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♦ Konzert. Mit dem Beginn des Herbstes treten unsere Gesangvereine wieder mit ihren gewohnten konzertlichen Veranstaltungen auf den Plan. Der Gesangverein „S u m s e r" kündigt ein Stuhlkonzert an, das am Donnerstag den 26. Oktober, abends 71/» Uhr iu der „Centralhalle" stattfindet. Als Solist wirkt Herr Carl Gentner (Tenor) von der Frankfurter Oper mit, ebenso wird der Dirigent des Vereins, Herr Gustav Altvater, durch besondere Nummern im Programm als Tonkünstler vertreten sein. Bei der unbestritten anerkannten Leistungsfähigkeit des Gesangsvereins „Sumser" steht ein sicherlich genußreiches Konzert zu erwarten.
* Im Kaiserhof findet morgen von 5 Uhr ab musikalische Unterhaltung verbunden mit Gesangsvortrâgen statt. Die jetzige Besitzerin Frau Schuppener bemüht sich angelegentlichst, den Aufenthalt den Gästen recht angenehm au machen, auch sorgt sie für ein vorzügliches Glas Bier aus Nicolay's Hofbrauhaus, 'sowie für gute Speisen. Der Unterhaltung folgt ein Tänzchen. Wir wünschen der strebsamen Wirtin ein volles Haus.
* Erster Hanauer Fustball-Klub 1893 (E. B.). Die erste Mannschaft besiegte am vorigen Sonntag den O. F.-K. 1899 mit 13:1 Goal. Erfreulicher Weise konnten wir ein bedeutend besseres Zusammenspiel der Mannschaft konstatieren, wie am Sonntag vorher. Auch die strebsame junge Mannschaft der 3. Klasse konnte ihren Rivalen „Germania"-Gelnhausen mit 4:0 Toren abfertigen. Also auch hier ein Vorwärtsschreiten. — Ain nächsten Sonntag spielt die erste Mannschaft gegen Frankfurt „Germania l", die 2. und 3. gegen Bockenheim „Amicitia" 2 und 3. Das Spiel der 1. Klasse interessiert ohne Zweifel jeden Fußball- freund. Seit mehr als 2 Jahren wartet man in Sportskreisen auf das Zusammentreffen mit diesem wirklich erstklassigen Gegner aus dem Westmaingau mit seiner wuchtigen überaus stinken Läuferreihe. Will Hanau 93 hier einen Sieg erringen, so gilt es alle Kräfte auf das äußerste anzu- spannen. Für die Zuschauer wird sich ein spannendes Bild entwickeln, wie selten und ist daher der Besuch des Sportplatzes an der „Schönen Aussicht" sehr zu empfehlen. Spielbeginn 3 Uhr.
* Stiftungsfest. Der Stemm- und Ringklub „Eiche" begeht morgen im Saalbau „Zum deutschen Haus" sein
4. Stiftungsfest. Das reichhaltige und bestens vorbereitete Programm dürfte durch die Mitwirkung des Gesangvereins „Fröhlichkeit" noch an Anziehungskraft gewinnen. Ein Besuch ist bestens zu empfehlen.
* Verstorben. Der Lehrling Wilhelm aus Schlierbach, der vorgestern in der Wächtersbacher Steingutfabrik in die Transmission geriet, ist gestern mittag kurz nach 1 Uhr im hiesigen Landkrankenhause an den erhaltenen schweren Verletzungen verschieden.
* Strafkammer Zu dem in der Dienstagsnummer dieser Woche enthaltenen Strafkammerbericht werden wir ersucht, mitzuteilen, daß das Gericht festgestellt hat, daß der Weißbinder S., welcher der Beleidigung unb wissentlich falschen Anschuldigung angeklagt war, vollständig normal ist.
* Der Radsport „Adler" hält morgen den 24. Septbr. sein 2. Stiftungsfest mit einem Straßenzeitfahren ab. Es kommen zur Verteilung nur silberne Medaillen und zwei ivertvolle Ehrenpreise. Da der betreffende Verein erst zwei Jahre besteht, ist es immer ein Zeichen von festem Zusammenhalten, mit derartigen Veranstaltungen an die Oeffent- lichkeit zu treten. Nachmittags 4 Uhr findet gemütliches Beisammensein im „Schützenhof" statt und auch hier wird den Teilnehmern eine schöne Veranstaltung geboten. Wir wünschen dem jungen Verein zu seinem Unternehmen eine rege Beteiligung und ein gut besetztes Haus, daß er auch bald das schöne Fest der Bannerweihe begehen kann.
* Sehenswürdigkeiten. „Museum der Wetteram- schen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis ^l Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet. — „Museum des Hanauer Geschichtsvereins" (Altstädter Rathaus, eine «Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Festtagen vormittags von 11—12^2 Uhr. Kinder unter 12 Jahren haben keinen Zutritt.
* Das Hahnenkammhaus ist täglich geöffnet. * *
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0 Fechenheim, 21. Septbr. „Die Bedeutung der gewerkschaftlichen Organisation für die Allgemeinheit" war das Thema, über welches gestern abend Arbeitersekretär Oswald aus Aschaffenburg in einer von mehreren hundert Arbeitern, zumeist freien Gewerkschaftlern, besuchten Versammlung sprach. Auf die Bedeutung derselben für den Arbeiter selbst zunächst eingehend, wies er nach, daß die Gewerkschaft, als organisierte Macht dem Arbeiter gegenüberstehend, diesen wirtschaftlich hebe, seine geistige Weiterbildung ermögliche, ihm das zwingend notwendige Berufsorgan verschaffe, endlich ihn in den Stand setze, seine Wünsche zum Ausdruck zu bringen. Der Allgemeinheit aber diene sie, wenn sie Einfluß gewinnt auf die Festsetzung der Arbeitszeit, auf das Verhältnis zwischen Produktion und Absatz und die fernere Gestaltung und den Ausbau der sozialen Gesetzgebung. Aber auch dem Arbeitgeber sei die Gewerkschaft von Nutzen, denn sie gewähre ihm Schutz und Sicherheit, da der organisierte Arbeiter sich seiner Pflicht bewußt sei, und schaffe ein Bündnisverhältnis zwischen ihm und dem Arbeitnehmer. Weiter aber diene die Gewerkschaft dem kleinen Geschäftsmann uud Unternehmer, da sie die unlautere Konkurrenz beseitige, ferner dem Gemeindewesen und in letzter Linie dem Staate. Die christliche Gewerkschaft, auf dem Boden der christlichen Weltanschauung und des Gesetzes stehend, habe darum, um das alles zu erreichen, es sich zur Aufgabe gemacht, zum Gegenstand ihrer Erörterung nur wirtschaftliche Fragen, nicht religiöse und politische, zu machen zum Wohle des deutschen Arbeiters und der Gewerkschaft. — Auf den letzteren Punkt zunächst eingehend, suchten nun die anwesenden Vertreter der freien Gewerkschaften nachzuweisen, daß allerdings eine Erörterung rein wirtschaftlicher Fragen, ohne auf einschlägige politische einzugehen, unmöglich und darum der engste Anschluß der Gewerkschaft an die Partei naturgemäß sei, daß aber die christliche Gewerkschaft die Arbeiterintereffen nicht fördere, sondern hemme und zwar im engsten Bunde mit dem Kapitalismus. Diesen Behauptungen aber wußte Herr Arbeitersekretär Becker aus Frankfurt einaehend und über»
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zeugend zu begegnen, indem er nachwies, wie gerade die Gegner die gemachten Vorwürfe treffe.
Bischofsheim, 21. Septbr. (Beerdigung). Unter zahlreichem Trauergefolge der Gemeinde. Kollegen und Bekannten^ wurde heute der hiesige pensionierte Kantor und Lehrer Hartmann zu Grabe geleitet. 32 Jahre hatte der Verstorbene in unserer Gemeinde zum Segen gewirkt und sich die Liebe und Dankbarkeit der Gemeinde in reichem Maße erworben. Seines treuen Mitwirkens gedachte darum auch Herr Pfarrer Ganß, der im Anschluß an Jer. 3, 15 außerdem des Heimgegangenen schlichte Frömmigkeit, Einfachheit und bieteren und festen Charakter gebührend würdigte. Den Dank aber des engeren Lehrkreises, dem der Verstorbene angehörte, brachte Herr Lehrer Knöll von hier zum StuSbrucf, der mit warmem Nachruf am Grabe namens desselben einen Kranz niederlegte.
IHtr die LchckWW der Suiiancr Albembeiter schreibt die „Deutsche Goldschmiede-Ztg.":
Die Differenzen der Silberarbeiter mit den Silberwarenfabrikanten in Hanau stellen sich weniger als eine Bewegung zur Erzielung höherer Löhne dar, sondern in der Hauptsache vielmehr als das Bemühen, mit Hilfe der in dem Hanauer „Fachverein der Gold- und Silberarbeiter" gegebenen Organisation von den gleichfalls vereinigten Prinzipalen die Beseitigung gewisser Einrichtungen oder Unklarheiten zu erlangen, welche nach Auffassung der Arbeiter ihren Interessen Eintrag tun.
Von den sechs seitens des Fachvereins an die Fabrikantenvereinigung gerichteten Forderungen betrifft nur die erste die Höhe des Lohnes: sie verlangt für Ueber stunden eine Mehrzahlung von 25 Proz., für Sonntagsarbeit eine solche von 50 Proz. des normalen Lohnes. Diese Forderung, die die Gold- und Bijouteriearbeiter bereits im vorigen Winter mit Erfolg erhoben hatten, ist auch den Silberarbeitern ohne weiteres bewilligt worden.
Eine weitere Forderung geht darauf, daß schon am Vormittag angesagt werden sollte, wenn am Abend Ueberstunden gemacht werden müssen. In der Erwägung, daß hier eine Rücksichtnahme auf das Familienleben des Arbeiters und auf sein Rechnen mit den arbeitsfreien Stunden nicht mehr als billig ist, haben die Fabrikanten auch diese Forderung zugestanden und sich nur eine Abweichung für solche unvermeidlichen Ausnahmefälle reserviert, wo spät sehr eilige Bestellungen einlaufen, abzusendende Waren plötzlich beschädigt werden und bergL Die Arbeiter erklärten sich mit dieser Beschränkung einverstanden.
Ein dritter Punkt betrifft die L e h r l i n g s z a h l. In dieser Beziehung liegt bereits ein, seinerzeit auch in den Zeitungen veröffentlichter Beschluß der Fabrikantonvereinigung vor, welcher in Uebereinstimmung mit der Forderung der Arbeiter dahin geht, daß auf 4 Gehilfen tunlichst nicht mehr als je 1 Lehrling gehalten werden soll. Die Fabrikanten haben von neuem zugesagt, dieses Verhältnis nach Möglichkeit innezuhalten, soweit es die Umstände im einzelnen gestatten. Denn es ist klar, daß sich dergleichen nicht mit einem Schlage verwirklichen läßt, und daß mit Rücksicht auf bestehende Einrichtungen des einzelnen Betriebes und auf die Anzahl der in einer Fabrik vorhandenen Arbeiter verschiedener Kategorien die Durchführung einer derartigen Reform sich nicht einfach diktieren läßt.
Eine vierte Forderung der Arbeiter betrifft: „anst ä n - dige Behandlung, welche die gegenseitige Achtung garantiert." Daß auf diese Grundlage das Zusammenwirken von Prinzipal und Angestellten erst recht erfolgreich sein und beiderseits befriedigen kann, bedarf nicht der Hervorhebung; und fo begegnen sich in diesem Punkt offenbar die Interessen von Fabrikanten und Arbeitern, und ließ sich die Uebereinstimmung der Wünsche beider Parteien unschwer konstatieren.
Verhältnismäßig am meisten Schwierigkeiten schienen noch die beiden letzten Punkte zu machen, welche einmal die Abschaffung der Heimarbeit und sodann die Regelung der Akkordarbeit betreffen.
Die Arbeiter haben die Abschaffung jeglicher Heimarbeit verlangt mit der Begründung, daß sie die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit des Arbeiters beeinträchtigen müsse und daher auch nicht im Interesse des Arbeitgebers liegen, also beiden Teilen nur Nachteile bringen könne. Tatsächlich wird überhaupt nur in einigen wenigen Betrieben Heimarbeit geleistet und auch da nur ausnahmsweise, und der tiefere Grund dieser Forderung der Arbeiter scheint vielmehr darin zu liegen, daß sie befürchten, die Arbeitsgelegenheit möchte durch die Heimarbeit beschränft werden und die Weigerung, Heimarbeit zu übernehmen, für den einzelnen die Kündigung nach sich ziehen. Aus beiden Momenten erklärt sich wohl die scharfe Betonung dieser Forderung seitens des Arbeitervereins, welcher die Heimarbeit als einen der größten Krebsschäden der Silberwarenindustrie und ihre Beseitigung als eine der wichtigsten Forderungen bezeichnet. Beides vermochten die Fabrikanten uicht für richtig zu halten, weil überhaupt, wie gesagt, nur in einigen wenigen Betrieben Heimarbeit vorkommt und nicht im Uebermaß. Infolgedessen erkannte die Vereinigung der Fabrikanten diesen Punkt auch gar nicht als einen der ganzen Branche gemeinsamen an, und verzichtete darauf, von sich aus Stellung zu ihm zu nehmen, indem sie die Lösung dieser Frage den einzelnen Prinzipalen überließ, ausdrücklich jedoch den Arbeitern zusicherte, daß keinerlei Zwang zur Uebernahme von Heimarbeit ausgeübt, und insbesondere ihre Verweigerung niemals den Anlaß zu einer Kündigung bieten solle. Als trotz dieser Versicherung die Arbeiter auf ihrer Forderung gänzlicher Abschaffung bestanden, wies die Vereinigung darauf hin, daß die Befürchtung der Arbeiter unbegründet sei, zumal es sich regelmäßig nur um die Uebertragung von Heimarbeit an besonders tüchtige, zuverlässige und gutwillige Arbeiter handeln würde, welche eine Kündigung überhaupt nickt zu besorgen haben. Im übrigen hält die Vereinigung es mit ihren Ueberzeugungen und Absichten für nicht vereinbar, durch einen (für alle Fabrikanten bindenden) Beschluß eine Arbeitsgelegenheit unmöglich zn machen, welche von manchen Arbeitern (die etwa eine zahlreiche Familie zu versorgen haben oder sonst auf Nebenerwerb nicht verzichten wollen oder können) als eine willkommene Hilfe geschätzt wird.
Inzwischen sind die in Betracht kommenden einzelnen Fabrikanten bereits mit ihren Arbeitern in direkte Verhandlungen eingetreten und haben zum Teil die Heimarbeit abgeschafft, zum Teil haben übrigens Die Arbeiter selbst ihre Beibehaltuna aewünscht, weil andernfalls notwendig gewor-
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den wäre, mehr Arbeitskräfte einzustellen, sie aber während der _ stilleren Geschäftszeit nicht volle 10 Stunden zu beschäftigen waren, wie dies bisher durchgeführt werden konnte. Daß außerdem die für Ueberstunden gewährte Höherzahlung auch auf die Heimarbeit Anwendung finden wird, bedarf kaum der Hervorhebung.
Was über die quantitative Bedeutung der Heimarbeit in der Hanauer Silberwarenindustrie gesagt wurde, gilt auch für die Akkordarbeit. Auch hier sind es nur drei oder vier Betriebe (wie die Arbeiter selbst anssprechen), in welchem eine Lohnzahlung im Akkord stattfindet, und nur für gewiffe Arbeiten. Wenn nichtsdestoweniger die Arbeiter durch ihren Fachverein die allgemeine Forderung stellten, daß alle Preise für im Akkord bezahlte Arbeit durch eine Kommission von Sirbeitern des betreffenden Betriebes und den Fabrikanten festgesetzt und dieser vereinbarte Preis als feststehend beibehalten werde, so war auch hier sofort ersichtlich, daß dieser Frage eine weit größere Bedeutung beigelegt worden war, als sie für die Gesamtheit der Hanauer Silberarbefter tatsächlich beanspruchen kann. Aus diesem Grunde lehnte die Fabrikantenvereinigung auch zu diesem Punkt eine Beschlußfassung ihrerseits ab und überließ die Regelung den einzelnen in Betracht kommenden Firmen. Dabei wurde jedoch ausgesprochen, daß die geforderten Lohnkommissionen einzusetzen nicht angängig erscheine, und dies erklärt sich von selbst, wenn man bedenkt, wie verschiedenartige Leistungen dabei evtl, von ganz heterogen zusammengesetzten Kommissionen abgeschätzt werden müßten, abgesehen von Bedenken prinzipieller Natur, welche vielleicht gegen eine derartige Maßregel noch geltend gemacht werden können.
Auch in diesem Punkt hat die Vereinigung anscheinend den richtigen Weg beschritten: eine der beteiligten Firmen hat seither bereits die Akkordarbeit durch den Zeitlohn ersetzt, so daß über- haupr nur noch 2 oder 3 Betriebe mit teilweiser Akkordlöhnung übrig bleiben und in ihnen wird voraussichtlich auch ohne Kommission eine befriedigende Lösung dieser Frage zu erreichen sein.
Ein letzter, mehr nebensächlicher Punkt betraf die Gewohnheit der Arbeiter mancher Fabriken, erst fünf Minuten nach der festgesetzten Zeit an ihrer Arbeitsstätte zu erscheinen. Die Fabrikanten glaubten, die Abschaffung dieses Usus nunmehr als Gegenleistung der Arbeiter herbeiführen zu sollen, trafen aber hierbei auf besonders starken Widerspruch, der sich auf den Schutz einer „Tradition" usw. berief, und ließen die Sache fallen. Eine Firma hat sich mit ihren Arbeitern in der Weise verständigt, daß diese täglich pünkt- lich erscheinen und dafür im Jahre eine Woche Urlaub erhalten unter Fortzahlung des Lohnes. —
Wenn im Laufe der Entwicklung der vorstehend darge- stcllten Bewegung von einem hiesigen Blatte die Notiz gebracht wurde, am Abend sei eine Versammlung der Arbeiter, welche über ev. Eintritt in den Streik beschließen solle, die Streikunterstützung sei in ihrer Höhe schon ' festgesetzt usw., so beruhte diese Nachricht auf einer irrigen Information. Zu so weitgehenden Konsequenzen waren die oben mitgeteilten Forderungen nicht geeignet, auch wenn sie in ihrer Bedeutung noch so sehr übertrieben resp, überschätzt wurden. Und ähnlich soll sich auch ein Vertreter des deutschen Metallarbeiterverbandes geäußert haben. Wir glauben auch nicht, daß der inzwischen vollzogene Eintritt des Ha. Nauer Fach Vereins der Gold- und Silberarbeiter^ in denMetallarbeiterv erbau d den gegenwärtigen Forderungen noch einen besonderen Nachdruck verliehen hat; mit dem stärkeren Rückhalt, welchen der Fachverein durch den Anschluß erhält, verbindet sich doch auch zugleich eine Art Oberaufsicht über feine Schritte, und man wird in der Annahme nicht sehlgehen, daß die Zentralorganisation ihre Zustimmung und Unterstützung nur dann einer Lohnbewegung wird angedeihen lassen, wenn sie sich auch ihrerseits von deren Berechtigung und Bedeutung überzeugt hält. Es würde daher zu falschen Konsequenzen führen, wenn man den Eintritt der Hanauer Gold- und Silberarbeiter in den Metallarbeiterverband eine zu große, speziell nach der pessimistischen Seite hin übertriebene Bedeutung zuschreiben wollte, zumal sowohl im vorigen Jahre die Gold- und Bijouteriefabrikanten, als auch in der letzten Bewegung die Silberwarenfabrikanten den Beweis erbracht haben, daß sie durchaus nicht abgeneigt sind, begründeten Wünschen ihrer Arbeiter Gehör zu schenken.
Barometerstand
mittags 12 Uhr am 22. J
Sehr trocken ~^I Beständig
Schön 760— HH
Veränderlich
Regen (Wmd)^"M
Diel Stegen
6lm” 730-g
tso-E
710——
TelemWer Wetterbericht bn beitschni Temane.
Telegramm ans Hamburg vom 22. September.
9 Uhr 29 Min.
Ein Maximum über 744 mm lagert über Nord- Skandinavien, ein Minimum unter 751 mm am Biscapasee. In Deutschland wehen schwache nördliche bis östliche Winde, die Witterung ist meist trübe, kühl und trocken.
Prognose für den 24. September. Kühles, wolkiges Wetter wahrscheinlich.
Hus Hab und fern.
©affeC 22. Sept. Die Stadtverordneten Cassels haben gestern abend beschlossen, für das projektierte Krankenhaus des Vaterländischen Frauenvereins einen Jahreszuschuß von 8000 Mark zu bewilligen-