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General-Anzeiger
Amtliches Orga« für Stadt- «ad Faudkreis Ka«a«.
Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Die fünf gespalten« Petitz-il, ober deren Raum 15 VK» im SteklamvUell Ut Zelle SS M>
verantwort!. Redakteur: G. SchrrGar ta Hamm.
Al. 216 Fernsprechanschlrrh Nr. 605.
Amtliches.
I Landkreis F)anau.
Btkmtmchiiiigeil des Königliche» Lnndrntsnmts.
Unter Bezugnahme auf meine Verfügung vom 29. Februar 1904, J.-Nr. 399 U, ersuche ich die Herren Bürgermeister, die landwirtschaftlichen Betriebsunternehmer durch wiederholte ortsübliche Bekanntmachung zur Anmeldung der im laufenden Jahre in ihren Betrieben durch Zu- oder Abgang eingetretenen Betriebs-Derände- ! rangen aufzufordern.
Die angemeldeten, sowie die auf andere Weise zur Kenntnis der Herren Bürgermeister kommenden Veränderungen sind in die vorgeschriebene Nachweisung, zu welcher Formulare im diesseitigen Bureau vorrätig gehalten werden, einzutragen und mir bis spätestens zum 15. Oktober d. Js. vorlegen.
Hanau den 11. September 1905.
Der Vorsitzende des Sekttons-Vorstandes.
g.=9tr. 1902 U v. Beckerath.
Die Landwirte Heinrich Goy 5r und Heinrich Lehr 5t von Roßdorf sind zu Ortsschätzern der Gemeinde Roßdorf widerruflich bestellt und verpflichtet worden.
Hanau den 12. September 1905.
Der Königliche Landrat.
? 5951 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Die Firma Frankfurter Maschinenfabrik Aktten- gesellschaft in Frankfurt beabsichtigt auf ihrem im Gemeindebezirk Grohauheim erworbenen Grundstück Karte A A Nr. 301/117 re. ein Hammerwerk, bestehend in einem Luftfederhammer, zu errichten.
Es wird dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Beschreibung der« Anlage und die hierzu gehörigen Zeichnungen im Bureau des Kreisausschusses zur Einsicht ausgelegt und daß etwaige Einsprüche hiergegen innerhalb 2 Wochen, vom Tage der Veröffentlichung ab, schriftlich in zweifacher Ausfertigung, bei mir anzubringen sind. Verspätet eingehende Einsprüche werden nicht berücksichtigt.
Zur Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen ist Termin auf
Montag den 2. Oktober d. Js., vormittags 11 Uhr, in das Bureau des Kreisausschuffes anberaumt, wozu die Beteiligten hiermit eingeladen werden.
Hanau dm 12. September 1905.
Der Vorsitzende des Kreisausschuffes.
J.-Nr. A 3849 v. Beckerath. 17816
Feuilleton.
Hanauer Stadttheater.
Mit demselben Eifer wie im vorigen Jahr wurde auch während dieses Sommers an dem Umbau unseres Stadttheaters gearbeitet. Abgesehen von dem an der Erbprinz-Wilhelm-Anlage gelegenen neuen Treppenhause fielen die Veränderungen des letzten Jahres weniger in's Auge, da es sich damals in erster Linie um erhöhte Feuersicherheit des Theaters und umfassende Aenderungen im Bühnenhause handelte, während die jetzigen Verbesserungen den Theaterbesuchern unmittelbar zu Gute kommen. Als Wichttgstes wäre zu bemerken, daß eine neue Dampfheizungsund Entlüftungs-Anlage geschaffen worden ist, die hoffentlich alle Klagen über mangelhafte Beheizung und schlechte Luft verstummen läßt. Die Heizung des Logenhauses erfolgt durch erwärmte Luft, die in Schächten nach oben getrieben und von der Decke aus in den Zuschauerraum eingeführt wird. Die Bühne, Ankleidezimmer, Bureaus, Gänge und Treppen erhielten Niederdruck-Dampfheizung. Mit Ausnahme der Bühne sind jetzt alle Räume mit elektrischer Beleuchtung versehen worden. Das Logenhaus wurde — ebenso wie die Gänge — vollständig renoviert und macht einen überraschend guten Eindruck. Von den dunkel gehaltenen Wänden heben sich die weißen, mit Gold verzierten Ränge äußerst wirkungsvoll ab und die, vom Kunstmaler Lanz int Empire-Stil gehaltene Decke erhielt als Schmuck die Medaillon-Bildnisse berühmter Dichter und Komponisten. Ein neuer Hauptvorhang aus dem bekannten Kuhn'schen Atelier in Köln bildet einen stimmungs- volleii Abschluß des Ganzen, und es dürfte jetzt im deutschen Reich keine zweite Stadt von der Größe Hanau's zu finden sein, die sich eines so schönen und» feuersicheren Theaters erfreut, wie das unsrige. Die Einteilung der Plätze ist im
Donnerstag den 14. September
ES
Hus Hanau Stadt und Land.
Hanan, 14. September.
Beamten-Perfonalnachrichten.
Ernannt: der Regierungs- und Baurat Bohnstedt zum Geheimen Baurat und vortragenden Rat im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, der bisherige Forstaffessor Saxer vom 1. Oktober d. J. ab zum Oberförster der Oberförsterei Wolkersdorf, der Kreisassistenzarzt Dr. Werner in Marburg zum Königlichen Kreisarzt unter Uebertragung der Kreisarztftelle des Kreises Schmalkalden vom 1. Oktober 1905 ab, der Rechtskandidat Bethcke zum Referendar.
Bestellt: der Arzt Dr. Wolf in Minden zum Kreis- assistenzarzt der Kreise Marburg und Kirchhain mit dem Wohnsitze in Marburg.
Uebertragen: dem Förster Dennert in Rohden die durch die Pensionierung des Hegemeisters Hinze zur Erledigung kommende Försterstelle in Ottensen in der Oberförsterei Haste, dem Förster Zeller zu Feldrom die durch die Pensionierung des Försters Heße frei werdende Försterstelle zu Auhagen in der Oberförsterei Haste.
Versetzt: der Regierungs- und Baurat König in die durch die Beförderung des Regierungs- und Baurats Bohnstedt zum vortragenden Rat erledigte hochbautechnische Ratsstelle bei der Königlichen Regierung zu Cassel, die Gerichtsvollzieher Schmidt in Bergen an das Amtsgericht in Cassel, Hinrichs in Windecken an das Amtsgericht in Bergen, Wiegand in Schlüchtern an das Amtsgericht in Großalmerode, Runge in Großalmerode an das Amtsgericht in Schlüchtern.
Entlassen: der Referendar Alexander Becker auf seinen Antrag aus dem Justizdienste.
* Die Rekruten der Stadt Hanau können ihre Gestellungsbefehle an jedem Wochentag vormittags 9 bis nachmittags 6 Uhr und Sonntags von vormittags 9 bis 11 Uhr auf dem Dienstzimmer des Bezirkskommandos — Lamboystraße 17 — gegen Abgabe des Rekruten-Urlaubspasses in Empfang nehmen.
* Vom Landgerichtsgefängnis Behufs Besichtigung des hiesigen Landgerichtsgefängniffes weilten gestern hier die Herren: Geh.'Justizrat Plaschke, vortragender Rat im Justizministerium, und Geheimer Justizrat v. D i t f u r t h, Erster Staatsanwalt vom Kgl. Landgericht zu Cassel, als Vertreter des Oberstaatsanwalts. Diese Besichtigung dürfte wohl in Zusammenhang gebracht werden mit dem geplanten Neubau eines Gerichtsgefängnisses rc.
* Unser Vaterländischer Frauenverein hat nach seinem letzten Bericht 262 Kranke und 124 Wöchnerinnen
wesentlichen dieselbe geblieben wie in voriger Spielzeit, nur das Stehparkett hat wiederum an Raum eingebüßt, so daß an Sonntagen sich manchmal ein Mangel an billigeren Plätzen ergeben könnte. — Sonntag den 1. Oktober wird die Theatersaison eröffnet mit einer Vorstellung außer Abonnement, als Probe für ein fast vollständig neu zusammengestelltes Künstler-Personal. Nur die Herren Gehrmann, Krug, Oskarsen und Uster, sowie die Damen Helliot, Jirsak und Jaida sind alte Bekannte. Von den neuen Kräften seien als hervorragendste genannt: Der Oberregisseur und 1. Charakterspieler Emil Steger vom Stadttheater in Stettin, der 1. Held und Liebhaber Felix Hauser vom Residenz- iheater in Stuttgart, der jugendliche Held Ernst Nach baur (ein Enkel des berühmten Tenoristen) von Dresden, sowie der Heldenvater Otto Kempf vom Residenztheater in Caffel.
Von den Damen dürfte die 1. Heldin und Salondame, Frl. Charlotte Braune vom kaiserl. subv. Stadttheater in Thorn, besonderes Interesse erwecken ; neben ihr die Muntere, Frl. Hermine Bachmann vom Residenztheater in Wiesbaden, sowie die Soubrette Frl. Anna Stahl vom Stadttheater in Elbing. Ob sie alle hier gefallen werden?! — Bei der persönlichen Besichtigung und in ihren bisherigen Wirkungskreisen haben sie durchweg volle Anerkennung gefunden, sonst wären sie nicht für hier gewonnen worden. Aber mit dem Gefallen des Schauspielers ist es eine eigene Sache: in A ist er der Liebling und in B muß ihn der Direktor des Gegenteils wegen entlassen! Der Geschmack des Publikums an der Spielweise eines Künstlers ist gar verschieden. Es sind „Lieblinge" von Hanau weggegangen, die nirgends wieder festen Boden fassen konnten und andere, die hier abgelehnt wurden, haben später rasch Carnöre gemacht. Vor einigen Jahren war im Liebhaberfach ein junger Künstler namens Stieler (Neffe des Dichters Carl Stieler) engagiert, der trotz großer Begabung, vom hiesigen Publikum nicht accevtiert wurde, während er schon in seiner nächsten
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verpflegt. Diese segenbringende Tätigkeit erforderte eine Ausgabe von 4000 Mk. Für die Weihnachtsbescherung wurden 1100 Mk. verwendet. Ein ganz besonderer Aufschwung ist erfreulicherweise bei der Flickschule zu verzeichnen, die Frequenz derselben beträgt z. Zt. 110 Tages- und 36 Abendschülerinnen. Trotz alledem mußte manche erwünschte Hilfe und Unterstützung unterbleiben wegen unzureichender Mittel. Wir bitten deshalb alle biejenigen unserer Mitbürger, die dem Verein noch, nicht angehören, durch ihre Beitrittserklärung auch ihr Schârflein zum guten Werke beitragen zu wollen. Anmeldungen nehmen die Damen und Herren des Vorstandes jederzeit gern entgegen.
* Auch ein Manöver-Unfall. In Ilbenstadt war eine Schwadron des 20. Badischen Leib-Dragoner-Regiments einquartiert. Dabei erhielt ein Herr R. zwei Pferde als Einquartterung. Da nicht genügend Stallung vorhanden war, wurden die Pferde in die Scheune gestellt. Als am anderen Morgen der Dragoner nach seinen Pferden sehen wollte, waren diese verschwunden, und zwar waren sie über Nacht in einen an die Scheuer angrenzenden Keller gefallen. Es mußte eine Kellermauer abgebrochen werden, um die Pferde wieder ans Tageslicht zu bringen. Außer Hautabschürfungen haben sie keine Verletzungen davongetragen.
* Seuchen. Im Regierungsbezirk Caffel sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Toll wuth: Kreis Fritzlar: Obervorschütz; Kreis Kirchhain: Holzhausen; Kreis Witzenhausen: Kleinalmerode (Verdacht); Kreis Eschwege: Wellinge- rode (Verdacht). — Schweineseuche (Schweinepest): Stadtkreis Caffel: Cassel (Stadt); Landkreis Caffel: Dörnhagen, Bergshausen, Vollmarshausen, Wahlershausen, Weimar, Sandershausen ; Kreis Eschwege: Schafhof; Kreis Fritzlar: Kirchberg, Haddamar, Gudensberg, Dissen, Großenenglis, Dorla, Wichdorf; Landkreis Hanau: Ravolzhausen; Kreis Hersfeld: Hersfeld (Stadt); Kreis Hofgeismar: Immenhausen; Kreis Melsungen: Melsungen, Binsförth, Wolfershausen; Kreis Rotenburg: Hübenthal, Hornel; Kreis Wolfhagen : Dom. Rangen, Dom. Burghasungen. — Influenza der Pferde (Brustseuche): Stadtkreis Caffel: Cassel (Stadt); Kreis Fritzlar: Fritzlar.
* Kolonie Kesselstadt. Auf ein von einigen Bewohnen: der Kolonie an das Kaiserliche Postamt in Hanau gerichtetes Gesuch ist seitens der Postverwaltung in entgegenkommendster Weise die Anordnung getroffen worden, daß vom 15. d. Mts. ab, anstatt der seitherigen dreimaligen Leerung, der an der „Rosenau" befindliche Postbriefkasten in folgender Weise geleert werden wird:
werktäglich: 6'/«, lO1^ Uhr vormittags, 4, 6 und 9 Uhr nachmittags,
Sonntags: 6'/«, lO^g Uhr vormittags und 9 Uhr nachmittags.
Stellung, am Görlitzer Stadttheater, das Repertoire beherrschte — heute wird Kurt Stteler vom Lessingtheater in Berlin unter den allerersten jugendlichen Helden der deutschen Bühne genannt! — Mit absoluter Sicherheit läßt sich also niemals der Erfolg eines Schauspielers verbürgen, aber hoffen wir von den diesjährigen neuen Kräften das beste! — Neben einem guten Künstlerpersonal hängt der Erfolg einer Spielzeit wesentlich von den Novitäten ab. Das Publikum verlangt Abwechslung und will zwischen den bewährten Repertoirestücken auch die neuesten dramatischen Produkte kennen lernen, soweit sie sich für die hiesige Bühne eignen. Unter den vielen u n berechtigten Vorwürfen, denen ein Bühnenleiter ausgesetzt ist, wäre zunächst der zu nennen, daß meist der Direktor für den Mangel an guten Neuheiten verantwortlich gemacht wird. Aber in letzter Zeit wollte sich gar kein sogen. Schlager mehr einstellen. Stücke wie „Glück im Winkel", „Renaissance", „Im weißen Rößll", „Rosenmontag", „Alt-Heidelberg" und „Zapfenstreich", die bei der großen Mehrheit bei Theaterpubli- kums Anklang fanden, fehlten gänzlich, denn bei „Rose Bernd" und „Traumulus" (wie s. Zt. bei Maeterlincks „Monna Vanna") hielt sich das Für und Wider der hiesigen Theaterbesucher die Wage. — Im Laufe dieses und des nächsten Monats sollen die neuesten Werke von Oskar Blumenthal (ein Verslustspiel „Der Schwur der Treue"), Sudermann u. a. in Berlin zur Uraufführung gelangen uub wäre es zu wünschen, daß durch sie dem empfindlichen Ti angel ®n Zugstücken abgeholfen und dazu beigetragen würde, die neu beginnende Hanauer Theaterspielzeit zu einer ganz besonders interessanten und befriedigenden zu gestalten.
Hanau, Septbr. 1905. ‘ H. Jaritz.
Albumblätter.
Der erste Kulturmensch war yuer, der zuerst arbeitete.
n. Lââ