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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckers des verein, n. Warenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

SU füafgespakrne Petitzeile oder deren Raum 1H ^ im Reklameuteil die Zeile 35 Pf-

Verantwort!. Redakteur: & Schrecker in Ham»

SIL 241 Fernsprecharrschlrch Nr. 605» «naMWMMMMKeiMWiitiirie^ i ijw^gsa«uMdMu«MMMMM»«M«M»»M"«M»a**1

Amtliches.

Eandkreis Ranau. BekmiitimchiiiiSkn des KSiiiglichcii LânkatSlimtS.

In Langendiebach ist die chronische Schweine­seuche amtlich festgestellt und die Gehöftssperre angeordnet worden.

Die Rotlaufseuche (Backsteinblattern) ist daselbst erloschen und die deshalb am 20. v. Mts. angeordnete Gehöftssperre aufgehoben.

Hanau den 11. Oktober 1905.

V 6651 Der Königliche Landrat.

I. A.: Schmeißer, Regierungssupernumerar. ---------- Gcsiindent und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 5 frisch gewaschene und gebügelte Herren- Stehkragen, 1 blaugrünes Portemonnaie.mit über 2 Mk., 1 Wecker-Uhrgehäuse, 1 Rosenkranz,! Schlüsselbund (4 Stück), 1 gelber Damenhandschuh (linker), 1 neuer roter Kinderschuh, 1 grauer H erren-Gl aceh and schuh (rechter).

Verloren: 1 Zehnmarkstück, 1 Leine zum Führen von Hunden, 2 Pferde-Maulkörbe von Messing, 1 Perlennadel mit verbogenem Stiel, 1 Portemonnaie mit 2,88 Mk. Abhanden gekommen: 1 kleiner Handwagen mit der AufschriftWeinhandlung Jost".

Zugelaufen: 1 junger weißer Foxterrier mit gelben Abzeichen.

Entlaufen: 2 deutsche Schäferhündinnen.

Hanau den 13. Oktober 1905.

Hus Ranau Stadt und Eand.

Hanarr, 13. Oktober.

* Ansnahmetage. Bei einer auf Anordnung des Herrn Regierungspräsidenten angestellten Umfrage der hiesigen Königlichen Polizeidirektion bei den beteiligten Gewerbetreiben­den, ob für Zulassung der auf Grund des § 139 e, Abs 2, Ziff. 2 G.-O. festgesetzten 32 Ausnahmetage jetzt noch ein örtliches Bedürfnis vorliege und ob nicht ihre Zahl einge­schränkt werden könne, haben sich 546 Gewerbetreibende für und 27 gegen eine <Änschränkung erklärt. Es sollen demnach nur noch die Tage: Mittwoch, Donnerstag und Samstag vor Ostern, Donnerstag, Freitag und Samstag vor Pfingsten, die Tage vom 17. bis einschl. 24. Dezember (mit Ausschluß des hineinfallenden Sonntags) und der letzte Wochentag vor Neujahr als Ausnahmetage bestehen bleiben.

Hierüber gemäß Ziffer 262 und 263 der Ausführungs-

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Feuilleton*

I. Sinfonie-Konzert.

Hanau, 13. Oktober.

Die Sinfoniekonzerte, veranstaltet von der Kapelle des Infanterie-Regiments Hessen-Homburg Nr. 166 unter Leitung des Herrn Kapellmeisters Schmidt, erfreuen sich mehr und mehr der besonderen Gunst unseres Publikums. Dies be­wiesen der ziemlich zahlreiche Besuch deS gestern abend im Theater veranstalteten I. Sinfoniekonzerts und der herzliche Beifall, der gespendet wurde.

Herr Schmidt hatte and) wiederum ein anziehendes und wirklich gediegenes Programm zusammgestellt.

Einleitend bot die Kapelle die Sinfonie (Nr 5) die sogenannte Glockensinsonie (D-dur) von J. Haydn. Sie ist eine von jenen 12 Sinfonien, die Haydn in den Jahren 17911794 während seines Aufenthaltes in England komponierte und uns ihn auf der Höhe seiner Leistungen als Instrumentalist zeigen. Die meisterhafte und kunstvolle Bearbeitung der Themen macht die Sätze zu Kunstwerken in des Wortes wahrster Bedeutung. Die Kapelle fand durch eine vorzügliche Wiedergabe den entsprechenden Ausdruck. Vielleicht hätten die Blasinstrumente etwas zurücktreten dürfen, um dem Ensemble eine einheitlichere Gestaltung zu geben.

Als weitere Nummer folgte Mendelsohns Ouvertüre zum Sommernachtstraum". DiesesWerk gehörtwohl mitzu den besten des Meisters und zeigt uns die reiche Fantasie, die tiefe Empfindung und eine große Meisterschaft in der Beherrschung der Formen. Die Wiedergabe seitens der Kapelle war eine ganz vortreff­liche und ließ ein eingehendes, gründliches Studium zweifellos erkennen.

Das Programm erfuhr eine wertvolle Bereicherung durch das solistische Auftreten von Frau Cöleste Chop-Groene-

Freitag den 13. Oktober

anweisung zur G.-O. um eine Aeußerung ersucht, erwiderte die Handelskammer der Königlichen Polizeidirektion, daß nach ihren Informationen gegen die beabsichtigte Einschränkung insoweit Bedenken nicht zu erbeben seien, als es sich um das Offenhalten der Detailgeschäfte bis 10 Uhr abends handelte, denn in Hanau sei der 8 Uhr-Ladenschluß bereits fast allgemein durchgeführt und von der gesetzlich gestatteten Schlußzeit um 9 Uhr werde nur in seltenen Fällen Gebrauch gemacht.

* Deutsche Personenèarifreform. Nachdem be­reits am 21. Juli d. Js. der Ausschuß der Handelskammer für Eisenbahn-, Post- und S^iffahrtsangelegenheiten sich vorberatend in der Frage der deutschen Personentarifreform beschäftigt und vorläufig Stellung zu deren Einzelheiten ge­nommen hat, wie sie in der Presse erörtert und am 1. Juli vom Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten im preußischen Abgeordneteckoause vertreten sind, gelangte die Angelegenheit, wie schon s. Z. kurz berichtet, im Plenum der Handels­kammer zur Beschlußfassung. Das Referat des Herrn O t t und die anschließende Diskussion behandelten eingehend die allgemeinen und die speziell für die Interessen des Handels­kammerbezirks in Betracht kommenden Gesichtspunkte, und die Handelskammer beschloß, ihr Urteil über den vorliegenden Plan der Personentarifresorm in einer Resolution folgenden Inhalts auszusprechen:Die Handelskammer erklärt sich mit den Grundzügen der geplanten Personentarifresorm insoweit einverstanden, als diese von der Absicht einer Vereinheitlichung der Tarife und einer Vereinfachung des Fahrkartenwesens geleitet wird. (Wegfall der Rückfahrkarten, Festsetzung des einfachen Fahrpreises auf die Hälfte der Rückfahrkarte, allge­meine Einführung der vierten Wagenklasse, Zulassung der Inhaber von Rundreiseheften zu den Schnellzügen.) Da­gegen bedauert die Handelskammer, daß die Reform nicht auch diejenige, wenn auch nur geringe Verbilligung des Reisens zu bringen gedenkt, welche von einer solchen allge­mein erwartet werden durfte. Dies umso mehr, als sich ein etwaiger Einnahmeausfall in Kürze durch die natürliche Steigerung des Verkehrs wieder ausgleichen würde. Die Belastung des Reiseverkehrs, welche im Gegenteil zu erwarten steht (Schnellzugszuschläge, Gepäcktarif), hält die Handels­kammer für sehr unerwünscht und für sachlich nicht gerecht­fertigt. Sie muß eine solche Belastung insbesondere vom Standpunkt derjenigen Industrie- und Handelszweige ver­werfen, welche nach der Natur ihres Geschäfts viele und weite Reisen unternehmen, regelmäßig Schnellzüge benutzen und meist viel Gepäck (Mustcrlager re.) mitführen müssen, wie speziell die Edelmetallindustrie und die mit ihr zusammen­hängenden Branchen. Wenn dieser Geschäfiserschwerung auch gewisse Vorteile der Reform gegenüberstehen, so scheinen

v e l d t, Berlin. Die Pianistin verfügt über eine den Schwierigkeiten gewachsene Technik, verbunden mit einer straffen Rhythmik. Dies zeigte sie in dem schwierigen, eine Fülle packender Wirkungen enthaltenen, aber ftirs große Publikum weniger ansprechenden Tschaikowskyschen Konzert für Pianoforte Nr. 1, B-dur mit Orchesterbegleitung. Der Vor­trag war geschmackvoll und zeugte von musikalischem Empfinden. Eine abgerundete Leistung bot die Künstlerin noch in der Fantasie über ungarische Volksmelodien" von F. Liszt. Die schönen Eigenschaften ihres Spieles traten hier noch einmal so recht zu Tage. Das Publikum ließ es an reichen Bei- sallsspenden und Hervorruf nicht fehlen.

Das II. Sinfonie-Konzert findet rvie am Schluß des Programms ersichtlich Donnerstag den 9. November statt. Solistin: Fräulein Clara Funke, Frankfm-t a. M.

Ferirsprechanschlutz Nr. 605. 1905

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die letzteren doch in erster Linie dem Eisenbahndienst und nicht dem reisenden Publikum zugute zu kommen, und ins­besondere kann nicht beabsichtigt sein, durch Verteuerung des Reisens dem Erwerbsleben eine neue indirekte Steuer aufzu­erlegen zugunsten der jetzt schon hohen Rente, welche der Staat aus dem Betrieb der Eisenbahnen zu erzielen vermag. Die Handelskammer wünscht vor allem, daß: 1. Schnellzugszuschläge in nicht weiterem Um­

fange als für die bisherigen v-Züge eingeführt werden, 2. das Freigepäck möglichst im gegenwärtigen Maß beibe­halten wird, oder doch, wenn dies nicht tunlich, für den Gepäcktarif nur etwa 5 Zonen und wesentlich niedrigere Sätze in Anwendung kommen, und daß, wie in Oesterreich und Ungarn, Musterkoffer eine Ermäßigung von 50°/o genießen."

* Nennen. Das Offizierkorps des Ulanenregimentè veranstaltet am 22. Oktober nachm. halb 3 Uhr auf dem Exerzierplätze ein größeres Pferderennen. Es befindet sich auch ein landwirtschaftliches Flachrennen (Distanze 1000 Meter) darunter, was unsere landwirtschaft­liche Bevölkerung sehr interessieren wird. Näheres über das Rennen werden wir noch bringen.

Hk. Ausgabe des neuen schweizerischen Ge- branchs-Zolltarifs. Nach einer Bekanntmachung der schweizerischen Oberzolldirektion vom 22. September d. I. wird die deutsche Ausgabe des am 1. Januar 1906 in Kraft tretenden neuen schweizerischen Gebrauchstarifs, bearbeitet nach dem Gesetz vom 10. Oktober 1902 und den Konventional­tarifen, nebst Erläuterungen, Spezialentscheiden und alpha­betischem Register voraussichtlich gegen Ende Oktober ver­öffentlicht werden. Bestellungen auf die Drucksache nehmen die Zollgebietsdirektionen in Basel, Schaffhausen, Chur, Lugano, Lausanne und Genf entgegen. Der Preis, 1 Frank für das Stück, ist bar einzusenden. Auf Wunsch erfolgt auch Zusendung des Tarifs gegen Nachnahme. Den Beteiligten wird empfohlen, ihre Bestellungen mit tunlichster Beschleu­nigung zu machen. Auch nimmt die hiesige Handels­kammer Bestellungen auf den Tarif bis Ende d. M. ent­gegen.

* Silberkurs. Der Konventionspreis des 0,800 feinen Silbers beträgt für Aufträge vom 11. d. Mts. an bis auf weiteres 73 Mark per Kilo.

* Herrenabend. Mitten drin im bunten Treiben der musikalischen Saison stehen wir und es werden hohe An­forderungen sowohl materieller Art als auch inbezug an die Gehörsnerven der die verschiedenen Veranstaltungen fleißig Besuchenden gestellt. Vorerst sind es die einzelnen Gesang­vereine, die mit ihren Herrenabenden das Feld beherrschen und drei derselben haben bereits ihre diesjährige Prüfung absolviert. Am Samstag den 21. Oktober wird nun im Deutschen Haus" unter Leitung seines Dirigenten Herrn I. Milbach der GesangvereinFröhlichkeit" das Podium betreten und Proben seines Könnens ablegen. Das vorgesehene Programm weist eine gediegene Auswahl neueiuftudierter Chöre meist volkstümlichen Charakters auf. Das Hauptinteresse des Abends dürfte jedenfalls die Wieder­gabe der prächtigen Burgstaller'schen TondichtungDes Liedes Weihe" für sich in Anspruch nehmen, welche ihre Wirkung auf die Zuhörer nicht verfehlen wird. Vervoll­ständigt wird das Programm durch Darbietungen unserer Jufanteriekapelle unter Leitung ihres Dirigenten Herrn C. Schmidt und ist auch in dieser Beziehung nur Gutes zu erwarten. Der humoristische Teil liegt ebenfalls in bewährten Händen und so dürfte sich auch der Fröhlichkeits-Herrenabend seinen Vorgängern würdig anschließen. Liste zirkuliert.

* Erster Hanauer Kellnerverein. Der in weiten Kreisen in gutem Ansehen stehende Erste Hanauer Kellner- verein feiert am Samstag den 14. Oktober in den Sälen zur Harmonie" sein diesjähriges Stiftungsfest. Wir stet« wird auch in diesem Jahr der Vorstand alles aufbieten, um seinen Gästen die Stunden an diesem Abend so angenehm wie möglich zu gestalten; denn für mitwirkende erstklassige Kräfte ist in jeder Beziehung gesorgt. Freunden und Gönnern des Vereins kann daher im voraus ein genußreicher Abend verbrochen werben.

Ges. Derb.Melitia". Die gesellige Verbindung M e t i t i a" hält ihren diesjährigen Familienabend mit nachfolgendem Ball am Sonntag den 29. Oktober im Saale derStadt Bremen" ab. Das gediegene Programm enthält u. a. Kouplets, Soloszenen, Chorlieder, ein Theaterstück, der instrumentale Teil liegt in bewährten Händen. Eine Liste zum Einzeichnen ist im Umlauf.

* Verhaftet wurde gestern abend ein hier zugereistet 42 Jahre alter Müllergeselle Richard Buekaus Göpfingen, der in den Anlagen der französischen Allee unsittliche H«rd> lungen mit etwa 7 Jahre alten Kindern vornahm.