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1. September

Hölzer und feine Spezereien verwandt. Die Gebeine, die das Feuer etwa nicht ganz verzehren sollte, werden gesammelt und in einer kleinen, natürlich ebenfalls goldenen Urne in einem eigens für diesen s^weck errichteten Turm beigesetzt, der nahe dem Palais des Verstorbenen errichtet wird. Nach­dem die ganzen, vom Rituell vorgeschriebenen Bauten fertig- gestellt sind, kann der Tag der Verbrennung festgesetzt werden, der dann unter großem Zulauf aus bcm ganzen Lande mit großem Pomp begangen wird.

Pariser Elend. Wie die amtliche Statistik der Pariser Nachtasyls am Quai Valmy feststellt, befand sich unter den 1370 Obdachlosen der letzten Woche eine beträchtliche Anzahl von Künstlern aller Art, besonders aber drei früher sehr be­liebte Schauspieler und Sänger, ein Bildhauer, d reiKunst- zeichner, 6 Ziseleure und Graveure, 36 Maler, darunter 5 Landschaftß- und 11 Genremaler, ferner 2 Lehrer, 4 Pro­fessoren und 8 Redakteure und Schriftsteller, welche meistens schon zum dritten Male dort nächtigten. Das Ausland war durch 117 Bedürftige, darunter 35 Belgier, 19 Italiener und 18 Deutsche, ziemlich zahlreich vertreten.

Der AlkoholiSmus in Rußland. Wie weit die Kultur in Rußland noch zurück ist, beweist wohl deutlich die letzte Statistik über den Alkoholismus. In Petersburg sterben alljährlich plötzlich an Trunksucht ungefähr 200 Personen, also 3538 u. H. aller plötzlich Verscheidenden. Von chronischen und periodischen Trinkern kommen außerdem noch 300 Todes­fälle hinzu, jene Fälle, die zur RubrikSäuferwahnsinn" gehören. Ganz außerordentlich groß ist die Zahl der sinnlos Betrunkenen, die von der Polizei auf der Straße aufgelesen und ins Polizeibureau geschafft werden; sie betrügt nämlich gegen 55 000 jährlich. Im Jahre 1901, wie statistisch nach­gewiesen, wurden 54 940, im Jahre 1902 52 490 und im Jahre 1903 55 239 Personen in total betrunkenem Zustande aus den Straßen Petersburgs in Polizeigewahrsam zwecks Ernüchterung geschafft. Zieht man die bezügliche Statistik von Berlin (1901) zum Vergleich heran, so fiel auf 315 Ein­wohner ein Betrunkener; in Petersburg dagegen kommt auf 23 Einwohner ein Betrunkener!

Infolge Genusses von Beeren des Nachtschattens starb das sechsjährige Söhnchen des Kaufmanns Bürger in Aschersleben. Andere Knaben hatten dem Kleinen die Beeren im Scherz als Weintrauben gegeben.

Allerlei aus Bayern. In Feldkirchen bei Rost am Inn ist die Oekonomenfrau Elise Liedl infolge Genusses giftiger Champignons schwer erkrankt und bald daraus ge­storben. Ihr Vianu liegt gleichfalls krank darnieder, In Wisselfing bei Osterhofen liegt die Familie des Schmiedes Unverdorben, sowie mehrere Dienstboten, die eben­falls giftige Schwämme gegessen hatten, schwer lrank dar­nieder. Infolge Brandstiftung sind in Weiden 6 Firste abgebrannt. Der vormalige Pfarrer L. Alt von S t e p p a ch erhielt beim Lindauer Schöffengericht wegen Schwindelei 6 Wochen Gefängnis. Der aus dem Landgerichtsgefäng­nis Amberg entsprungene Dienstknecht Reindl von Eslarn wurde in Altenstadt bei Vohenstrauß verhaftet. In der Nacht zum Montag wurde im Polizeiamt in der Marsstraße m München eingebrochen. Dabei wurden nach derM. P." ca. 700 Mk. Bargeld gestohlen, darunter auch der Ge­halt des Polizeifunktionärs, den dieser am Tage vorheraus­bezahlt erhalten hatte.

Semesterschlutz der Brauer-Akademie zu Worms am Rhein. Am Freitag den 25. August wurde das Som­mer-Semester geschlossen, nachdem an den voraufgegangenen Tagen die Schlußprüfung stattgesunden hatte. Mit Aus­nahme von 2 Herren bestanden alle, welche an der Prüfung teilgenommen haben, mit gutem bis sehr gutem Erfolg. In der Versuchsbrauerei wurden 12 Brauversuche ausgeführt. Diese Versuche wurden mit sorgfältigen Ausladekontrollen verbunden und erwiesen sich als sehr lehrreich. Sin großer Teil der Studierenden kehrt ins elterliche Geschäft oder auf die frühere Stelle zurück. Ein anderer Teil konnte, dank des Vertrauens von Freunden der Anstalt, in angemessenen Stellungen untergebracht werden. Zum Wintersemester, welches am 18. Oktober beginnt, liegen schon zahlreiche Nach­fragen und Anmeldungen vor.

Zigeunerunfug. Am 9. August abends kam in das bei Augsburg gelegene Pfarrdorf Derching eine Zigeuner- bande und nächtigte in einer Wirtsstallung. Andern Tags kam in früher Morgenstunde ein Mitglied der Bande, eine in mittleren Jahren stehende Frauensperson, in ein Anwesen und bettelte die Bäuerin um Milch und Mehl an. Sie

sehr, aber in einem von lebenslustigem und schwatzhaftem Publikum erfüllten Kursaale täglich Orgelkonzerte zu ver­anstalten, ist absurd. Du willst, müde vom Seebade und dem daran sich schließenden Lunch, ein Stündchen auf Deinem Zimmer nicken Leierkasten. Und zwar eine be­sonders niederträchtige Sorte, deren Geklimper bis zum achten Stockwerk und zum fünften Kilometer durchdringt. Du willst nachmittags beim Konditor Marchal er ist in dieser Saison highest fashion und hat den jahrzehntelang beliebten Noggeney in den Hintergrund gedrängt deinen Kaffee nehmen Konzert derberühmten" rumänischen Kapelle Dimitrianu oder sonst solch einanu" oderescu". Du ißt dein Abendbrot im Hotel und du hörst binnen vierzehn Tagen ebensoviel mal von der Zigeunerkapelle des natürlich ebenfalls berühmten soundsoJanczi" das Cavalleria-Inter­mezzo, das für den musikalischen Geschmack ebenso weit zu- (fliegt, wie die Schlacht bei Roßbach. Dann kommt das pflichtgemäße Kursaalkonzert und wenn man nachher den ebenso pflichtgemäßen Schoppen Löwenbräu amWapen- olatz einnimmt, so erwischen einen noch die letzten Klänge der städtischen Harmonie-Kapelle. Der Schlußschoppen wird Dir durch einen Betteljungen, der mit quäkender Stimme einen französischen Schmachtfetzen herunterwimmert,ver­süßt". Dann aber wiegt dich die bald wilde, bald sanfte, immer wunderherrliche Melodie der Wogen in Schlaf und schwemmt die Disharmonien, die deine geplagten Ohren des TageS haben über sich ergehen lassen müssen, davon.

Seidel nennt den Leierkastendie Musik der kleinen Leute." In anderem Sinne, als der Humorist es meint, ist ers in dem Ostende benachbarten Mariakerke. Hier liefert er Abend für Abend die Rhythmen für denbal champetre", den die kleinen Leute, d. h. die Backfische männlichen und weiblichen Geschlechts, auf eigene Faust veranstalten. Es ist eine Freude, wie die lustige Bande nach der verstimmten Drehorgel auf dem Steindamme sich dreht, tausendmal ver- Sier, als die Damen und Herren, die jeden Abend im ial in tadelloser Toilette in nach ebenso tadelloser Ball- sich umeinander herum langweilen denn Tanzen kann man die schleppenden Bewegungen kaum noch nennen. Leierkaktenmann von Mariakerke. du bist der Mittler zahl­

brachte bald heraus, daß die Bäuerin erst vor kurzer Zeit geheiratet habe und teilte derselben nun mit, daß ihr Hof verhext sei. Böse Nachbarn hätten nämlich während der Hochzeitsfeierlichkeit 3 TropfenLeichenwasser" in den Hof geschüttet. Dies habe zur Folge, daß alle zu erwartenden Kinder bald sterben würden. Das Vieh werde verenden und es komme auch sonst Unglück. Sie versprach aber, diesen bösen Geist sofort zu bannen. Die Bäuerin mußte' ungebleichten Zwirn hergeben und in 4 Stücke desselben, welche die Zigeunerin abschnitt, je 3 Knoten machen. Dann legte die Zigeunerin 4 Abschnitte einer Wachsstockkerze und ein Stückchen Bauinwurzel dazu, begoß das ganze mit Weihwasser, segnete dasselbe unter frommen Sprüchen und Verbeugungen und ließ dann die 4 den so lange durch ihre Finger gleiten, bis sämtliche Knoten gelöst waren. Damit war schon viel gegen den bösen Zanber geschehen. Unbedingt sollte aber dann auch noch das Geld gesegnet werden. Als die Bäuerin, wie ver­langt, das vorhandene Gold und Silber in der Hand hin­hielt, segnete die Zigeunerin unter demselben Hokuspokus des Geld und nahm von demselben eine Doppelkrone, zwei Zweimarkstücke und 1 Einmarkstück mit der Erklärung zu sich, sie müsse diese Münzen an einem bestimmten Orte auf­heben. Am neunten Tage werde sie das Geld wiederbringen; an diesem Tage würden auch zwei Feinde der Bäuerin, ein Mann und eine Frau, kommen, um einen Laib Brot, einen Kornsack und eine Mistgabel zu entlehnen. Wenn die Bäuerin dieses Ansinnen standhaft ablehne, dann sei ihr ge­holfen, Glück und Reichtum würden dann einkehren. Die gute Bäuerin wartet noch heute auf die Rückgabe des Geldes, denn die Zigeunerin ist gleich mit der ganzen Bande auf Nimmerwiedersehen verschwunden.

^rterarisches

Kürschners Bücherschny. In die rühmlichst bekannte Sammlung,Kürschners Bücherschatz" (Hermann Hillger Verlag, Berlin W 9) tritt mit der soeben zur Ausgabe ge­langenden Nummer 463 ein Liebling des deutschen Lese­publikums, Max Bittrich, der sich als feinsinniger Humorist bereits einen guten Namen gemacht hat. Auch die vor­liegende Sammlung, die sichSonnenschein" betitelt, reiht sich den früheren Arbeiten des Verfassers würdig an, und dürfte im Bücherschatz, der schon so viel gute Namen ver­einigt, als ein willkommener Gast zu begÄßen sein. Wir wollen nicht verfehlen, das lustige Bändchen, das nur 20 Pfg. kostet, unseren Lesern auf das angelegentlichste zu empfehlen.

Standesamt der Stadt Hanau.

Verzeichnis

der in der Zeit vom 24. August bis 31. August 1905 vorgekommenen

Aufgebote.

Am 28. August. Alexander David Dörr, Schneider­meister in Biedenkopf, mit Magdalene Breithaupt in Langenselbold. 28. Karl Christian Wilhelm Bride, Ma­schinist in Hofgeismar, mit Johanna Sophie Charlotte Lebensieg in Sudershausen. 28. Heinrich Karl Paul Fritz, Schneider dahier, mit Barbara Adelheid O e h n in Würzburg. 28. Eduard Karl August Lieber, Privatbote dahier, mit Maria Karoline Reitz dahier. 28. Michael Joseph Schad, Kaufmann in Lauterbach, mit Elise Su­sanne Wilhelmine Schäfer dahier. 28. Friedrich Sebastian Hau, Schriftsetzer dahier, mit Auguste Wilhelmine Müller dahier. 29. Georg Konrad Riehl, Kaufmann dahier, mit Anna Marie Maier dahier. 29. Paul Franz Georg Schwer, Lokomotivheizer dahier, mit Anna Elisabeth L u d - w i g dahier. 29. Heinrich Klingebiel, Dachdecker in Heiligenstadt, mit Katharina L u y in Neuses. 29. Heinrich Weingärtner, Metzger in Neuenhaßlau, mit Maria Margareta Herbert in Niedermittlau. 30. Peter Heck­mann, Fahrbursche dahier, mit Katharina Winter da­hier. 30. Julius Läpple, Bierbrauer dahier, mit Rosa Bächle in Ramsbach. 31. Georg Heinrich Funk, Bücker­

loser jener ersten Lieben, die stetsunglücklich" und doch immer unsere liebste und zarteste Erinnerung sind. Ich möchte, da ich mal bei Mariakerke bin, überhaupt eine Lanze für diesen noch ziemlich wenig besuchten Badeort brechen. Er ist ungezwungener und ruhiger als Ostende. Wer aber glaubt, von Zeit zu Zeit des Trubels des Weltbades nicht entraten zu können, den führt eine alle paar Minuten gehende Tram in kaum einer Viertelstunde zum Ostender Kursaal. Dazu kommt der Vorzug der Billigkeit. Einer meiner Freunde zahlte bei guter Verpflegung in Mariakerke nicht ganz die Hälfte des Pensionspreises, den ich in meinem Ostender Hotel erlegen mußte, wo mich zer­rissene Servietten und sich zankende Kellner doch nicht ganz über die mittelmäßige Qualität der Speisen hinwegzutrösten vermochten. Dabei nannte sich mein Gasthaus stolz ein Premier grand Hotel" und von außen sah es ja soweit auch ganztip top" aus.

Das aber ist die Signatur von Ostende überhaupt. Gustav Freytag führt inSoll und Haben" polnische Aristo­kratinnen vor, die unter seidenen mit Schmuck und Spitzen beladenen Roben schmutzige und zerrissene Unterröcke tragen. Wer auf dem Meere an Ostende vorbeifährt und den Pracht­bau desRoyal Palace Hotels", das Königliche Schloß, den Kursaal und die vielen schönen Hotelgebäude und Killender Digue und das farbenschillernde Leben des Strandes an sich vorüber ziehen läßt, der wird an der Berechtigung des Titels reine de la plage" (Königin des Gestades) für Ostende ge wiß nicht zweifeln. Das ist die seidene Robe, der Unterrock aber, die innere Stadt, ist wenig appetitlich. Kahle, lang­weilig getünchte Häuser, wenig saubere Straßen, zweifelhafte Düfte, eine proletarische Bevölkerung, die für das glänzende Leben des Fremdenteils eine Art von neugierigem Haß zur Schau trägt.

Mit dieser Rückseite der Medaille versöhnt den Deutschen einigermaßen die Prägung der Sprache. Zwar die fast durch­weg germanisch-vlümischen Krämer haben ausschließlich fran­zösische Inschriften an ihren Firmenschildern, aber Staat und Stadt lassen der vlämischen Sprache, die unë viel verwandter und freundlicher anmutet als die holländische, jetzt mehr ihr Recht werden. Sie findet sich überall neben der französischen

meister dahier, mit Dorothea Katharine Ernestine Schäfer in Eschwege. 31. Karl Rudolph Stahl, Juwelier dahier, mit Anna Johanna Stark in Kesselstadt.

Eheschließungen.

Am 26. August. Heinrich K a l k h o f, Kaufmann dahier, mit Johanna Berneaud dahier. 26. Eugen Hahn, Steindrucker in Frankfurt a. M., mit Emilie e i l dahier. 26. Wilhelm Winter, Kaufmann in Hirzenhain, mit Elise M a i dahier. 26. Wilhelm Neidig, Silberschmied dahier, mit Elisabeth Krack dahier. 28. Ferdinand Jüngling, Goldarbeiter dahier, mit Emma E i ch dahier.. Bern­hard Scherf, Zimmermeister dahier, Witwer, mit Barbara W e i d e r t Witwe geb. Müller dahier.

Geburten.

Am 21. August. Heinrich Richard Konrad, S. des Hafners Heinrich Hofmann. 22. Friedrich Georg, S. des Schreiners Georg Mihm. 23. Heinrich Adam, S. des Packers Peter Weigand. 24. Johann August, S. des Fahrburschen Christian Dümmler. 24. Heinrich Joseph Willy, S. des Kaufmanns Wilhelm Greiß. 24. Elisabeth Pauline, T. des Kunstgärtners Konrad Meier. 24. Erna Kathinka Auguste Margarete, T. des Sergeanten Heinrich August Henrich. 25. Mathilde Marie Luise, T. des Wirts Otto Reinhard. 25. Karl August, S. des Lokomotivheizers Karl Orth. 25. Anna Margarete Magdalene, T. des Taglöhners Simon Born. 26. Heinrich Ferdinand August, S. des Schlossermeisters Heinrich Baumann.

Todesfälle.

Am 23. August. Adolf Krafft, Kaufmannslehrling dahiet, alt 14 J. 24. Simon Hain, Schneider von Oberrodenbach, alt 60 J. 24. Anna Margarete, T. des Sattlers Karl Adolf Helmling dahier, alt 6 M. 27. Heinrich Emil, S. des Fahrburschen Sebastian Schäfer dahier, alt 1 J. 27. Karl Simon, Cigarrenmacher dahier, alt 80 I. 27. Ehefrau des Lokomotivführers Wilhelm Knörgen von Cassel, Louise geb. Strott, alt 57 J. 28. Elise Margarete Klee, Büglerin da­hier, alt 48 J. 28. Johanna, T. des Etuismachers Karl Lauer dahier, alt 1 M. 29. Anna, T. des Bijoutiers Hein- rich Link dahier, alt 3 M. 29. Else, T. des Bauschlossers Karl August Fischer dahier, alt 2 M. 29. Friedrich Schwab, Spengler dahier, alt 23 I. 30. Johannes Schad, Bäcker­meister dahier, alt 62 J.

Friedrich Adelmann

Telephon 121 Nntzallee 9 Friedhofs-Gärtnerei

Marmor-, Granit- und Syenit-Geschäft. 375

Grabanlagen Grabunterhaltung.

Ein gute Taffe Kaffee trinken wir jetzt, erzählt eine Hausfrau der andern, seitdem ich meine Einkäufe bei Kalb & Thiele hier, Salz- straße 26, besorgen lasse; feinschmeckende, aromatische Mischungen schon von einer Mark an das Pfund übertreffen die Erwartungen großer Kaffeekenner. Ganz besonders empfehlenswert sind die Kaffee'S iu den Preislagen von Mk. 1.20, 1.40, 1.60 und 1.80. Jedermann kann von einem Versuch nur provitieren und soll man sich durch all» möglichen Zugabeartikel, wie Kaffeetassen oder sonstige» minderwertiges Porzellan rc., nicht verblenden lassen. 14025

FrauSekretär Hoin ist eine sah re Künstlerin!

Trotz ihrer grossen Familie gehen die Kinder immer so zierlich und proper kein Fleckchen sieht man an den Kleidern. Ja das ist kein Kunststück, wenn man immer das neue Fleckenwasser Benzinoform zur Hand hat. Des abends, wenn die Kinder schlafen, nimmt Frau Hein alle Kleider vor und beseitigt mit Benzinoform alle Flecken. Benzinoform kann man beruhigt bei Licht anwenden, weil es nicht feuergefährlich ist. Ueberall erhältlich.

Flaschenkinder*

Hohenlohesches Hafermehl

der einzig richtige Milchzusatz und allseitig ärztlich empfohlen. Kinder, die Milch allein nicht vertragen, an Erbrechen, Durch­fall oder englischer Krankheit leiden, gedeihen vorzüglich, so­bald der Milch Hohenlohe'schea Hafer-Mehl zugesetzt wird.

Bezeichnung. Die Post heißt nicht nur postes, sondern auch posterijen, die place d'armes ist zugleich Wapenplatz, die entree des Voyageurs auf dem Bahnhöfe ingang der reizigers. Erinnern die reizigers nicht an dieReisigen" des Mittel­alters? Auch der im Hochdeutschen nur noch scherzhaft ange­wandte Gaudieb findet sich in der sehr ernsthaft gemeinten Mahnungopgepast voor de gauwdieben". So ungemütlich auch die Taschendiebe sind, so behaglich stimmten mich ordentlich diese gaurobiebe; d. h. wenn sie sich noch in diesen Tagen vor meiner Abreise an mich machen, dann können sie mir gestohlen werden. Gleich anmutig aber nach Inhalt und Form ist die Inschrift, die sich auf dem Wagenplatze findet: Behandelt de bieten met zachtheid". Das heißt nicht etwa, macht die Türen sachte zu" wiewohl auch diese Mahnung den lärmfteudigen Ostendern nichts schaden könnte, son> dernbehandelt die Türen mit Sanftmut". Ein merksames Wort, das auch anderwärts den Fuhrknechten vor die Nase gerückt werden könnte. Ich behandle den Lesermet zacht­heid" und schließe.

Albumblätter.

Seid allezeit getrosten Mutes

Und baut auf Gottes Macht und Gnade;

Kein Uebel kehrt sich dem in Gutes, Der säumig zagt auf schwerem Pfade 3èicht minder schmerzt: auf Dornen stehen, Als rüstig drüberhin zu gehen.

Jul. Kammer

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An Andrer Werken suche stets Das Beste nur herauszufinden, An eignen aber sei dir's Pflicht, Vorerst die Fehler zu ergründen.

Marie Beeg. * *

Unsere Phantasie malt uns die Menschen, wie wir gerne möchten, daß sie aussehen; wenn wir aber inne werden, daß die wirklichen Menschen unsern phantasierten ganz unähnlich sind, so ziehen wir un§ wohl zurück und grollen mit dem Leben Kniage.