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Seth 2

Samstag

2. September

* Winke für Paradebesucher. Von zuständiger Seite gehen unS einige Mitteilungen zu, mit deren Bekanntgabe allen denjenigen gedient sein wird, welche am 5. September der Kaiserparade als Zuschauer beiwohnen. Vor allem ist die vielfach aufgeworfene Frage M beantworten, welche be­sonders die Damen beschäftigt:Was ziehe ich an?" Hierzu sei gesagt, daß für Herren sowohl als auch für Manien Promenadenanzug sich empfiehlt; für junge Damen möglichst farbige Toiletten, da diese ein lebhaftes und freundliches Bild geben. Schwarzer Anzug ist möglichst zu vermeiden, ebenso Zylinder und große Federhüte.' Sonnenschirme sind überflüssig, -da die Sonne im Rücken der offiziellen Tribüne steht und Schirme auch nicht ausgespannt werden dürfen aus Rücksicht aus die Dahintersitzenden. Eher ist ein­facher Fächer zur Mitnahme zu empfehlen. Die Inhaber der 15 Mark-Plätze sitzen unter Segeltuchbedeckung. Da Restau­ration nickt vorhanden, empfiehlt es sich, fertige Brötchen mit auf die Tttbüne zu nehmen, auch eine Flasche Wein mit Becher, waS in einem Körbchen unter dem Sitz abgestellt werden kann, da ein Hinkommen zu den Wagen während der Parade nur schwer möglich ist. Ein frühes Hinaus­fahren ist angeraten, da unterwegs bei solchem Riesenver- kehr erfahrungsgemäss immer Stockungen eintreten, weshalb mit dem einemhalbfachen der gewöhnlichen Fahrzeit zu rechnen ist. Die Plätze auf der offiziellen Tribüne müssen bis dreiviettel 9 Uhr eingenommen sein, die Parade beginnt um 9 Uhr. DaS Rauchen auf der Tribüne ist wegen der Feuersgefahr polizeilich verboten. Die auf der Tribüne sta­tionierten Unteroffiziere haben daselbst die Ordnung zu über­wachen, vor allem auch das Stehen in den Gängen oder gar auf den Bänken zu verbieten, da die Tribüne nur numerierte Sitzplätze hat. Für diejenigen Tribünenbesucher, welche Sitz­kissen nicht geliefert bekommen, empfiehlt sich die Mitnahme eines Plaids, da die Sitzbänke oftmals durch Tau feucht sind; ein vorheriges Ueberziehen derselben mit Stoff ist daher auch nicht angängig. Toiletten für Damen und Herren be­finden sich in ausreichender Zahl an der Rückseite der Tri­büne. Die Aufseherinnen sind mit Nähzeug, Bürsten rc. versehen. Die Parade dauert ca. dreieinhalb Stunden und schließt mit dem zweiten Vorbeimarsch. Danach pflegt Se. Majestät der Kaiser die Generalität und die Kommandeure vor der Tttbüne um sich zu versammeln zur Abhaltung der Kritik, welche etwa 10 Minuten in Anspruch nimmt. Die Höflichkeit gebietet schon, daß die Tribünenbesucher ihre Plätze erst nach Abreituna des Kaisers verlassen, zumal vor dem Abritt des Kaisers kein Wagen wegfahren darf, wenig­stens nicht auf dem Weg, welchen der Kaiser mit der Fahnen- kompagme nimmt, also in der Richtung auf Homburg. Näheres wird noch behördlich bekannt gemacht.

* Ev. Arbeiterverein. Die Mitglieder versammeln sich morgen Sonntag nachmittag halb 3 Uhr im Vereinslokale (Elephanten) zur Teilnahme an den Einweihungsfeierlichkeiten der Bismarcksaule.

* Kanzlerbräu. Am Bismarckturm gelangt morgen Kanzlerbräu zum Ausschank.

* Verein der Hausbesitzer. Der hiesige Verein der Hausbesitzer ist dem Zentralverband der städtischen Haus­und Grundbesitzervereine Deutschlands beigetreten. Ge­nannter Verband besteht bereits feit 26 Jahren, hat seinen Sitz in Berlin imb bezweckt, die Hausbesitzervereine des deutschen Reiches zu gemeinsamer Wahrung der Rechte und zur Förderung der wirtschaftlichen Interessen ihrer Mit­glieder zusammenzuschließen. Der Verband zählt heute 223 Vereine mit zusammen 122000 Mitgliedern, an der Spitze desselben stehen die Herren Baumeister und Stadtrat Harterich in Dresden, Rechtsanwalt Dr. Hettendorf-München, Stadtverordneter Daber-Berlin, Fabrikbesitzer Heinzelmann- Berlin, Rendant Barth-Erfurt,,Hoflieferant Brehm-Würzburg, Rechtsanwalt Dr. Cohen-Hamburg, Rentier Fähndrich-Berlin, Buchdruckereibesitzer Graßmann-Stettin, Justizrat Dr. vom Grafen-Cöln, Oberlehrer Hoffmann-Mannheim, Archttett Küster-Hannover. Da die gegenwärtige Stellung der Haus­besitzer bei allenthalben zunehmendem Wohnungsüberschuß und der hieraus entstandenen empfindlichen materiellen Be­nachteiligung der Vermieter überaus schwiettg ist, so ist ein enger Zusammenschluß der Hausbesitzer sehr begreiflich, in­dem der Abwendung weiterer drückender Lasten, mit welchen der Haus besitz ohnehin schon genügend bedacht ist, sowie ein Vorgehen gegen öffentliche Maßnahmen, welche geeignet sind, Haus- und Grundbesitz zu schädigen, durch einen Verband am wirksamsten durchgeführt werden kann. Der Vorstand des Vereins der Hausbesitzer in Hanau erachtet den Beittttt zu vorerwähntem Verband im Interesse seiner Mitglieder liegend, gibt es doch in Hanau auch noch Kreise, welchen die gegenwärtige mißliche Lage der Hausbesitzer vollständig gleichgültig ist.

* Wiener Spitze. Sonntag den 3. September c. finden zwei Familien- nnd Festvorstellungen statt. Das Programm ist wiederum ein ausgewähltes und dezentes und ein Besuch nur zu empfehlen. (Näheres siehe Inserat.)

* KonzerthausGermania". Das neu engagierte Künstler-Ensemble gibt täglich von abends 8 Uhr ab Kon­zert, Sonntags außerdem von nachmittags 4 Uhr ab. Das gewohnte Frühschoppenkonzert wird morgen von 11 1 Uhr gegeben. Da das Programm nur gediegene Musik aufnKist, kann der Besuch der Konzerte jedermann empfohlen werden.

* Vermißt wird seit dem 30. v. M. der hier wohnhafte Graveur Heinttch Wörner. (Siehe Ausschreiben der Kgl. Polizeidirektion.)

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§ Wachenbucheu, 3. Septbr. (80 Geburtstag.) Der frühere landgräff. Hofglasermeister F i x dahier wird am Montag seinen 80. Geburtstag begehen können. Das betagte Geburtstagskind erfreut sich noch der besten körperlichen und geistigen Frische.

Dörnigheim, 2. Sept. (Ueberfall.) In der Ge­markung Dörnigheim wurde gestern nachmittag eine ältere, mit dem Hüten der Gänse betraute Frau von einem uner­kannt gebliebenen Strolche in unsittlicher Absicht überfallen.

* Errichtung eines Aussichtsturmes auf dem Buchberge bei Langenselbold gingen ein von

Oberlehrer Nebelsiek . . Z _ Mk Ung-n-nnt . . . . : _:5o

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Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die

Redaktion desHanauer Anzeiger."

M a r f77 e r i ch t.

Hanau, 2. Septbr. (L e b e n 8 in i i t e l p r c i s e.) Geflügel: Tauben, das Pärchen 70 bis 1,00 Mk.; ein alter Hahn 1,801,60 Mk.; ein junger Hahn 60 bis 1,00 Mark; ein Huhn 1,201,50 Mk.; eine Ente 1,50-2, 00Mk.; eine Gans 2,503,50 Mk., Fische: gew. Sorte 30 Pfg., bessere Sorte 35 u. 40 Pfg., Aal 901,00 Mk., Hecht 1,00 bis 1,20 Mk., Barben 50-60 Pfg., Barsch 60-70 Pfg. per V» Kilogramm; Gemüse: Meerettig die Stange 20 bis 30 Pfennig; Blumenkohl, das Stück 2050 Pfennig, Kopfsalat, Stück 510 Pfennig, Endivien, das Stück 5 bis 15 Pfg.; Rettig, das Stück 3-5 Pfg., Ober-Kohlrabi, das Stück 35 Pfg.; Wirsing, das Stück 10 bis 40 Pfennig, Weißkraut, Stück 1030 Pfg.; Rot­kraut das Stück 1040 Pfg., Sellerie, das Stück 515 Pfg., Gurken zum Einmachen, das Hundert 1,201,50, gelbe Rüben, das Bündel 7 Pfg.; neue Bohnen, Pfund 20 Pfg., Kartoffeln, Doppelliter 1416 Pfg.; Obst: Trauben, Pfd. 25-40 Pfg.; Aepfel, 1 Pfd. 5-20 Pfg., Birnen, Pfd. 1030 Pfg., Zwetschen, das Hundert 20 bis 30 Pfg., Pfirsiche, Pfd. 6070 Pfg., Citronen, das St. 810 Pfg.; Paradiesäpfel, Pfd. 1215 Pfg.; - Verschiedenes: Butter, das Pfund 1,201,40 Mark; Käse, 1 Stück 46 Pfg.; Eier, Stück 69 Pfg.; Zwiebeln, Pfund 810 Pfg. ; Radieschen, das Bündel 5-10 Pfg., Weizenmehl, 1. Sorte 20 Pfennig; 2. Sorte 18 Pfg.; 3. Sorte 16 Pfennig; 4. Sorte 14 Pfennig ^« Kilo­gramm.

Hus Hab und fern.

R. Hünfeld, 1 Septbr. Der Hilfsbremser K n i e rim von Bebra stürzte heute in der Nähe von Nüß von dem im Fahren befindlichen Güterzug 7204, kam unter die Räder und erlitt so schwere Verletzungen, daß er sofort verschied.

8 Frankfurt a. M., 31. August. Am 4. und 5. September findet hier die fünfte Konferenz derVerbündeten kaufmännischen Vereine für weibliche Angestellte" statt. Zur Verhandlung stehen u. a folgende Punkte: Fortbildungsschul­zwang für Mädchen, Alters- und Pensionsversicherung der Privat-Angestellten, Obligatorische Stellenlosenversicherung, Festsetzung einer Mindestruhezeit für Kontorangestellte, Han­dels-Inspektoren zur Kontrolle der bestehenden Schutzbestim­mungen. Im Anschluß an die Konferenz findet Dienstag den 5. September, abends V2^ Uhr, im Saale der Loge Carl, am Mozartplatz, eine Handelsgehilfinnen-Versammlung statt, zu der alle Kontoristinnen und Verkäuferinnen freien Zutritt haben. Für die Versammlung, die von dem Kauf­männischen Verein weiblicher Angestellter in Frankfurt einbe- rufen wird, ist folgende Tagesordnung festgesetzt:Weshalb müssen sich die Handelsgehilfinnen organisieren?"Die Stellen-- losenversicherung und die Handelsgehilfinnen." Der Frank­furter Verein, dessen Geschäftsstelle sich Gr. Hirschgraben 11 befindet, zählt etwa 1500 Mitglieder, durch seine Vermitte­lung fanden im letzten Jahre 490 Gehilfinnen Stellung. Seine Verbindungen erstrecken sich auf alle Teile Deutschlands sowie nach dem Auslande. Der Verein feierte im Mai sein zehnjähriges Bestehen unb beabsichtigt jetzt, seinen Wohlfahrts­einrichtungen auch die Stellenlosen-Versicherung einzufügen. Zurzeit bestehen ungefähr 50 Berufsvereine weiblicher Han­delsgehilfen mit insgesamt etwa 30000 Mitgliedern. Da der älteste Verein erst vor 15 Jahren gegründet wurde, so beweisen diese Zahlen, daß auch die Handelsgehilfinnen rasch die Vorteile der festen Organisation erfassen.

W. Aßmannshausen, 1. Septbr. Ein mit Belgiern besetztes Automobil fuhr in den Rhein hinein. Die Insassen wurden von einem vorbeifahrenden Schiff gerettet.

L. Friedberg, 1. Sept. Der Großherzog von Hessen trifft nächsten Dienstag hier ein und bezieht bis zum 11. September in seinem hiesigen Schlosse Wohnung, um von hier aus an den Manövern und den Kaisertagen in Homburg teilzunehmen.

K. Nieder-Rosbach, 1. Sept. Nächsten Sonntag wird hier ein Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den Feldzug 1870/71 eingeweiht.

)!( Viernheim, 1. Sept. Aus dem benachbarten Sand­hofen sind abermals zwei Verbrechen zu berichten. Ein Bursche hatte dort des edlen Rebensaftes zu viel gekostet und brach zur Nachtzeit in dieser Verfassung hilflos auf der Straße zusammen. Gauner nützten diesen Umstand weidlich aus, plünderten den Betrunkenen in weitgehendstem Grade, indem sie sich nicht allein der noch ziemlich gespickten Geld­börse, sondern auch der Schuhe, des Rockes und deS Hutes des Sinnlosen bemächtigten. Leider blieben die Banditen bis jetzt noch unermittelt. Fast gleichzeitig wurde bei Gastwirt Rohr mit beispielloser Dreistigkeit ein Einbruch verübt. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, fiel den raffinierten Einbrechern zur Beute. Man ist den Dieben bereits auf der Spur.

H. Aus Thüringen, 2. Sept. In Großheringen ver­starb der in weiten Kreisen bekannte und beliebte Bahnhofs- Portter Franz Freund. Durch seine große Liebenswürdigkeit und Zuverlässigkeit hatte er sich die Gunst des reisenden Publikums in hohem Maße erworben. Nicht selten wurde er auf seinen Urlaubsreisen im Norden oder Süden erkannt und gefeiert. Gelungen ist folgende Geschichte, die von ihm erzählt wird: Als guter Orgelspieler vertrat er vor einigen Jahren den Lehrer seines Dorfes im Sonntags-Gottesdienst. Er hatte den Tag zuvor anstrengenden Dienst gehabt und war während der Predigt sanft eingeschlafen. Alles wartet auf das Einsetzen der Orgel, aber diese schweigt. Da gibt ein Bekannter dem Organisten einen Rippenstoß, und unser Freund, aus dem Schlaf erwachend, in der Meinung, er müsse den Zug abrufen, ruft mit aller Kraft seiner gewaltigen Stentorstimme:Einsteigen in der Richtung Sulza, Apolda, Weimar, Erfurt, Gotha, Eisenach rc. rc."

Drahtnachrichten.

Zum Besuch der englischen Flotte.

Berlin, 2. September. DerLok.-Anz." berichtet aus Danzig: Admiral Wilson telegraphierte an den Kaiser:

Möge eS mir gestattet sein, Euer Majestät als Flotten- admiral der britischen Marine meinen Dank für das groht Vergnügen auszu sprechen, welches meine Offiziere durch daS Zusammentreffen mit Kameraden von Euer Majestät Flotte empfunden haben." Der Kaiser erwiderte:Es ist mir eine große Freude, zu erfahren, daß Sie es als Freude empfan- den, Ihren Kameraden der deutschen Flotte zu begegnen Wilhelm II. Admiral of fleet.

Die Marokkoangelegenheit.

Paris, 2. Septbr. In derHumanitö" führt Jaurès aus, man dürfe den Gedanken an eine militärische Straf­expedition zur Okkupation marokkanischen Gebietes nicht auf­kommen lassen. Frankreich besitze auch noch andere Mittel, das Recht seiner Schutzbefohlenen zu wahren. Im allge­meinen empfiehlt Jaurös im Interesse Frankreichs ein auf gegenwärtiges Vertrauen basiertes billiges Zusammengehen aller in Marokko interessierten Mächte.

Paris, 2. Septbr. DasEcho de Paris" teilt aus Madrider Quelle mit, daß dieser Tage in dem spanischen Orte Melilla einige Franzosen mit Delprel, dem französischen Sekretär und Vertrauensmann des marokkanischen Prätendenten, wegen Waffenlieferung für den Prätendenten verkehrt haben. Delprel wurde von den spanischen Behörden ausgewiesen.

Das Reichsdumagesetz.

Petersburg, 1. Septbr. (Petersburger Telegr.-Agentur.) Heute tagte eine besondere Konferenz unter dem Vorsitze des Grafen Soloky, welche die Bestimmungen zur Ergänzung bei Reichsdumagesetzes zu prüfen hat. Die Konferenz besprach die Bestimmungen bezüglich des Inkrafttretens der Duma institution und der von Bulygin vorgeschlagenen Wahlordnung. Bulygin wird der Konferenz demnächst den Entwurf zur Wahlordnung für das ehemalige Königreich Polen vorlegen- Die heutige Besprechung der Konferenz betraf nur minder­wertige Fragen.

Bom Schah von Persien.

Petersburg, 1. Septbr. Der Schah von Persien ist heute nachmittag mit Gefolge an der russischen Grenze ange­kommen und wurde dort von dem ihm zugeteilten Ehrendienst empfangen.

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Berlin, 2. Septbr. DerLokal-Anzeiger" läßt sich aus Dur eS Salaam melden: Gouverneur Gras Götzen erklärte, die Unruhen in Ostafrika seien in dein Aufleben des alten heidnischen Schlangenkultus zu suchen. Die Zau­berer, die ihre Macht schwinden sehen, predigen, daß das Volk durch Rückkehr zum alten Kultus befreit werde.

Hamburg, 2. Septbr. Die Befürchtung einer weiteren Ausbreiung der C h o l e r a erscheint ausgeschlossen. Die mit den gestorbenen Cholerakranken in Berührung gekommenen anderen Auswanderer find in der Quarantäneanstalt in Groden bei Cuxhaven untergebracht und sämtlich gesund ge­blieben. Alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen, namentlich ist eine ärztliche Kontrolle bei neuvorkommenden Ausivanderern angeordnet. Es soll eine mehrtägige Quarantäne für sämt­liche Auswanderer eingeführt werden.

Zwickau, 2. Septbr. Bei einer Automobilfahrt nerun* glückte der zur Konsultation nach Glauchau berufene Ober­medizinalrat Professor Karg und blieb sofort tot; sein Be­gleitererlitt einen Schädelbruch. Der Chauffeur blieb unverletzt.

Paris, 2. Septbr. In einem Artikel desGouleis" über die vom Präsidenten Roosevelt den Souveränen und Staatschefs gesandten Antwortnoten wird hervorgehoben, daß der Text der an Kaiser Wilhelm gerichteten Depesche nicht bloß durch seine Ausführlichkeit, sondern auch durch die Wärme des Tones bemerkenswert sei. Die Pariser Presse be­fürwortet int allgemeinen, eine Straße nach Roosevelt zu benennen. Die Umtaufe der allgemein genannten Rue de la Paix ist nicht beabsichtigt, es soll vielmehr eine durch das ehemalige Marsfeld zu führende Sttaße den Namen Roosevelts erhalten.

Eandxvirtfcbaftlicbes.

Zur russische« Mißernte wird aus Petersburg ge- schrieben: Laut annähernder Berechnung, welche in der Landschafts-Abteilung des Ministeriums deS Innern auf Grundlage von Aufgaben der Gouverneure ausgeführt worden ist, werden in den fünf am schwersten von der Miß­ernte betroffenen Gouvernements erforderlich sein: für daS Gouvernement Tula 6 Millionen Rubel, Orel 3 Millionen Rubel, Tambow 3 Millionen Rubel, Rjäsan 6 Millionen Rubel und Ssaratow 4 Millionen Rubel. Gleichzeitig wird berichtet, daß die Getreideausfuhr über die Asowhäfen infolge starker Steigerung der Arbeitslöhne neuen großen Schwiettg- keiten begegnet. Die Löhne haben eine noch nicht dagewesene Höhe erreicht.

Hus alter Mett.

Ein neuer Bankschwindel in Paris. In einer Pariser Filiale derSocidtè Gönèrale" wurden einem Be­amten der Pattser Zentrale dieser Gesellschaft, dem 30jähr. Alsted Rulence, zwei Checks im Gesamtwett von 98,000 Frank ausbezahlt, während das betteffende Depot nur einen ganz unbedeutenden Bettag aufweift. Rulence ist flüchtig. Der Ursprung der in den Büchern vorgenommenen Fälschung, durch welche die Auszahlung obiger Summe ermöglicht wurde, ist noch nicht aufgeklärt.

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