S0. September
§ Mutterstadt, 18. Septbr. (Besu ch.) Ein Freudentag war der heutige Tag für unsere Heine Gemeinde, da ihr der Hochwürdigste Herr Bischof Adalbert von Fulda die Ehre seines Besuches zu teil werden ließ. Von einer stattlichen Reiterschar geleitet, traf der Hochwürdigste Herr gegen 4 Uhr von Hanau aus hier ein, wo er am Eingang des Dorfes von Kuratus Reinhard begrüßt und in feierlicher Prozession durch die festlich geschmückte Hauptstraße zur Kirche geleitet wurde. Daselbst erteilte er nach einer zu Herzen gehenkelt Ansprache an die versammelte Gemeinde den bischöflichen Segen und nahm die Visitation der Kirche und die Religionsprüfnitg der Schulkinder vor. Nach einem Rundgange durch das Dorf verabschiedete sich der Hochwürdigste Herr und fuhr, von der Kavalkade eskortiert, gegen 7 Uhr nach Hanau zurück.
Gerichtssaal.
Sitzung des Schöffengerichts vom 19. September.
Ein Bettler erhalt 6 Wochen Haft und wird der Landespolizeibehörde überwiesen. — Der Schlosser W. von Klein- Auheim hatte auf einem Radfahrerfest in Großauheim ein Renkontre mit einem andern Besucher. Als er Schläge aus- teilen wollte, traf er statt seines Gegners den Former Wilhelm F., der eine Wunde am Kopfe erhielt. Der Angeklagte erhält 30 Mk. Geldstrafe. — Der Schmied M. hier hatte einen Strafbefehl von 10 Mk. erhalten, weil er Wagen und andere Geräte derart vor seiner Schmiede in der Vorstadt ausstellte, daß hierdurch der Verkehr gehemmt war. Der Einspruch ist ohne Erfolg. — Der Dienstknecht F. von Sterbfritz war mit dem Dienstknecht V. bei dem Russensteinfabrikanten M. in Bruchköbel bedienstet und hatte mit seinem Kollegen am 13. Mai Steine zu einem Neubau nach Großsteinheim gefahren, wobei jeder ein Fuhrwerk begleitete. In Großsteinheim gab es aus Anlaß des Richtfestes ein Fäßchen Bier, von welchem sich V. schwer trennen konnte. Der Maurer Karl I. von Windecken machte sich dies zu Nutzen, schwang sich auf das Fuhrwerk des V. und fuhr in Begleitung des anderen Dienstknechtes davon. V. lief seinem Fuhrwerk nach, wurde aber von dem I. vom Wagen herab mit der Peitsche geschlagen, sodaß er es aufgeben mußte, wieder in den Besitz seines Fuhrwerks zu gelangen, er mußte per pedes den Weg nach Bruchköbel antreten. In der Bruchköbler Landstraße machten F. und I. mit den beiden Fuhrwerken vor einer Wirtschaft nochmals Halt, wodurch es dem V. gelang, die beiden zu überholen. Als er am Bruchköbler Walde ♦wieberum sein Fuhrwerk in Besitz nehmen wollte, sprang der I. vom Wagen und verprügelte den V. mit der Peitsche derart, daß er betäubt und blutend im Straßengraben liegen blieb und später von vorübergehenden Passanten ins Landkrankenhaus geschafft werden mußte. Der Angeklagte I. erhält mit Rücksicht auf die bewiesene außerordentliche Roheit 4 Monate und 3 Tage Gefängnis, der mitangeklagte F. wirb freigesprochen, weil seine Beteiligung an der Mißhandlung nicht nachgewiesen werden konnte. — Der Gärtner Z. erhielt ein Strafmandat, weil er mit einem leeren Latrinenwagen auf der linken Straßenseite gehalten hatte, anstatt nach der polizeilichen Vorschrift auf der rechten Seite. Der Angeklagte wird freigesprochen, weil er seiner Instruktion gemäß gehandelt hat. — Der Taglöhner R. setzte am 12. August seiner Familie derart zu, daß diese mehrfach die Polizei zu Hilfe rief. Die Schutzleute wurden von dem Angeklagten mit den unflätigsten Ausdrücken empfangen und mußten ihn schließlich zur Sicherheit der Familie in Polizei- gewahrsam bringen. Der Angeklagte erhält 2 Monate Gefängnis. — Der Lehrling M. soll nach zwei jungen Leuten mit Steinen geworfen haben und hatte ein Strafmandat erhalten. Dem Angeklagterl kann die Beschuldigung nicht nachgewiesen werden, weshalb seine Freisprechung erfolgt. — Der Dienstmann S. hatte ein Strafmandat von 2 Mk. er- gtM^RHaaBHHMMMMHMMMMMBHBMaP*^ lange eine leuchtende Schweifspur zu sehen ist und an welcher Stelle des Himmels das Meteor — mit oder ohne Explosions-Erscheinung — verschwindet; auch Me Farbe, in der es leuchtet, kann man sich merfen.
Wenn ein Zerplatzen stattfindet, so ist es auch von Wichtigkeit zu erfahren, ob und nach wie langer Zeit möglicherweise aus der betreffenden Richtung ein Knall oder sonstiges Geräusch hörbar wirb; man muß dazu allerdings etwas Geduld haben, denn vor Ablauf von etwa drei Minuten nach erfolgter Explosion eines Meteors ist im allgemeinen nicht auf Eintreffen des Schalles zu rechnen und wird man in solchem Falle gut tun, noch länger — bis etwa sechs Minuten verflossen sind — aufmerksam darauf zu achten.
Für Ungeübte und Unkundige, die am Sternenhimmel gar nicht Bescheid wissen, sei noch bemerkt, daß sie eine Meteor-Flugbahn unter Umständen auch nach Häusern, Bäumen und sonstigen besonders in die Augen fallenden Gegenständen beschreiben können, wenn sie an einem der nächsten Tage einem geübteren Beobachter an Ort und Stelle darüber genaue Mitteilung machen; es ist das überhaupt in jedem Falle wünschenswert, wenn ein Bericht über die Erscheinung einer geeigneten Stelle übermittelt werden soll.
An jedem Orte werden sich im allgemeinen wohl Persönlichkeiten finden, die geneigt und im Stande sind, solche Mitteilungen in Empfang zu nehmen und weiter zu befördern.*)
Für diejenigen Leser dieses Blattes, die Neigung haben, sich etwas näher mit dem Sternenhimmel bekannt ju machen unb die eventl. auch eine kleine Ausgabe dafür nicht scheuen, sei noch bemerkt, daß in der „Deutschen Lehrmittel-Anstalt von Franz Heinrich Klodt in Frankfurt a. M. eine kleine „drehbare Sternkarte" (für jede Stunde des Jahres einzustellen) für 1.25 Mk. und eine Begleitschrift dazu, unter dem Titel „Kleine Himmelskunde" für 80 Pfg. zu haben ist; beides ist Interessenten sehr jur Anschaffung zu empfehlen.
. ... *> Die Redaktion ist bereit, für Hanau und Umgebung darüber Auskunft sh erteilen.
Mittwoch
halten, weil er seinen Wagen in verkehrsstörender Weise auf die Straße gestellt hatte. Sein Einspruch wird für völlig unbegründet befunden unb daher die Strafe auf 3 Mk. erhöht.
Hus Hab und fern.
Bad Orb, 19. Septbr. Die bisherige Frequenzziffer von Bad Orb hat annähernd die Zahl 4000 erreicht, und zweifellos wird bis zum Schlüsse der Saison noch mancher Kurgast und Fremde hier Aufenthalt nehmen, sodaß dann ein im ganzen befriedigender Verkehr für die Fortentwickelung unseres Herrlichen Kurorts das Beste erhoffen läßt, konstatiert werden kann.
Marburg, 18. Septbr. Eine Dame aus Nauheim, welche zum Besuch ihres hier zu einer Reserveoffiziersübung einberufenen Gatten weilte und sich in der Nähe des Bahnhofs von ihm verabschiedete, wurde bei ihrer Rückkehr ins Hotel von zwei liederlichen Mädchen auf Schritt und Tritt verfolgt und mit in hohem Grade beleidigenden Schimpfworten überhäuft. Infolge der hierauf erfolgten Anzeige wurden die beiden Mädchen zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilt.
Treysa, 18. Sept. Eine Flasche warf ein Reservist auf der Strecke Neustadt—Treysa aus dem in voller Fahrt befindlichen Zuge und traf den Bahnwärter derart, daß er sofort getötet wurde. Der Reservist wurde bei der Ankunft auf der hiesigen Station verhaftet.
Ebsdorf, 19. Sept. Heute vormittag fand die landespolizeiliche Abnahme der Teilstrecke Ebsdorf—Dreihausen der Marburger Kreisbahn statt.
Hünfeld, 19. Septbr. Herr Kreisassistenzarzt Dr. Liedig dahier ist seitens des Herrn Ministers telegraphisch in das Choleragebiet nach Marienburg berufen und bereits dahin abgereist.
Allendorf, a. b. Werra, 17. Sept. Ein drolliges Vorkommnis passierte.einem biederen Handwerker unserer Stadt anläßlich der Verlosung der Casseler Gewerbe-Ausstellung. Er erfuhr, daß sein Los von Glück begünstigt sei, und flugs setzte er sich in den Zug, um nach Cassel zu fahren. Schon glaubte er, die schöne Zimmereinrichtung ober mindestens das Pianino sein eigen nennen zu können, aber, o Schreck, einen Regenschirm hatte er gewonnen.
Schlitz (Oberhessen), 18. Septbr. 'Zu der am 27. September stattfindenden Einzugsfeier des erbgräflichen Paares, welches vor kurzem in Wien seine Hochzeit feierte, in unsere Stadt plant die Bürgerschaft die Abholung an der Landesgrenze. Die Vorbereitungen sind im Gange.
K. Lantech ach, 19. Septbr. Durch einen bedauerlichen Unglücksfall wurde die Familie des Arbeiters Ritter im benachbarten Wallenrod in schweres Leid versetzt. Ritter fiel beim Maschinendrehen vom Scheunengerüst kopfüber in die Tenne und brach das Genick, sodaß *ber Tod sofort eintrat. Seine Frau *unb fünf Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren haben ihrdn Ernährer verloren.
A Babenhausen, 19. Septbr. In der Umgegend von Aschaffenburg und im Freigerichtsgebiete herrscht bereits eine lebhafte Obstkauflust. Die Preise habur sich aus ihrer anfänglichen Schwankung rasch angezogen und gefestigt. Feineres Tafelobst wird mit 16 bis 18 Mark, Kelterobst mit 12 bis 14 Mark und unscheinbares Fallobst mit 7 bis 9 Mark per Doppelzentner bezahlt. Kauflustige strömen aus allen Windrichtungen herzu, so daß ein weiterer Preisaufschlag zu erwarten resp, zu befürchten stehen dürfte.
FC. Offenbach a. M., 19. Septbr. Auf der Frankfurter Straße kurz vor Offenbach wurde Aftern abend der Musketier Hochseth von der 6. Komp. 168. Regts. von der Elektrischen Bahn überfahren. Er wollte während der Fahrt aufspringen und glitt dabei aus. Seine Verletzungen an den Beinen sind so schwer, daß die Aerzte befürchten, zur Amputation beider Beine schreiten zu müssen.
Eltville, 19. Septbr. Erfreulicherweise kann man konstatieren, daß die S ch n a k e n p l a g e in diesem Sommer in Eltville so gut wie beseitigt war und daß auch in manchen anderen Orten im Rheingau eine bedeutende Abnahme zu verspüren war. Es ist interessant, den Ursachen dieser Abnahme nachzuspüren. Nach Ansicht einiger Gelehrten -dürfte dieselbe wahrscheinlich zumeist folgenden Umständen zuzuschreiben sein. Erstlich wird das Ausbrennen der Keller im Winter gut gewirkt haben. Ferner sind durch die große Hitze in diesem Sommer viele Gräben, Tümpel u. s. w. ausgetrocknet. Diese Gräben, wenn mit stehendem Wasser angefüllt, sind bekanntlich stets beliebte Brutstätten der Schnaken. Es erklärt sich daher, daß Orte, wie z. B. Geisenheim, die ihre Schnaken hauptsächlich dem toten Rheinarm verdanken, durch das Austrocknen desselben in diesem Sommer Ruhe bekamen. Für Eltville liegt die Sache aber anders. Hier sind wenig Gräben und Tümpel. Unsere Hauptbrutstätte war bekanntlich das Rheinufer mit seinen Schilfgebüschen, durch welche das Wasser stagnierte, wodurch wiederum die ergiebigsten Brutstätten entstanden. Wer z. B. vor 1903 im Sommer von Walluf nach Eltville spazierte, wird sich erinnern, daß man dort von Schnaken förmlich aufgefressen wurde. Jetzt ist dort das Schilf den ganzen Sommer über so kurz abgehauen worden, daß das Wasser am Ufer nicht mehr stagnierte, sondern gut fließt, wodurch den Mücken das Eierablegen unmöglich gemacht ist. Auch in Eltville hat man beobachtet, daß die wenigen sonstigen Brutstätten wie Jauchegruben, Regentonnen usw. auch recht reichlich mit Larven versorgt waren, — die aber meist durch Petroleum unschädlich gemacht sind.
Eisenach, 18. Septbr. Der Dichter Ernst Scherett- berg ist heute nachmittag in einer Sitzung des Vereins deutscher Eisengießereien, dessen Geschäftsführer er war, im Alter von 65 Jahren am Herzschlag gestorben. Scherenberg, der sich vor allem als Lyriker einen Namen gemacht hat, war in Swinemünde geboren. Er wollte zuerst Maler- werden, wandte sich später aber dem Journalismus zu. Von 1865 — 70 redigierte er das „BraunschweigerTageblatt", von 1870—83 die „Elberfelder Zeitung". Seit 1877 war er nebenbei Sekretär der Elberfelder Handelskammer.
________Sette 3
Brückenau, 19. Septbr. Vor dem unterfränkischeu Schwurgericht stand zur Verhandlung die Anklage gegen den verheirateten Taglöhner und vormaligen Hilfspostboten Johannes Maul von Rupboden wegen Verbrechens und Vergehens im Amte. Die Beweisaufnahme erbrachte, daß der Angeklagte im Jahre 1904 kurz nach seiner Verheiratung sich oftmals in Not befand. Um für seine Wohnung Anschaffungen zu erledigen, ließ er sich auf sogen. Abschlagszahlungen ein. Diese konnte er bald nicht mehr leisten. Um nun Geld zu erlangen, lieferte er die ihm aufgegebenen Gelder nicht auf der Postagentur zu Brückenau ab, sondern behielt die Beträge für sich. Im ganzen konstatierte das Gericht Unterschlagungen in Höhe von rund 230 Mk. Außerdem hatte der Angeklagte, um die Veruntreuungen zu verdecken, eine Empfangsbestätigung gefälscht und 2 Mahnbriefe vernichtet. Maul legte ein offenes Geständnis ab unb,*ba er sämtliche Beträge noch vor seiner Verhaftung zurückerstattete, wurden mildernde Umstände angenommen. Das Urteil lautete auf 6^2 Monate Gefängnis.
Drahtnachrichten.
Reichstags-Ersatzwahl.
Esten a. d. Ruhr, 20. Septbr. Bei der Reichstags- Ersatzwahl im Stadt- und Landkreise Essen wurden 85 984 Stimmen abgegeben. Es erhielten: Giesberts (Ztr.) 35 500, Gewehr (Soz.) 28 726, Niedermeyer (Natl.) 17 866 Stimmen. Es ist Stichivahl zwischen Giesberts und Gewehr erforderlich.
Die Vorgänge in Ruhland.
Tistis, 19. Septbr. (Petersburger Telegr.-Agentur.) In Baku dauern die Mordtaten und die Verwundungen, die mit Hieb- und Stichwaffen ausgeführt werden, an. Räuberei wird überall in der Provinz Elisabethpol getrieben, besonders auf der Straße nach Agdama, und auf dieser ist General Takaischwili mit Truppen angekommen. Eine Tatarenbande wurde von Kosaken bis in ein armenisches Kloster in der Provinz Eriwan verfolgt unb dort zerniert, bis Mohammedaner zum Entsatz herbeieilten und sie befreiten.
Dänische Milch.
Berlin, 20. Septbr. Die „Voss. Ztg." meldet: Gestern traf hier die erste Sendung dänischer Milch in Tankwagen ein.
Protest.
Caracas, 19. Sept. (Reuter.) Der französische Gesandte erhob gegen die Schließung der französischen Telegraphen- Station und die Ausweisung des Direktors derselben Protest.
Caracas, 20. Sept. (Meld. b. Agence Havas.) Präsident Castro wird heute den Richter Calhoun, den Sondergesandten der Vereinigten Staaten, empfangen.
Empörung.
Rew-Nork, 20. Sept. (Reuter.) Nach einer bisher noch unbestätigten Depesche aus Panama erklärte sich am 8. September in Bogota der Präsident Reyes zum Diktator und setzte die Mitglieder des Obersten Gerichtshofes gefangen. Der Pöbel griff seinen Palast an, die Truppen feuerten. Viele Leute wurden getötet und verwundet. In den Departements Antioquia und Santander brachen Empörungen ai^.
Arbcitcrvcrficherungs-Kongreft.
Wien, 19. September. In der heutigen Sitzung des Arbeiterversicherungs-Kongresses, in Millerand der den Vorsitz führte, sprachen u. a. Hjelt-Finnland über die in Finnland eingeführte Pensionsversicherung, Magaldi-Rom übet das neue italienische Unfallversicherungsgesetz vom Jahre 1903, Paulel-Paris über die Arbeiterversicherungsgesetzgebung in Frankreich unb Nationalrat Steiger-Bern über Versuche einer allgemeinen Volksversicherung in der Schweiz. Geheimrat Dr. Bödicker-Berlin sprach Millerand den Dank des Kongresses aus für sein Erscheinen und seine Mitarbeit. Millerand werde die Kenntnis, die er während seines Aufenthalts in Deutschland und Oesterreich von zahlreichen sozialpolitischen Einrichtungen erlangt habe, nach seiner Heimkehr verwerten, so daß es ihm und seinen Mitarbeitern gelingen werde, ein Arbeiterversicherungsgesetz zu stande zu bringen, so schön wie sein schönes Vaterland. (Lebhafter Beifall.) Heute nachmittag unternahmen die Kongreßmitglieder einen Ausflug zur Besichtigung von Volks-Wohnungen.
Ein Sohn geboren.
Berlin, 20. Septbr. Die „Voss. Ztg." meldet aus Konstantinopel: Die erste Gattin des Sultans ist von einem Knaben entbunden worden.
Sensationsprozetz.
Posen, 20. Sept. Vor der Zivilkammer des Landgerichtes findet heute die Verhandlung in der Klagesache der Bahnwärterfrau Mayer aus FrèiherrnerSdorf (öfterr. Schlesien) gegen den Grafen und die Gräfin WersterSki-Kwilecki wegen Herausgabe des kleinen Grafen Joseph Kwilecki statt.
Selbstentleibung eines Mörders.
Oranienburg, 20. Sept. In dem Remontedepot Bärenklau erhängte sich der Kutscher Richter, der Mörder der Arbeiterin Pioch in Berlin (Hasenheide.)
Havarie.
Halifax (Neuschottland), 19. Septbr. Der Lloyddampfer „B reme n", der am 14. September mittags von Newyork nach Bremen in See gegangen war, erlitt am 16. einen Bruch der Schraubenwelle und wurde von den Wellen getrieben, bis am 17. September der Dampfer „Lucigen" die Signale des „Bremen" erwiderte, den Lloyddampfer ins Schlepptau nahm und ihn 230 Meilen weit bis hierher schleppte, wo beide heute eintrafen.
Halifax, 19. Septbr. Ueber die Havarien des Lloyd- dampfers „Bremen" wird jetzt bekannt: Ein Flügel der einen Schraube brach ab und geriet in die zweite Schraube, wodurch die Schraubenwelle brach und beide Schrauben unbrauchbar wurden. Von den Passagieren und der Besatzung wurde niemand verletzt.
London, 20. September. Nach einem dem „Morning- Leader" aus Liverpool zugegangenen Telegramm ist die Beschädigung der Schrauben des Olloyddampfers „Bremen" auf einen Zusammenstoß mit einem unter Wasser befindlichen Wrack zurückzuführen.