelmischen List in eine JJiam des Scheines zu hüllen genötigt war, ip Sprache

Domierstltg den 26. Oktober

MBMOHUBuaMaMBaMUHunaminBamamoBunnBnBus^^

Superintendenten an Königliches Konsistorium in Caffel ein« reichen.

* Kath. Kirckenaeinein-e Hana«. Die Bücher- bestellungen des Barromäusvereins zu */s Preis werden Freitag abend nach Bonn abgehen; wer sich daran noch be­teiligen will, möge sich in dem katholischen Pfarrhause heute oder moraen melden.

* Personalien. Der schultechnische Mitarbeiter bei dem Königlichen Provinzial-Schulkollegium in Cassel, Pro­fessor Dr. Ferdinand Gottlieb Ernst Orth, ist zum König­lichen Gymnasialdirektor ernannt und ist ihm die Direktion des Gymnasiums in Schleusingen übertragen worden.

* SanVwirNck'astlicher Kreisvereln. Die für nächsten Samstag anberaumte Versammlung des Landwirt­schaftlichen Kreisvereins findet mit Rücksicht auf die Feld­arbeiten nicht statt.

* Sta-Itheater. Ibsen's gewaltiges Schauspiel Nora" gelangt morgen Freitag zur Wiederholung. Die Vorzüge dieses fesselnden und ergreifenden Werkes sind be­kannt, denn die vor kurzem stattgefundene vortreffliche Wieder­gabe desselben wurde allgemein anerkannt. Das zu den besten Erscheinungen der modernen Dramen-Literatur zählende Werk wird and) morgen wieder bei seinen Hörern einen nachhaltigen tiefen Eindruck Hintersassen.

* Versannnlnnst. Entsp»,>''end der Aufforderung des Magistrats an die Interessengruppen, ihre Wünsche wegen eventl. anderweitiger Regelung des Stundesvlanes der Fort­bildungsschule vorzubringen, nehmen die hiesigen Glaser- und Scbreinermeister heute abend in einer Versammlung in der Goldenen Gerste" hierzu Stellung. Der Vorstand der Glaser- und Schreiner-Innung fordert daher die Meister nochmals auf, zahlreich zu erscheinen und dann auch Vor­schläge und Wünsche in jener Angelegenheit zur Geltung zu bringen.

* Nerleot. Das für nächsten Montag augekündigte Konzert der Frankfurter Quartettvereinigung kann wegen Erkrankung eines der Ouartettmitglieder voraus­sichtlich erst acht Tage später stattfinden. Der bestimmte Termin wird noch bekannt gegeben.

* 38, SListttNgssest. Der Gesangv-reinEin­tracht" (Lei ec: Herr Wilh. Hamburger) feiert nächsten Samstag den 28. Ok obcr im Saale der Tmnaemcinde sein 38. Stifinng-fest durch einen Herrenabend. Das uns vor­liegende Programm dürfte nach jeder 2eite hin befriedigen, denn es weist eine Reihe herrlicher, packender Eböre auf, von denen wir ganz besondersRheinische Brautfabrl" von Ullrich,Wach auf, mein Schatz" von Voigt,Rheinwein" von Kühn, sowie den im vergangenen Jahre mit so großem Beifall aufgenommenen Chor mit OrchesterbegleitungFried- ««»BgMMMRBWMBHBMWWWflWmffiiiWriBIIIIBBei IITIWW"MifWm I «', HtiaC»«Xg>ZmcB-«iCT»^ und Mienenspiel derart vorzüglich wiederzugeben, daß sie an dem Erfolg des Abends mit dem Hauptanteil partizipieren kann. Ueber denHenri von Flavigneul" des Herrn St.- N a ch b a n r können wir ebenfalls äußerst günstig urteilen, indem es ihm gelang, durch adrettes sicheres Auftreten, ge­paart mit gutdurchdachter Spiel- und Redeweise, diese Figur An einer angenehm wirkenden zu gestalten, während Frl. Bachmann (Leonie von Villègoutier) 'nicht ganz das leichte gefällige Auftreten dieses naiven Dacksifches im Charakter der flüssigen französischen Dichtung zu treffen verstand, wo­durch diese Partie im Eindruck abgeschwächt erschien. Mit guter Laune repräsentierte He'r H a u s e r denheldenmütigen Schwächling" Gustav v. Grignon, dem sich Herr Ober- Regisseur Steger, der auch für das nötige flotte Tempo dieses Konversation-Stückes sorgte, als altklugerCombinateur" Baron v. Monrielard mit gewohntem Gelingen charakteristisch anschloß. Herr Krause (Unteroffizier) sowie Herr Schröder (Bedienter) vervollständigten das Ensemble.

HvmoriAilckies

M'stver^än-nis. Der Fried-rl^nz, der hâusig als Tre her die von ie ner Guffherrschaft- abgeba'ienen Jagden mitmacht und kürzlich auch einmal ganz empfindlich a'ge- schossen rourbe, batte sich bei ein"m reisenden Pho'ograpben in ganzer Fig ir en foce ab^o nerfeien lassen und ist nicht wenig stolz auf die wohlastungene Aufnahme. Auch der Herr Graf sieht zufällig das Bstd und äußert sich übw dasselbe belobigend, ind'M er saN:Eine larbere Arbeit, die ihr ^el^ wert ist; ungelogen. Lenz, Du bist wirklich ansgezei b- net getroffen!" Geschmeichelt lächelt der Lenz, indes ver­wunde'1 meint er:A'er Euer Gnaden entschuldigen S', die binfrt Seit'n, w' i' naufg'schossen bin, könn'n S' auf 'm Bilde doch gar net seh'» ?

AttK ttnrm SfitDeitfCiibrte®,Lieber Onkel! . . . Siche mir nur noch diesmal mit Rat und Draht bei 1"

^ernsprechanschlutz Nr. 605. 1905

rieh No'bart" von Podbertsky u. a. m., hervo^heben wollen. Auch das Volkslied kommt zu seinem Rechte. Ganz besonders dürfteLützow's Jagd" von C. M. v. Weber wieder ein­mal mit Freuden gehört we den. Daß das Programm auch gediegene Soli bietet, braucht wohl nicht erst besonders be­tont zu werden, w'e auch, daß dem hlünoristischen Teile in einer der Feier entsprechenden Wei'e Rechnung getragen wird. Und so wünschen tot dem strebsamen Vercine auch in diesem Jahre die verdi-nte Anerkennung, die sich in einem zahlreichen Be uche jener Veranstaltung kund geben möge.

* ®ichkitdcn, Im Regierungsbezirk sind zur Zeü folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Kreis Esch- wege: Wellingerode (Verdacht); Kreis Fritzlar: Ober­vorschütz, Werkel; Kreis Kirchhain: .Holzhausen. Schweine­seuche (Schweinepest) : Stadtkreis Cassel: Cassel (Stadt); Landkreis Cassel: Dörnhagen, Vollmarshausen, Weimar, Wolfsanger; Kreis Eschwege: Schafhof; Kreis Fritzlar: Lohne, Gtidensberg, Maden, Hundsbausen, Großenenglis, Zwesten, Dissen; Kreis Gelnhausen: Wolferborn, Spielberg; Stadtkreis Hanau: Hanau (Stadt); Landkreis Hanau: Langendiebach; Kr. Hersfeld: H»ilperhausen; Kr. Hofgeismar: Immenhausen, Hombressen, Ehrsten, Veckerhagen, Marien­dorf, 5?olzhausen; Kreis Hünfeld: Rudolplishan; Kreis Rotenburg : Hergershausen, Hübenthal, Hornel, Braach; Kreis Grafschaft Schaumburg: Haste; Kreis Schmalkalden: Barch­feld, Steinbach-Hallenberg; Kreis Wolfhagen: Dom. Rangen, Elmarshausen, Rittergut Hohenborn. Geflügelcholera: Kreis Hünfeld: Mackenzell. Influenza der Pferde (Brllstseuche): Stadtkreis Cassel: Cassel (Stadt); Kreis Fritzlar: Fritzlar.

* Durchschnittspreise. Der Durchschnitt der höchsten Tagespreise für Fourage beträgt mit einem Aufschläge von 5 vom Hundert für den Monat Oktober 1905 in dem Stadt- und Landkreise Hanau für Hafer 8 Mark 52 Pfg., für Heu 3 Mk. 74 Pfg., für Stroh 2 Mk. 58 Pfg. pro Zentner.

* Marktpreise. Im Monat September 1905 be­trug in Hanau der Durchschnittspreis für 100 k<r Weizen Mk. 16.52, Roggen Mk. 14.66, Gerste Mk. 17.04, Hafer Mk. 15.26, Erbsen (gelbe) zum soeben Mk. 19.33, Speise- Bohnen (weiße) Mk. 29.17, Linsen Mk. 43.83, Eßkartoffeln Mk. 5.50, Nichtstroh Mk. 4.61, Krummstroh Mk. 3.55, Heu Mk. 6.86, Rindfleisch im Großhandel Mk. 129.; im Kleinhandel für 1 k" von der Keule Mk. 1.55, vom Bauche Mk. 1.45, Schweinefleisch Mk. 2.-, Kalbfleisch Mk. 1.49, Hammelfleisch Mk. 1.45, Speck (geräuchert) Mk. 2.30, Eßbutter Mk. 2.59, Eier ein Schock 60 Stück Mk. 4.50.

* Sadenpreise. Im Monat Septem der 1905 be- trug in Hanau der Durchschnittspreis für 1 ke* Mehl zur Speiscbercityng aus Weizen 34 Pf., Roggen 27 Pf., Gersten- Graupe 45 Pf., -Grütze 39 Pf., Hafergrütze 43 Pf., Hirse 36 Pf., Reis, Java (mittlerer) 49 Pf., Kaffee, Java-, mittlerer (roh) 2 Mk. 40 Pf., gelber (in gebrannten Bohnen) 3 Mk. Pf., Speisesalz 20 Pf., Schweineschmalz 1 Mk. 80 Pf. /

* Kälte. Heute nacht sank das Therinometer im Freien auf 4 Grad unter Null. Auf den Flureit lag dicker Reif, der Boden war hart gefroren. Einvielversprechender" Anfang!

* Horifersreitllck! Für die Errichtung des Aussichts­turmes auf dem Buchberg ist durch die freiwilligen Spenden bereits ein ansehnlicher Betrag eingelaufen, das erste Tausend erreicht worden. Das Komitee hat sich nun ent­schlossen, durch einen Beauftragten eine direkte Sammlung in die Wege zu leiten, in der Hoffnung, daß dieser für den gedachten gemeinnützigen Zweck überall offene Hände finden wird.

FC. Kriegsgericht ver 21. Division. Dor Taglöher Adolf Kahl aus Enkheim wurde im vorigen Jahre aus­gehoben. Als er aber im Herbst einrücken sollte, war er nirgends zu finden. Ohne sich um die Melderei zu küm­mern. zog er mit einem Karussell durch's Land. Am 17. Oktober war er in Sindlingen an einer Schlägerei beteiligt und fiel dabei der Behörde in die Hände. Nun beginnt er seine militärische Laufbahn mit 2 Monaten Gefängms wegen unerlaubter Entfernung. Nach Verbüßung der Strafe kommt er zum 27. Feldartillerieregiment. Ebenfalls 2 Monate Gefängnis wegen unerlaubter Entfernung wurden dem Füsilier Friedrich Heiler von der 2. Kompanie 80. Regiments zu­diktiert. Als im Herbst seine Kameraden, diè mit ihm eingetreten waren, zur Reserve abgingen, mußte er noch dableiben, um 43 Tage nachzudienen, die er s. Z. wegen unerlaubter Entfernung auf der Festung zugebracht hat. Am 8. Oktober ließ er sich einen Tag Urlaub hierher nach Frank- silrt geben, kam aber erst nach 8 Tagen zurück und zwar tniter polizeilicher Bedeckung. Man hatte ihn aus einer Animierkneipe heraus verhaktet, wo er eine Woche lang in den Netzen einer feschen Kellnerin gezappelt hatte.