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bei Homburg v. d. Höhe am 8. (September 1905 folgende Sonderzüge fahren:
A. Zur Befvrderun g der Kriegervereine:
1. Strecke Wiesbaden—H ö chst—H omburg v. d. H.
Hinfahrt: Wiesbaden ab 4,30 Uhr vormittags, Kurve ab 4 88 Hochheim 4,52, Flörsheim 5,02, Eddersheim 5,08, Hattersheim 5,15, Sindlingen-Zeilsheini 5,21, Höchst a. M. WO und Homburg o. d. Höhe an 6,02 Uhr vormittags.
Rückfahrt: Homburg v. d. Höhe ab 3,07 Uhr nachmittags, Höchst a. M. an 8,37, Sindlingen-Zeilsheim 3,45, Hattersheim 3,51, Eddersheim 3,58, Flörsheim 4,04, Hochheim 4,14, Kurve 4,28 und Wiesbaden um 4,36 Uhr nachmittags.
2. Strecken WormS—Mainz—Homburg.
Hinfahrt: WormS ab 2,55 Uhr vormittags, Osthofen 8,07, Alsheim 8,17, Guntersblum 3,22, Oppenheim 3,22, Mainz 4,00 und Homburg an 5,22 Uhr vormittags.
Rückfahrt: Homburg ab 3,24 Uhr nachmittags, Mainz an 5,00, ab 5,15, Oppenheim an 5,46, Guntersblum 5,58, AlSheim 6,03, Osthofen 6,13 und Worms an 6,25 Uhr nachmittags. Der um 6,25 Uhr von Worms nach Gundheim abgehende Zug wartet die Ankunft des Sonderzuges ab.
8. Strecke Bensheim—Darmstad t—H omburg.
Hinfahrt: Bensheim ab 3,00 Uhr vormittags, Auerbach 8,05, Birkenbach 8,16, Eberstadt 3,25, Darmstadt H.-B. 3,52, Arheilgen 4,00, Langen 4,16, Sprendlingen 4,23 und Homburg an 5,18 Uhr vormittags.
Zum Anschluß an diesen Zug wird von Groß-Gerau ein Sonderzug wie folgt gefahren: Groß-Gerau ab 3,20 Uhr vormittags, Darmstadt an 8,40 Uhr vormittags. ■
Rückfahrt: Homburg ab 4,58, Sprendlingen an 5,48, Langen 5,54, Arheilgen 6,10 und Darmstadt an 6,17 Uhr nachmittags.
Die Teilnehmer aus der Richtung Bensheim können den um 6,48 Uhr nachmittags von Darmstadt abgehenden Personenzug Nr. 956 benutzen, während den Teilnehmern von Groß-Gerau und Umgegend ab Darmstadt mit den Zügen Nr. 649 und 651 Fahrgelegenheit geboten ist.
4. Strecke Erba ch—W iebelsba ch—D armstadt— Homburg.
Hinfahrt: Erbach ab 2,50 Uhr vormittags, Michelstadt 2,57, Höchst-Neustadt 8,19, Lengfeld 3,36, Reinheim 3,49, Oberramstadt 4,05, Darmstadt 4,40 und Homburg an 6,54 Uhr vormittags.
Rückfahrt: Homburg ab 4,40 Uhr nachmittags, Darmstadt an 5,54, ab 6,44, Niederramstadt 6,59, Oberramstadt 7,08 und Reinheim an 7,25 Uhr nachmittags.
Die Teilnehmer aus der Richtung Erbach können den um 6,25 Uhr nachmittags von Darmstadt abgehenden Personenzug zur Weiterreise benutzen.
Den .Kriegervereinen wird die Benutzung der Sonderzüge besonders empfohlen, weil bei Benutzung von fahrplanmäßigen Zügen wegen des ab Frankfurt zu erwartenden starken Verkehrs ein rechtzeitiges Eintreffen auf dem Paradefeld in Frage gestellt wird. Soweit noch Platz in den Sonderzügen vorhanden ist, werden diesen auch den übrigen Reisenden zur Benutzung freigegeben.
B. S onderzüge für den allgemeinen Verkehr.
1. Strecke Mainz—G o l d stein—H o mb ur g.
Mainz ab 5,20 Uhr vormittags, Mainz-Süd 5,25, Gustavs« bürg 5,32, Bischofsheim 5,39, Rüsselsheim 5,46, Raunheim 5,52, Kelsterbach 6,03, Schwanheim 6,10, Goldstein 6,19, Mederrad 6,24 und Homburg an 7,14 Uhr vormittags.
2. Strecke Wiesbade n—H ö ch st—H o m b n r g.
2 Sonderzüge.
Wiesbaben . ... ab 4,40 ab 5,22 Uhr vormittags
Kurve..... 4,48 „ 5,30 „
Kastel..... 4,57 „ 5,40 „ „
Hochheim .... „ 5,06 „ 5,50 „ „
Flörsheim .... „ 5,16 „ 6,00 „ „
Eddersheim ...» 5,22 „ 6,06 „ „
Hattersheim . . . „ 5,29 „ 6,13 „ „
Sindlingen-Zeilsheim „ 5,35 „ 6,19 „ „
Höchst..... 5,44 „ 6,28 „
Homburg..... 6,18 „ 7,00 „ „
Diese Sonderzüge führen nur die 2. und 3. Wagenklasse
ohne Nichtraucher und Frauenabteile. Fahrpreisermäßigung
wird am 8. September nicht bewilligt.
* *
Fechenheim, 31. August. (Versetzt.) Herr Pfarrer Eastendyck ist vom 1. Oktober ab vorerst als selbständiger Pfarrverweser nach Hohenzell bei Schlüchtern versetzt.
x Langendiebach, 1. Septbr. (S ed anfeier.) Der hiesige Kpiegerverein wird die diesjährige Sedanfeier in folgender Weise feiern: Sonntag den 3. ds. versammeln sich die Kameraden um 9.15 Uhr vormittags im Vereinslokal, von da aus Abmarsch nach dem Kriegerdenkmal. Daselbst Kranzniederlegung und Uebergabe der von Sr. Majestät dem Kaiser verliehenen Fahnenschleife. Im Anschluß hieran Fest- gottesdienst. Hierauf Frühschoppen im Vereinslokal bezw. Garten. Eine besondere Festlichkeit wegen Verleihung des Fahnenschmuckes wird vom Verein noch später abgehalten. Nachmittags beteiligt sich der Verein an der Einweihung der Bismarckssäule in Hanau. Noch machen wir darauf aufmerksam, daß die Kleinbahndirektion bei günstiger Witterung abends einen Extrazug einlegt, welcher um 10.25 von Hanau abgeht und bis nach Hüttengesäß fährt. Sonntagskarten haben Gültigkeit.
Vereins- u. Vergnügungsnachrichten
für Freitag den 1. September.
turn« u. Fechtklub: Abends 6—7'/, Uhr: Turnen der Damenabteilung: 8*/i—10 Uhr: Fechten.
Turnverein: Abend« von 7—9 Uhr: Turnen.
Turngeftllschaft: Abend« von 7—9 Uhr: Turnen der Jugendabteilung.
Sv. Männer- u. JünglingSverein: UnterhaltungSabend (Ev. BereinshauS.) Verein s. Homöopathie u. Naturheilkuude: VereinSabend (Stadt Bremen.) Erster Hanauer Kellnerverein: Vereinsabend in der „Harmonie". Hanauer Kellnerverein (gegr. 1880); VereinSabend bei Ulsamer.
Erster Hanauer Kellnerbund 1906: VereinSabend im „Elephanten". Klub „Amicitia": VereinSabend im Gasthaus „zum Elephanten". Gelangverei« „Melomania" : Singstunde in der „Karlhaune'. Singer-Quartett: VereinSabend in der Brauerei Orschler. Klub „Schlaraffia": VereinSabend in der „Attemania". " Klub „FraternitaS: Klubabend in den „3 Schwanen". Katholischer Gesellenverein: VereinSabend im „Braustüb'l". FreitagS-Gefellichaft EarlSberg: Restaurant „Carlsberg". Sesellfckast „Scharfes Eck": VereinSabend..
Merklicher Steno-raphen-Verei»: Fortbildungskurs u» „zur Sonne".
Vertag
GabelSberqer Stenographen» verein im Gasthaus zu den „3 Rindern": Abend« von 9—10 Uhr: UebnngSstunde: Redeschrift.
Fußballklub „Me'iiia": Klubabend im „Grafen Philipp Ludwig". Bicycle-Klub 1896; Klubabend im „Kaiser Friedrich".
Athletenklub „Germania": Riegenstemmen und Ringen der 1., 2. und 3. Klasse („zum oroßen Kurfürsten^.
Stemm- und Ring-Klub „Eiche": Abends 9 Uhr: Stemmen, Ringen, Steinstoßen (Restauration „zum Sandhof").
Gesellschaft „Lustige Brüder" : Klubabend bei Heinrich Vowinkel.
Versteigerungs- re. Kalender
für Samstag den 2. September.
Angebote betr. Uebernahme der Arbeiten und Lieferungen zum Dichent der nassen Gewölbeflächen (Kalfatterung und AuSfuguug) im Ebertsberger Tunnel der Strecke Elm—Gemünden sind bis vormittags IVh Uhr an die Königl. Eisenbahn-Betriebs-Inspektion I in Fulda emzusenden (siehe Nr. 198 .Han. Anz.").
Barometerstan
mittags 12 Uhr am 31./8. 1./9.
Sehr trocken
Beständig _m|
Schön 760 ”S^
Veränderlich
Regen (Wind?-0"^
Viel Regen 74-r“^^
Telegrachischer Wetterbericht der beotschen Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 1. September.
9 Uhr 38 Min.
Ein Maximum über 772 mm lagert südwestlich Irlands, Minima unter 740 mm über Lappland und westlich von den Lofoten herannahend. In Deutschlaird ist die Witterung kühl und regnerisch bei westlichen, im Norden lebhaften, im Süden leichten Winden, gestern fiel meist Regen.
Prognose für den 2. September: Kühles, regnerisches Wetter wahrscheinlich.
Negenstation Hanau des Königl. Preußischen Meteorologischen Instituts zu Berlin.
Im Monat August wurden 12 Tage mit mehr als 0,2 mm Regenhöhe beobachtet. Die größte Niederschlagsmenge in 24 Stunden war am 28. August (gemessen am 29. August morgens 7 Uhr), sie erreichte eine Höhe von 9,3 mm, was gleichbedeutend ist mit 9,3 Liter auf 1 Quadratmeter.
Die Monats-Menge der Niederschläge im August betrug 53,3 mm oder 53,3 Liter pro Quadratmeter.
Gewitter station. Im Monat August wurden 4 Gewitter beobachtet. Die größte Niederschlagsmenge war am 10. August, sie erreichte eine Höhe von 8,8 mm, was gleichbedeutend ist mit 8,8 Liter auf 1 Quadratmeter.
Die gesamte Regenhöhe der 4 Gewitter war 11 mm ober 11 Liter pro Quadratmeter.
Der Beobachter:
An ton I obst.
Hus Hab und fern.
Castel, 31. August. Dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer für Kurhessen, Rittergutsbesitzer Hans Eckebrecht v. Stockhausen, der nebst Frau Gemahlin Sophie geb. v. Baumbach am Dienstag den 29. August auf ihrer Besitzung Rittergut Abgunst bei Trendelburg das Fest der silbernen Hochzeit feierte, wurden bei diesem Anlaß vielfache Ehrungen zuteil.
Gelnhausen, 30. August. Die Stadtverordnetenversammlung hat der Gesellschaft zur Erbohrung und Verwertung heilkräftiger Quellen eine Unterstützung von 10000 Mark zu Neubohrungen bewilligt. Der Stadt wurde das Recht eingeräumt, das Bad in eigene Regie zu übernehmen oder an eine Gesellschaft zu verkaufen
r- Marburg, 31. Aug. Wegen versuchten Betrugs und Beleidigung wurde heute eine Frau aus Dreihausen zu 1 Monat Gefängnis verurteilt, weil sie den dortigen Lehrer W., der zugleich Postverwalter ist, beschuldigt hatte, er habe eine Postanweisung von 363 Mk. eingezahlt bekommen und nur 263 Mk. abgeschickt. Die Frau des Lehrers, welche die Quittung ausgestellt, hatte irrtümlicherweise 263 quittiert und diesen Umstand wollte die Angeklagte zu ihrem Vorteil ausnutzen.
r- Biedenkopf, 31. August. Im nahen Breidenstein stahl ein Handwerksbursche im Schulsaal die Geige des Lehrers und verkaufte das Instrument hier für 35 Pfennig. Der Dieb entkam.
[:] Bom Neckar, 31. Aug. Eine ergötzliche Mäusekriegs- episooe ereignete sich im Neckargebiete zwischen E. und B. Dort wurden in einer Gemeinde zur Aneiferung in der Mäusevertilgung Fangprämien ausgesetzt. Stolz auf die Ergebnisse seiner Kriegsbereitschaft präsentierte sich nun kürzlich ein kräftiger Junge mit einem großen Korbe voll lebender Mäuse vor dem Bürgermeister zwecks Entgegennahme der zugesicherten Fangprämie. Auf Befragen nach dem Schauplatze seines Kriegseifers nannte er eine Nachbargemarkung. Als ihm bedeutet werden mußte, daß nur für die in der eigenen Gemarkung gefangenen Nager Belohnungen ausbe- zahlt würden, verließ der Bursche schmollend mit seiner Mäusegesellschaft das Rathaus, betrat das erste beste Grundstück und gab seinen Gefangenen in der eigenen Gemarkung die Freiheit zurück.
):( Neckar-Steinach, 31. Aug. Durch einen erschütternden Unglücksfall wurde das Kirchweihfest in unserer Nach-
_________ ____ _______ 1. September bargemeinde Dilsberg eingeleitet. Drei Burschen aus Raibach wollten nämlich zur vorgerückten Abendstunde im Walde oberhalb der Steinbrüche einige Birkan zum Kerweschmuck holen. Dabei geriet der 26 Jahre alte Steinbrecher Georg Ziegler trotz seiner genauen Lokalkenntnis an den Rand eines Steinbruches, glitt aus und stürzte in die gähnende Tiefe, wo er mit furchtbar zerschmetterten Gliedern leblos aufge- funden wurde. — Auf der von Neckargemünd nach Raien- bach führenden Straße wurde zur Abendzeit die zur Kur in Neckargemünd weilende Witwe Sponagel in betäubtem Zustande von Passanten aufgefunden. Ein Blitzstrahl hatte die Frau zu Boden geschlagen. Das entflohene Bewußtsein kehrte erst nach längerer Zeit wieder zurück. Das Allgemeinbefinden der Dame ist ziemlich befriedigend.
Kunst und Leben.
Die Sonnenfinsternis. Die wissenschaftlichen Expeditionen, die zur Beobachtung der vorgestrigen Sonnenfinsternis ausgerüstet worden waren, halten zu Standpunkten begreiflicherweise Orte gewählt, wo eine totale Verfinsterung der Sonnenscheibe eintrat, d. h. auf der schmalen, vom Kernschatten des Mondes bestrichenen Zone. Diese Zone bildete ein Band, das als Punkt in Kanada begann, mit zunehmender Breite über den Atlantischen Ozean hinlief, bei Ferrol, die spanische Küste erreichte, dann über Burgos nach den Balearen weiterging, Algerien, Tunis und Tripolis überquerte, um dann über Mittelägypten Hin- streichend an der Südküste Arabiens wieder als Punkt zu enden. Die größte Breite des Bandes betrug 30 Meilen. Das meteorologische Institut in Potsdam hatte in Burgos Beobachter aufgestellt. Von dort wird der Köln. Zeitung gemeldet: „Trotz nicht sehr günstigem Wetter war die Erscheinung der totalen Sonnenfinsternis wahrnehmbar. Nach anfangs ganz klarem Himmel bildete sich gegen Mittag eine stärkere Wolkenmasse, die jedoch während der Totalität etwas zerriß, so daß noch gute Resultate der astronomischen und meteorologischen Beobachtungen zu erhoffen sind." Südöstlich von Burgos, in Baroca hatte die Licksternwarte einen Beobachtungsposten eingerichtet, nach den Columbrele-Jnseln südlich von Barcelona hatte das Naval Observatory in Washington eine Expedition gesandt. Auch hier war die totale Verfinsterung der Sonnenscheibe gut sichtbar, da die Wolken sich gerade im entscheidenden Augenblick verzogen. In Madrid war der Andrang zu den Sonderzügen, die nach der Totalitätszone führten, so groß, daß ihrer sechs abge» lassen werden mußten und die Gendarmerie die Ordnimg kaum aufrechterhalten konnte. Auch in anderen Orten Spaniens zeigte sich ungewöhnliches Interesse für die seltene Himmelserscheinung. Die Beobachtungen der Finsternis in Palma auf den Balearen ergaben ein ähnliches Bild der Korona, wie eS in den Jahren 1860, 1883 und 1893 beobachtet wurde. Der untere Teil der Sonnenscheibe zeigte keine, der obere Teil einige sehr glänzende und andere durch ihre karminrote Farbe besonders auffallende Protuberanzen. Die Hamburger Sternwarte hatte den Prof. Schorr und Dr. Schwaßmann mit eigens von Zeiß in Jena gebauten Instrumenten nach Suk-Ahras in Algerien (unweit der tunesischen Grenze) gesandt. Sie berichteten jetzt, daß sie die Sonnenfinsternis bei herrlichstem Wetter in allen Phasen hätten gut beobachten können und daß es ihnen gelungen sei, 23 gute photographische Aufnahmen zu erhalten. Es seien große Protuberanzen unb spitze Koronastrahlen sichtbar gewesen. Die französischen Luftschiffer de la Vaux und Jaubert haben an Bord eines Ballons in einer Höhe von 2300 Meter oberhalb der algerisch-marokkanischen Grenze die Sonnenfinsternis sehr gut beobachten können. Auch aus Aegypten liegen Nachrichten über sehr befriedigende Resultate bei der Beobachtung der Sonnenfinsternis vor.
Aus der Welt der Technik.
Zum fünfzigjährigen Jubiläum der ersten Paeifiebahn.
In diesen Monaten jährt sich zum fünfzigsten Male die Vollendung der ersten Eisenbahn, die Amerika bitrdjquert und die beiden Ozeane, die seine Küsten bespülen, namentlich dm Atlantischen und den Stillen Ozean verbindet. Zwar hat man dieses eiserne Band an der schmälsten Stelle, nämlich auf der Landenge von Panama, über den Kontinent gelegt. Von Küste zu Küste ist die ganze Strecke nur etwa 75 Kilometer lang, während man auf den großen Pacificbahnen von New-Dork nach San Franzisko ungefähr 6000 Kilometer zu fahren hat.
Trotzdem ist die Bahn bedeutungsvoll, und ihre Baugeschichte ist auch eine Geschichte menschlicher Leidm und Leidenschaften. Der Bau fällt in jene Zeit, da eben in Kalifornien Gold gefunden worden war und ungeheure Mengen dem neuen Lande zuströmten, um dort ihr Glück zu versuchen. Ein Durchqueren der Vereinigten Staaten selbst mit der Post war damals langwierig, teuer und gefährlich. Man fuhr von Missouri bis San Franzisko drei Wochen und wurde abwechselnd durch Posträuber und Indianer belästigt. Deswegen zog die Mehrzahl der Goldgräber den WeH über die Landenge von Panama vor. DaS gab nur bte billigen Schiffsreisen von New-Aork nach ChagreS an der einen Seite der Landenge und von Panama auf der anderen Seite wieder bis San Franzisko hinauf. Die 75 Kilometer freilich zwischen Chagres und Panama durch sumfigen, fieberatmenden Urwald» und über unwirtliche Gebirgsrücken mußten zurückgelegt werden, und mehr als einer ließ hier sein Leben.
Eifriger wurde nachher Ende der vierziger Jahre der Bau der Bahn Chares—Panama erstrebt. Aber gerade die Goldgräber, für die er bestimmt war, machten ihn unmöglich. Durch ihre Gegenwart waren die Preise für die einfachsten Lebensbedürfnisse derart in die Höhe gegangen und auch die Löhne so gewaltig gestiegen, daß vorläufig an den Bau nicht zu denken war. Und hatte man auch Arbeiter gefunben und geheuert, so waren sie doch bereits am nächsten Tage mit den andern Goldgräbern nach Westen gezogen.
So kam man erst im Dezember des Jahres 1851 dazu, den Bau zu beginnen. In vierjähriger, schwerer Arbett kämpfte man gegen sumpfigen Boden, schroffen Fels, reißende Flüsse und fiebrisches Klima. Dann war das Werk vollendet, und bereits im Frühjahr 1855 rollte der erste Zug von einem der beiden Weltmeere tum anderen. In den folgen-