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NvtatirnSdruck und Verlag der Buchdruck«« d«S v«em. e». WaiienhauseS in Hanau.
Amllichks Organ für SlaM= und Landkreis Kanan.
Ericheim täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die fünf gespaltene Petit, eile ober deren Raum 15 UW im ReLtamenteU b« Zeil« 35 Pf-
CerontroortL Redakteur: G. Schrecker in Hanau
Nr. 249
Feimsprechanschlitsz Nik. 605.
Moiltlia den 23. Oktober
Fernsprechanschluft Nr. 605» 1905
Amtliches.
Stadtkreis Ranau.
Bei einem notgeschlachteten Schweine des Landwirts Franz Hoffmann, Gärtnerstraße 71 hier, ist die Schweineseuche festgestellt.
Ueber das Gehöft des Hoffmann ist die Sperre verhängt.
Hanau den 21. Oktober 1905.
Königliche Polizei-Direktion.
P 8728 I. D.: v. Schlieben, Reg.-Assessor.
Candkreis Ranau.
WanntinMuM des KSniMtn LmdratSlistits.
Die Herren Minister des Innern und der öffentlichen Arbeiten haben zur Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen im Regierungsbezirk Mün st er die weiteren Nummern 2301 bis 2600 überwiesen.
Hanau den 20. Oktober 1905.
Der Königliche Landrat.
V 6664 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Königliche Zeichcnakadcmie.
Die Bibliothek
ist während des Winterhalbjahres nicht mehr wie seither, Montags und Donnerstags 10—12, 2—4, 6—8 Uhr, sondern Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag, abends 5—8 Uhr, geöffnet.
Hanau den 20. Oktober 1905.
Der Direktor.
J. D.: Off terd i n ger. 20826
2. Referat des Herrn Kreistierarztes Collmann üb-r die Tuberkulose der Schweine insbesondere durch die Fütte- • ning derselben mit Magermilch.
3. Besprechung über die diesjährigen Ernteerträge,
4. über den am 1. d. Mts. von Fräulein Seyfried in Wilhelmsbad gehaltenen Vortrag.
5. Milgliederaufnahme.
6. Sonstige Mitteilungen.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen. Hanau den 22. Oktober 1905.
Der Königliche Land rat.
v. D e ck e r a t h.
Handelsregister.
Firma Eduard Jmgrund in Hanau: Dem Kaufmann Jean Viehmann in Hanau ist Prokura erteilt. Hanau den 13. Oktober 1905.
a^i^i^ Amtsgericht 5. 20835
Löwen hier.
Krtisvtrtiil Hailliii.
nstag den 28. d. Mts.,
Gasthaus zum goldenen
Tagesordnung:
1. Geschäftliche Mitteilungen.
Hus Ffanau Stadt und Eand.
Hana«, 23. Oktober.
* Brbesftunde. Heute abend 8 Uhr Bibelstunde in der Hospitalkirche, abgehalten von Pfarrer Lambert.
* Militärpersonalien. In Genehmigung seines Abschiedsgesuchs wurde mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt der Generalmajor und Kommandeur der 25. Kavallerie-Brigade (großh. Hess.) v. Schmidt unter Verleihung des Charakters als Generalleutnant. Generalleutnant Arthur v. Schmidt hat dem Heere seit April 1866 angehört. Damals wurde er aus dem Kadettenkorps als Fähnrich in das thüring. Nlanen-Regiment Nr. 6 eingestellt und zeichnete sich im Feldzuge so aus, daß ihm das Militär- ehrenzeichen 2. Klasse verliehen wurde. Noch im selben Jahre zum Offizier befördert, erwarb er sich 1870 71 auch das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Er blieb bis 1889 im 6. Ulanen-Negiment und kam dann in das 24. Dragoner- Regiment nach Darmstadt, wo er 1891 zum Major aufruckte. 1893 wurde er etatsmäßiger Stabsoffizier des 1. Leib-Husaren-Regiments in Danzig, 1897 als Oberstleutnant Kommandeur des Zielen - Husaren - Regiments in Rathenow, und seit Mai 1901 befehligte er die 25. Kavallerie-Brigade in Darmstadt. Am 18. April 1903 war er dort zum Generalmajor befördert worden. An seiner Stelle wurde zum Kommandeur der 25. Kavallerie-Brigade ernannt der Chef des Generalstabes des 18. Armeekorps, Oberst mit dem Range eines Brigade-Kommandeurs v. Werder. — v. d. Marwitz, Oberst und Kommandeur des 3. Garde- Ulanen-Regiments wurde unter Versetzung in den Generalstab der Armee zum Chef des Generalstabes des 18. Armeekorps ernannt.
• Marienkirchenchor. Heute abend 8 Uhr Probe im Stadtschlosse.
• Stadttfieater. Wochenspielplan: Mittwoch: Neu einstudiert: „Frau en kampf", Lustspiel in 3 Akten nach Scribe von Olfers; Anfang U28 Uhr. - Freitag: „N 0 r a". — Sonntag: Neu einstudiert: „DerHoch- l 0 urist", Schwank in 3 Akten von Curt Kraatz und Max Neal.
e Die Handwerkskammer Mr den Reg.-Vezirt Castel hat an das Staatsministerium eine Eingabe gerichtet, in der gebeten wird, in dem Staatshaushaltsetat fortlaufend Mittel zu regelmäßigen Beihilfen an die preußischen Hand-- werkskammern einzustellen, damit diese Beihilfen zum technischen und allgemein wissenschaftlichen Lehr- und Fortbildungswesen, zur Förderung des gewerblichen Genoffenschaftswesens und der Beaufsichtigung des Lehrlingswesen- sowie der Veranstaltung von dauernden und zeitweiligen Maschinen- und Rohstoff-Ausstellungen, der Vorführung neuer Arbeitsbehelfe und der Ausstellung der Lehrlingsarbeiten bezw. Gesellenstücken Verwendung finden können.
* Die Wetterauische Gesellschaft eröffnet heute die Reihe ihrer Wintervorträge mit einem Vortrag des Herrn. Dr. Römer aus Frankfurt, der über die Ergebnisse seiner Forschungsreise in das nördliche Eismeer sprechen wird. Ebenso wie hier die auf Grund eigener Anschauung beruhende Schilderung besonders interessant zu werden verspricht, wird das auch mit dem weiter in Aussicht stehenden Vortrage des Herrn Prof. Detmer aus Jena sein, der über seine Forschungsreise nach Java berichten wird. Allgemeine- Interesse dürfte auch der Lichtbilder-Vortrag über unser Schutzgebiet in China erwecken, den Herr Kapitän Rabenhorst auf ®nmb mehrjähriger Anwesenheit halten wird. Ferner stehen noch in Aussicht ein Vortrag über die Urtiere, die jetzt als Erreger verschiedener Menschen- und Tierkrankheiten immer größere Bedeutung erlangen, und ein Lichtbilder-Vortrag über den Simplon-Tunnel und seine Umgebung. Möchten diese Vorträge der Gesellschaft neue Freunde zuführen.
* Konzert des Lehrersängerchors. Das dieswinterliche Konzert des Lehrersängerchors findet Dienstag' den 28. November in den Sälen der Centralhalle statt. Als Solistin ist Frau R 0 s e E t t i n g e r-Berlin, jene berühmte Künstlerin, die unter den Gesangsvirtuosinnen unserer Zeit wohl die bedeutendste ist, gewonnen worden. Zur weiteren Mitwirkung ist die gesamte Kapelle unseres Infanterie- Regiments Hessen-Homburg Nr. 166 zugezogen. Der Lehrer» iängerchor bietet gute und gediegene Werke bedeutender Meister.
Feuilleton
Stadtthcatcr in Hanan.
8 Hanau, 23. Oktober.
Mit der gestrigen Aufführung der fünfattigen Schauspiel- Rovität „Die Brüder von St. Bernhard" lernten wir in dem Verfasser Anton Ohorn einen unserer Bühne bisher ftemd gebliebenen Schriftsteller kennen, der als gegenwärtiger Professor der deutschen Sprache und Literatur an den technischen Staatslehranstalten zu Chemnitz eine hervorragende und hochgeachtete Stellung einnimmt. Ohorn, ursprünglich für den geistlichen Stand bestimmt, schildertuns m seinem Werke mit dichterischer Wärme und Innigkeit die Geschichte eines Lebens, der ein Teil seiner eigenen Vergangenheit als Disposition zu Grunde liegt, indem er in früher Jugend ganz ähnliche zwangvolle Seelenkämpfe sein „Bruder Paulus" auszusechten hatte. Nach- dem in den letzten Jahren eine Anzahl moderner Dramen mhaltlich die verschiedenen Ständekategorien variierend beleuchteten, ist das hier vorliegende Milieu wohl ein eigen- artiges, aber keinesfalls wunderbares zu nennen, um so weniger, als dem Verfasser die stoffliche Behandlung seines Werkes offenbar nahe lag.
Von einem religiösen Tendenzwerk im allgemeinen Sinne rann natürlich hier keine Rede sein, indem uns Ohorn nur ,en Charakter eines selbstdenkenden Menschen schildert, ohne irgendwelche religiöse Themen lösen zu wollen. Wir sehen eoen in bewundernswerter Komposition ein Stück Leben vor Augen, das denn auch wie alles irdische Bestehen der und des Leides nicht entbehrt und das trotz der oft e was oberflächlichen Charakterzeichnungen der Handelnden gerinnen, sowie der zu sehrabgestimmten Nedenund Monologe der Klostergestalten bis hoch dramatischen spannenden
Unwahrscheinlichkeiten,
zum (
Eindruck
Schlüsse einen
hinterläßt.
. _ —..............,......., wie das Vorkommnis
eines vom Klosterförster im Kapitelsaal verursachten AuftuhrS
ohne jegliche Rüge oder das Kegelspiel des Pater Meinrad im KlostergartenangestchtS des in der Kapelle aus der Totenbahre ruhenden Abtes gereichen dem Schauspiel gerade nicht zum Vorteil, während aber auf der anderen Seite die knappe und bündige Sprache sowie die prächtige Charakteristik des Frater Erhard, des alten Döbler sowie des Pater- Fridolin als nicht zu unterschätzende Eigenschaften der gewaltigen Dichtung anzuerkennen sind. Das Drama ist gewissermaßen als ein sensationelles Produkt der neueren literarischen Schöpfungen zu bezeichnen, das denn auch, von Hrn. Direktor Jaritz für unsere Bühne kunstvoll und fachkundig eingerichtet und von Herrn Ober-Regisseur Steger einwands- frei insceniert, mit stürmischem Beifall seine hiesige Feuer- taufe erlebte. — Ueber die Handlung wollen wir heute, da das Werk jedenfalls einer nochmaligen Aufführung zu teil wird, nicht berichten. — Ueber die Darstellung sei folgendes bemerkt: Der in Fesseln konventioneller Bestimmung eingeschüchterte und eingeengte Denker „Paulus" fand in Herrn Hauser einen Darsteller, der sowohl im Ausdruck innerlicher Gärung wie auch in den dramatischen Ekstasen eine höchst gelungene Leistung bot, während Herr Steger durch seine stets bewährte Charakterifiemngskunst wieder ausfallend in den Vordergrund trat. Der Künstler musste diesen derben, schroffen, cholerischen Drechslermeister Döbler mit einer geradezu frappanten Natürlichkeit auszustatten, wie auch Frl. H e l l i 0 t (Grethei ihre Partie nachhaltig wiederzugeben verstand, indem die Darstellerin das sorgsame, furchtsame Wesen in überzeugen her Weise auf den Hörer zu übertragen wußte. Für den Pater Fridolin, als greiser Vertreter ausgleichender Vorsehung wußte Herr G e h rm a n n empfindsam die wirksam zu Herzen gehenden Töne anzuschlagen, dem sich Herr Kempf als der offene, ehrliche Pater „Mein-, rad" sowie Herr Müller (Pater Simoni in hingebendem Eifer ihrer Pflicht bestens anschlossen. Verständnisvoll ausgeglichene Figuren, die jedoch in der Charakterzeichnung weniger schauspielerische Anforderungen stellen, boten noch die Herren O s c a r s e n (Priori. Uster (Schwarzi, Krause sErhard), St.-N a ch b a u r (Brunoi, Rngrin (Nichteri. Eine für die Handlung von Wichtigkeit sich darstellende Rolle lag in den Händen des Herm Krug. Kraftvoll und mit
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wuchtiger Ueberzeugung verstand der Darsteller den gebrochenen, in seiner Ehre gekränkten Klosterförster Brinkmann derart hinreißend wiederzugeben, daß die damit beabsichtigte Wirkung des Autors voll und ganz zur Geltung gelangte. Mit gutem Gelingen kreierte noch Frl. Müller die kranke, pietistische Mutter „Marie". Das starke Interesse für diese Vorstellung bezeugte ein vollständig, inklusive Orchesterraum, ausoerkauftes Haus.
mittags 12 Uhr am 21 10
Barometerstand
23. 10.
6ebr trocken
Beständig _ um
Schön
Veränderlich
Regen (2Binb)7502|H
Viel Regen 74
Slurm 730^
720
TtlkmMr Wetterbericht der deutschen todt
Ter Luftdruck ist hoch, gleichmäßig verteilt, ein Maximum über 77g mm lagert westlich Schottlands und über Nordwestrußland, eine Depression unter 763 mm über Deutschland. In Deutschland ist das Wetter kalt, vielfach neblig, ruhi- gestern fielen stellenweise Niederschläge.
Prognose für den 24. Oktober: Fortdauer der Herrschend«^ Witterung wahrscheinlich.