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Mc#Ä «0 verlegt in der Buchdruckers de» verein. »

General-Anztiger

Amtliches Organ für Stadt- «ad Faadkreis Sanaa.

Die fünf gespaltene Petttzeile oder der« «am» 15 Pf», tat Sirklamentrü die Zeile 86 Pfg.

Waisenhauses in Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Vrrantrvorü. Nedaktmr: G. Schrecker in Hana»

Nr. 214

Nernsprechanschlutz Nr. 605

Dienstag den 12. September

Fernsprechtmschltttz Nr. 605.

1905

«mMcheS.

Eandkreis F)anau.

BelmtmchWgea des Köchlichea Laiidkiltsmts.

Der Taglöhner Heinrich Höf von Ostheim ist zum Mnrfchützen der Gemeinde Ostheim bestellt und ver­pflichtet worden.

Hanau den 9. September 1905.

Der Königliche Landrat.

V 5908 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Städtische Sparkaffe.

Gemäß § 18 der Satzungen wird hiermit das Rechnungs­ergebnis flir 1904 veröffentlicht:

I Einnahme.

Kaffenbestand aus 1903 . . . 38 303.75 M.

ist I a) Spareinlagen in 1904 . 2 251162.20

b) Zugeschriebene Zinsen Ende

1904 . . 167 685.20 II Eingegangene Aktivkapitalien . 272 928. III Zinsen von Aktivkapitalien . 199389.19 IV Dorschüsse u. dgl. (Schuldkapitalien) 516000. V Verschiedene Einnahmen . . 1931.85 Einnahme Sa. 3 442 401.19 M.

H. Ausgabe.

Ueberzahlung aus Vorjahren . .. M. Tit. I Verwaltungskosten . 7187.50

II Zinsen an die Einleger

(s. Ein. Tit. I) 167 685.20

III Zurückgezahlte Einlegerguthaben 1964201.11 IV Ausgeliehene Kapitalien . . 728 976.23 V Abgetragene Vorschüsse u. dgl. . 499 000. VI Zinsen von Vorschüssen u. s. w. 3512.85 f VII An die Stadtkasse aus dem Ueber- schuß pro 1903 3 396.02

VIIT Zum Reservefonds . . 6129.17

IX Verschiedene Ausgaben . . 1720.20 Ausgabe Sa. 3 381808.28 M. Kassenbestand, nach 1905 übertragen 60 592.91 3 442401.19 M.

III. Abschluß und Bilanz.

1. Angelegte Kapitalien Ende 04 5419 780.65 Kassenbestand Ende 04 60592,91 5480373.56 M.

2. Einlegerguthaben Ende 04 5 070 205.85 Vorschüsse Ende 04 105 500, 5175 705,85 M. Ergibt einen Reservefonds von 804 66 7.71 M. Hanau den 12. September 1905.

17618 Der Vorstand.

Hus Hanau Stadt und fand.

Hanan, 12. September.

* Nene Schnlreformversnche sind gegenwärtig, wie die Blätter mitteilen, nach verschiedener Richtung im Gange. Zunächst soll der mathematische Unterricht umgestaltet werden. Der Reformplan geht darauf aus, alles was bis jetzt als sogenannte angewandte Mathematik in der Physik usw. ge­trieben wurde, in die Mathematik selbst zu übernehmen. Die verschiedenen Spezialarten des Rechnens und des mathema- tischm Wissens sollen nicht mehr so breit wie bisher behandelt werden, man will aber den Funktionsbegriff selbst im Gym­nasium schon in der Tertia dem Verständnis der Schüler näher bringen und sie zum räumlichen Denken anregen. Mit der Unterstützung des Kultusministeriums werden die Reform­pläne bei fünf Lehranstalten, Gymnasien und Realgymnasien, bereits erprobt. Interessanter noch sind Versuche, die auf Vorschlag des vortragenden Rats Dr. Matthias unternommen werden sollen. Es handelt sich darum, zu prüfen, ob nicht schon auf der Schule eine Differenzierung der Schüler durch­führbar ist. Es soll in der Oberprima dem Schüler frei- stehrn, seiner Anlage, Befähigung und Neigung entsprechend, gewisse Fächer in größerm Umfang zu treiben, auf andere bagegen zu verzichten. Dieser Plan bedeutet indes auch eine schwerwiegende materielle Frage, denn er bedingt eine so große Zahl von Lehrkräften, wie sie wohl keiner Lehranstalt zur Verfügung stehen. Man darf gespannt sein, ob und wie sich die Sache entwickelt.

* Besuch. Der Herr Regierungspräsident Graf v. Bernstorff besuchte bei seiner Anwesenheit in hiesiger Stadt am Samstag vormittag auch das Museum des Hanauer Geschichtsvereins.

* Neuer Landkrankenhausdirektor. Der Landes­ausschuß wählte in seiner gestrigen Sitzung einstimmig zum Direktor des Landkrankenhauses zu Hanau den bisherigen Oberarzt der inneren Abteilung Dr. Zuschlag und zum Oberarzt der chirurgischen Abteilung den bisherigen zweiten chirurgischen Arzt des Landkrankenhauses zu Cassel Dr. Fertig.

* Die Reichsbauk hat den Diskont aus 4 Prozent er­höht; Vizepräsident v. Gallenkamp begründete die Erhöhung auch mit dem Hinweis auf die Verringerung des Goldvor­rats infolge stärkeren Inlandsbedarfs ân Umlaufsmitteln durch rege industrielle Tättgkeit.

* Gastwirte-Sterbekaffe. Eine der edelsten Früchte, welche der Kulturfortschritt, der Menschheit zeitigte, ist unstreitig das zunehmende Pflichtgefühl, dafür Sorge zu tragen, daß nach dem Ableben des Ernährers materielle Sorgen den Angehörigen möglichst ferngehalten werdm. Die Wege hierzu zu ebnen und die Erreichung dieses hohen Zieles leicht zu machen, haben sich neben den Versicherungsgesellschaften eine Anzahl Vereinigungen große Verdienste erworben. Eine der ersten gewerblichen Vereinigungen, welche durch Errichtung einer eigenen Sterbekasse diesen schönen Gedanken verwirklichte, war der Bund Deutscher Gastwirte. Durch kaum fühlbare Beiträge ermöglicht diese Kasse den Hinterbliebenen sofort nach dem Tode des Ernährers eine ansehnliche Summe zur Verfügung zu stellen. Können damit auch die Schrecken des Todes nicht verbannt werden, so mildert der Gedanke an die fürsorgliche Liebe des Toten doch den herben Schmerz und bietet Witwen und Waisen den besten Trost in gar oft schwieriger Lage. Die Vorteile, welche die Sterbekasse des Bundes Deutscher Gastwirte (Sitz in Darmstadt) den Ange­hörigen des Gastwirtegewerbes bietet, sind auch in unserer Gegend rechtzeitig erkannt worden und gehören eine große Anzahl einsichtiger Gastwirte derselben als Mitglieder an. So wurden erst in jüngster Zeit an die Hinterbliebenen des verstorbenen Mitgliedes L. Jmgram in Groß-Steinheim durch den Bezirksortsrechner dieser Kasse Herrn L. Wissel in Seligen­stadt 1000 Mk. pünktlich ausbezahlt. Allen Gastwirte­familien kann die Angehörigkeit zu diesem so segensreich und wohltuend wirkenden Familien-Fürsorge-Jnstitut nur bestens empfohlen werden.

* Ein Rohheitsakt wurde in der hiesigen Infanterie- kaserne während der Abwesenheit des Regiments begangen. Als das Regiment am Freitag abend zurückkehrte, waren in mehreren Stuben bei Unteroffizieren sowohl wie Gemeinen die Spinde erbrochen und die darin befindlichen Uniform­stücke, meistens eigene Sachen, durch Messerstiche zerschnitten und durchlöchertt Kein einziges Stück hat der Uebeltäter ganz gelassen, eine Anzahl Sachen, wie eigene (Stiefel rc., wurden gestohlen. Am Samstag vormittag fand eine gründ­liche Untersuchung statt, doch ergab dies kein greifbares Re­sultat. Man hofft aber durch einen Fingerabdruck, welchen der Täter auf einem zerschnittenen Mantel zurückgelaffen, dem Kerl auf die Spur zu kommen.

* Der 8 Uhr-Geschäftsschlutz im Handel. Wir erhalten nachstehende Zuschrift: Seitdem im Jahre 1900 das Reichsgesetz über den 9 Uhr-Ladenschluß im Handelsgewerbe in kraft getreten ist, haben die Bestre­bungen auf Herbeiführung des 8 Uhr-Ladenschluffes von Jahr zu Jahr stets größere Ausdehnung angenommen. Da­bei ist die erfreuliche Beobachtung zu machen, daß auch die selbständige Kaufmannschaft diese Bestrebungen mehr und mehr unterstützt, zumal die bisherigen Erfahrungen mit dem 9 Uhr-Schluß keinerlei Geschäftsschädigung erkennen lassen. Es beruht das ja auch auf ganz natürlichen Ursachen, da das konsumierende Publikum in seinen Bedürfnissen sich keineswegs einschränken läßt. Was der Einzelne oder die Familie braucht, das muß beschafft werden, mögen die Ge­schäfte um 9 oder um 8 Uhr geschlossen werden. Uebrigens hat gerade die Arbeiterschaft, die ja den größten Teil der Konsumenten darstellt, vielfach schon die Erklärung abge­geben, daß sie mit einem früheren Ladenschluß im Interesse der Handelsangestellten durchaus sympatisiert. Erst in letzter Zeit noch wurden derartige Erklärungen aus Karlsruhe und Kaiserslautern gemeldet, wo der Verein der deutschen Kauf­leute den 8 Uhr-Schluß erstrebt. Auch in anderen Städten haben sich die Arbeiter auf den gleichen Standpunkt gestellt und damit ist für viele Geschäftsinhaber ein Grund der Gegner­schaft gegenüber dem 8 Uhr-Schluß fortgefallen. Heute be­steht dieser frühere Ladenschluß in bereits mehr als 100 Städten und wird überall von den Chefs wie den Ange­stellten geradezu als eine Wohltat empfunden. In mehr als 20 Städten dürfte die Einführung des 8 Uhr-Schlusses schon in nächster Zeit erfolgen. Vielfach sträuben sich zwar Ge­schäftsinhaber, die sonst für den 8 Uhr-Schluß zu haben sind, gegen seine ortsstatutarische Einführung, da sie in letzterer einen Zwangs-Eingriff in ihre Geschäftsverhältnisse erblicken. Hier und da hat man denn auch versucht, durch freiwillige

Vereinbarung der Ladenbesitzer den 8 Uhr-Schluß festzu- legen. Doch leider fanden sich stets einige wenig einsichtige Geschäftsinhaber, die die Vereinbarung nicht hielten und da­durch auch die übrigen Standesgenossen zur Aufgabe der Uebereinkunft zwangen. Derartige Vorkommnisse lassen sich nur durch die ortsstatutarische Regelung vermeiden. Letztere kann erfolgen, wenn mindestens zwei Drittel der beteiligten Geschäftsinhaber sie beantragen. Da auch hier in Hanau neuerdings eine dem 8 Uhr-Schluß günstige Stimmung in der Geschäftswelt sich bemerkbar macht, hat der hiesige OrtS- verein des Vereins der deutschen Kaufleute Schritte getan, um die Angelegenheit weiter zu fördern. Zunächst findet eine öffentliche Versammlung statt, in der ein Redner das Thema behandeln wird. In der Aussprache nach dem Re­ferat dürfte zweifellos eine Klärung der hier herrschenden Anschauungen erfolgen, da auch den eventuellen Segern deS 8 Uhr-Schlusses volle Redefreiheit zugesichert ist. Für die Mitglieder unserer städtischen Kollegien wird diese Versamm­lung sicher von Interesse sein, damit sie später bei Beratung der Materie über die Meinung ihrer Wähler unterrichtet sind und entsprechend Stellung nehmen können.

* Wettspiel. Am vergangenen Sonntag spielte die 1. Mannschaft des Offenbacher FußballklubsHermcmia" gegen die gleiche des hiesigen FußballklubsMelitta" auf dem Wasserwerk H. TrotzdemHermania" durch Roheiten dem Spiele eine günstige Wendung zu chrem Vorlell zu geben hoffte, war esMelittas" Spielern vergönnt, das Feld mit einem Siege von 3:1 Goal zu behaupten.

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O Rüdigheim, 11. Septbr. (G oldene Ho chzeit.) Gestern feierten die Eheleute Michael Weckmann und Elisabeth, geb. Muth von hier das Fest ihrer goldnen Hoch­zeit. Nach beendigtem Nachmittagsgottesdienst begab sich baS Presbyterium mit dem Herrn Bürgermeister und den beiden Herren Lehrern in das Haus der Genannten, woselbst sich eine große Schar ihrer Verwandten und Freunde zur Festes­feier eingefunden hatte. Nach Abhaltung einer feierlichen Hausandacht übergab Herr Pfarrer Römer dem Jubelpaare das ihm von Sr. Majestät dem Kaiser verwilligte Gnaden­geschenk im Betrage von 50 Mark. Don der allgemeinen Wertschätzung, deren sich die Eheleute Weckmann erfreuen, legte Zeugnis ab eine große Anzahl von Glückwünschen und Geschenken, welche auS nah und fern eingetroffen waren. Auch wir gratulieren dem Jubelpaare herzlichst zu seinem Ehrentage und wünschen ihm noch einen langen fttedlichen und fröhlichen Lebensabend im Kreise seiner Kinder und Kindeskinder.

Vereins- n. Vergnügnngsnachrichten für Dienstag den 12. September.

Oratorienverein: Probe im Stadtschloß.

KonzerthausGermania": Konzert der GesellschaftD'Möllthaler". Turngemeinde: 79: 3u<enbabteiluna, 7»9: Frauenabteilung A, 67; Frauenabtelluug B, 56: Mädchenabteilung.

Turnverein r Abends von 79 Uhr t turnen.

Turngesellschaft: Abends von 79 Uhr: Turnen der Jugeudabteilung. E». Männer- und JünaliugSverem: IünglingSverei«: Dibelbesprechung. Iungftauenverein : Flick übend (Ev. BereinSdauS).

Dram.-Liter. Verein Hanau: vereinSabend imCarlsberg".

Kath. KasinoEintracht" (Vereins!.zum Braustäi'l") : VereinSabend. GesangvereinSumfer": Singstunde in derStadt Brem«". GesangvereinEintracht": Singstunde.

Gewerbe- und Handwerker-Verein: BereinSaLmd in der .Karthaun«". Kegelklub der Soessart-Tourtsten: Gasthauszur guten Quelle". verein der Dauern: VereinSabend im Gasthauszur Sonne". Süddeutscher Klub: Klubabend in der RestaurationAllemcmia". D«tschnati analer HandlungSgehilfen-verband, Ortsgruppe Hanau, Der- einSabend imCarlsberg".

Zitherverein Hanau: Probe in derAllemcmia".

AthletenklubGermania": Riegenstemmen und Musterrcegenarbeiter. (Restaurationzum großen Kurfürsten").

Stemme und Ring-KlubEiche" : Abends 9 Uhr: Stemmen, Ringen und Sternstoßen (Restaurationzum Sandhoff.

für Mittwoch den 18. September.

Hanauer Schützenverein e. B.: Nachmittags von 2 Uhr: Schießen auf den neuen Scheibenständen.

TelemWcr Wetterbericht der Kutschen Stewarts.

Telegramm aus Hamburg vom 12. September.

9 Uhr 35 Min.

Maxima über 767 mm lagern über dem BiScayasee und über Südrußland, ein Minimum unter 748 mm über Lappland, unter 755 mm nördlich Schottlands. In Deutsch- land ist die Witterung ruhig, im Norden ziemlich kühl, im Süden warm, gestern herrschten mehrfach Gewitter.

Prognose für den 13. September: Fortdauer, im Norden stellenweise Regen wahrscheinlich.