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Mittwoch

(L September

Unterschied in den zu stellenden Anforderungen. Soweit aber Umfang und Kraft des Unternehmens zur Erfüllung der weiteren Aufgaben nicht ausreichen, aber soweit die letztere nach den bestehenden Verhältnissen durch ein gleichmäßiges Vorgehen mehrerer Unternehmungen bedingt ist, muß die Vereinigung gleichartiger Unternehmungen zu gemeinsamem Handeln erstrebt werden.

Insonderheit darf sich auch der kleine Unternehmer (Hand­werk, Kleingewerbe, landwirtschaftlicher Kleinbetrieb) der sittlichen Pflicht, sein Unternehmen zu einer erweiterten Familie zu gestalten, desto weniger entziehen, je mehr er durch die geringe Zahl der in bemjelben beschäftigten Arbeiter in den Stand gesetzt wird, diejenigen unter ihnen, welche nicht in einem Familienverbande stehen oder für die Dauer der Beschäftigung demselben entzogen werden, in die eigene Familie aufzunehmen.

Der Erfüllung der sittlichen Aufgaben des Unternehmers dürfen sich auch die Gemeinschaften aller Art (Gesellschaften, Korporationen, Gemeinden, Staat), welche wirtschaftliche Be­triebe zu verwalten haben, nicht entziehen. Namentlich liegt dem Staate als dem weitaus größten Arbeitgeber die Ver­pflichtung ob, darin mit gutem Beispiele voranzugehen.

Hus aller Meli.

Eine Erbschafts- und Schwindelgeschtchte bildete dieser Tage den Gegenstand einer gerichtlichen Verhandlung vor der Ferienstraftammer in Meiningen. Es handelt sich um eine Millionenerbschnft, die in' Sonnebera, Koburg, Kühndorf, Volkstedt und vielen anderen Orten des Thüringer Landes spukte. Eine große Anzahl Personen in den genannten Orten usw. glauben nämlich die rechtmäßigen Erben des vor rund 100 Jahren verstorbenen österreichischen Generalseld- marschalls Frhrn. v. Büchstedt zu sein. Nach der Behauptung (bezw. der Ansicht) der vielen jetzt verstreuten angeblichen Erbberechtigten hätte der österreichische Feldmarschall ein Vermögen von 3 300 000 Mark hinterlassen; dieses Ver­mögen habe der Vater des jetzigen Frhrn. v. Walther in Sonneberg geerbt, und zwar zu Unrecht. Die anderen Nach­kommen des Feldmarschalls haben nun in früherer Zeit einen Prozeß gegen v. Walther in Sonneberg auf Herauszahlung der 3 300 000 Mark angestrengt, wurden aber vom Land­gericht Meiningen sowohl als vom Oberlandesgericht in Jena dahin beschieden, daß die Prozeßführung wegen Ver- ährung, abgesehen davon, ob die Ansprüche der sogen. Erben überhaupt berechtigt seien, aussichtslos sei. Trotzdem ließ die Gruppe der „Erben", die sich von überall her zusammen- sanden, in der Verfolgung ihres Zieles nicht nach. Es wurden Versammlungen abgehalten, und in den letzten Jahren trat diese Erbschaftsgeschichte in ein neues Stadium. Einer der Erben, der Schneidermeister Haack von Kühndorf bei Meiningen, machte plötzlich den anderen Erben die Mit­teilung, daß die Geschichte in ein ganz neues Stadium ge­treten sei, indem ein Herr, der nicht genannt fein wollte, im Auftrage des Frhrn. v. Walther sich bereit erklärt habe, die Erben abzufinden und die 3 300 000 Mark herauszu­zahlen. In den von Haack geführten Verhandlungen fungierte ener Herr als „Unbekannt" zunächst. Am 20. August v. J. ollten in einer Versammlung der „Erben" in Koburg die 3 800 000 Mark ausgezahlt werden. Als dies nicht geschah, wurden die Erben dem Haack gegenüber mißtrauisch, und sie verlangten, daß er ihnen seinen Gewährsmann den „Unbe­kannt" nenne. Haack nannte darauf den damaligen Landge­richtsrat und jetzigen 1. Staatsanwalt Bernhardt am Land­gericht Koburg. Haack wies seinen „Miterben" sogar Briefe oes Bernhardt vor, die mit der Unterschrift des letzteren versehen waren. Die Miterben wurden aber doch mißtrauisch und wandten sich direkt an Bernhardt. Ein anderer Erbe, der Agent Oskar Brömmel aus Volkstedt, der jetzt unter der Anklage der Beleidigung und Erpressung stand, mag den Darstellungen des Haack immer noch Glauben geschenkt haben, und er beschloß, den „Unbekannt" aus seiner Passivität herauszulocken. Er schrieb zwei Briefe höchst beleidigenden Inhalts an den ersten Staatsanwalt und drohte, daß — wenn der Staatsanwalt in der Erbschaftssache nicht bald sein Wort einlöse und dieselbe erledige — schon dafür gesorgt

Eines der drolligsten Erlebnisse in dieser Beziehung hatte wohl einmal der Prinz Ludwig von Bayern, Sohn des Prinz­regenten. Er wurde bei Gelegenheit eines Manövers vor ein paar Jahren in einem kleinen Nest bei einem Arzt ein­quartiert, wo dem hohen Herrn natürlich das beste Zimmer des Hauses zum Schlafen eingerichtet wurde. Da war es nun seltsam, daß der Prinz, der in später Nacht das Quar­tier bezogen hatte und deshalb recht lang schlafen wollte, am frühen Morgen durch Geräusch in seinem Zimmer auf­geweckt wurde und — zahlreiche Leute da versammelt fand. Es waren Patienten des Arztes, die in gewohnter Weise sich dort im Wartezimmer einfanden. Man hatte im Vertrauen darauf, daß der Manövergast das Zimmer verschließen würde, nichts getan, die üblichen Besucher am Eintreten zu ver­hindern.

Bekanntlich soll auch das einstmals viel zitierte Wort „Immer rein in die gute Stube!" einem scherzhaften Er­lebnis eines hohen Manövergastes seinen Ursprung verdanken. Nach der einen Version soll der verstorbene Prinz Friedrich Karl von Preußen, der „rote Prinz", als er, beschmutzt und bestaubt vom Manöverfelde kommend, sich scheute, in das saubere Manöverquartier zu treten, von der würdigen Quartiergeberin, einer resoluten Westfalin, mit den Worten zum Eintreten aufgefordert worden sein. Nach anderer Ver­sion aber war es der verstorbene König Albert, der in ähn­licher Situation von der Gattin eines bedeutenden sächsischen Fabrikanten mit einer ähnlichen Ansprache in die „gute Stube" ihres Heims gebeten wurde. Immerhin können wohl auch beide Vorfälle sich ereignet haben.

In den meisten Fällen verfehlen es wohl die Fürstlich­keiten nie, sich bei den Damen des Hauses, in dem sie ein­quartiert waren, durch eine Erinnerungsgabe zu bedanken, und manch eine solche Gastgeberin trägt mit Stolz die Er­innerung an den Fürstenbesuch in Form einer schönen Brillantbrosche oder sonst eines Schmuckgegenstandes wie einen Orden zur Schau. Ganz besonders ist es Kaiser Wilhelm, der sich beim Abschied aus dem Manöver in solcher Weise für genossene Gastfreundschaft zu revanchieren pflegt. Dabei darf wohl gesagt werden, daß der Monarch als als Manövereinquartierung an feine Gastgeber vielleicht ge­ringere Ansprüche stellt, als mancher weit minder hochge­stellte Offizier eg oftmals tut, was natürlich nicht aus­

werde, daß er ins Loch komme. „Wenn du zahlst, schweige ich, wenn du nicht zahlst, kommst du ins Loch." Bernhardt gab die Briefe dahin, wohin sie gehörten — an seinen Kollegen. Zeuge Haack sagte aus, daß er Beauftragter der Erben gewesen, daß der „Unbekannte" viel mit ihm kon- ferterte, meistens auf dem Bahnhöfe in Meiningen, daß der „Unbekannte" dann bald nach Koburg, bald nach Eisenach weitergereist sei. Er habe zu den Miterben nicht gesagt, daß der erste Staatsanwalt Bernhardt sein Gewährsmann sei, und als der Zeuge dem Bernhardt gegenübergestellt wurde, erklärte er auch, daß er diesen noch nie gesehen habe. Da andere Zeugen, sieben Miterben und der Angeklagte Brömmel erklärten, daß Haack immer und immer wieder den Bernhardt als seinen Gewährsmann angegeben, wurde Haack am Schluß der Verhandlung wegen Verdachts des Meineids sofort ver­haftet. Im übrigen ist Haack bereits in Untersuchung wegen Urkundenfälschung; er soll die Schriftstücke mit Unterschrift des Bernhardt fälschlich angefertigt haben. Bernhardt be­kundete als Zeuge, daß er in seiner Eigenschaft als Richter Kenntnis von den Schritten der „Erben" erhalten habe. Sonst sei alles, was seine Person betreffe, purer Schwindel. Haack habe ein betrügerisches Spiel mit leichtgläubigen Menschen getrieben. Prömmel wurde von der Anklage der versuchten Erpressung freigesprochen, wegen Beleidigung erhielt er 6 Wochen Gefängnis.

Ein schreckliches Unglürf hat sich, wie schon kurz mit­geteilt, am Freitag morgen auf der Great Eastern-Bahnlinie ereignet. Der Schnellzug nach Cromer, der halb 10 Uhr von Liverpool Street abfährt und — wie stets zur Reisezeit — sehr besetzt war, entgleiste halb 11 Uhr zwischen Chelmsford und Colchester, als er eben den kleinen Ort Witham passierte. Als der Zug bei schnellster Fahrt in den Bahnhof einfuhr, sprang der dritte Wagen aus den Schienen und warf da­durch den zweiten auf die Seite. Die Lokomotive sauste mit dem Vorderwagen noch 100 Meter weiter, dann schlug auch dieser um, geriet in Brand und wurde vollständig zerstört. Der einzige Insasse konnte sich wunderbarerweise retten. Der übrige Teil des Zuges war indessen ebenfalls verun­glückt. Die Hinteren Wagen wurden auf den Bahnsteig ge­schleudert, zerstörten den Dienstraum, ein darinsitzender Be­amter blieb sofort tot, während drei andere begraben und später mit schlimmen Verletzungen hervorgeholt wurden. Dazu ging der ganze Trümmerhaufen durch das Leuchtgas des Zuges in Flammen auf und erhöhte so das Bild jammer­voller Verwüstung und Zerstörung. Es gelang den herbei­eilenden Helfern, die Verunglückten noch rechtzeitig der drohenden Feuersgefahr zu entziehen. Bis jetzt hat man elf Todesfälle zu verzeichnen; sechs Frauen und fünf Männer. Von den zwanzig Schwerverwundeten ist es bei manchem fraglich, ob sie am Leben bleiben. Die Mehrzahl der übrigen Reisenden hat leichte Verletzungen oder üble Folgen der heftigen Erschütterung davongetragen. Die Ursache des Un­glücks ist einstweilen gänzlich unbekannt.

Wetten und Rennplatz. Das sind zwei Dinge, die unzertrennlich voneinander sind und schon zu mancher un­erquicklichen Erscheinung geführt haben. Nicht selten kommt es vor, daß diejenigen, die auf ein Pferd gervettet haben, zu den verwerflichsten Mitteln greifen, um einen zu fürchtenden Gegner unschädlich zu machen. So bringt das in der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erscheinende, reich illustrierte Werk „Unsere Haustiere", heraus gegeben von Prof. Dr. Rich. Klett und Dr. Ludwig Holthof, in den uns vor­liegenden Lieferungen 6 bis 10 (jede 60 Pf.) u. a. folgendes Geschichtchen: „Der Herzog von Queensbury, der selbst ein vortrefflicher Reiter war, erhielt von seinem Jockey, der noch am gleichen Tage eines seiner Pferde reiten sollte, die Mit­teilung, daß er von Leuten, die auf ein anderes Pferd ge­wettet hätten, ein beträchtliches Geld anerbieten bekommen habe, wenn er seinen Traber zurückhalten und sich schlagen lassen wolle. „Nehmen Sie das Geld," sagte er zu ihm, „und kommen Sie morgen auf den Rennplatz." Das tat der Jockei denn auch; kurz vor dem Zeichen zum Ablauf aber sagte der Herzog plötzlich zu ihm: „Das Wetter ist heute so schön, daß ich mein Pferd selbst reiten will." Erlegte seinen Mantel ab und stand im Jockeianzuge da, den er insgeheim angelegt hatte. Er gewann den Sieg und bewirkte dadurch, daß zahlreiche verwegene Wetten verloren wurden und die Betrüger ihrem eigenen Betrüge zum Opfer fielen."

fchließt, daß bei mancher Hausfrau der bloße Gedanke, einen Kaiser zu bewirten, schon recht große Aufregungen hervor­rufen mag.

Aber nicht nur Kaiser Wilhelm, wohl die meisten deutschen Heerführer werden im Manöver die bescheidensten Ansprüche stellen und ost mit den einfachsten Quartieren vorlieb nehmen, nicht nur, um den Untergebenen mit gutem Beispiel voran­zugehen, sondern um auch in dieser Hinsicht eine Uebung für den Ernstfall zu machen. Es gibt Fürsten und wohl auch minder hochgestellte Heerführer, welche die Manöver-Uebungen so ernst und streng nehmen, als handelte es sich um einen wirklichen Krieg. So wird zum Beispiel von dem greisen österreichischen Kaiser erzählt, daß er, ein leidenschaftlicher Tarockspieler, niemals im Manöver dazu zu bewegen war, die Karten in die Hand zu nehmen, wenn sich auch nach ge­tanem Kriegshandwerk manch Stündchen für solche Unter­haltung erübrigt haben würde.

Aus der Welt der Technik.

Die Gefahren des Unterseebootes.

Durch den neuerlichen Unfall des „Farfadel" sind die Gefahren, welche das Unterseeboot zweifellos immer noch bietet, wiederum Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit ge­worden. Da nun ebenso sicher keine einzige Marine der Welt die Versuche mit diesen Booten aufgeben wird, so empfiehlt es sich wohl, einmal auf die besonderen Gefahren dieses Betriebes hinzuweisen. Zu deren Veranschaulichung mag ein einfaches Experiment dienen. Wir nehmen eine ge­wöhnliche Schweinsblase, pusten sie auf, binden sie zu und befestigen daran ein Gewicht. Nun setzen wir das Ganze von einem Boot aus auf sehr tiefes Wasser. Zunächst mag die Blase noch ein wenig aus dem Wasser herausragen und schwimmen, während das Gewicht natürlich nach unten hängt. Jetzt vergrößern wir, etwa durch Auflegen von Blechscheiben, das Gewicht ein wenig. Die Blase ragt kaum noch hervor, und sobald wir noch einmal eine Blechscheibe auflegen, be­ginnt das Ganze unterzusinken. Nun aber kennt die Fahrt in die Tiefe kein Hallen mehr.^und mit gesteigerter Ge­schwindigkeit geht es hinab. Sobald nämlich die Blase erst einmal völlig untertaucht, beginnt auch der Wasserdruck auf sie au wirken und meßt sie mit steigender Kraft zu­

GemetnNWiges.

(fidjein als .Hühner?utter. Alljährlich zur Eichel- zeit werden bei mir soviel Eicheln gesammelt, daß ich meinen Hühnern ständig etwas Mehl hiervon geben kann. Die Eicheln werden im Backofen geröstet und in einem Mörser zerstoßen. Das grobe Mehl wird dem Weichfutter zugesetzt. Auf eine Ration des Weichfutters, das täglich einmal gegeben wird, rechne ich für 15 Hühner 4 bis 6 Eßlöffel voll. Da­durch habe ich gefunden, daß das teure Fleischmehl in be­deutend geringerer Menge beigemischt zu werden braucht und doch dieselbe Legetätigkeit erzielt wird. Eine reichlichere Bei­gabe von Eichelmehl ist jedoch nicht zweckmäßig, da es meiner Erfahrung nach zu fleischbildend wirkt. Dies letztere kann man ja deutlich auch auch bei Eichelmast der Schweine be­obachten. Die Natur, schreibt der „Lehrmeister im Garten und Kleintierhof", Leipzig, bietet uns so manche Futtermittel, bei deren Verwendung viel Geld erspart werden kann.

Neber ven Brotgentttz. Der Genuß des Brotes wird vielfach übertrieben, und es gibt Persönlichkeiten, welche kein Fleisch, keine Suppe oder sonstige Speise zu sich nehmen, ohne dazu ein Stück Brot zu essen. Dadurch wird den Ver­dauungsorganen eine Aufgabe zugemutet, die nicht als vor­teilhaft bezeichnet werden kann, und es wird außerdem dadurch die Aufnahme anderer Nahrungsmittel aufgehalten, deren Stoffe der Körper nicht entbehren darf. Ein solcher über­mäßiger Brotgenuß ist besonders schädlich in den Jahren der Entwickelung, und es ist entschieden zu verurteilen, daß manche Eltern ihr unruhiges oder schreiendes Kind zu be­ruhigen suchen mit einem Stück Weißbrot, Kuchen oder auch Roggenbrot, das sie ihm in die Hand geben. Das Brot ist arm an Asclie und entbehrt vor allem der Kalksalze, die im Gemüse so reichlich vorhanden sind und im Aufbau deS kindlichen Knochensystems eine erste Rolle spielen. Daher pflegen sich bei derartig an Brot gewöhnten Kindern hinter­her Verkrümmungen der Knochen einzustellen, weil den Knochen die Festigkeit fehlt, welche sie als Stützen und Hebel des Körpers haben müssen. Der Brotgenuß soll gewiß nicht untersagt werden, und das Brot ist eins unserer wert­vollsten Nahrungsmittel. Aber die Uebertreibung ist hier ebenso schädlich wie in anderen Fällen, und weder bei dem Erwachsenen noch auch ganz besonders bei dem Kinde darf das Brot in solchen Mengen genossen werden, daß dadurch die Ernährung mit Fleisch, Milch, Gemüse und Obst unver­hältnismäßig zurücktritt. Andere Speisen bedürfen auch keineswegs des Brotes als Zukost, da dasselbe in seinem eigenen Nährwerte meistens dazu zu hoch ist, und allein die Milch macht von dieser Regel eine Ausnahme. Milch ist am bekömmlichsten, wenn sie mit Brot genossen wird, oder man dasselbe in sie hineinbrockt, weil dann ihre feinere Verteilung im Magen gesichert ist und sie besser und leichter verdaut wird. Ferner ist es eine durch nichts berechtigte Sitte, allein die .Krume des Brotes zu essen und die Kruste der Rinde abzuschneiden. Gerade die letztere ist am leichtesten verdaulich, weil in ihr die unlöslichen Mehlstoffe durch di« Hitze am meisten in lösliche Stoffe (Dextrin) umgewandelt sind und sie außerdem wegen ihrer Härte die Zähne kräftigt' denn freilich gut gekaut muß die Kruste werden, wenn die Magensäfte sie ausnutzen sollen. Je weniger ein Organ oder ein Körperteil geübt wird, desto weniger entwickelt er sich, und dasselbe gilt auch für die Zähne. Die Zähne müssen bisweilen auch festere Gegenstände durchbeihen; wenn ihnen immer nur weiche Speisen geboten werden, so werden sie allein jene bläulich-weiße Färbung haben, welche stets ein Zeichen ihrer Schwäche bedeutet, während der weißgelbliche Zahn der starke und dauernde Zahn ist. Daher soll die Kruste weder bei Kindern noch Erwachsenen entfernt, sondern mitgegessen werden, es sei denn, daß bereits eingetretener Zahnmangel zu ihrem Entfernen zwingt.

Zahn. Atelier, Sprechst.: einige Zeit Jahnstraße 27, II. Etage n. ijrael. Friedhof, von 9—6 Uhr, Sonntags nur vormittags.

sammen. Bereits in zehn Metern Tiefe ist sie auf die Hälfte, in 20 Metern auf den 4. Teil zusammengeschrumpft. Dadurch aber hat sie ihre Tragfähigkeit beinahe vollständig verloren, und das ganze System fällt wie ein massiver Block in die unergründliche Tiefe.

Die gleiche Gefahr droht auch dem Unterseeboot. Hier stellt das eiserne Boot mit seinen schweren Maschinen und Ausrüstungsstücken das Gewicht dar. Die lufthaltige Blase wird durch die Balastkammern repräsentiert. Maschinen­pumpen können in diese Kammern Luft drücken oder Wasser einlassen. Da ein Kubikmeter Wasser bereits 20 Zentner wiegt, genügen natürlich wenige Pumpeustöße, um das Boot sehr tief zu versenken. Wenn dann aber im kritischen Mo­ment die Pumpe in Unordnung gerät oder gar durch eine Explosion zerstört wird, so sieht es mit dein Wiederauftauchen traurig aus, und die Mannschaft des „Farfadet" hat solche Katastrophe mit dem Leben bezahlt. Vielfach hat man da- her die Unterseeboote »mit einem schweren Bleikiel ausge­rüstet, der von Innen losgelöst werden kann. Passiert dann wirklich ein Unglück, so löst die Mannschaft den schweren Kiel, und das Boot, von diesem Gewicht befreit, schießt wie eine Luftblase an die Oberfläche.

Eine andere schwere Gefahr bilden die Bezindümpfe. Wenn die Unterseeboote auf der Oberfläche fahren, werden sie durch Benzinmotoren getrieben. Daher befinden üch an jedem Unterseeboot umfangreiche Bezinbehälter. Vun ist Benzin sehr viel dünnflüssiger, als Wasser, und daher bringen die Benzindämpfe leicht in das Unterseeboot und rufen schwere Betäubungen und Vergiftungen der Mannschaft hervor. Solche Unglücksfälle haben sich mehrfach in der englischen Marine ereignet. Daher werden jetzt an Bord jedes eng­lischen Unterseebotes von königs- und parlameniswegen in einem kleinen Käfig drei weiße Mäuse gehalten. Es bat sich nämlich gezeigt, daß solche Mäuse gegen Benzindampf noch viel empfindlicher sind, als Menschen, und bereits unruhig werden, bevor die Mannschaft irgend etwas wahrnimmt.

Sicherlich wird es der fortschreitenden Technik gelingen, der hier geschilderten Schwierigkeiten Herr zu werden und das Unterseeboot zu einer gefährlichen und wirksamen Waffe auszubilden. Vorläufig freilich werden Lebcnsversicherungs- gesellschaften die Mannschaft eines Unterseebootes nur zu er­heblich erhöhten Prämien aufnehmen.