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VsttchMich 1,80 M., monaüich 60 Pfg., für «t* »ärttg« Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ew

Waisenhauses io Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 208 N«rnsprecha»ml«st Nr. 605. Dienstag den 5. September

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Amtliches.

Stadtkreis F)anau.

Am Donnerstag den 7. d. Mts., von 12 bis 1 Uhr mittags, wird der Königliche Gewerbe-Inspektor aus Fulda in einem Zimmer des hiesigen Standesamts im Altstädter Schloß den Arbeitgebern und Arbeitern Gelegenheit zu Besprechungen geben.

Hanau den 4. September 1905.

Königliche Poltzei-Direktion.

P 7294 * v. Becke rath.

Candkreis Hanau.

JekmtmliAWen des Königlichen Lnn-rntSnmtS.

Da der westliche Teil des Kreises Hanau von dem dies­jährigen Hevbstmanövev betroffen wird, werden folgende Bestimmungen zur öffentlichen Kenntnis gebracht.

Entstehen bei Truppenübungen Flurschäden, so fordert der Ortsvorstand die Beschädigten zur Anmeldung ihrer Ent- schädigungsforderungen auf und stellt diese behufs Vorbereitung der Feststellung der Vergütungen in einer Nachweisung zusammen.

Die erforderlichen Formulare können im landrâtlichen Bureau in Empfang genommen werden. Zn diesem Formular sind nur die Kolonnen 1 bis 7 auszufüllen. Die Kolonnen 6 und 7 werden mit Blei ausgefüllt.

Die Beschädigten haben unmittelbar nach eingetretener Be­schädigung die Entscheidung des Ortsvorstandes darüber an­zurufen, ob und inwieweit die Aberntung der beschädigten Felder einzutreten hat. Der Ortsvorstand hat die Aberntung anzuordnen, insoweit beim Verbleiben der Früchte aus dem Felde ein höherer, als der durch die Truppen verursachte Schaden entstehen würde, namentlich also bei Früchten, welche dem Verderben ausgesetzt sind.

Ordnet der Ortsvorstand die Aberntung vor dem Ein­treffen der Abschätzungskommission an, so hat er sofort in Gemeinschaft mit zwei unparteiischen Ortseingesessenen den Stand der beschädigten und abzuerntenden Felder, die Menge (Fuder re.) und die Beschaffenheit der übrig gebliebenen Früchte und deren etwaige weitere Verwendbarkeit (z. B. als Viehfutter) und den sich hiernach ergebenden Umfang des Schadens, nicht aber die Höhe der Entschädigungssumme fest­zustellen. Ueber den Befund ist der Abschätzungskommission Mitteilung zu machen.

Ist der Ortsvorstand selbst der Beschädigte, so muß er die Notwendigkeit der Aberntung vor dem Eintreffen der Abschätzungskommission sowie den Umfang des Schadens durch zwei unparteiische Zeugen feststellen lassen.

Beschädigungen, welche nicht durch Truppenübungen selbst, sondern auf andere Weise, im besonderen dadurch entstanden sind, daß die Beteiligten das rechtzeitige Abernten unterlassen haben, begründen keinen Anspruch auf Vergütung.

Arbeiten und Aufwendungen, von welchen die Beteiligten gewußt haben, daß sie durch die Truppenübungen der nächsten Tage zerstört werden mußten, begründen einen Anspruch auf Schadloshaltung gleichfalls nicht.

Die Bürgermeister und Gutsvorsteher haben die Nach­weisungen über die sämtlichen Anmeldungen von bei den Truppenübungen verursachten Flurbeschädigungen bis spätestens zum 18. -. Mts. einzureichen, andernfalls Fehlanzeige zu erstatten.

Hanau den 4. September 1905.

, Der Königliche Landrat.

v. Beckerath.

Die mit dem Bericht noch rückständigen Herren Bürger­meister werden veranlaßt, mir binnen 5 Tagen anzu­zeigen, auf welchen Tag gemäß der Kreispolizeiverordnung vom 15. Dezember 1888 der Beginn der Aepfelernte iür dieses Jahr festgesetzt worden ist.

Hanau den 2. September 1905.

Der Königliche Landrat.

v 5717 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Die Herren Minister des Innern und der öffentlichen Arbeiten haben zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge im Regierungsbezirk Düsseldorf die weiteren Nummern 80019000 überwiesen.

Hauau den 2. September 1905.

Der Königliche Landrat.

V 5587 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- vad FandKreis Hanan.

Hus Hanau Stadt und fand.

Hanau, 5. September.

* Die Kriegervereine bei den Kaiserparaden. Am 11. September wird bei Koblenz die große Kaiserparade über das VIII. Armeekorps abgehalten; die Kaiserparade über das XVIII. findet am 8. September bei Homburg v. d. H. statt. An beiden Paraden nehmen bekanntlich auch die Krieger­vereine teil. Bei der Parade des XVIII. Korps wird der Vorsitzende des Regierungsbezirks-Kriegerverbandes Wiesbaden, Oberstleutnant a. D. von Detten, für die preußischen Ver­bände und der Vorsitzende der Krieger-KameradschaftHassta", Generalleutnant z. D. Hof in Darmstadt, für diesen Verband Seiner Majestät den Frontrapport überreichen. Bei der Parade des VlIT. Korps wird dies vom Vorsitzenden des Rheinischen Provinzial-Kriegerverbandes, Kaufmanns, Haupt­manns d. L. a. D. Etscheit in Cöln, als Vertreter des Gene­rals der Infanterie Fürsten zu Wied, geschehen.

* Kaiserparaden. Die Kaiserlichen Majestäten treffen am Donnerstag, 7. September, vormittags halb 11 Uhr in Homburg ein. Am Bahnhof findet großer militärischer Empfang statt. Von Zivilpersonen ist nur der stellvertretende Polizeickes, Bürgermeister Feigen, anwesend. Die Ehren­kompanie stellt die 11. Kompanie des Homburger Bataillons unter Hauptmann Frhr. v. Lüttwitz. Die Majestäten begeben sich zu Wagen unter einer Geleitseskadron der 1. bayerischen Ulanen nach dem Königlichen Schloß. Auf dem zweiten Schloßhofe steht eine Ehrenkompanie des Jnfanterie-Regts. 116. Jm Schloß findet großer Zivil-Empfang statt. Am Freitag, September, vormittags halb 9 Uhr, fährt der Kaiser im Automobil, die Kaiserin zu Wagen, unter der Geleitseskadron 1. bayer. Ulanen über Gonzenheim, Ober- escbbach nach dem Paradefeld. Bei dem Zelt vor dem Parade­felo steigt der Kaiser zu Pferde und begibt sich zur Fahnen­kompanie, gestellt vom Jnf.-Regt. Nr. 116, und an deren Spitze zum Paradefeld. Nach Abreiten der Front bei Brieger» vereine findet um 9 Uhr die Parade statt. Danach fahrt Ihre Majestät die Kaiserin im Wagen, eskortiert von der Eskadron 1. bayer. Ulanen, nach Homburg. Der Kaiser be­findet sich zu Pferde und setzt sich von Obereschbach ab an die Spitze der Fahnenkompanie und Standarteneskadron, mit welcher er in Homburg einzieht. Abends 7 Uhr ist im Kurhaus die Paradetafel, dreiviertel 9 Uhr der große Zapfen­streich. Samstag, 9. September, vormittags 11 Uhr, findet die Enthüllungsfeier des Denkmals für Kaiser Wilhelm I. statt. Abends halb 8 Uhr ist die Provinzialtafel im Kurhaus. Sonntag, 10. September, vormittags 10 Uhr, wird der Feld- gottesdienst abgehalten. Die Ankunft des Kaiserpaares in Koblenz erfolgt um 6.15 Uhr abends. Am Bahnhof großer militärischer Empfang. Die Ehrenkompanie stellt das Jnf.-- Regt. Nr. 28. Die Majestäten begeben sich in einer Hof­equipage und einer Geleitseskadron des Rheinischen Kürassier- Regts. Nr. 8 über den Markenbildenweg, Mainzerstraße und Mainzertor nach dem Königlichen Schloß. Auf der Einzugs­straße bilden die Truppen der Garnison, Schüler, Krieger­und andere Vereine Spalier. An der städtischen Festhalle erfolgt die Begrüßung durch die städtische Vertretung, sowie Darbietung eines Ehrentrunks und Ueberreichung von Blumen. Am Königlichen Schloß steht eine Ehrenkompanie des Inf.- Regts. Nr. 68. Im Schloß findet großer Zivil-Empfang statt. Montag, 11. September, begibt sich der Kaiser im Automobil, die Kaiserin im Wagen unter Geleit einer Eskadron der 8. Kürassiere nach dem Paradefeld bei Urmitz. Nach der Begrüßung durch die Vertretung des Landkreises Koblenz setzt sich der Kaiser an die Spitze der Fahnenkompanie des Jnf.-Regts. Nr. 28 und reitet nach dem Paradefeld. Nach dem Abreiten der Front der Kriegervereine findet um 9 Uhr die Parade statt. Nach derselben fährt die Kaiserin im Wagen unter Kürassiergeleit nach Koblenz zurück. Der Kaiser zieht an der Spitze der Fahnenkompame in Koblenz ein. Um 7 Uhr abends ist Paradetafel im Schloß, um drei­viertel 9 Uhr großer Zapfenstreich vor dem Schloß. Dienstag, 12. September, abends 7 Uhr, Provinzialtafel im Schloß, 9 Uhr Rheinfahrt zu Schiff bei beleuchteten Ufern. Mittwoch, Donnerstag und Freitag finden die Feldmanöver des 8. und 18. Armeekorps statt.

* Das Infanterie-Regiment Heffen-Howbnrg Nr. 166 kehrt am Freitag abend nach der Kaiserparade in seine hiesige Garnison zurück und verbleibt hier bis Montag früh. Etwa 7800 Mann werden nur einen Tag in Bürgerquatieren untergebracht, da während der anderen Tage die Ulanenkaserne verfügbar ist.

* Postperfonalien. Versetztsind die Postassistenten Martin von Marburg nach Cassel, Otto von Jesberg nach Marburg, H e r w i g von Zierenberg nach Arolsen, Bruns von Tann (Rhön) nach Cassel, B o e s von Wald­kappel nach Eichenberg, Kühn von Altmarschen nach Gunters­hausen, Becker von Cassel nach Wächtersbach, Lange von Liebenau nach Bettenhausen, L i m m e r o t h von Bergen (Kr. Hanau) nach Elm, Siebert von Hanau nach Cassel und Wiegand von Niederaula (Kr. HerSfeld) nach Cassel.

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Die fünf gespaltene Petttzeile oder deren Kaum 15^ im RÄlamenteU die Zeile 35 Pfg.

verantwort!. Redakteure 6. Schrecker i« Hasao.

Fernsprechanschlntz Nr. 665. 1905

Freiwillig ausgeschieden ist der Postassistent Raabe in Corbach. Entlassen sind der Postgehilfe Weiffenbach in Salmünster und der Postagent Weber in Amöneburg.

* Der Sprechverkehr von Bruchköbel, Hochstadt (Kr. Hanau), Mittelbuchen (Kr. Hanau) und Wachenbuchen ist auf Nidda, der Sprechverkehr von Hanau auf Eichelsdorf, Obermockstadt, Ranstadt und Ulfa ausgedehnt worden.

* Schustmannschaft. Nach einem Allerh. Erlaß kann denjenigen Schutzleuten, die eine vorwurfsfreie Dienst­zeit von 10 Jahren in der Kgl. Schutzmannschaft zurückge­legt haben, das Tragen des Säbels der Schutzmanns-Wacht- meister mit dem goldenen Portepee gestattet werden.

* Sprechstunde des Gewerbeinfpektors. Der Königliche Gewerbe-Inspektor aus Fulda wird am Donners­tag den 7. d. Mts., von 12 bis 1 Uhr mittags, in einem Zimmer des hiesigen Standesamts im Altstâdter Schloß den Arbeitgebern und Arbeitern Gelegenheit zu Besprechungen geben.

* Prämiierung. Bei der gestern veröffentlichten Preisverteilung auf der Casseler Jubiläums - Gewerbe - Aus­stellung wurden zuerkannt: 8 goldene Staatsmedaillen, 52 goldene Medaillen, 2 silberne Staatsmedaillen, 123 silberne Medaillen, 2 bronzene Staatsmedaillen, 144 bronzene Me­daillen, 28 Diplome und 79 lobende Anerkennungen. Don Hanauer Ausstellern erhielten die silberne Medaille Döring & Hüning auf Künstlerkarten, K. E. Ohl auf Gasbadeöfen, die bronzene Medaille August O h l auf Herren­zimmer, lobende Anerkennung W. Kilian auf Herren­kleider. Die Wächtersbacher Steingutfabrik zu Schlierbach erhielt eine goldene Staatsmedaille.

* Die Meuzel-Ausstellung in Frankfurt a. M. (Kunstverein, Junghosstraße 8) bleibt nur noch bis einschl. Freitag den 8. September täglich von 91/»6 Uhr geöffnet. Wir weisen nochmals auf die mit dieser Veranstaltung allen Kunstfreunden gebotene Gelegenheit hin, eine Reihe herrlicher Meisterwerke des großen Künstlers, wie sie in unserer Gegend noch nie vereinigt war und auch kaum wieder geboten werden kann, zu genießen.

* Silberne Hochzeit feiern heute Herr Georg E g o l d und Frau, Langstraße 22/24 wohnend.

?? Herrenabend des GesangvereinsTorn blüthe^. Mit einem auserlesenen Programm, welches nur ansprechende Lieder des deutschen Volks- und Kunstgesanges enthält, wird auch diesmal wieder der GesangvereinTon­blüthe" vor die Oeffentlichkeit treten, um die Feier seines 34. Stiftungsfestes (Herrenabend) am 30. September im Saale derZentralhalle" zu begehen. Zum Vortrag kommen größtenteils neu einstudierte Chöre, welche ihren wohltuenden Einfluß auf die Zuhörer nicht verfehlen werden. Wie be­kannt, ist der GesangvereinTonblüthe" stets bestrebt, seinen Gästen nur Gediegenes zu bieten und sind deshalb die großen Sympathien, welche ihm entgegengebracht werden, wohl be­rechtigte. Auch wird dieTonblüthe" gelegentlich der Feier ihres 34. Stiftungsfestes ihren Freunden und Gönnern zeigen, was sie in dem abgelaufenen Jahre unter der ziel­bewußten, energischen Leitung ihres Dirigenten Herrn Heinrich A p p u n n zu ihren anerkannt hohen Leisttrngen hinzu­zulernen imstande war. Das zu dem Feste aufgestellte Pro­gramm, dessen Hauptgewicht selbstverständlich in dem Dor­ttag von Männerchören liegt, verspricht durch seine Reich­haltigkeit und Mannigfaltigkeit einen hohen Genuß und ist auch hier bei der Wahl der Chöre, welche als eine sehr ge­diegene bezeichnet werden muß, vorwiegend dem DolkSliede Rechnung getragen und sind hier Chöre in Bearbeitung, welche die Zuhörer zu fesseln im Stande sind. Durch Musikpiecen der gesamten Ulanenkapelle, deren Stiftungen in bestem Lichte stehen, wird das Programm vervollständigt. Der zweite Teil ist dem Humor gewidmet. Auch haben hier nur solche Nummern Aufnahme gefunden, welche der Feier entsprechend gewählt sind und eine würdige Lösung finden werden. In Anbetracht dieser vielversprechenden Darbietungen gen. Vereins dürfen wir den Besuchern schon jetzt einen sehr genußreichen Abend garantieren. Wir empfehlen daher einem gesang- und musikliebenden Publikum diese Ver- anftaltung auf das wärmste und wünschen diesem allzeit strebsamen Verein ein volles Haus. Liste ist in Zirkulanon gesetzt. Auch find Eintrittskarten bei den Mitgliedern, sowie in der Zigarrenhandlung des Herrn Karl Friedrich, Rosenstraße 19, erhältlich.

* Wettspiel. Vergangenen Sonntag standen aus dem hiesigen Exerzierplätze die 1. und 2. Mannschaft der Hanauer Fußball-Gesellschaft 1899 und die gleichen Mannschaften des Bockenheimer Sportvereins 1904 einander im Wettspiel gegenüber. Es gelang den erstgenannten Mannschaften, in zwei aufeinanderfolgenden Spielen das Spielfeld mit dem Siege von 2:1 Goal zu behaupten.