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OchmLt M verlegt in der Buchdrucker« deS verein. «, Waisenhauses in Hanau.

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verantwort!. Redakteur r 6. Schricker in Hrsmr

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonu- und Feiermge, mit belletristischer Beilage.

Nr. 222 Nernsp».chanschl«h Nr. 605.

Donnerstag den 21. September N<rnsprech<mschr«s Nr. cos. 1905

Amtliches.

Landkreis F)anau.

WmtMchmM See Kmiglilhen Lnhr«tS«ts.

Mit der Erledigung meiner Verfügung vom 17. März 1900 V 2594 betreffend Einreichung der entbehrlich gewordenen Bauverhandlungen ist noch eine Anzahl Bürger­meister im Rückstände. Ich bringe daher die Erledigung der Verfügung in Erinnerung und ersuche zugleich deren Be­stimmungen ferner genau zu beachten.

Hanau den 20. September 1905.

Der Königliche Landrat.

B 1606 J. A.: Conrad, Kreissekretär.

In Langendiebach ist die R o t l a u f s e u ch e (Back­steinblattern) ausgebrochen. Die Gehöftsperre ist angeordnet. Hanau den 20. September 1905.

Der Königliche Landrat.

J. A.: Conrad, Kreissekretär.

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hanan, 21. September.

Bearnten-Personalnachrichten.

Ernannt: der Forstafsessor TüShauS zu Neun­kirchen zum Oberförster unter Uebertragung der Oberförsterstelle in Gersfeld, der Pfarrer Eichhöfer zu Heisebeck zum Pfarrer in Bischhausen, Klasse Waldkappel, der Hilfsförster Keßler zu Bracht in der Oberförsterei Bracht zum Forster unter Uebertragung der Försterstelle Gottsbüren, Oberförsterei Carlshafen.

Bestellt: der Pfarrer extr. Kannegießer, seit­her in Burghaun, zum Gehilfen des Pfarrers B o d e in Buchenau.

Versetzt: der Forstmeister Nothnagel zu Frankenau auf die Oberförsterstelle Oberscheld im Reg.-Bez. Wiesbaden, der Gerichtsassessor Huppels berg in den Bezirk des Ober­landesgerichts zu Köln.

* Die Hanauer Handelskammer beschloß in ihrer gestrigen Plenarsitzung u. a. die Entsendung ihres Sekretärs, Herrn Dr. Grambow, auf die Generalversammlung des Vereins für Sozialpolitik, welche in Mannheim vom 25.27. d. M. tagt. Bezüglich eines neu abzuschließenden Handels­vertrages mit Schweden bringt die Kammer verschiedene Wünsche zum Ausdruck, die nach genauer Formulierung den zuständigen Stellen übermittelt werden sollen. U. a. wird Klage über die dort in Kraft sich besindlichen schwierigen Reisepatentbestimmungen geführt, auch müsse auf eine Milde­rung der teilweise sehr hohen und in einzelnen Branchen fast jede Konkurrenz mit der einheimischen Industrie ansschließenden Einfuhrzöllen hingewirkt werden. Dem Verbände reisender Kaufleute tritt die Kammer auf sein Ansuchen als außer­ordentliches Mitglied mit einem Jahresbeitragvon 30 Mk. bei. Bezüglich des Jahresberichtes wird beschlossen, da durch die regelmäßigen Mitteilungen schon alles Wichtige den Be­hörden und beteiligten Kreisen zugeht, diesen von jetzt an nur in beschränktem Umfange erscheinen zu lassen. Auf Ersuchen des Herrn Dr. Rau wird auch dessen Associe Herr Dr. Heinrich E i s e n a ch als öffentlich angestellter Probierer für Edelmetalle in Pflicht genommen und vereidigt. Als Handelsrichter für die nächste Wahlperiode werden die Herren Wilh. Fu es, Rudolf Küstner, Heinrich Brüning und Heinrich Heraeus, als Stellvertreter die Herren Ernst Z immermann, Cäsar Böhm, Wilh. Schroeter und Ernst Döring in Vorschlag gebracht.

* Personentarifreform. Die von der preußischen Eisenbahnverwaltung geplante allgemeine deutsche Eisenbahn­tarifreform, mit deren Einzelheiten sich die Presse schon viel und häufig beschäftigte, veranlaßte nunmehr auch die hiesige Handelskammer zur Stellungnahme. In ihrer gestrigen Plenarsitzung unterzog sie diese Reform einer eingehenden Erörterung und kam zu dem Schlüsse, daß mit der Verein­fachung des Verkehrs, die aber hauptsächlich dem inneren Eisenbahndienst selbst zu gute komme, für einen großen Teil des Publikums, speziell für die Geschäftsreisenden eine Ver­teuerung der Fahrpreise verbunden sei. Hieran trage be­sonders der Wegfall des Freigepäcks bezw. die hohen Gepäck­tarife speziell für kurze Strecken und der allgemeine Zuschlag für Schnellzüge die Schuld. Es wird die Absendung einer Resolutton beschlossen, worin die Wünsche der Kammer nieder­gelegt find.

* Sachverständige für Warenbefchädignng ans dem Eisenbahntransport. Um die im Eisenbahn­güterverkehr vorkommenden Beschädigungen an Waren bezw. die daraus resultierenden Entschädigungszahlungen des Eisen- bahnfiskus festzustellen, hat die Eisenbahndirektton in Frank­furt die Handelskammer ersucht, Sachverständige zu ernennen, die diese Schätzungen k o st e n l o s vornehmen. Die Kammer erklärt sich schließlich in Anbetracht dessen, daß die Schatzungen auch im Interesse des Kaufmannsstandes liegen, zur Er­nennung solcher Sachverständiger bereit.

* Mißstände im Pfandleihgewerbe. Ein Herr Dr. Rockow hat sich an den Herrn Minister mit einer Denkschrift gewandt, worin die mannigfachen Mißstände, wie sie im Pfandleihgeschäfte mit Uhren und Edelmetallwaren seit längerer Zeit hervorgetreten sind, besprochen werden und Maßnahmen zu deren Beseitigung vorgeschlagen werden. Besonders wurde hingewiesen auf die Versetzung ganzer Warenlager vor dem Konkurse, was natürlich eine schwere Schädigung der Gläubiger bedeute, sowie auf die Versetzung von größeren Mustersendlungen, die nur zu diesem Zwecke in Bestellung gegeben werden. Buch gäbe es Fabrikanten, die minderwertige, nur für das Auge gemachte Uhren an- fertigten und diese dann, falls die Leihhausschätzer nicht ganz geübte Leute sind, zu einem verhältnismäßig hohen Preis verletzen. Durch die regelmäßigen Versteigerungen kämen diese Waren dann unter das Publikum und dieses würde ebenso wie die konkurrierenden reellen Geschäfte dadurch geschädigt. Der Verfasser der Denkschrift schlägt u. a. vor, das Pfandleihgeschäft in neuen Waren, speziell bei größeren Posten, ganz zu verbieten. Der Minister Hai sich an die Handelskammer um gutachtliche Aeußerung hierzu gewandt, doch diese ist in dieser Sache verschiedener Meinung und bringt vor allem die Befürchtung zum Ausdruck, daß durch eine solche Maßnahme mancher kleinere Geschäftsmann der Möglichkeit beraubt würde, durch Versetzung von Teilen seines momentan großen und vorläufig unverkäuflichen Lagers sich dringend nötige Geldmittel zu verschaffen, um diese Waren dann bei günstigem Geschäftsgang wieder auszulösen und zum Verkauf zu stellen. Bei den offiziellen Leihhäusern seien solche Leihgeschäfte übrigens weniger zu befürchten, der- arttge Manipulattonen würden hauptsächlich in Privatleih­häusern erledigt und diese könne man auch nicht durch Maß­nahmen wie die vorgesehenen treffen, weil es ihnen ja frei® gestellt sei, sich einfach Bankhäuser zu nennen und die Geschäfte als Lombardgeschäfte abzuschließen. Das Lombard­geschäft dürfe aber unter keinen Umständen beschränkt oder unmöglich gemacht werden. Die Kammer beantragt den Ausschuß für die besonderen Angelegenheiten der Edelmetalle mit nochmaliger gründlicher Beratung der überaus schwierigen Frage.

* Wissenschaftliche Vorträge für Kaufleute. Die Handelskammer beschloß in ihrer gestrigen Plenarsitzung, die seit einigen Jahren im Winterhalbjahre stattfindenden kaufmännischen wissenschaftlichen Vorträge in Anbetracht des sehr mäßigen letztjährigen Besuches vorläufig auszusetzen und zu warten, bis der kaufmännische Verein selbst darum ersucht.

K . ZoArârtng in Gold bei der Einfuhr nach Brasilien. Nach dem Entwurf des brasilianischen Budgctgeietzes für das Jahr 1906 soll der Präsident der Republick ermächtigt werden, von den Einfuhrzöllen 3O°/o in Gold und 7O°/o in Papier zu erheben, anstatt wie bisher 25 bezw. 75 °/0.

Ha. Neuer Mexikanischer Zolltarif. Nach dem am 1. September in Kraft getretenen neuen Zolltarif sind für deutsche Waren bei der Einfuhr nach Mexiko die folgen­den Zollsätze zu entrichten:

Celluloid, Pack- und Strohpapier

neuer Zoll früherer Zoll

Pesos

Pesos

0,16

0,066 0,077

Druck-, Filtrier- und Löschpapier

0,16

Glanz- und marmoriertes Papier sowie einfache Tapeten

0,15

0,11

Gold-, Silber- oder Sammettapeten

0,30

0,22

Schreibpapier, bis 4O°/o Holzmasse und bis zu 50 g pro qm schwer für 1 k" ges. Gewicht

0,20

0,22

desgl. über 4O°/o Holzmasse, für 1 kg ges. Gewicht

0,075,

Seidenpapier

0,16

0,11

parfümierte Seife

1,00

0,825

chemische Erzeugnisse, Gold- und Schmucksachen, Uhren

1,00

O,75+lO°/o

Liköre

0,45

0,385

Apfelwein in Fässern

0,10

0,088

Chromobilder- Lithographien usw

0,90

0,825

Ausgabe von kleinen Reichskaflenscheinen. Die Handelskammer nahm gestern Stellung zu dem geplanten Gesetz betr. Vermehrung bezw. Neuausgabe von kleinen Reichsbanknoten und sprach sich einmütig gegen eine solche Maßnahme aus, da eine Bedürfnissrage durchaus nicht an­zuerkennen sei. Im Publikum seien derarttge kleine Scheine nicht beliebt, man suche sie vielmehr stets so schnell als mög­lich abzustoßen.

* Zur Fortführung der Mainkanalisatto«. DerFränk. K." schreibt zu der von der Stadtverordneten­versammlung gefaßten Resvlutton:

Die Stadtverordnetenversammlung hat sich die Sache etwas sehr leicht gemacht, wenn sie ohne jeden Versuch eines Beweises die Haltung der bayerischen Regierung und bayerischen Jnteressenverbânde für die Verzögerung der Fortsetzung der Mainkanalisierung verantwortlich macht. In Wirklichkeit liegt die Hauptschuld der Verzögerung an der preußischen Regierung, welche in erster Linie die Er- haltung der wirtschaftlichen Bedeutung Frankfurts vertritt und deshalb Forderungen an die bayerische Regierung stellt, welche von dieser im Interesse der Erhaltung der Tarifhoheit abgelehnt werden. Wenn auf beiden Seiten der gute Wille herrschte, die Mainwasserstraße weiter aus­zubauen, so würde sich ein billiges Uebereinkommen wohl erzielen lassen können.

Angesichts der Verhältnisse ist es ja nicht zu verwundern^ wenn von bayerischer Seite versucht wird, die Schuld der : Verzögerung des Projekts auf die Schultern Preußens ab- j zuwälzen. Wir sind jedoch der Meinung, daß auch in der Hanauer Stadtverordnetenversammlung Männer sitzen, die genau über die tatsächliche Lage der Verhältnisse informiert find und können nur wünschen, daß die im Schlußsätze der ge­faßten Resolution ausgedrückte Hoffnung, es möge die Er­kenntnis von der Dringlichkeit des Ausbaues der Mainwasser­straße in Kürze dahin führen, daß Fragen allgemeiner, prinzipieller Natur zur Seite geschoben und lediglich die Rück­sicht auf die Sicherung und Förderung des Verkehrs des ge- sammten Maingebietes für Weiterverhandlungen bestimmend sein werde, im Interesse des für die wirtschaftliche Entwicke­lung unseres Maingebietes sicher segensreich wirkenden Pro­jekts allseits entsprechende Würdigung finde. Dieser Wunsch deckt sich ja erfreulicherweise auch mit den Schlußbemerkungen des bayerischen Blattes.

* Seuchen. Im Regierungsbezirk sind zur Zett folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Kreis Fritzlar: Ober­vorschütz, Werkel (Verdacht); Kreis Kirchhain: Holzhausen; Kreis Witzenhausen: Kleinalmerode (Verdacht); Kreis Esch- wege: Wellingerode (Verdacht). Schweineseuche (Schweinepest): Stadtkreis Cassel: Cassel (Stadt); Land­kreis Cassel: Dörnhagen, Bergshausen, Vollmarshauftu, Weimar, Sandershausen, Bettenhausen; Kreis Eschwege: Schafhof; Kreis Fritzlar: Kirchberg, Haddamar, Gudens­berg, Dissen, Großenegnlis, Dorla, Wichdorf; Landkreis Hanau: Ravolzhausen; Kreis Hersfeld: Hersfeld (Stadt), Mecklar, Asbach; Kreis Hofgeismar: Immenhausen; Kreis Melsungen: Melsungen, Beiseförth, Wolfershausen; Kreis Rotenburg: Hübenthal, Hornel; Kreis Wolfhagen: Dom. Rangen, Dom. Burghasungen. Influenza der Pferde (Brustseuche): Stadtkreis Cassel: Cassel (Stadt); Kreis Fritzlar: Fritzlar.

* HesftscheLebensverflcheruugsbMrkAdler". Das Kaiserliche Aufsichtsamt für Privatversicherung hat in der Entscheidung vom 17. Januar 1905, welche infolge der Rekursentscheidung vom 6. September 1905 rechtskräftig ge­worden ist, dem Adler, Hessische Lebensoer- ficherungs-Bank a. G. in Darmstadt, den Ge­schäftsbetrieb gemäß § 67 des Gesetzes über die privaten Versicherungsunternehmungen voul 12. Mai 1901 untersagt Durch dieAdler"-Affäre sind auch viele Hanauer, die bei dieser Gesellschaft versichert waren, geschädigt.

* Dahlien-Ausflellung. Die von Herrn Kunstgärtner H o l z s ch u h, Hainstraße, dem öffentlichen Besuch zugänglich gemachte Edel-Dahlien-Ausstellung bietet für Blumenfreunde eine Sehenswürdigkeit und erregt das Interesse und den Beifall aller Besucher. Die in allen Nuancen der Farben­skala abgestuften einzelnen Kollekttonen vereinigen sich M einem farbenprächtigen Bilde von leuchtenden Blumensterne», deren schönste Exemplare das Produkt eigener Züchttmg sind. Die Ausstellung dauert bis zum 23. September.

* Rittershans-Konzert. Es dürfte unsere Musik­freunde interessieren, daß der Köuigl. Hofopernsânger Alfred ittershaus im Oktober hier wieder einen Opern- Balladen- und Lieder-Abend mit vollständig neuem Programm veranstalten wird.