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TiurückuugS gebührt

Bezugspreis r

vierteljährlich 1,80 Mk., monaUich 60 Pfg., für ai* »âNige Abonnenten mit dem betreuenden Postaufschlag, Die «uzelae Nummer lostet 10 Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei bei verein, «v.

General-Anzeiger

Amtliches Orgün für LM- und LMIrreis Hanan.

DU fünf gespaltene Petttzeü« oder deren Kaum 16 Pf-* im Reüameuleü bie Zeile 35 Pfg.

Waisenhauses m Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

verantwort!. Redakteur: T. Schrecker in Harum.

9?t. 198 ffernsprechanschluk Rr. 605.

Donnerstag den 24. August

Fernsprechanschlutz Nr. 605.

1905

An'MA-S

Landkreis Fjanau.

BekmtmchiM des Köxiiilichcn LmdratSamtS.

Sr. Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, den Kriegervereinen von Langendiebach und von Hüttengesâst - Nenwiedermust je einen Fahnen­schmuck, bestehend in einem Bande in den Preußischen Farben und einem Nagel mit dem Preußischen Wappen zu verleihen.

Hanau dm 20. August 1905.

Der Königliche Landrat.

V 5391 v. Beck e rath.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Ober­rodenbach belegenen, im Grundbuche von da

a) Band I, Artikel 36,

b) Band II, Artikel 82,

c) Band II, Artikel 94,

zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf dm Namen

zu a) 1. des Laurenz Rech, zur Zeit abwesend,

2. des Karl Anton Rech, zur Zeit abwesend,

8. der Ehefrau des Maurers Heinrich Wegner, Elisabeth geb. Rech zu Hanau,

4. der Ehefrau des Taglöhners Ludwig Bähr, Anna Marie geb. Rech daselbst,

5. der ledigm Fabrikarbeiterin A m a l i e R e ch daselbst, je zum ideellen 1/e,

zu b) des Schweinehirten Adam Rech, Jakobs Sohn, und dessen Ehefrau Lut gar dis geb. Humm zu Ober­rodenbach,

zu c) der zu 3 bis 5 oben Genannten,

je zum ideellen 1 /», eingetragenen Grundstücke:

A Band I, Artikel 36 von Oberrodenbach,

Dl. F Nr. 649 = 4 ar 30 qm, Acker, im Kautengewann, Reinertrag 15 Pfg.

Bl. C Nr. 1188 = 21 qm, Garten, die Backofenländer,

Reinertrag 06 Pfg.,

Dl. F Nr. 184 = 1 ar 69 qm, Acker im Wingert,

Reinertrag 06 Pfg.,

Dl. .1 Nr. 187 = 5 ar 41 qm, Acker, auf der Hainbuche,

Reinertrag 18 Pfg.,

Bl. 0 Nr. 214 4 ar 14 qm, Acker am Haßlauer Wege,

Reinertrag 15 Pfg.,

Feuilleton

Wenn der Wind ans dicscr Richtung kommt.

Frei nach dem Englischen von Johannes Bernhard.

Ich kümmerte mich nicht um das, was Du mir sagst. Ich habe mir eine neue Toilette angeschafft, und deshalb gehe ich."

Du ttotzest mir also?

Sie warf den Kopf ttotzig hintenüber und schob die roten Lippen vor.

Sein Antlitz wurde finsterer. Es war ihr erster (Streit »Run gut, dann wirst Du ohne mich gehen."

Er wandte sich ungeduldig von der kleinen Frau ab und trat an das Fenster. Hätte er sie betrachtet, so würde er gesunden haben, daß ein Schatten von Trauer ihr hübsches, feines Antlitz verdunkelte.

Es war ein sehr schönes Fest," begann sie plötzlich,und nach dem Tanze ein ausgesuchtes Souper . .

Ich wünsche das Ballfest dorthin, wo der Pfeffer wächst!" Aber, als wolle er seine verlorene Würde wieder- gewinnm, fuhr er fort:Ich habe Dir meine Antwort ge­geben, Nora."

Und ich Dir die meine," antwortete sie mit einem Ver- 'U(^-entf«blossen auszusehen.

Er drehte heftig seinen schwarzen Schnurrbatt. Sein Inneres kochte vor Wut.Wir wären also einig."

Er schellte.

Jonas l" sagte er zu dem Diener.Packe meine Reise­tasche.

Sie trällerte eine lustige Melodie vor sich hin und tat, ordne sie einige Rosen in einer Vase.

Du verreisen?" fragte sie gleichgültig. Ein guter Einfall kam ihr:Wohin soll ich Deine Briefe senden?"

Damit brauchst Du Dich nicht zu belasten. Ich werde Jonas meine Adresse geben," fügte er hinzu und verließ das Zimmer.

Bl. B Nr. 298 = 7 ar 56 qm, Acker, die Kleegattenwiese,

Reinertrag 1 Mk. 59 Pfg.,

Bl. C Nr. 1244/81 = 6 ar 48 qm, Acker, am Haslauer Berge,

Reinertrag 60 Pfg.,

Bl. F Nr. 539 8 ar 03 qm, Acker, hinterm Heegholze, Reinertrag 27 Pfg.,

Bl. C Nr. 312 = 1 ar 72 qm, Wiese, die Unterpfuhlwiese, Reinertrag 21 Pfg.,

Bl. F Nr. 648 = 4 ar 61 qm, Acker, die Kautenqewann, / Reinertrag 15 Pfg.,

P Band 11, Artikel 82 von Oberrodenbach:

Bl. E Nr. 444 48 qm, Hausgarten, Friedhofstraße, Haus Nr. 13^,

0 Band TT, Artikel 94 von Oberrodenbach:

Bl. C Nr. 1243/74 = 6 ar 49 qm, Acker, am Haslauer Weg, Reinertrag 60 Pfg.,

am 20. Oktober 1905, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht, an der Gerichtsstelle, Markt­platz 18, Zimmer Nr. 14, versteigert werden.

Hanau den 17. August 1905.

Königliches Amtsgericht 2. 16239

Hus F)anau Stadt und Eand.

Aanau, 24. August.

Beamten-Personalnachrichten.

Ernannt: der außerordentliche Professor Dr. Ludolf Brauer zum ordentlichen Profeffor in der medizinischen Fakultät der Universität Marburg und zum Direktor der medizinischen Klinik, der Gerichtsreferendar Stirn zum Referendar bei der Königlichen Regierung zu Cassel, der Hilfsgerichtsdiener Frischkorn zum Aufseher bei dem Ge­fängnis in Hanau.

B e st e l l 1: der Pfarrer extr. Wippermann zum selbständigen Verweser der 1. luth. Pfarrstelle in Gemünden a/Wohra, Klaffe Rauschenberg.

Pensioniert: der Katasterkontrolleur, Steuerinspektor Nissen zu Cassel.

* Erledigte Pfarrstellen. Zur Erledigung ge­kommen sind: 1) die Pfarrstelle zu Niederrodenbach, Klaffe Büchetthal, 2) die zweite Pfarrstelle zu Schlüchtern und 3) die Pfarrstelle zu Niederdünzebach, Klaffe Eschwege. Geeignete Bewerber um diese Stellen haben ihre Meldungsgesuche durch Vermittelung ihres zuständigen Superintendenten an König!. Konsistorium in Cassel ein­zureichen.

Sie setzte sich ins Sofa.Das war nicht hübsch von ihm," sprach sie zu sich selbst,zu reisen und mich mitten in der Saison allein zu lassen." Sie waren ja erst sechs Monate verheiratet!

Währenddessen saß er in seinem Zimmer und las die Zeitung. Er durchlief die lange Liste der vornehmsten Bade- orte und blieb bei Lyttleton Sands stehen, das durch seinen Fischreichtum und seine erstklassigen Gasthöfe berühmt ist. Er beschloß, hort hinzugehen. Der Zug fuhr fünf Uhr dreißig Minuten. Er hatte also noch eine halbe Stunde . . .

Senden Sie die Bttefe nach Lyttleton Sands, Espla- naden-Hotel, Jonas!"

Zu Befehl, gnädiger Herr. Glückliche Reise!" sagte der alte Diener, und der Wagen fuhr davon.

*

*

Es war ein sehr regnerischer Tag am Meere. Der Regen strömte vom Himmel herab, und ein kalter Wind drang durch jede Fuge in den Fenstern und Türen des Hotels.

Nevill, der allein im Lesezimmer saß, drückte wie rasend auf den elektrischen Knopf, und ein Diener zeigte sich.

Sehen Sie dort," sagte Nevill verzweifelt, während er auf den Ofen zeigte, aus dem dichter Rauch ins Zimmer drang.

Ja, leider, mein Herr," sagte der Diener entschuldigend, so geht es aber immer, wenn der Wind aus dieser Rich­tung kommt."

Nevill betrat die Vorhalle.

Sind Bttefe für mich gekommen?" fragte er an diesem Tage zum zehnten Male.

Jawohl, hier ist einer." Der Pottier überreichte ihm einen Brief, der, wie er wußte, eine Rechnung enthielt.

Nevills Gesicht hatte sich einen Augenblick aufgeklärt, aber ebenso schnell wurde es auch wieder länger.

Wo ist der Salon?" fragte er ärgerlich.Ich bin ge­zwungen, dort Zuflucht zu suchen. Im Lesezimmer ist es vor Rauch nicht auszuhalten."

Ach ja, mein Herr, das ist immer der Fall, wenn der Wind aus dieser Richtung . . ."

Ich weiß, ich weiß!" rief er in voller Verzweiflung über diese Entschuldigung, die er jeden Augenblick hören mußte.

* Or-ensanlegrmg. Dem Major a. D. Nomina von Axt zu Hanau, früher im Anhaltischen Infanterien Regiment Nr. 93, wurde die Erlaubnis zur Anlegung des ihm verliehenen Komturzeichens zweiter Klaffe des Herzoglich Anhaltischen Hausordens Albrechts des Bären erteilt.

* Verliehen. Dem Departements - Tierarzte Richard Paul Tietze in Gaffel wurde der Charakter als Veterinär­rat mit dem persönlichen Range der Räte vierter Klaffe ver­liehen.

* Profeffor Dr. V. Büngner t* Gestern nach­mittag wurde die sterbliche Hülle des Direktors des hiesigen Landkrankenhauses, Herrn Prof. Dr. Otto v. Büngner,M irdischen Ruhe bestattet. Von nah und fern waren Kollegen, Freunde und Verehrer des Verstorbenen zahlreich eingetroffeu, um dem Heimgegangenen die letzte Ehre zu erweisen. Reich« Kranz- und Blumenspenden zeugten im weiteren von der Beliebtheit des Verewigten, von der aufrichtigen Zuneigung, die er sich durch sein allezeit hilfsbereites, liebenswürdiges und fteundliches Wesen in allen Kreisen der Bevölkerung er­worben. Herr Pfarrer Weffel würdigte des Verstorbenes edle Tugenden als Mensch und Arzt, sein reichgesegnetes Wirken, gab einen kurzen Ueberblick über seinen Lebenslauf, schilderte ihn als einst hochbegabten Studenten, dann als be» liebten und allverehrten Dozenten und schließlich als hervor- ragenden Mann der Wissenschaft, als tüchtigen, allezeit hilft reichen Al-zt und edlen Menschenfreund. Sein vornehm« Charakter, seine schönen Tugenden würden ihm ein ehrendes und liebendes Andenken bei allen sichern, die ihm im Leben näher standen. Herr Sanitäts- rat Dr. Hartmann sprach im Namen des hiesigen Aerzte - Vereins und der Berufskollegen, um dem teuren Entschlafenen Worte treuer Freundschaft und Liebe nachzurufen. Nicht nur in den Kreisen der Hanauer Aerzte, auch in der Provinz, ja im ganzen deutschen Vaterlande und sogar über dessen Grenzen hinaus werde der Tod des Dahingeschiedenen als schmerzlicher Verlust empfunden. Im weiteren betonte auch dieser Redner des Dahingeschie- denen hochherzige Gesinnungen, seine hervorragenden Charakter­eigenschaften, sein von hohen Erfolgen und reichem Segen begleitetes Wirken als Arzt und Krankenanstaltsleiter, seine hohe Bedeutung als Mann der Wissenschaft. Doch auch alS Mensch habe der Verstorbene die wärmsten Sympathien zurückgelassen bei allen, mit denen er in nähere Berührung kam. Seinen Untergebenen war er ein milder, gerechter Vorgesetzter, seinen Kollegen ein wahrer Freund und treuer Ratgeber, die Herzen seiner Patienten gewann er durch liebende menschenfreundliche Behandlung. Ein ehrendes An­denken sei dem Verstorbenen in weiten Kreisen sicher.

* Mainwafserwärme gestern abend 17 Grad.

An der Hoteltafel war seine einzige Gesellschaft eine alte griesgrämige Dame, die ihren Mund nur öffnete, wenn sie etwas zu kritisieren hatte. Seine Gedarcken kehtten wieder­holt zu seinem gemütlichen (Speisezimmer, dem aufmerksamen Jonas und vor allem zu dem kleinen allerliebsten Gegen­über barin zurück, das ihm so fteundlich zulächelte und so hübsch zu plaudern wußte.

Er ließ sich im Salon nieder. Am Fenster saß die alte verdrießliche Dame mit einem großen étricfftrumpf in de» Hand. Der Knäuel war auf den Boden gefallen. Er hob ihn auf und reichte ihn ihr mit einer Verbeugung. Sie be- antroortete sie mit einem steifen Nicken des Kopfes und murmelte:Danke."

Er versuchte eine Unterhaltung einzuleiten.Sehr reg- nettscher Tag."

Sie blickte von ihrem Strickstrumpf auf und nahm dir Bttlle von der dünnen Adlernase.

Junger Herr, Sie dürfen nicht klagen. Gott gibt un- auch Sonnenschein, wenn er glaubt, daß die richtige Zeit da ist."

Darauf putzte sie ihre Bttlle und setzte sie mit einem Ru^ auf die Nase, wobei der Knäuel wieder zu Boden fiel.

Diesmal machte er sich nicht die Mühe, ihn wieder auft zuheben, sondern verabschiedete sich mit einem kühlen Gruße, Auf der Straße traf er keine Seele. Ein einsamer Strand­wächter marschierte vor dem Zollhause auf und ab.

Ist keine Aussicht auf besseres Wetter?" fragte Nevill,

Der Wächter schüttelte den Kopf.Nein, das glaube ttf nicht. Der Regen wird den ganzen Tag anhalten, und ich würde mich gar nicht wnndern, wenn er noch morgen fort dauerte. Sehen Sie, Herr, wenn der Wind aus dieLel Richtung . .

Nevill war bereits verschwunden.

* *

Es schien sich alles gegen Nevill verschworen zu hab«r Der Regen wurde heftiger und heftiger. Er begann, sich nach seinem Heim zu sehnen und nahm sich vor, Nora mit einigen fteundlichen Motten zu versöhnen. In Gedanke» sah er schon ihre Freude bei seiner Rückkehr.